Zuckererbsen ernten: Reife erkennen, schonend pflücken, Ertrag steigern
- Zuckererbsen pflückst du jung, solange die Körner in der Hülse klein und weich sind.
- Knackerbsen wie 'Delikett' dürfen ausgebildete Körner haben, solange die Hülse weich bleibt.
- Morgens ernten: Dann sind die Hülsen kühl und prall.
- Trieb mit einer Hand halten, Hülse mit der anderen am Stiel lösen.
- Zarte Hülsen oft abnehmen: Das fördert die Blüte und steigert den Ertrag.
- Im feuchten Tuch kannst du Zuckererbsen im Gemüsefach 3 bis 4 Tage aufbewahren.

Bei Zuckererbsen isst du die ganze Hülse samt den kleinen Samen. Deshalb pflückst du sie jung, solange die Körner darin noch klein und weich sind. Wartest du, bis die Samen hart werden, ist die beste Phase vorbei. Ich gehe in der Erntezeit morgens mit einem flachen Korb durch die Reihen und taste jede Hülse ab, bevor ich sie abnehme.
Bei Gartenerbsen unterscheidet man drei Nutzungsgruppen. Markerbsen liefern frische Kerne, Palerbsen werden auch als ausgereifte Trockensamen genutzt. Bei Zuckererbsen isst du die junge Hülse samt Samenanlagen mit, denn sie bilden in der Hülse keine Pergamentschicht.
Woran erkennst du erntereife Zuckererbsen?
Erntereif ist eine Zuckererbse, solange ihre Hülse jung und fleischig ist und die Körner darin klein und weich sind. Ein festes Längenmaß nutze ich dafür nicht. Stattdessen nehme ich die Hülse zwischen Daumen und Zeigefinger und fahre einmal an ihr entlang. Spüre ich nur kleine, weiche Körner, pflücke ich sie ab. Fühlen sich die Körner schon hart an, ist die Hülse zu alt.
Bin ich unsicher, entscheidet eine rohe Kostprobe. Das geht, weil Zuckererbsen vergleichsweise wenig Lektine enthalten, sodass du sie in Maßen roh essen kannst. Auf Gartenbohnen überträgst du das nicht: Grüne Gartenbohnen enthalten in Samen und Hülsen Phasin und müssen ausreichend durchgegart werden.
Die erste Hülse jedes Satzes probiere ich direkt an der Reihe. Dabei achte ich auf zwei Dinge: Ist die Hülse zart, und sind die Körner noch klein und weich? Erst dann pflücke ich die übrigen Pflanzen durch.
Zuckererbse oder Knackerbse: worauf du beim Tasten achtest
Bei Knackerbsen gilt ein anderes Reifebild. Bei der Knackerbse ‘Delikett’ sind die Körner zur Ernte schon ausgebildet; entscheidend ist, dass die fleischigen, fadenlosen Hülsen noch weich sind. Hier prüfe ich also die Hülse auf Weichheit und nicht die Körner auf ihre Größe. Bei ‘Schweizer Riesen’ probiere ich die ersten Hülsen aus jeder neuen Saatgutpackung, weil Herkünfte dieser Sorte bei Wuchs, Reife und Faserigkeit der Hülsen deutlich voneinander abweichen können. Wenn du noch überlegst, welche Zuckererbsensorte zu deinem Garten passt, findest du dort die Typen im Vergleich.
Wann beginnt die Erntezeit?
Die Erntezeit der Zuckererbse reicht von Juni bis September. Wann dein erster Pflücktag kommt, hängt von Aussaattermin und Sorte ab. Die früh reifende ‘Norli’ ist zuerst dran, die mittelfrühe ‘Ambrosia’ und die mittelspät reifende ‘Sweet Horizon’ folgen.
| Zuckererbse | Angabe |
|---|---|
| Blütezeit | Mai bis Juli |
| Erntezeit | Juni bis September |
| Kulturdauer | 77 bis 91 Tage |
| Wuchshöhe | 60 bis 100 cm |
Wie du Reifegruppen und Aussaattermine kombinierst, liest du im Beitrag darüber, wann du Zuckererbsen säst und wie du die Aussaat staffelst.
Wie pflückst du Zuckererbsen, ohne die Pflanze zu verletzen?
Erbsen klammern sich mit Ranken an ihre Stütze, bei höheren Sorten an Reisig, Netz oder Zaun. Ziehst du kräftig an einer Hülse, kann sich der Trieb von der Stütze lösen. Deshalb halte ich den Trieb mit einer Hand fest und knipse die Hülse mit der anderen am Stiel ab. Bei einer Wuchshöhe von 60 bis 100 cm erreichst du alle Hülsen im Stehen oder in der Hocke. Welche Stütze deine Sorte braucht und wann du sie setzt, zeigt dir die Anleitung, wie du Zuckererbsen von der Aussaat bis zur Rankhilfe anbaust.
Ich pflücke morgens. Dann sind die Hülsen noch kühl und prall, und das ist günstig, wenn du sie nach der Ernte aufbewahren willst.
So pflückst du schonend.
- Morgens pflücken, solange die Hülsen kühl und prall sind.
- Trieb festhalten und die Hülse am Stiel abknipsen, nicht an ihr reißen.
- Blüten beim Pflücken nicht mit abreißen.
