Wegwarte im Naturgarten: Standort, Partner und Insektenwert
- Mehrjährige Wildstaude; als Staude angebotene Wegwarten gelten als winterhart.
- Blütezeit Juli bis Oktober, jede Blüte ist nur einen Tag offen, vor allem vormittags.
- Volle Sonne und durchlässiger Boden; Kalk-, Lehm- und Sandboden sind möglich.
- Kein Lichtkeimer: Die Wildform kommt bei der Direktsaat etwa 1,5 bis 2 cm tief in die Erde.
- Die Samen reifen ungleichmäßig und verbreiten sich mit Regen, Tieren und Menschen.
- Passende Partner: Wilde Malve, Skabiosen-Flockenblume, Wilde Möhre, Dost und Johanniskraut.

Die blauen Blüten der Wegwarte siehst du vor allem am Vormittag. Jede Blüte ist nur einen Tag geöffnet, und in diesen Stunden kannst du Wildbienen wie die Hosenbiene an ihr beobachten. Ich gehe deshalb vormittags am Beetrand entlang, wenn ich sehen will, wer meine Wegwarten besucht. Für die Wildstaude brauchst du vor allem zweierlei: einen vollsonnigen Platz und einen Plan, wohin ihre Samen dürfen.
Die Wegwarte, botanisch Cichorium intybus, ist eine mehrjährige Wildstaude. Als Staude angebotene Wegwarten gelten als winterhart. Zur selben Art gehören kultivierte Zichorien wie Radicchio und Zuckerhut, die für die Küche angebaut werden. Hier geht es um die Wildform: wo sie gut steht, mit welchen Nachbarn sie sich verträgt, was sie Tieren bietet und wie du ihre Ausbreitung lenkst.
Warum gehört die Wegwarte in den Naturgarten?
Die Wegwarte gilt als nützlingsfreundlich. Zu den Wildbienen, die sie bestäuben, gehört die Hosenbiene (Dasypoda hirtipes). Wenn die Samen reifen, kommen Vögel dazu: Stieglitze fressen dann an den Samenständen.
Auch nach der Blüte hat die Pflanze im Garten eine Aufgabe. Ein Teil der dürren Stängel kann ganzjährig stehen bleiben und Insekten Unterschlupf bieten. Wildbienen brauchen neben Blüten je nach Art auch Pflanzenstängel, Hohlräume oder offene Bodenstellen als Nistplatz. Ich lasse an einer Beetecke die dürren Wegwarten-Stängel über den Winter stehen und schneide den Rest im Spätwinter.
In Deutschland gilt die Wegwarte als ungefährdet. Mit ihr holst du dir also keine bedrohte Art in den Garten, sondern eine Wildpflanze, die verwildern kann. Das macht sie für den Naturgarten wertvoll und ist zugleich der Grund, warum du ihre Samen im Blick behalten solltest.
In der Blütezeit nehme ich vormittags ein Notizbuch mit ans Beet und schreibe auf, welche Besucher ich an den offenen Wegwarten-Blüten sehe.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist ein vollsonniger Platz mit nährstoffreichem, gut durchlässigem Boden.
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Die angebotene Sorte „BIO Zichoriensalat“ lässt sich im Hochbeet ziehen.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Die Wildform und Sorten zur Wurzelnutzung im Mai/Juni direkt säen. Blattsorten im April für die Sommer- oder im Juni/Juli für die Winterkultur direkt oder in Töpfe säen und ausreichend große Jungpflanzen auspflanzen.
Pflege
- Pflege
Bei Kultur in trockeneren Gebieten bei Bedarf zusätzlich bewässern und zugleich guten Wasserabzug sicherstellen.
- Düngung
Bei der Blattzichorie Catalogna Special ist in dauerhaften Salatbeständen gewöhnlich keine zusätzliche Düngung nötig; bei nachgewiesenem Nährstoffmangel gilt dies nicht.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich für Steingärten, Blumenrabatten, Beete und Kiesgärten.
Wie wächst und blüht die Wegwarte?
