Auberginen im Gewächshaus: Wärme, Luftfeuchte und Lüftung für eine lange Ernte
- Jungpflanzen brauchen bis zum Auspflanzen Temperaturen über 15 °C.
- Pflanzt du früh ins Gewächshaus, heizt du, sobald die Temperatur unter 16 °C fällt.
- Die zu öffnende Lüftungsfläche sollte mindestens ein Viertel der Gewächshausfläche betragen.
- Gieße an den Fuß der Pflanze: Dauerhaft nasses Laub und unzureichender Luftaustausch begünstigen Pilzerkrankungen.
- Ein Min-Max-Thermometer und ein Hygrometer zeigen dir Temperaturverlauf und Luftfeuchte.
- Geerntet wird von Juni bis Oktober, sobald die Frucht sortentypisch ausgefärbt ist und glänzt.

Im Gewächshaus bekommt die Aubergine den Schutz, den sie im Garten erst mit Vlies und einem geschützten Platz erhält. Dafür liegt das Klima ganz bei dir: Kühle Phasen nach einer frühen Pflanzung und feuchte, stehende Luft im Sommer musst du selbst abfangen. Ich führe mein Gewächshaus nach einem Min-Max-Thermometer, einem HygrometerEin Hygrometer ist ein Messgerät für die Luftfeuchtigkeit. Beim Gärtnern zeigt es dir, wie feucht die Luft im Gewächshaus, unter der Anzuchthaube oder bei deinen Zimmerpflanzen ist. und dem Blick aufs Laub.
Hier geht es um Temperatur, Lüftung, Luftfeuchte, Gießen und BestäubungBestäubung nennt man die Übertragung von Pollen, dem Blütenstaub aus den Staubblättern, auf die Narbe einer Blüte. In unseren Breiten übernehmen vor allem Wind und Insekten diesen Transport. unter Glas und darum, wie du die Erntezeit von Juni bis Oktober ausschöpfst. Anzucht, Beet, Pflanzenschutz, Ernte und Küche reiße ich am Ende kurz an.
Was das Gewächshaus für Auberginen leistet
Die Aubergine braucht einen sonnigen Platz und ist nicht winterhart. Im Garten pflanzt man sie an einen geschützten Standort und deckt sie bei kühler Witterung mit Vlies ab. Unter Glas steht sie von vornherein geschützt, dafür übernimmst du Lüften und Wässern selbst.
Vier Dinge hast du im Gewächshaus selbst in der Hand:
- Wärme am Saisonstart: Mit einer Heizung ist eine frühe Pflanzung unter Glas möglich.
- Luftaustausch: Über Fenster und Türen entscheidest du, wie viel frische Luft hereinkommt.
- Nässe am Laub: Auf die Blätter fällt kein Regen, ob sie nass werden, bestimmst du beim Gießen.
- Messwerte: Ein Min-Max-Thermometer und ein Hygrometer zeigen dir Temperaturverlauf und Luftfeuchte.
Die Kehrseite gehört dazu. Ohne Luftaustausch und mit dauerhaft nassem Laub steigt unter Glas das Risiko für Pilzerkrankungen. Die Vorteile des Gewächshauses hängen deshalb an zwei Gewohnheiten: lüften und das Laub trocken halten.
Fehlt dir ein Gewächshaus, wachsen Auberginen auch im Gefäß an einem sonnigen, windgeschützten Platz. Der Ratgeber zeigt dir, wie Auberginen im Topf auf Balkon oder Terrasse wachsen.
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die Samen 0.5-1 cm tief säen.
Temperatur unter Glas führen
Bei der Temperatur hast du zwei Aufgaben: kühle Phasen am Anfang abfangen und warme Luft im Sommer hinauslassen. Für die kühle Seite gelten diese Marken:
| Phase | Temperaturmarke |
|---|---|
| Keimung der Samen | Keimtemperatur 20 bis 22 °C als Untergrenze, 25 °C als Obergrenze |
| Jungpflanzen bis zum Auspflanzen | über 15 °C |
| frühe Pflanzung ins Gewächshaus | heizen, sobald die Temperatur unter 16 °C fällt |
| reguläre Pflanzzeit | Mai |
Messen statt schätzen
Ein Min-Max-Thermometer und ein Hygrometer machen Temperaturverlauf und Luftfeuchte im Kleingewächshaus kontrollierbar. Ich hänge beide zwischen die Auberginen und lese sie ab, bevor ich lüfte oder gieße. Danach stelle ich das Thermometer zurück.
