Mais richtig düngen: vom Bodenbefund bis zur Kopfdüngung
- Zuckermais bekommt Phosphor, Kalium und Magnesium über 3 l Kompost je m² im Frühjahr.
- Den Stickstoff planst du gesondert: Zuckermais entzieht im Hausgarten 15 g je m², das ist keine Düngerdosis.
- Ein Düngebeispiel gibt je m² 70 g Hornmehl vor der Aussaat oder Pflanzung und dieselbe Menge bei kniehohen Pflanzen.
- Stickstoff aus Humusabbau und Leguminosen-Vorfrüchten rechnest du an, bevor du düngst.
- Mais bevorzugt einen Boden-pH von 5,5 bis 6,8; gekalkt wird nach Messung, nicht pauschal.

Mais steht nur 90 bis 110 Tage im Beet, und in dieser Zeit muss die Nährstoffversorgung passen. Wer nach Gefühl streut, düngt womöglich Nährstoffe nach, die der Boden längst reichlich hat. Ich plane die Düngung für meinen Mais deshalb jedes Frühjahr am Schreibtisch, mit dem letzten Bodenbefund und meinen Notizen zur Vorfrucht daneben. Hier findest du den Weg in der Reihenfolge, in der ich ihn gehe: Nährstoffe, Befund, Stickstoff aus dem Boden und dann die Gaben selbst.
Welche Nährstoffe braucht Mais?
Für die Planung trennst du zwei Gruppen. Phosphor, Kalium und Magnesium bekommt Zuckermais im Hausgarten über Kompost: Im Frühjahr versorgen ihn 3 Liter je Quadratmeter mit diesen Nährstoffen. Den Stickstoff planst du gesondert. Kompost enthält zwar Stickstoff, der muss aber erst von BodenorganismenBodenorganismen sind die Lebewesen im Boden: winzige Bakterien, Pilze und Algen ebenso wie Bodentiere vom Einzeller über den Regenwurm bis zu Wirbeltieren. Zusammen bilden sie das Bodenleben. verfügbar gemacht werden.
Zuckermais im Hausgarten entzieht dem Boden 15 g Stickstoff je Quadratmeter. Das ist ein Entzug und keine Düngerdosis. Was du tatsächlich gibst, hängt davon ab, was Humus, Vorfrucht und frühere Gaben schon liefern.
Ob Magnesium und SpurennährstoffeSpurennährstoffe sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in geringen Mengen aufnehmen, auf die sie aber trotzdem angewiesen sind. Dazu zählen etwa Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Bor und Molybdän. darüber hinaus nachgeliefert werden müssen, entscheidest du nach dem Bodenprüfbericht. Wie andere Arten dieses Bereichs gedüngt werden, zeigt der Überblick zum Gießen und Düngen von Exoten und Gemüse-Raritäten.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Ein warmer Standort ist geeignet.
- Bodenart
Für Zuckermais nährstoffreichen Boden wählen und vor der Kultur gut verrottetes organisches Material wie Gartenkompost einarbeiten oder bei Kultur ohne Umgraben als Mulch aufbringen.
- Bodenreaktion
Böden mit pH 5,5–6,8 werden bevorzugt.
- Substrat
Geeignet ist nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Hochbeet und im Kübel ziehen.
Pflege
- Pflege
Während der Wachstumszeit ausreichend Feuchtigkeit bereitstellen.
- Düngung
Für Zuckermais: Bodenuntersuchung, Vorfrüchte und bisherige Nährstoffgaben zur Düngeplanung heranziehen. Bei sandigen Böden helfen aufgeteilte Stickstoffgaben, Auswaschung zu verringern.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich als Schnittblume.
Vom Bodenbefund zum Düngeplan
Die Bodenprobe in Kürze
Die Probe ziehst du im späten Herbst vor der Bodenbearbeitung oder im zeitigen Frühjahr, auf jeden Fall bevor du düngst. Die Standarduntersuchung erfasst Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf; Humus, Stickstoff und weitere Werte beauftragst du gesondert. Wie du die MischprobeEine Mischprobe ist eine Bodenprobe, die aus Erde von mehreren Stellen derselben Fläche zusammengemischt wird. So zeigt die Untersuchung im Labor den Zustand der ganzen Fläche und nicht nur den einer einzelnen Stelle. ziehst und wie oft du sie wiederholst, zeigt der Ratgeber, wie du den Boden für Mais vorbereitest.