Die Wegwarte trägt ihre blauen Blüten an hohen Stängeln. Bei der Wuchshöhe gehen die Angaben auseinander, deshalb stehen in der Tabelle beide Werte.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Wuchshöhe | 20–80 cm, nach anderer Angabe bis 150 cm |
| Wuchsbreite | 20–40 cm |
| Blütezeit | Juli bis Oktober |
| Lebensform | mehrjährig; als Staude angeboten winterhart |
| Abstand bei ReihensaatReihensaat ist eine Saatweise, bei der die Samen in flache, gerade Rillen gesät werden, sodass die Pflanzen später in Reihen stehen. Gegenüber der Breitsaat, bei der die Samen flächig ausgestreut werden, erleichtert sie die Pflege. im Beet | 10–30 cm in der Reihe, 20–60 cm zwischen den Reihen |
| Duft | duftet nicht |
| Vase | gilt nicht als Schnittblume |
Jede einzelne Blüte ist nur einen Tag geöffnet, ihre Öffnungszeit liegt vor allem am Vormittag. Über die Blütezeit hinweg öffnen sich immer wieder neue Blüten, sodass die Pflanze von Juli bis Oktober Farbe zeigt. Weil eine Blüte nur einen Tag hält und die Wegwarte nicht als Schnittblume gilt, gehört sie ins Beet und nicht in die Vase.
Woher Stauden stammen und wie sich die Lebensläufe von Stauden, Zweijährigen und Gräsern unterscheiden, zeigt das Kurzporträt der Stauden, Zweijährigen und Gräser im Stauden-Ratgeber. Dort findest du auch die Grundlagen zu Pflege und Gestaltung.
Welcher Standort passt zur Wegwarte?
Licht: volle Sonne
Die Wegwarte ist eine Pflanze für volle Sonne. Ihr Lichtzeigerwert liegt bei 9, dem Höchstwert der Skala für Volllichtpflanzen. Ich setze sie deshalb nur an offene Plätze, auf die kein Gehölz Schatten wirft.
Boden: durchlässig, Kalk ist kein Muss
Beim Boden ist die Wegwarte weniger festgelegt. In britischen Gartenprofilen gelten Kalk-, Lehm- und Sandböden als geeignet, und zwar bei saurer, neutraler oder alkalischer Bodenreaktion. Beschrieben wird dort ein nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden. In der Natur zeigt ihre Reaktionszahl von 8 dagegen eher basische, kalkreiche Standorte an.
Da sie im Garten auch saure bis neutrale Böden verträgt, musst du für sie nicht eigens kalken. Gekalkt wird ohnehin nur, wenn eine Bodenuntersuchung für deine Bodenart einen zu niedrigen pH-Wert ergibt.
„Die Wegwarte wächst nur auf magerem Boden.“ Das stimmt so nicht. Ihr Stickstoff-Zeigerwert liegt in der Mitte der Skala, und für den Garten wird nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden beschrieben. Sie ist also kein ausgesprochener Magerkeitszeiger. Achte vor allem auf Sonne und darauf, dass Wasser gut abläuft.
Feuchte: frisch, ohne Staunässe
Ihr Feuchtebedarf ist frisch. Die FeuchtezahlDie Feuchtezahl ist eine botanische Kennzahl (Zeigerwert nach Ellenberg) dafür, wie feucht der Boden ist, auf dem eine Pflanzenart in der Natur typischerweise wächst: von 1 (trocken) bis 9 (nass), bei Wasserpflanzen bis 12. von 4 liegt knapp unter der Mitte der Skala, also leicht auf der trockeneren Seite. Wichtig ist guter Wasserabzug, denn länger anhaltende Staunässe verursacht Sauerstoffmangel im Wurzelbereich und begünstigt Fäulnis. Staut sich auf deinem Boden das Wasser, lockerst du vor der Aussaat gründlich und beseitigst auch tiefer liegende Verdichtungen.
