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Wegwarte im Naturgarten: Standort, Partner und Insektenwert

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 10 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Mehrjährige Wildstaude; als Staude angebotene Wegwarten gelten als winterhart.
  • Blütezeit Juli bis Oktober, jede Blüte ist nur einen Tag offen, vor allem vormittags.
  • Volle Sonne und durchlässiger Boden; Kalk-, Lehm- und Sandboden sind möglich.
  • Kein Lichtkeimer: Die Wildform kommt bei der Direktsaat etwa 1,5 bis 2 cm tief in die Erde.
  • Die Samen reifen ungleichmäßig und verbreiten sich mit Regen, Tieren und Menschen.
  • Passende Partner: Wilde Malve, Skabiosen-Flockenblume, Wilde Möhre, Dost und Johanniskraut.
Nahaufnahme einer blauen Wegwarte (Cichorium intybus) mit ihren charakteristischen gezahnten Blütenblättern
Foto: manfredrichter · Pixabay Content License · Quelle ↗

Die blauen Blüten der Wegwarte siehst du vor allem am Vormittag. Jede Blüte ist nur einen Tag geöffnet, und in diesen Stunden kannst du Wildbienen wie die Hosenbiene an ihr beobachten. Ich gehe deshalb vormittags am Beetrand entlang, wenn ich sehen will, wer meine Wegwarten besucht. Für die Wildstaude brauchst du vor allem zweierlei: einen vollsonnigen Platz und einen Plan, wohin ihre Samen dürfen.

Die Wegwarte, botanisch Cichorium intybus, ist eine mehrjährige Wildstaude. Als Staude angebotene Wegwarten gelten als winterhart. Zur selben Art gehören kultivierte Zichorien wie Radicchio und Zuckerhut, die für die Küche angebaut werden. Hier geht es um die Wildform: wo sie gut steht, mit welchen Nachbarn sie sich verträgt, was sie Tieren bietet und wie du ihre Ausbreitung lenkst.

Warum gehört die Wegwarte in den Naturgarten?

Die Wegwarte gilt als nützlingsfreundlich. Zu den Wildbienen, die sie bestäuben, gehört die Hosenbiene (Dasypoda hirtipes). Wenn die Samen reifen, kommen Vögel dazu: Stieglitze fressen dann an den Samenständen.

Auch nach der Blüte hat die Pflanze im Garten eine Aufgabe. Ein Teil der dürren Stängel kann ganzjährig stehen bleiben und Insekten Unterschlupf bieten. Wildbienen brauchen neben Blüten je nach Art auch Pflanzenstängel, Hohlräume oder offene Bodenstellen als Nistplatz. Ich lasse an einer Beetecke die dürren Wegwarten-Stängel über den Winter stehen und schneide den Rest im Spätwinter.

In Deutschland gilt die Wegwarte als ungefährdet. Mit ihr holst du dir also keine bedrohte Art in den Garten, sondern eine Wildpflanze, die verwildern kann. Das macht sie für den Naturgarten wertvoll und ist zugleich der Grund, warum du ihre Samen im Blick behalten solltest.

Marias Erfahrung

In der Blütezeit nehme ich vormittags ein Notizbuch mit ans Beet und schreibe auf, welche Besucher ich an den offenen Wegwarten-Blüten sehe.

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Geeignet ist ein vollsonniger Platz mit nährstoffreichem, gut durchlässigem Boden.

Bodenart

Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.

Substrat

Geeignet ist nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden.

Anbauort

Die angebotene Sorte „BIO Zichoriensalat“ lässt sich im Hochbeet ziehen.

Aussaat und Vermehrung

Vermehrung

Die Wildform und Sorten zur Wurzelnutzung im Mai/Juni direkt säen. Blattsorten im April für die Sommer- oder im Juni/Juli für die Winterkultur direkt oder in Töpfe säen und ausreichend große Jungpflanzen auspflanzen.