Versorgungsstufen: so liest du den Befund
Der Standardbefund misst Phosphat und Kalium, also zwei der Nährstoffe, die der Frühjahrskompost liefert. Damit entscheidet der Befund vor allem über die Kompostgabe, den Stickstoff leitest du aus anderen Anhaltspunkten ab.
Im Befund steht für jeden untersuchten Nährstoff eine VersorgungsstufeDie Versorgungsstufe zeigt im Prüfbericht einer Bodenuntersuchung, wie gut dein Boden mit einem Nährstoff wie Phosphor, Kalium oder Magnesium versorgt ist. Die Stufen reichen von A (sehr niedrig) über C (anzustreben) bis E (sehr hoch) oder F (überhöht).. Die allgemeine Hausgartenempfehlung passt die Düngerzufuhr mit diesen Faktoren an den Bodenvorrat an:
| Versorgungsstufe | Faktor auf die Düngerzufuhr |
|---|---|
| A | 2 |
| B | 1,5 |
| C | 1 |
| D | 0,5 |
| E | 0 |
Bei Stufe C gilt die Empfehlung unverändert. Bei A und B gibst du mehr, bei D weniger, bei E vorübergehend nichts. Zeigt dein Befund gegensätzliche Stufen, etwa reichlich Phosphor und knappes Kalium, ergänzt du nur das Fehlende mit einem EinzelnährstoffdüngerEin Einzelnährstoffdünger enthält nur einen einzigen Pflanzennährstoff, zum Beispiel nur Stickstoff oder nur Kalium. Ein Mehrnährstoffdünger liefert dagegen mehrere Nährstoffe als Mischung. statt mit einem weiteren Mehrnährstoffdünger. Bei stark erhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten schränkst du außerdem die Kompostgabe ein.
„Viel hilft viel“ stimmt beim Mais nicht. Bei Versorgungsstufe E kann die Düngung mit dem betreffenden Nährstoff vorübergehend ohne Ertragsminderung unterbleiben. Ein Überschuss fördert dagegen die Verlagerung und AuswaschungAuswaschung ist der Verlust von Nährstoffen, die Niederschlagswasser aus dem Wurzelraum in tiefere Bodenschichten und bis ins Grundwasser spült. Besonders betroffen ist Nitrat, die Form, in der mineralischer Stickstoff im Boden größtenteils vorliegt. von Kalium, Magnesium und Nitratstickstoff, und auch organische Dünger wie Kompost können zu einer übermäßigen Nährstoffzufuhr führen.
Welcher pH-Wert passt zu Mais?
Mais bevorzugt einen Boden-pH von 5,5 bis 6,8. Das ist ein bevorzugter Bereich, keine absolute Toleranzgrenze. Ob du kalkst, entscheiden der gemessene pH-Wert, der Humusgehalt und die Bodenart. Eine pauschale Kalkmenge oder ein fester Turnus ersetzt die Untersuchung nicht, und oberhalb des Zielbereichs wird nicht gekalkt. Gießt du mit Leitungswasser, dessen pH über 7 liegt, verzichtest du zusätzlich auf basisch wirkende Düngung wie Kalkung. Die Kalkung selbst behandelt der Ratgeber zur Bodenvorbereitung für Mais.
Wie viel Stickstoff liefert dein Boden schon?
Bevor du Stickstoff ausbringst, zählst du zusammen, was schon im Beet steckt. Für Zuckermais ziehst du dafür die Bodenuntersuchung, die Vorfrüchte und deine bisherigen Nährstoffgaben heran.
- Humus: Stickstoff aus dem Abbau von Humus wird auf die Versorgung angerechnet. Die zusätzliche Stickstoffdüngung kann dadurch geringer ausfallen oder ganz entfallen.
- Leguminosen: Klee, Wicken und Lupinen binden mit ihren Knöllchenbakterien Luftstickstoff. Stand eine Leguminosen-Gründüngung vor dem Mais, rechnest du diesen Stickstoff bei der Maisdüngung mit ein.