Ein Min-Max-Thermometer speichert den tiefsten und den höchsten Wert seit dem letzten Zurückstellen. Am Morgen siehst du so, wie kalt die Nacht im Gewächshaus war.
Kühle Phasen: Jungpflanzen und frühe Pflanzung
Auberginen-Jungpflanzen brauchen bis zum Auspflanzen Temperaturen über 15 °C. Das gilt auch, wenn sie schon im Gewächshaus stehen und auf ihren Platz im Beet warten. Die Pflanzzeit der Aubergine liegt im Mai. Setzt du sie früher ins Gewächshaus, heizt du, sobald die Temperatur dort unter 16 °C fällt. Ein früherer Start unter Glas hängt also an einer Heizung, die diese Marke hält.
Beim Pflanzen setze ich jede Jungpflanze so tief, wie sie im Anzuchttopf stand.
Im Frühjahr notiere ich die Tiefstwerte des Min-Max-Thermometers zusammen mit dem Pflanzdatum. Beim Planen der nächsten Saison sehe ich dann, in welchen Wochen mein Gewächshaus ohne Heizung unter der Marke lag.
Warme Phasen: Lüftungsfläche und Kübel
Für die Lüftung zählt die Fläche, die sich tatsächlich öffnen lässt. Bei Kleingewächshäusern sollte sie mindestens einem Viertel der Gewächshausfläche entsprechen. Ich vergleiche dazu die Gewächshausfläche mit der Summe aller Fenster und Türen, die ich aufmachen kann. Wann ich öffne, entscheide ich nach dem Thermometer und nach dem Laub.
Stehen Auberginen im Gewächshaus im Kübel, achte auf die Farbe des Gefäßes. Schwarze Kunststofftöpfe lassen sich mit einem Übertopf und einer Abdeckung der Substratoberfläche vor übermäßiger Erwärmung und Austrocknung schützen.
Luftfeuchtigkeit: Laub trocken, Luft in Bewegung
Im Gewächshaus begünstigen zwei Dinge Pilzerkrankungen an Auberginen: dauerhaft nasses Laub und unzureichender Luftaustausch. Lüften sorgt für Luftaustausch, und das Laub bleibt trocken, wenn du an den Fuß der Pflanze gießt. Beide Bedingungen steuerst du also selbst, die eine mit dem Fenster, die andere mit der Gießkanne. Regelmäßiges Lüften ist im Gewächshaus deshalb die naheliegende Vorsorge.
Das Hygrometer zeigt dir die Luftfeuchte. Ich arbeite dabei nicht auf eine feste Prozentzahl hin, sondern achte darauf, ob das Laub abtrocknet. Bleibt es nass und steigt die Anzeige, öffne ich die Lüftung weiter.
„Eine Dusche über die Blätter tut Auberginen an heißen Tagen gut.“ Unter Glas begünstigt dauerhaft nasses Laub zusammen mit unzureichendem Luftaustausch Pilzerkrankungen. Ich gieße deshalb an den Fuß der Pflanze und lasse die Blätter trocken.
Gießen unter Glas
Auberginen wollen reichlich Feuchtigkeit, der Boden muss dabei gut durchlässig sein. Gieß an den Fuß der Pflanze, damit das Laub nicht dauerhaft nass bleibt. Eine TröpfchenbewässerungBei der Tröpfchenbewässerung gelangt das Wasser langsam aus einzelnen Tropfstellen in Schläuchen oder Tropfern direkt in den Wurzelbereich der Pflanzen. Dabei geht nur wenig Wasser durch Verdunstung verloren. ist eine wassersparende Lösung und bringt das Wasser ebenfalls an den Boden statt auf die Blätter.
Willst du im Gewächshausbeet mulchen, warte bei wärmeliebendem Gemüse wie der Aubergine bis Mai oder Juni, bis der Boden erwärmt ist. Organischen Mulch bringst du etwa 2 bis 3 cm dick aus. RindenmulchRindenmulch ist rohe, nicht kompostierte Baumrinde, mit der du den Boden unter Gehölzen abdeckst. Er enthält wachstumshemmende Stoffe und bindet Stickstoff im Boden, deshalb gehört er nicht ins Gemüsebeet. ist für Gemüsebeete ungeeignet.