Pflege

Pflege

Bei Kultur in trockeneren Gebieten bei Bedarf zusätzlich bewässern und zugleich guten Wasserabzug sicherstellen.

Düngung

Bei der Blattzichorie Catalogna Special ist in dauerhaften Salatbeständen gewöhnlich keine zusätzliche Düngung nötig; bei nachgewiesenem Nährstoffmangel gilt dies nicht.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist mehrjährig.

Verwendung

Die Pflanze eignet sich für Steingärten, Blumenrabatten, Beete und Kiesgärten.

Aussaatkalender Wegwarte
GartenkalenderVorkultur: Mai, Juni, Juli; Blüte: Juli, August, September, Oktober; Ernte: Juni, Juli, August, September, Oktober, NovemberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MaiVorkultur: JuniVorkultur: JuliBlüteBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberBlüte: OktoberErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberVorkulturBlüteErnte

Wie wächst und blüht die Wegwarte?

Die Wegwarte trägt ihre blauen Blüten an hohen Stängeln. Bei der Wuchshöhe gehen die Angaben auseinander, deshalb stehen in der Tabelle beide Werte.

Merkmal Wert
Wuchshöhe 20–80 cm, nach anderer Angabe bis 150 cm
Wuchsbreite 20–40 cm
Blütezeit Juli bis Oktober
Lebensform mehrjährig; als Staude angeboten winterhart
Abstand bei Reihensaat im Beet 10–30 cm in der Reihe, 20–60 cm zwischen den Reihen
Duft duftet nicht
Vase gilt nicht als Schnittblume

Jede einzelne Blüte ist nur einen Tag geöffnet, ihre Öffnungszeit liegt vor allem am Vormittag. Über die Blütezeit hinweg öffnen sich immer wieder neue Blüten, sodass die Pflanze von Juli bis Oktober Farbe zeigt. Weil eine Blüte nur einen Tag hält und die Wegwarte nicht als Schnittblume gilt, gehört sie ins Beet und nicht in die Vase.

Woher Stauden stammen und wie sich die Lebensläufe von Stauden, Zweijährigen und Gräsern unterscheiden, zeigt das Kurzporträt der Stauden, Zweijährigen und Gräser im Stauden-Ratgeber. Dort findest du auch die Grundlagen zu Pflege und Gestaltung.

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Welcher Standort passt zur Wegwarte?

Licht: volle Sonne

Die Wegwarte ist eine Pflanze für volle Sonne. Ihr Lichtzeigerwert liegt bei 9, dem Höchstwert der Skala für Volllichtpflanzen. Ich setze sie deshalb nur an offene Plätze, auf die kein Gehölz Schatten wirft.

Boden: durchlässig, Kalk ist kein Muss

Beim Boden ist die Wegwarte weniger festgelegt. In britischen Gartenprofilen gelten Kalk-, Lehm- und Sandböden als geeignet, und zwar bei saurer, neutraler oder alkalischer Bodenreaktion. Beschrieben wird dort ein nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden. In der Natur zeigt ihre Reaktionszahl von 8 dagegen eher basische, kalkreiche Standorte an.

Da sie im Garten auch saure bis neutrale Böden verträgt, musst du für sie nicht eigens kalken. Gekalkt wird ohnehin nur, wenn eine Bodenuntersuchung für deine Bodenart einen zu niedrigen pH-Wert ergibt.

Mythos-Check

„Die Wegwarte wächst nur auf magerem Boden.“ Das stimmt so nicht. Ihr Stickstoff-Zeigerwert liegt in der Mitte der Skala, und für den Garten wird nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden beschrieben. Sie ist also kein ausgesprochener Magerkeitszeiger. Achte vor allem auf Sonne und darauf, dass Wasser gut abläuft.