- Gründüngung: Als passende Gründünger für Mais gelten Lein, Luzerne und Phacelia. Nach dem flachen Einarbeiten planst du bis zur Aussaat meist etwa zwei bis drei Wochen für die beginnende Zersetzung ein.
- Mulch: Holzhäcksel, Holzfasern, Stroh und Rindenmulch können Stickstoff im Boden binden. Mulchst du das Maisbeet mit Stroh, gehört das in die Düngeplanung. Rindenmulch ist für Gemüsebeete ohnehin ungeeignet.
Ich führe für jedes Beet eine Zeile im Anbauplan: Kultur, Gründüngung, Mulch sowie Kompost- und Hornmehlgaben mit Datum. Wenn ich im Frühjahr den Mais plane, lese ich diese Zeilen zuerst und streiche im Düngebeispiel, was der Boden schon mitbringt.
Der Düngefahrplan für Zuckermais
Mit Befund und Vorfrucht im Kopf legst du die Gaben fest. Ein Düngebeispiel für Zuckermais sieht je Quadratmeter diese Schritte vor:
| Zeitpunkt | Gabe je m² | Wofür |
|---|---|---|
| Frühjahr, vor der Aussaat oder Pflanzung | 3 l Kompost | Phosphor, Kalium, Magnesium |
| vor der Aussaat oder Pflanzung | 70 g Hornmehl | Stickstoff |
| bei kniehohen Pflanzen | weitere 70 g Hornmehl | Stickstoff |
Das Beispiel ist ein Ausgangspunkt. Liegen deine Versorgungsstufen hoch oder hat die Vorfrucht Stickstoff hinterlassen, verringerst du die Gaben entsprechend. Den Kompost arbeitest du vor der Kultur ein; gärtnerst du ohne Umgraben, bringst du ihn als Mulch auf. Die Aussaatzeit für Mais reicht von April bis Juli. Die Aussaattermine findest du im Aussaatkalender für Exoten und Gemüse-Raritäten zum Ausdrucken, Aussaat und Pflege in der Anleitung, wie du Mais Schritt für Schritt von der Saat bis zur Ernte anbaust.
Die zweite Hornmehlgabe bei kniehohen Pflanzen teilt den Stickstoff auf. Auf sandigen Böden helfen solche aufgeteilten Stickstoffgaben, die Auswaschung zu verringern. Zuckermais wird im Hausgarten auch erst beim Erscheinen der Rispen mit einem Stickstoffdünger nachgedüngt. Ich lege mich für jedes Beet auf einen der beiden Termine fest und trage ihn in den Anbauplan ein, damit ich nicht doppelt nachdünge.
Kompost und Hornmehl sind organische Dünger. Willst du den ganzen Anbau ökologisch ausrichten, lies, wie du Mais nach ökologischen Regeln anbaust.
Warum Hornmehl und keine Hornspäne?
HorndüngerHorndünger ist der Oberbegriff für organische Dünger aus gemahlenen Hörnern und Hufen von Rindern, etwa Hornmehl und Hornspäne. Sie liefern vor allem Stickstoff und geben ihn je nach Körnung schneller oder langsamer ab. liefern Stickstoff, aber unterschiedlich schnell. Fein vermahlenes Horn setzt ihn schneller frei als grobe Hornspäne, die für die Umsetzung mehrere Monate brauchen. Bei einer Kultur von 90 bis 110 Tagen verginge mit Spänen ein großer Teil der Saison, bevor ihr Stickstoff verfügbar ist. Für beide Gaben im Maisbeet nehme ich deshalb Hornmehl.
Ob organischer Dünger wirkt, hängt auch am Wetter. Bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe setzen organische Dünger kaum Nährstoffe frei, feucht-warmes Wetter kann dagegen größere Nährstoffschübe auslösen.
Pflanzenjauche wird oft als schnelle Ergänzung zum Kompost genannt, weil ihre Nährstoffe unmittelbar aufnehmbar sind. Nährstoffgehalt, Ausbringmenge und Wiederholungsabstand hängen aber von den Ausgangspflanzen, der Erntezeit, dem Pflanzenbedarf und dem Bodenvorrat ab. Eine feste Jauche-Regel für Mais lässt sich daraus nicht ableiten.