Was die Zeigerwerte verraten
ZeigerwerteZeigerwerte sind Kennzahlen, die angeben, unter welchen Standortbedingungen eine Pflanzenart in der Natur bevorzugt vorkommt, etwa bei Licht, Feuchte, Bodenreaktion oder Stickstoff. Umgekehrt kannst du aus wild wachsenden Pflanzen so auf die Bedingungen am Standort schließen. nach Ellenberg ordnen Wildpflanzen danach ein, unter welchen Bedingungen sie in der Natur wachsen. Sie beschreiben das natürliche Vorkommen und helfen dir, im Garten einen ähnlichen Platz zu finden.
| Zeigerwert | Skala | Wegwarte |
|---|---|---|
| Licht | 1 Tiefschatten bis 9 Volllicht | 9 |
| Feuchte | 1 TrockenheitszeigerTrockenheitszeiger sind Wildpflanzen, die vor allem auf trockenem Boden wachsen. Kommen sie an einer Stelle im Garten gehäuft vor, ist das ein Hinweis darauf, dass der Boden dort eher trocken ist. bis 9 NässezeigerNässezeiger sind Pflanzen, deren gehäuftes Vorkommen einen sehr nassen Boden anzeigt, oft mit Staunässe. Typische Beispiele sind Ackerminze, Huflattich und Kriechender Hahnenfuß., 10–12 Wasserpflanzen | 4 |
| Reaktion | 1 stark sauer bis 9 basisch/kalkreich | 8 |
| Stickstoff | 1 stickstoffärmst bis 9 übermäßig stickstoffreich | 5 |
| Temperatur | 1 kühl/alpin bis 9 warm/mediterran | 6 |
| Kontinentalität | 1 ozeanisch bis 9 kontinental | 5 |
| Salz | 0 salzfrei bis 9 salzreich | 0 |
Wo findet die Wegwarte im Garten ihren Platz?
In britischen Gärten wird die Wegwarte im Steingarten, in Rabatten und Beeten sowie im Kiesgarten verwendet. Auch im Hochbeet lässt sie sich ziehen, und sie gilt als topfgeeignet. Im einseitig betrachteten Staudenbeet stehen höhere Stauden hinten und niedrige vorne. Je nachdem, wie hoch deine Wegwarten werden, gehören sie in die Mitte oder in den hinteren Bereich.
Welche Nachbarn passen?
Die Wegwarte lässt sich mit Wilden Malven, Skabiosen-Flockenblume, Wilder Möhre, Dost und Johanniskraut kombinieren. Eine Pflanzgemeinschaft wird stabiler und pflegeleichter, wenn ihre Arten ähnliche Ansprüche an Boden, Feuchtigkeit, Nährstoffe und Licht haben. Ob weitere Nachbarn dazu passen, kannst du mit dem Mischkultur-Werkzeug für gute und schlechte Nachbarn prüfen. Höhen und Abstände spielst du im Beetplaner für dein Staudenbeet durch.
Ich pflanze die Wegwarte in lockeren Trupps zwischen Dost und Wilde Möhre. Dazwischen lasse ich ein paar offene Bodenstellen frei.
Wegwarte in Wildblumenwiese und Saum
Für eine Wildblumenwiese braucht die Aussaat eine ebene, feinkrümelige Fläche ohne problematische Wurzelunkräuter. Die Saatgutmischung soll zum vorhandenen Boden passen, statt einen nährstoffreichen Gartenboden ungeprüft als Magerstandort zu behandeln. Den Mähzeitpunkt richtest du nach der Samenbildung der Pflanzen, die du fördern willst.
Die Wegwarte blüht bis in den Oktober, und ihre Samen reifen ungleichmäßig. Soll sie sich in der Wiese auch selbst aussäen, mähst du ihre Bereiche deshalb erst, wenn ein Teil der Samen gereift ist.
Wie lenkst du die Ausbreitung der Wegwarte?
Die Wegwarte gilt als verwilderungsfähig. Ihre Früchte verbreiten sich mit dem Regen und durch Anhaften an Tieren und Menschen. Neue Pflanzen können deshalb auch dort aufgehen, wo du sie nicht gesät hast.
Willst du die Selbstaussaat begrenzen, entfernst du verwelkte Blüten rechtzeitig, bevor Samen reifen. Unerwünschte Sämlinge ziehst du oder stichst sie aus. Hacken ist im Staudenbeet keine gute Wahl, weil es die Entwicklung der Stauden und den FlächenschlussFlächenschluss ist der Zustand, in dem Stauden, Gräser oder Bodendecker einer Pflanzung so weit zusammengewachsen sind, dass sie eine geschlossene Pflanzendecke bilden und kaum noch offener Boden zu sehen ist. stört.