Im Kübel braucht das Gefäß einen Wasserablauf, damit keine Staunässe entsteht. Bei torffreier Topferde prüfst du vor dem Gießen auch die Feuchte unter der Oberfläche. Eine trockene Oberfläche kann feuchtes Substrat darunter verdecken. Welche Gefäße und welche Erde sich eignen, zeigt der Ratgeber, wie du Auberginen im Kübel ziehst.
Blüten und Bestäubung unter Glas
Auberginenblüten sind zwittrig und können sich selbst befruchten, Fremdbefruchtung ist ebenfalls möglich. Als Bestäuber sind Hummeln unterwegs, sie arbeiten mit Vibrationsbestäubung. Zur Unterstützung der Befruchtung kannst du blühende Pflanzen leicht schütteln. Ich mache das, wenn ich ohnehin zum Lüften im Gewächshaus bin.
Hummeln förderst du im Garten mit einem vielseitigen Blütenangebot und geeigneten Nistmöglichkeiten. Eine UntersaatEine Untersaat ist eine zweite Pflanzenart, die du zusätzlich zwischen oder unter eine Hauptkultur säst. Sie wächst zunächst mit und entwickelt sich nach der Ernte der früher erntereifen Hauptkultur weiter. direkt unter den Auberginen ist dafür kein sicherer Weg. In einem Gewächshausversuch der LWG profitierten Hummeln nicht von kleinblütigen Untersaaten aus Dill und Steinkraut unter Auberginen. Eine Blühmischung kann am Rand wirksamer sein als unter dicht beschattenden Auberginenpflanzen. Ob die Untersaaten den Ertrag verändert haben, ließ sich wegen unterschiedlich starker Pythium-Schäden nicht eindeutig sagen.
Die Erntesaison verlängern
Die Erntezeit der Aubergine reicht von Juni bis Oktober. Drei Ansätze können dir helfen, dieses Fenster auszuschöpfen: gestaffelt säen, das Klima die ganze Saison halten und den Herbst vorbereiten.
Gestaffelt aussäen
Das AussaatfensterDas Aussaatfenster ist der Zeitraum im Jahr, in dem eine Pflanzenart sinnvoll ausgesät werden kann. Es richtet sich vor allem nach dem Temperaturanspruch der Art, der Bodentemperatur und der Frostgefahr. für Auberginen reicht von März bis April. Ich säe nicht alles an einem Tag, sondern verteile die Aussaat auf mehrere Termine in diesem Fenster. So stehen später Pflanzen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien im Gewächshaus. Eine längere Ernte garantiert die Staffelung nicht, sie verteilt aber Anzucht und Pflanzarbeit.
Jeden Topf beschrifte ich mit dem Aussaatdatum. Die Termine trage ich in den Aussaatkalender für Exoten zum Ausdrucken ein.
Das Klima die ganze Saison halten
Im Frühjahr geht es um kühle Nächte, im Sommer um Lüftung und trockenes Laub. Die Handgriffe bleiben über Monate dieselben, deshalb arbeite ich mit einer festen Liste. Direkt nach der Ernte der ersten Früchte bekommt die Aubergine noch einmal Stickstoff als Kopfdüngung.
- Frühjahr: Tiefstwerte am Min-Max-Thermometer ablesen, bei früher Pflanzung unter 16 °C heizen.
- Sommer: Lüftung öffnen, an den Fuß gießen, das Laub abtrocknen lassen.
- Ganze Saison: Hygrometer im Blick behalten, Thermometer nach dem Ablesen zurückstellen.
- Herbst: Vlies bereitlegen und nur ausgefärbte, glänzende Früchte ernten.
Saisonende im Herbst
Auberginen sind nicht winterhart und werden einjährig kultiviert, ihre Erntezeit endet im Oktober. Im Garten deckt man sie bei kühler Witterung mit Vlies ab. Im Gewächshaus lege ich im Herbst ebenfalls ein Vlies bereit und decke die Pflanzen ab, wenn das Thermometer kühle Nächte anzeigt.
Ernte bis zuletzt nur Früchte, die sortentypisch ausgefärbt sind und glänzen. Auberginen reifen nicht nach, und unreife Früchte können in grünlichen Stellen und am Stielansatz Glykoalkaloide enthalten. Eine unreife Frucht vom Saisonende wird in der Küche also nicht mehr reif, und jüngere Kinder sollten sie vorsorglich nicht essen.
