Kapuzinererbsen: Protein aus dem eigenen Beet, frisch und getrocknet
- Die Kapuzinererbse 'Blauwschokker' ist eine violett blühende Schalerbse der Art Pisum sativum.
- Junge grüne Kerne isst du frisch, die ausgereiften Samen nutzt du als Trockenerbse.
- Getrocknete Erbsen liefern je 100 g etwa 23 g Protein.
- Mit Getreide kombiniert, etwa Erbsen mit Brot, steigt die Proteinqualität einer Mahlzeit.
- Als Leguminose braucht die Kapuzinererbse normalerweise keine zusätzliche Stickstoffdüngung.
- Mit 150 bis 200 cm Wuchshöhe braucht sie eine stabile Rankhilfe.

Wer pflanzliches Eiweiß selbst ernten will, braucht eine HülsenfruchtHülsenfrüchte sind die in einer Hülse reifenden Samen von Schmetterlingsblütlern wie Erbse, Bohne und Linse; die Pflanzen heißen Hülsenfrüchtler oder Leguminosen. Die meisten binden mit Knöllchenbakterien an den Wurzeln Stickstoff aus der Luft., die mehr liefert als Frischgemüse. Die Kapuzinererbse bietet beides: junge grüne Kerne für die Frischküche und ausgereifte Samen als Trockenerbse. Ich baue sie deshalb nicht nur für frische Erbsen an, sondern auch für den Vorrat. Hier liest du, wie viel Protein in Erbsen steckt, wie du es mit Getreide ergänzt und warum der Anbau auch deinem Beet nützen kann.
Was sind Kapuzinererbsen?
Die Kapuzinererbse ‘Blauwschokker’ ist eine Schalerbse der Art Pisum sativum. Sie blüht violett und gehört zu den frühreifenden Schalerbsen. Mit einer Wuchshöhe von 150 bis 200 cm braucht sie eine Rankhilfe. Genutzt wird sie auf zwei Wegen: Die jungen grünen Kerne sind für den Frischverzehr da, die ausgereiften Samen für die Nutzung als Trockenerbse.
Die Ursprungszentren der Erbse liegen im östlichen Mittelmeerraum sowie in Vorder- und Mittelasien. Wie sich Erbsen, Bohnen und die übrigen Hülsenfrüchte nach Art und Nutzung ordnen, zeigt dir der Überblick über Arten, Herkunft und Nutzung der Hülsenfrüchte.
Wie viel Protein steckt in Kapuzinererbsen?
Die Werte in der Tabelle gelten für Erbsen allgemein, nicht speziell für die Sorte ‘Blauwschokker’. Weil die Kapuzinererbse eine Erbse ist, geben sie dir trotzdem eine Orientierung. Getrocknete Erbsen liefern je 100 g etwa 23 g Protein, genauso viel wie getrocknete Linsen.
| Lebensmittel | Zustand | Protein je 100 g |
|---|---|---|
| Erbsen | Trockenware | etwa 23 g |
| Schälerbsen | gegart | etwa 9 g |
| Grüne Erbsen | gegart | 7 g |
| Linsen | Trockenware | etwa 23 g |
| Linsen | gegart | etwa 8,8 bis 9 g |
| Kichererbsen | Trockenware | 19 g |
| Kichererbsen | gegart | etwa 7,3 g |
| Sojabohnen | Trockenware | etwa 38 bis 40 g |
| Sojabohnen | gegart | etwa 15,5 g |
| Tofu | gegart | 16 g |
| Hühnerei ohne Schale | gekocht | 14,1 g |
Gegart liegen Erbsen damit im Bereich von Linsen und Kichererbsen. Sojabohnen, Tofu und gekochtes Hühnerei liegen je 100 g deutlich darüber.
Für deine Ernte heißt das: Die ausgereiften samen.liver Kapuzinererbse sind Trockenerbsen, und in dieser Form liefern Erbsen etwa 23 g Protein je 100 g. Lässt du einen Teil der Hülsen an der Pflanze ausreifen, legst du dir also einen Proteinvorrat aus dem eigenen Beet an.