Feuchte: frisch, ohne Staunässe

Ihr Feuchtebedarf ist frisch. Die Feuchtezahl von 4 liegt knapp unter der Mitte der Skala, also leicht auf der trockeneren Seite. Wichtig ist guter Wasserabzug, denn länger anhaltende Staunässe verursacht Sauerstoffmangel im Wurzelbereich und begünstigt Fäulnis. Staut sich auf deinem Boden das Wasser, lockerst du vor der Aussaat gründlich und beseitigst auch tiefer liegende Verdichtungen.

Was die Zeigerwerte verraten

Kurz erklärt

Zeigerwerte nach Ellenberg ordnen Wildpflanzen danach ein, unter welchen Bedingungen sie in der Natur wachsen. Sie beschreiben das natürliche Vorkommen und helfen dir, im Garten einen ähnlichen Platz zu finden.

Zeigerwert Skala Wegwarte
Licht 1 Tiefschatten bis 9 Volllicht 9
Feuchte 1 Trockenheitszeiger bis 9 Nässezeiger, 10–12 Wasserpflanzen 4
Reaktion 1 stark sauer bis 9 basisch/kalkreich 8
Stickstoff 1 stickstoffärmst bis 9 übermäßig stickstoffreich 5
Temperatur 1 kühl/alpin bis 9 warm/mediterran 6
Kontinentalität 1 ozeanisch bis 9 kontinental 5
Salz 0 salzfrei bis 9 salzreich 0

Wo findet die Wegwarte im Garten ihren Platz?

In britischen Gärten wird die Wegwarte im Steingarten, in Rabatten und Beeten sowie im Kiesgarten verwendet. Auch im Hochbeet lässt sie sich ziehen, und sie gilt als topfgeeignet. Im einseitig betrachteten Staudenbeet stehen höhere Stauden hinten und niedrige vorne. Je nachdem, wie hoch deine Wegwarten werden, gehören sie in die Mitte oder in den hinteren Bereich.

Welche Nachbarn passen?

Die Wegwarte lässt sich mit Wilden Malven, Skabiosen-Flockenblume, Wilder Möhre, Dost und Johanniskraut kombinieren. Eine Pflanzgemeinschaft wird stabiler und pflegeleichter, wenn ihre Arten ähnliche Ansprüche an Boden, Feuchtigkeit, Nährstoffe und Licht haben. Ob weitere Nachbarn dazu passen, kannst du mit dem Mischkultur-Werkzeug für gute und schlechte Nachbarn prüfen. Höhen und Abstände spielst du im Beetplaner für dein Staudenbeet durch.

Ich pflanze die Wegwarte in lockeren Trupps zwischen Dost und Wilde Möhre. Dazwischen lasse ich ein paar offene Bodenstellen frei.

Wegwarte in Wildblumenwiese und Saum

Für eine Wildblumenwiese braucht die Aussaat eine ebene, feinkrümelige Fläche ohne problematische Wurzelunkräuter. Die Saatgutmischung soll zum vorhandenen Boden passen, statt einen nährstoffreichen Gartenboden ungeprüft als Magerstandort zu behandeln. Den Mähzeitpunkt richtest du nach der Samenbildung der Pflanzen, die du fördern willst.

Die Wegwarte blüht bis in den Oktober, und ihre Samen reifen ungleichmäßig. Soll sie sich in der Wiese auch selbst aussäen, mähst du ihre Bereiche deshalb erst, wenn ein Teil der Samen gereift ist.

Wie lenkst du die Ausbreitung der Wegwarte?

Die Wegwarte gilt als verwilderungsfähig. Ihre Früchte verbreiten sich mit dem Regen und durch Anhaften an Tieren und Menschen. Neue Pflanzen können deshalb auch dort aufgehen, wo du sie nicht gesät hast.

Willst du die Selbstaussaat begrenzen, entfernst du verwelkte Blüten rechtzeitig, bevor Samen reifen. Unerwünschte Sämlinge ziehst du oder stichst sie aus. Hacken ist im Staudenbeet keine gute Wahl, weil es die Entwicklung der Stauden und den Flächenschluss stört.