Nach dem Abräumen planst du die nächste Saison. Auf dieselbe Fläche kommen Auberginen erst nach einer Anbaupause von 4 Jahren. Gurken, Zucchini, Bohnen und Salate eignen sich als VorfrüchteDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen., andere NachtschattengewächseNachtschattengewächse sind eine Pflanzenfamilie, zu der im Gemüsegarten Kartoffeln, Tomaten, Paprika und Auberginen gehören. Weil sie für dieselben Krankheiten anfällig sind, sollen sie nicht direkt nacheinander auf demselben Beet stehen. sind ungünstig. Welche Fläche im Gewächshaus dafür frei wird, ordne ich im Beetplaner für die Flächen mehrerer Jahre.
Kurz angerissen: Anzucht, Sorte und Beet
Anzucht
Auberginen säst du von März bis April in nährstoffarmes Substrat. Pikiert wird, sobald das erste Laubblatt erscheint. Schritt für Schritt erklärt der Ratgeber, wie du Auberginen von der Aussaat bis zum Auspflanzen vorziehst.
Sorten
Die Wuchshöhe von Auberginen reicht von 30 bis 150 cm, deshalb lohnt im Gewächshaus ein Blick auf die Sortenangabe. Kompakt wächst zum Beispiel Kaberi F1 mit 60 bis 80 cm Höhe, im Kübel steht sie mit einer Pflanze je Gefäß. Weitere Sorten stellt der Sortenratgeber zu Auberginen vor.
Licht, Boden und Abstand
Auberginen brauchen einen sonnigen Platz, im Gewächshaus also die hellste Stelle. Den Boden lockerst du spatentief, nährstoffreich und wasserspeichernd sollte er sein.
In der Reihe stehen Auberginen 30 bis 50 cm auseinander. Zwischen den Reihen liegen 30 bis 100 cm. Sie wachsen buschig und bekommen ab Beginn der Fruchtbildung einen Spiralstab oder Pfosten als Stütze.
Düngen
Für Auberginen gelten 4 bis 6 Liter Kompost je Quadratmeter als Richtwert. Beim Verpflanzen kommt ein Starterdünger dazu, Stickstoff folgt als Kopfdüngung, wenn die Pflanzen halb ausgewachsen sind. Zu einer Düngergabe empfiehlt sich eine begleitende Wassergabe von mindestens 20 Litern je Quadratmeter. Beet, Pflanzung und Düngung im Detail zeigt der Ratgeber, wie du Auberginen vom Beet bis zur Düngung kultivierst.
Nachbarn im Gewächshaus
Als unverträgliche Nachbarn für Auberginen gelten Paprika, Physalis, Tomaten, Birnenmelonen und Kartoffeln. Buschbohnen und mit weitem Abstand auch Gurken gelten als Mischkulturpartner. Ob eine Kombination an deinem Standort aufgeht, hängt von Licht, Boden und Pflege ab; durchspielen kannst du sie im Mischkultur-Planer.
Kurz angerissen: Schutz, Ernte und Küche
Pflanzenschutz
An Auberginen tauchen auch Kartoffelkäfer auf, Käfer und Larven sammelst du regelmäßig von Hand ab. Gegen Pilze setzt du auf die Vorsorge aus dem Abschnitt zur Luftfeuchtigkeit: lüften und das Laub trocken halten. Wie du Schadbilder einordnest, fasst der Abschnitt Krankheiten und Schädlinge im Überblick zu Exoten und Gemüse-Raritäten zusammen.
Ernte und Lagerung
Erntereif ist eine Aubergine, wenn sie sortentypische Größe und Ausfärbung erreicht hat und die Schale glänzt. Wie du die Reife prüfst und die Frucht abschneidest, zeigt der Ratgeber, woran du die Erntereife einer Aubergine erkennst.
Lagere Auberginen getrennt von Früchten, die Ethylen abgeben. Kurze und lange Lagerwege beschreibt der Ratgeber, wie du Auberginen frisch hältst und haltbar machst.
Wenn es hakt
Für Blütenfall, ausbleibende Früchte, bittere Früchte oder gelbe Blätter gibt es mehrere mögliche Ursachen. Wie du sie auseinanderhältst, steht in den Antworten auf typische Probleme beim Auberginenanbau.
Küche
Die Aubergine, botanisch Solanum melongena, gehört zu den Nachtschattengewächsen. Was beim Essen zu beachten ist, besonders bei unreifen Früchten, fasst der Abschnitt Küche und Sicherheit im selben Überblick zu Exoten und Gemüse-Raritäten zusammen.