Beim Auslösen frischer Erbsen beträgt der Schälverlust etwa 60 %. Aus 1 kg Hülsen bleiben rechnerisch ungefähr 400 g Erbsenkerne.
Neben Eiweiß liefern Erbsen Ballaststoffe: Abgetropfte Erbsenkerne aus der Konserve enthalten 4 g je 100 g. Dieselben Konservenerbsen bringen 1,5 mg Eisen je 100 g mit. Eine Einschränkung gehört dazu: Phytin- und Tanninsäure können die Verfügbarkeit von Mineralstoffen und SpurenelementenSpurenelemente sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in kleinen Mengen brauchen, ohne die sie aber nicht normal wachsen: Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Bor, Molybdän und Chlor. Man nennt sie auch Spurennährstoffe oder Mikronährstoffe. in Hülsenfrüchten verringern.
Warum sind Kapuzinererbsen eine wertvolle Proteinquelle?
Hülsenfrüchte liefern pflanzliches Eiweiß und können tierische Lebensmittel im Speiseplan ergänzen oder ersetzen. Die Kapuzinererbse bringt dieses Eiweiß direkt aus dem Garten in die Küche. Dort landet sie als ganze Hülsenfrucht, ob als frische Kerne oder als Trockenerbse. Das ist ein Unterschied zu stark verarbeiteten Hülsenfruchtprodukten: Sie enthalten häufig weniger Ballaststoffe und weitere Begleitstoffe als ganze Hülsenfrüchte oder daraus hergestelltes Mehl.
Erbsen und Getreide zusammen essen
Die Proteinqualität einer Mahlzeit steigt, wenn du Erbsen mit Getreide kombinierst. Beispiele dafür sind Erbsen mit Brot und Linsen mit Reis. Wenn ich getrocknete Erbsen koche, plane ich deshalb Brot oder ein anderes Getreide gleich mit ein.
Hülsenfrüchte und Getreide ergänzen sich in ihrem Aminosäurenmuster. Getreide ergänzt die unentbehrlichen Aminosäuren der Hülsenfrüchte und verbessert so die Proteinqualität der Mahlzeit. Fachlich heißt das: Die Kombination erhöht die biologische Wertigkeit des Nahrungseiweißes.
Als allgemeine Ernährungsempfehlung gehört mindestens eine Portion Hülsenfrüchte pro Woche auf den Speiseplan. Eine Portion sind ungefähr 70 g Trockenware oder 125 g gegarte, verzehrfertige Ware.
Warum sind Kapuzinererbsen nachhaltig?
Hülsenfrüchte haben im Durchschnitt eine bessere Klimabilanz als tierische Lebensmittel, besonders wenn sie diese auf dem Speiseplan ersetzen. Mit ihrem hohen Eiweißgehalt tragen sie außerdem zur weltweiten Ernährungssicherung bei. Im Beet kommt ein zweiter Punkt dazu: Kapuzinererbsen sind stickstoffbindende Leguminosen. Deshalb brauchen sie normalerweise keine zusätzliche Stickstoffdüngung.
KnöllchenbakterienKnöllchenbakterien, auch Rhizobien genannt, sind Bodenbakterien, die mit Hülsenfrüchtlern wie Erbsen und Bohnen zusammenleben. In kleinen Knöllchen an deren Wurzeln binden sie Stickstoff aus der Luft und machen ihn für die Pflanze nutzbar. an den Wurzeln von Leguminosen binden Luftstickstoff. Sie machen ihn für ihre WirtspflanzenWirtspflanzen sind die Pflanzen, die ein bestimmter Schädling oder Krankheitserreger befällt und von denen er lebt. Ein Schädling oder Erreger hat oft mehrere Wirtspflanzen, darunter auch verwandte Wildkräuter. nutzbar.