Bedenke dabei die Vögel. Stieglitze fressen zur Samenreife an den Samenständen, und abgeschnittene Blüten bilden keine Samen mehr. Wer jeden verblühten Kopf entfernt, nimmt den Stieglitzen damit auch ihr Futter.
Teile das Beet in Zonen ein. Wo Sämlinge willkommen sind, bleiben die Samenstände stehen; an Wegen und Beetkanten schneidest du Verblühtes ab.
Samen selbst sammeln und lagern
Bei der Wegwarte reifen die Samen ungleichmäßig. Ein fester Sammeltermin ersetzt deshalb nicht den Blick auf den Reifezustand. Geerntet wird bei trockenem Wetter, sobald die Samen ausgereift sind und sich leicht lösen. Danach trocknest du sie nach und lagerst sie kühl, dunkel und vor Feuchtigkeit geschützt in dicht schließenden Gefäßen.
Ich gehe zum Sammeln mehrmals durch den Bestand. Jedes Mal nehme ich nur die Köpfe, deren Samen sich leicht herauslösen lassen.
Die meisten selbst gesammelten Blumen- und Staudensamen bleiben bei kühler, dunkler und trockener Lagerung etwa 3 Jahre keimfähig. Das ist eine Orientierung, keine Garantie für jede Art. Günstig ist eine Lagerung unter Luftabschluss bei weniger als 10 °C. Bei Resten mit fraglicher KeimfähigkeitDie Keimfähigkeit gibt an, wie viel Prozent der Samen einer Saatgutpartie unter optimalen Bedingungen zu normalen, gesunden Keimlingen auswachsen. Sie ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal von Saatgut. machst du etwa 4 Wochen vor der geplanten Aussaat eine KeimprobeDie Keimprobe ist ein einfacher Test vor der Aussaat: Du legst eine abgezählte Zahl Samen auf feuchtes Küchenpapier und zählst nach der Keimdauer, wie viele gekeimt sind. So siehst du, ob sich älteres Saatgut noch lohnt..
Alle Samenstände an einem Tag abschneiden. Weil die Samen ungleichmäßig reifen, erwischst du so unreife neben reifen Samen. Sammle lieber in mehreren Durchgängen.
Wie kommt die Wegwarte mit Trockenheit und Winter zurecht?
In der Natur steht die Wegwarte bei der Temperatur leicht auf der warmen Seite der Skala, bei der Kontinentalität in der Mitte. In trockeneren Gegenden gießt du bei Bedarf zusätzlich und sorgst zugleich für guten Wasserabzug. Gegossen wird dann seltener, aber durchdringend, möglichst morgens und direkt im Wurzelbereich. Den richtigen Zeitpunkt erwischst du, bevor der Boden auch im Untergrund ganz austrocknet. Eine Mulchdecke hemmt die Verdunstung und vermindert die Erwärmung des Bodens.
Ich prüfe vor dem Gießen mit dem Spaten an einer ausgestochenen Scholle, ob der Boden unter der Oberfläche noch feucht ist.
Als Staude angebotene Wegwarten gelten als winterhart, und abgestorbene Stängel und Blätter lässt du im Herbst als natürlichen Winterschutz stehen. Im Topf kann auch eine winterharte Pflanze erfrieren, wenn ihr Wurzelballen durchfriert. Wie du Gefäße isolierst und Stauden durch den Winter bringst, beschreibt der Stauden-Ratgeber in den Abschnitten zur Pflege im Jahreslauf und zu Topf und Balkonkasten.
Aussaat, Pflege, Krankheiten und Küche kurz gefasst
Aussaat
Die Wegwarte säst du im Juni oder Juli direkt an Ort und Stelle. Ihre Samen sind keine Lichtkeimer, die Wildform kommt etwa 1,5 bis 2 cm tief in die Erde. Wie es danach weitergeht, zeigt der Ratgeber, wie du die Wegwarte im Jahreslauf säst, pflegst und erntest.
Pflege übers Jahr
Für dauerhafte Bestände der Blattzichorie, einer Kulturform derselben Art, gilt zusätzliche Düngung in der Regel als nicht nötig, solange kein Nährstoffmangel nachgewiesen ist. Ob deinem Boden für die Wildstaude etwas fehlt, zeigt eine Bodenuntersuchung. Rückschnitt, Mulch und Winterschutz folgen den Grundregeln aus dem Stauden-Ratgeber, die Arbeiten im Lauf der Saison beschreibt der Ratgeber zur Wegwarte im Jahreslauf.