Bedenke dabei die Vögel. Stieglitze fressen zur Samenreife an den Samenständen, und abgeschnittene Blüten bilden keine Samen mehr. Wer jeden verblühten Kopf entfernt, nimmt den Stieglitzen damit auch ihr Futter.

Tipp

Teile das Beet in Zonen ein. Wo Sämlinge willkommen sind, bleiben die Samenstände stehen; an Wegen und Beetkanten schneidest du Verblühtes ab.

Samen selbst sammeln und lagern

Bei der Wegwarte reifen die Samen ungleichmäßig. Ein fester Sammeltermin ersetzt deshalb nicht den Blick auf den Reifezustand. Geerntet wird bei trockenem Wetter, sobald die Samen ausgereift sind und sich leicht lösen. Danach trocknest du sie nach und lagerst sie kühl, dunkel und vor Feuchtigkeit geschützt in dicht schließenden Gefäßen.

Ich gehe zum Sammeln mehrmals durch den Bestand. Jedes Mal nehme ich nur die Köpfe, deren Samen sich leicht herauslösen lassen.

Zahl im Blick

Die meisten selbst gesammelten Blumen- und Staudensamen bleiben bei kühler, dunkler und trockener Lagerung etwa 3 Jahre keimfähig. Das ist eine Orientierung, keine Garantie für jede Art. Günstig ist eine Lagerung unter Luftabschluss bei weniger als 10 °C. Bei Resten mit fraglicher Keimfähigkeit machst du etwa 4 Wochen vor der geplanten Aussaat eine Keimprobe.

Häufiger Fehler

Alle Samenstände an einem Tag abschneiden. Weil die Samen ungleichmäßig reifen, erwischst du so unreife neben reifen Samen. Sammle lieber in mehreren Durchgängen.

Wie kommt die Wegwarte mit Trockenheit und Winter zurecht?

In der Natur steht die Wegwarte bei der Temperatur leicht auf der warmen Seite der Skala, bei der Kontinentalität in der Mitte. In trockeneren Gegenden gießt du bei Bedarf zusätzlich und sorgst zugleich für guten Wasserabzug. Gegossen wird dann seltener, aber durchdringend, möglichst morgens und direkt im Wurzelbereich. Den richtigen Zeitpunkt erwischst du, bevor der Boden auch im Untergrund ganz austrocknet. Eine Mulchdecke hemmt die Verdunstung und vermindert die Erwärmung des Bodens.

Ich prüfe vor dem Gießen mit dem Spaten an einer ausgestochenen Scholle, ob der Boden unter der Oberfläche noch feucht ist.

Als Staude angebotene Wegwarten gelten als winterhart, und abgestorbene Stängel und Blätter lässt du im Herbst als natürlichen Winterschutz stehen. Im Topf kann auch eine winterharte Pflanze erfrieren, wenn ihr Wurzelballen durchfriert. Wie du Gefäße isolierst und Stauden durch den Winter bringst, beschreibt der Stauden-Ratgeber in den Abschnitten zur Pflege im Jahreslauf und zu Topf und Balkonkasten.

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Aussaat, Pflege, Krankheiten und Küche kurz gefasst

Aussaat

Die Wegwarte säst du im Juni oder Juli direkt an Ort und Stelle. Ihre Samen sind keine Lichtkeimer, die Wildform kommt etwa 1,5 bis 2 cm tief in die Erde. Wie es danach weitergeht, zeigt der Ratgeber, wie du die Wegwarte im Jahreslauf säst, pflegst und erntest.

Pflege übers Jahr

Für dauerhafte Bestände der Blattzichorie, einer Kulturform derselben Art, gilt zusätzliche Düngung in der Regel als nicht nötig, solange kein Nährstoffmangel nachgewiesen ist. Ob deinem Boden für die Wildstaude etwas fehlt, zeigt eine Bodenuntersuchung. Rückschnitt, Mulch und Winterschutz folgen den Grundregeln aus dem Stauden-Ratgeber, die Arbeiten im Lauf der Saison beschreibt der Ratgeber zur Wegwarte im Jahreslauf.