Nach der Ernte können die Erbsenwurzeln im Boden bleiben, damit der gebundene Stickstoff der FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. zugutekommen kann. Ich schneide die abgeernteten Pflanzen über dem Boden ab und lasse die Wurzeln im Beet. Die StickstoffbindungStickstoffbindung heißt, dass Knöllchenbakterien an den Wurzeln von Leguminosen wie Bohnen, Erbsen oder Klee Stickstoff aus der Luft aufnehmen und in eine Form umwandeln, die Pflanzen nutzen können. nützt dir damit an zwei Stellen: Die Erbsen selbst brauchen normalerweise keinen Stickstoffdünger, und das nächste Gemüse kann von den Wurzelresten profitieren.
Die abgeernteten Erbsen samt Wurzeln aus dem Beet ziehen. Werden Gemüsepflanzen vollständig von der Fläche entfernt, entfällt die Stickstoffnachlieferung aus diesen Ernteresten.
Nach früh geräumten Erbsen kann zum Beispiel Mitte Juni Rosenkohl gepflanzt werden. Welche Folgekultur zu deinem Beet passt, spielst du im Beetplaner für deine Beetfolge durch. Auf dasselbe Beet kommen Erbsen erst nach einer FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. von 5 Jahren wieder. Der wiederholte Anbau derselben Pflanzenfamilie kann bodenbürtige Schädlinge und Krankheiten vermehren und den Wuchs schwächen.
Eigenes Saatgut gewinnen
Ist deine Kapuzinererbse als samenfeste Sorte ausgewiesen, kannst du eigenes Saatgut gewinnen. Samenfeste Sorten geben ihre Sortenmerkmale an die nächste Generation weiter. Bio-Saatgut ist dabei nicht automatisch samenfest, denn auch im Ökolandbau werden Hybridsorten verwendet. Für Saatgut lässt du ausgewählte Hülsen bis zur raschelnd trockenen Reife an der Pflanze. Kühl und trocken gelagert bleibt Erbsensaatgut etwa 3 bis 4 Jahre verwendbar.
Kapuzinererbsen anbauen: das Wichtigste in Kürze
Den ganzen Weg von der Aussaat bis zur Ernte beschreibt der Ratgeber, wie du Kapuzinererbsen vom Samen bis zur Ernte ziehst.
Kapuzinererbsen säst du 3 bis 5 cm tief. Zeitpunkt und Saatmethode erklärt der Beitrag, wann und wie du Kapuzinererbsen aussäst. Die Termine aller Hülsenfrüchte hast du im druckbaren Aussaatkalender für Hülsenfrüchte auf einem Blatt.
Kapuzinererbsen brauchen einen durchlässigen Boden ohne Staunässe. Die Grundlagen zu Standort und Boden aller Hülsenfrüchte stehen im Hülsenfrüchte-Überblick.
Als hohe Erbsensorte braucht die Kapuzinererbse eine stabile Rankhilfe, zum Beispiel einen Zaun aus Pflöcken und verzinktem Maschendraht. Ich stecke die Rankhilfe, wenn die Pflanzen etwa 10 cm hoch sind. Wie du Erbsen an Rankhilfen platzsparend in die Höhe ziehst, zeigt der Beitrag zum vertikalen Anbau von Erbsen.
Mit der Fruchtbildung nach der Blüte steigt der Wasserbedarf von Erbsen deutlich an. Gießen, Stützen und Unkrautjäten beschreibt der Ratgeber, wie du Kapuzinererbsen bis zur Ernte pflegst.
Kapuzinererbsen in der Küche: frisch oder als Trockenerbse
Für die Frischküche pflückst du die Hülsen jung und wiederholt, bevor die grünen Samen hart werden. Frische Erbsen, die du nicht rasch verbrauchst, lassen sich blanchierenBlanchieren heißt, gewaschenes und klein geschnittenes Gemüse für wenige Minuten in sprudelnd kochendes Wasser zu geben und sofort in Eiswasser abzukühlen. So bereitest du die meisten Gemüsesorten auf das Einfrieren vor. und einfrieren. Die ausgereiften Samen trocknest du für den Vorrat und lagerst sie trocken und dicht verschlossen. Rezeptideen sammelt der Beitrag mit Rezepten für Kapuzinererbsen. Wie du die Erbsen garst und haltbar machst, erklärt der Ratgeber zu Kochtechniken und Konservierung von Kapuzinererbsen.