Krankheiten und Schädlinge
Im Staudenbeet folgt Pflanzenschutz einer Stufenfolge: vorbeugen, kontrollieren, von Hand eingreifen. Ein Schneckenzaun schützt nur, wenn du innerhalb der Umzäunung weiterhin regelmäßig Schnecken absammelst, und Weinbergschnecken stehen unter Schutz. Mehr dazu steht im Stauden-Ratgeber im Abschnitt zu Krankheiten und Schädlingen.
Küche und Volksheilkunde
Für die Küche gibt es Kulturformen derselben Art: Salatzichorien für Blätter oder Knospen und Wurzelzichorien für ihre fleischigen Wurzeln. Iss nur, was du sicher als essbar bestimmt hast, und lies zu Ernte und Verwendung im Ratgeber zur Wegwarte im Jahreslauf nach. Der Wegwarte nachgesagte Heilwirkungen ersetzen keinen ärztlichen Rat; ein Heilversprechen gebe ich nicht.
Ist die Wegwarte etwas für Einsteiger?
Wer mit dem naturnahen Gärtnern anfängt, findet in der Wegwarte eine Staude mit überschaubaren Ansprüchen. Sie braucht vor allem volle Sonne und einen Boden, aus dem Wasser gut abläuft. Gesät wird direkt ins Beet, den Monat kannst du dir im Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken vormerken. Als Staude angeboten, übersteht sie den Winter draußen.
Dazu gibt es an ihr viel zu beobachten. Von Juli bis Oktober öffnen sich am Vormittag die Blüten für ihre Bestäuber, und zur Samenreife kommen die Stieglitze. An der Wegwarte lernst du außerdem, wie Selbstaussaat funktioniert und wie du sie lenkst.
Wie fügt sich die Wegwarte in ein naturnahes Gartenkonzept?
Eine insektenfreundliche Staudenpflanzung sollte Blüten vom frühen Frühjahr bis in den Spätherbst bieten. Die Wegwarte blüht von Juli bis Oktober und deckt damit nur Sommer und Herbst ab. Den Frühling übernehmen andere Pflanzen wie Krokusse, Lungenkraut, Winterling oder Schneeglöckchen. Ich plane die Wegwarte deshalb als Sommer- und Herbstblüher ein und setze im selben Beet Frühblüher dazu.
Blüten allein machen noch keinen Insektengarten. Er braucht auch Nist- und Überwinterungsplätze, etwa offene Bodenstellen sowie Stein- und Holzhaufen. Die stehen gelassenen Wegwarten-Stängel ergänzen solche Strukturen.
Für naturnahe Blühmischungen sind Wildpflanzen aus regionaler Herkunft zu empfehlen, weil sie an die örtlichen Bedingungen angepasst sind. Darauf achtest du auch beim Wegwarten-Saatgut, wenn du sie in eine Wiese oder einen Saum einbringst.
Aus meiner Praxis: Handgriffe und typische Fehler
Bevor ich eine Wegwarte säe, schaue ich mir den Platz morgens und nachmittags an. Liegt er beide Male in der Sonne und läuft nach einem Regen das Wasser ab, kommt er infrage. Sämlinge an der falschen Stelle ziehe ich, solange sie klein sind, oder steche sie aus. Die Samenstände an den Wegrändern schneide ich ab, in der Beetmitte bleiben sie für die Stieglitze stehen.
Die Wegwarte an einen halbschattigen Platz setzen. Sie ist eine Volllichtpflanze und gehört an einen offenen Ort in voller Sonne.
Vor dem Säen oder Pflanzen klärst du diese Fragen.
- Liegt der Platz in voller Sonne?
- Läuft Wasser gut ab, auch nach starkem Regen?
- Haben die Nachbarn ähnliche Ansprüche an Licht, Boden und Feuchte?
- Wo dürfen Sämlinge aufgehen, wo nicht?
- Welche Stängel bleiben über den Winter für Insekten stehen?