Krankheiten und Schädlinge

Im Staudenbeet folgt Pflanzenschutz einer Stufenfolge: vorbeugen, kontrollieren, von Hand eingreifen. Ein Schneckenzaun schützt nur, wenn du innerhalb der Umzäunung weiterhin regelmäßig Schnecken absammelst, und Weinbergschnecken stehen unter Schutz. Mehr dazu steht im Stauden-Ratgeber im Abschnitt zu Krankheiten und Schädlingen.

Küche und Volksheilkunde

Für die Küche gibt es Kulturformen derselben Art: Salatzichorien für Blätter oder Knospen und Wurzelzichorien für ihre fleischigen Wurzeln. Iss nur, was du sicher als essbar bestimmt hast, und lies zu Ernte und Verwendung im Ratgeber zur Wegwarte im Jahreslauf nach. Der Wegwarte nachgesagte Heilwirkungen ersetzen keinen ärztlichen Rat; ein Heilversprechen gebe ich nicht.

Ist die Wegwarte etwas für Einsteiger?

Wer mit dem naturnahen Gärtnern anfängt, findet in der Wegwarte eine Staude mit überschaubaren Ansprüchen. Sie braucht vor allem volle Sonne und einen Boden, aus dem Wasser gut abläuft. Gesät wird direkt ins Beet, den Monat kannst du dir im Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken vormerken. Als Staude angeboten, übersteht sie den Winter draußen.

Dazu gibt es an ihr viel zu beobachten. Von Juli bis Oktober öffnen sich am Vormittag die Blüten für ihre Bestäuber, und zur Samenreife kommen die Stieglitze. An der Wegwarte lernst du außerdem, wie Selbstaussaat funktioniert und wie du sie lenkst.

Wie fügt sich die Wegwarte in ein naturnahes Gartenkonzept?

Eine insektenfreundliche Staudenpflanzung sollte Blüten vom frühen Frühjahr bis in den Spätherbst bieten. Die Wegwarte blüht von Juli bis Oktober und deckt damit nur Sommer und Herbst ab. Den Frühling übernehmen andere Pflanzen wie Krokusse, Lungenkraut, Winterling oder Schneeglöckchen. Ich plane die Wegwarte deshalb als Sommer- und Herbstblüher ein und setze im selben Beet Frühblüher dazu.

Blüten allein machen noch keinen Insektengarten. Er braucht auch Nist- und Überwinterungsplätze, etwa offene Bodenstellen sowie Stein- und Holzhaufen. Die stehen gelassenen Wegwarten-Stängel ergänzen solche Strukturen.

Für naturnahe Blühmischungen sind Wildpflanzen aus regionaler Herkunft zu empfehlen, weil sie an die örtlichen Bedingungen angepasst sind. Darauf achtest du auch beim Wegwarten-Saatgut, wenn du sie in eine Wiese oder einen Saum einbringst.

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Aus meiner Praxis: Handgriffe und typische Fehler

Bevor ich eine Wegwarte säe, schaue ich mir den Platz morgens und nachmittags an. Liegt er beide Male in der Sonne und läuft nach einem Regen das Wasser ab, kommt er infrage. Sämlinge an der falschen Stelle ziehe ich, solange sie klein sind, oder steche sie aus. Die Samenstände an den Wegrändern schneide ich ab, in der Beetmitte bleiben sie für die Stieglitze stehen.

Häufiger Fehler

Die Wegwarte an einen halbschattigen Platz setzen. Sie ist eine Volllichtpflanze und gehört an einen offenen Ort in voller Sonne.

Mini-Checkliste

Vor dem Säen oder Pflanzen klärst du diese Fragen.