- Jede Pflanze von unten nach oben absuchen und die Blätter zur Seite schieben.
- Den Korb mit der Ernte in den Schatten stellen.
Angefressene Hülsen aussortieren
Fraß, Gespinst und Kot in einer Hülse können auf den Erbsenwickler hindeuten. Rundliche, tief reichende Bohrlöcher in den Samen sprechen eher für den Erbsenkäfer. Solche Hülsen sortiere ich beim Pflücken aus; die übrigen Befallsmerkmale findest du im Hülsenfrüchte-Überblick, woran du Krankheiten und Schädlinge an Erbsen und Bohnen erkennst.
Warum erhöht häufiges Pflücken den Ertrag?
Nimmst du zarte Hülsen häufig ab, fördert das bei Erbsen die Blüte, und der Ertrag steigt. Zugleich erntest du Zuckererbsen nur, solange die Körner in der Hülse noch klein und weich sind. Wer Hülsen hängen lässt, bekommt also ältere Hülsen und verzichtet auf die zusätzliche Blüte, die häufiges Pflücken fördert. Ich pflücke deshalb wiederholt durch und nehme dabei auch Hülsen mit, die ich beim letzten Durchgang übersehen habe. Wann der nächste Durchgang fällig ist, zeigen mir die Hülsen unter den Fingern.
Ab der Blüte brauchen Zuckererbsen genug Wasser, und während sich die Hülsen bilden, steigt ihr Bedarf stark an. Vor dem Gießen prüfe ich die Bodenfeuchte mit dem Finger und gieße an den Fuß der Pflanzen statt über das Laub. Mehr zum Gießen von Erbsen und Bohnen steht im Hülsenfrüchte-Überblick.
„Ohne Bienen setzen Erbsen keine Hülsen an.“ Das stimmt so nicht. Die Selbstbestäubung passiert bei Erbsen normalerweise schon, bevor sich die Blüte öffnet; Hummeln oder Bienen können zusätzlich fremd bestäuben. Fehlende Bienen erklären ausbleibende Hülsen deshalb nicht allgemein. Hitze kann dagegen eine Rolle spielen, denn Erbsen setzen bei Temperaturen über 30 °C weniger Blüten an.
Wie hältst du Zuckererbsen nach der Ernte frisch?
Im Gemüsefach des Kühlschranks, in ein feuchtes Tuch gewickelt, kannst du frische Hülsen 3 bis 4 Tage aufbewahren. Soll die Ernte länger reichen, blanchierst du die Hülsen und frierst sie danach ein. Wie du dabei vorgehst und welche Wege es sonst gibt, liest du im Ratgeber, wie du Zuckererbsen kühlst, einfrierst und haltbar machst.
In der Küche verwendest du die jungen, fleischigen Hülsen samt den kleinen Samen. Rezeptideen und Hinweise zum Einfrieren findest du in der Sammlung, was du aus frischen Zuckererbsen kochen kannst.
Wie gewinnst du Saatgut von Zuckererbsen?
Für eigenes Saatgut nimmst du samenfeste Sorten, denn aus F1-HybridenF1-Hybriden sind Sorten, deren Saatgut aus der gezielten Kreuzung zweier ausgewählter Elternlinien stammt. Die Pflanzen dieser ersten Nachkommengeneration (F1) wachsen häufig sehr einheitlich, ihre eigenen Samen bringen die Sorte aber nicht zuverlässig wieder hervor. gezogene Pflanzen können in ihren Eigenschaften aufspalten. Ich markiere gesunde, sortentypische Pflanzen mit einem Band, lasse ihre Hülsen hängen, bis sie trocken und brüchig sind, und ernte sie an einem trockenen Tag. Bei den trockenen Hülsen schaust du nach, ob sie wirklich keine Pergamentschicht haben; wie du die Samen nachtrocknest und lagerst, steht im Hülsenfrüchte-Überblick beim eigenen Saatgut.
Was passiert mit dem Beet nach der letzten Ernte?
Setzen die Pflanzen keine neuen Hülsen mehr an, räume ich das Kraut ab und lasse die Wurzeln im Boden, so kann die nächste Kultur vom gebundenen StickstoffStickstoff (N) ist ein Hauptnährstoff der Pflanzen und vor allem für das Wachstum von Trieben und Blättern nötig. Er ist Baustein von Eiweiß und steckt im Erbgut und im Blattgrün (Chlorophyll). profitieren. Nach früh geräumten Erbsen passt zum Beispiel Rosenkohl, den du Mitte Juni pflanzt. Die Regeln zur FruchtfolgeFruchtfolge ist die geplante Reihenfolge, in der verschiedene Gemüsearten über die Jahre auf demselben Beet wachsen. Wechselst du jedes Jahr die Pflanzenfamilie, sinkt das Risiko für Krankheiten und Schädlinge, und die Nährstoffe im Boden werden besser genutzt. stehen im Hülsenfrüchte-Überblick, und die NachkulturEine Nachkultur ist Gemüse, das im Sommer auf einem frei gewordenen Beet gesät oder gepflanzt wird, nachdem die erste Kultur abgeerntet ist. Es wird noch vor den ersten Frösten reif oder bleibt über den Winter stehen. kannst du mit dem Beetplaner für dein Beet planen.