So bringst du den Dünger aus
Für Hornmehl eiche ich einen Messbecher mit einer abgewogenen Menge und markiere den Füllstand. Für Dünger mit anderem Schüttgewicht nehme ich einen eigenen Becher. Den Dünger streust du auf feuchten Boden und nicht auf feuchte Blätter, damit er wirken kann und das Risiko von Ätzschäden sinkt. Ist der Boden nass, wartest du mit der Nachdüngung, weil das Betreten nassen Boden verdichtet. Wie viel Wasser dein Mais in den einzelnen Wachstumsphasen braucht, liest du im Ratgeber, wie du Mais bedarfsgerecht bewässerst.
Befund gelesen und Versorgungsstufen notiert. Vorfrucht, Gründüngung und Mulch eingerechnet. Kompost vor der Aussaat eingearbeitet. Hornmehl mit geeichtem Becher abgemessen. Termin für die Nachdüngung im Anbauplan eingetragen. Boden feucht, Blätter trocken.
Mais im Hochbeet und im Kübel düngen
Mais lässt sich auch im Hochbeet und im Kübel ziehen, die Düngung verschiebt sich dort aber. Ein frisch mit verrottendem Gartenmaterial aufgebautes Hochbeet setzt im ersten Standjahr besonders viele Nährstoffe frei. Diese NachlieferungBeim Düngen meint Nachlieferung die Nährstoffe, vor allem Stickstoff, die der Boden selbst für die Pflanzen freisetzt: aus dem Bodenvorrat, aus organischer Düngung der Vorjahre und aus Vorfrüchten oder Gründüngung. Diese Menge zieht man vom Düngebedarf ab. rechnest du ein, bevor du zusätzlich düngst.
Im Kübel startest du mit der Pflanzerde: Handelsübliche Erden für Balkongemüse sind meist bereits grundgedüngt. Diese Grunddüngung berücksichtigst du und düngst erst nach, wenn während des Fruchtwachstums zusätzlicher Bedarf entsteht; dafür eignet sich handelsüblicher Flüssigdünger. In kleinen Kübeln kann organische Düngung verzögert wirken, weil dort nur wenige Mikroorganismen Nährstoffe freisetzen. Bei torffreier Bioerde kann organisch gebundener Stickstoff zu Kulturbeginn oder Kulturende unzureichend verfügbar sein, dann passt du die Nachdüngung an.
Gelbe oder gerollte Blätter: erst prüfen, dann düngen
Verfärbte oder gerollte Blätter verleiten zum Nachdüngen. Dahinter kann aber auch das Wetter stecken. Mehrere Tage mit einer mittleren Lufttemperatur unter 10 °C können bei jungem Mais Blattvergilbungen auslösen und die Nährstoffaufnahme vermindern.
Stumpf grüne, gerollte und starr aufstehende Blätter können Trockenstress anzeigen. In diesem Fall hilft Hornmehl wenig, denn organische Dünger setzen bei Trockenheit kaum Nährstoffe frei: Zuerst braucht der Mais Wasser. Welke allein ist dabei kein sicheres Zeichen für Wassermangel, denn auch faulende Wurzeln durch zu viel Wasser können Pflanzen welken lassen.
Ich prüfe in solchen Phasen zuerst mit dem Finger die Bodenfeuchte und schaue auf die Temperaturen der letzten Tage. Erst danach entscheide ich über eine Nachdüngung.
Nach einem Spätfrost wartest du mit dem Urteil. Frostschäden an Mais lassen sich nach 3 bis 5 Tagen zuverlässiger einschätzen. Für die Erholung entscheidet, ob der Vegetationskegel unversehrt ist.
Fruchtfolge und Mischkultur kurz gefasst
Mais kommt erst nach einer Anbaupause von 3 Jahren wieder auf dieselbe Fläche; den Wechsel über mehrere Jahre ordnest du im Beetplaner. Als Mischkulturpartner gelten Kürbis und Prunkbohnen, als unverträglicher Nachbar Zitronengras, und geplante Kombinationen prüfst du im Mischkultur-Planer.