  • Liegt der Platz in voller Sonne?
  • Läuft Wasser gut ab, auch nach starkem Regen?
  • Haben die Nachbarn ähnliche Ansprüche an Licht, Boden und Feuchte?
  • Wo dürfen Sämlinge aufgehen, wo nicht?
  • Welche Stängel bleiben über den Winter für Insekten stehen?
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Häufige Fragen

Welche Standortansprüche stellt die Wegwarte an Boden und Lichtverhältnisse?
Die Wegwarte braucht volle Sonne, in der Natur gilt sie als Volllichtpflanze. Der Boden sollte nährstoffreich und gut durchlässig sein; Kalk-, Lehm- und Sandböden kommen ebenso infrage wie eine saure, neutrale oder alkalische Bodenreaktion. Ihr Feuchtebedarf ist frisch, und in trockeneren Gegenden gießt du bei Bedarf zusätzlich. Achte dabei immer auf guten Wasserabzug.
Ist es ein Mythos, dass Wegwarte nur auf mageren Böden gedeiht?
Ja, auf magere Böden ist die Wegwarte nicht beschränkt. Für den Garten wird nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden in voller Sonne beschrieben. Ihr Stickstoff-Zeigerwert liegt in der Natur in der Mitte der Skala, sie ist also kein ausgesprochener Magerkeitszeiger. Achte vor allem auf Sonne und darauf, dass Wasser gut abläuft.
Wie sollte die Aussaat der Wegwarte durchgeführt werden und welche Saatbettbedingungen sind optimal?
Die Wildform säst du im Juni oder Juli direkt an einen sonnigen Platz mit durchlässigem Boden. Ihre Samen sind keine Lichtkeimer und kommen etwa 1,5 bis 2 cm tief in die Erde. Bis zur Keimung hältst du das Saatbeet gleichmäßig feucht. Je nach Bedingungen keimen die Samen nach 7 bis 21 Tagen.
Wie lange blüht die Wegwarte und wann besuchen Insekten ihre Blüten?
Die Wegwarte blüht von Juli bis Oktober. Jede einzelne Blüte ist nur einen Tag geöffnet, und ihre Öffnungszeit liegt vor allem am Vormittag. Bestäuber triffst du deshalb am ehesten vormittags an den offenen Blüten. Zu den Wildbienen, die sie bestäuben, gehört die Hosenbiene Dasypoda hirtipes.
Wie trägt die Wegwarte zur Förderung der Biodiversität in naturnahen Gärten bei?
Die Wegwarte gilt als nützlingsfreundlich, und zu ihren Bestäubern gehört die Hosenbiene. Zur Samenreife fressen Stieglitze an ihren Samenständen. Bleibt ein Teil der dürren Stängel stehen, bietet er Insekten Unterschlupf und manchen Wildbienen einen Nistplatz. Mit ihrer Blüte von Juli bis Oktober ergänzt sie Frühblüher, damit Insekten über eine lange Zeit Nahrung finden.
Wie funktioniert die Selbstaussaat der Wegwarte und welche Vorteile bietet sie?
Die samen.liver Wegwarte reifen ungleichmäßig, und ihre Früchte verbreiten sich mit Regen sowie durch Anhaften an Tieren und Menschen. Weil die Art verwildern kann, gehen an passenden Stellen neue Pflanzen auf, ohne dass du nachsäst. Willst du das begrenzen, entfernst du verwelkte Blüten rechtzeitig vor der Samenreife. Unerwünschte Sämlinge ziehst du oder stichst sie aus, statt zu hacken.
Was ist der Unterschied zwischen Wegwarte und Zichorie?
Die Wegwarte ist die Wildform von Cichorium intybus und wächst als mehrjährige Wildstaude. Zur selben Art gehören die kultivierten Zichorien. Salatzichorien wie Radicchio, Zuckerhut oder Blattzichorie baut man für Blätter oder Knospen an, Wurzelzichorien für ihre fleischigen Wurzeln. Im Naturgarten steht die blühende Wildform im Mittelpunkt.
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