Rotkohl düngen: Nährstoffbedarf und Düngeplan in drei Schritten
- Rotkohl gehört als Kopfkohl zu den Kohlarten mit hohem Stickstoffbedarf.
- Kompost arbeitest du bei der Pflanzvorbereitung ein, allein deckt er den Stickstoffbedarf aber nicht.
- Für Starkzehrer wie Kohl werden jährlich etwa 5 l Kompost je m² empfohlen.
- Hornmehl bekommt Kopfkohl bis maximal 150 g je m², aufgeteilt in zwei Teilgaben.
- Lagerkohl wird in der zweiten Hälfte der Kulturzeit nicht mehr gedüngt.
- Für Kohlkulturen im Garten wird ein Boden-pH von 6,5 bis 7 empfohlen.
- Als Gründüngung vor Rotkohl passen Phacelia oder Buchweizen, Senf, Ölrettich und Raps dagegen nicht.

Rotkohl steht lange im Beet: Von der Pflanzung bis zur Reife vergehen je nach Sorte und Witterung 80 bis 160 Tage. Wer da ohne Plan nachdüngt, gibt leicht noch Dünger, wenn ein Kopf für den Keller keinen mehr bekommen soll. Ich lege deshalb schon beim Vorbereiten des Beets fest, wann und womit ich dünge. Mein Plan hat drei Schritte: Grunddüngung bei der Pflanzvorbereitung, eine zweite Gabe nur bei Bedarf und ein Düngestopp für Köpfe, die ins Lager sollen.
Der Düngeplan für Rotkohl auf einen Blick
| Phase | Was du tust | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Vorjahr | Hülsenfrüchte als Vorfrucht, Phacelia oder Buchweizen als Gründüngung | Keine Kreuzblütler wie Senf, Ölrettich oder Raps |
| Pflanzvorbereitung | Etwa 5 l Kompost je m² einarbeiten, dazu die erste Hornmehl-Teilgabe | Kompost einschränken, wenn Phosphor oder Kalium stark erhöht sind |
| Nach der Pflanzung | Hacken und jäten | In Hitzeperioden regelmäßig gießen, am besten abends |
| Während der Kultur | Zweite Hornmehl-Teilgabe nur bei Bedarf | Beide Teilgaben zusammen bis maximal 150 g je m² |
| Zweite Hälfte der KulturzeitDie Kulturzeit ist die Zeitspanne, die eine Gemüseart von der Aussaat oder Pflanzung bis zur Ernte braucht. Je nach Art ist sie kurz wie bei Radieschen oder lang wie bei Herbstkohl. | Kohl für das Lager nicht mehr düngen | Kulturdauer deiner Sorte kennen |
| Nach der Ernte | Möhren, Kopfsalat oder Spinat als FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. | FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. für Rotkohl: 4 Jahre |
Welche Nährstoffe braucht Rotkohl?
Im Mittelpunkt steht Stickstoff, denn Rotkohl gehört als Kopfkohl zu den Kohlarten mit hohem Stickstoffbedarf. Phosphor, Kalium und Magnesium düngst du nicht auf Verdacht, sondern nach einer Bodenuntersuchung. Wie die Nährstoffe zusammenwirken und worin sich organische und mineralische Dünger unterscheiden, erklärt der Abschnitt Düngen im Kohl-Ratgeber.
Ich dünge Rotkohl organisch. Als organische Stickstoffdünger eignen sich im Biogarten Hornmehl, Horngrieß und Hornspäne.
Schritt 1: Beet vorbereiten und Grunddüngung geben
Für Rotkohl empfiehlt sich ein tiefgründiger, gut durchlässiger und humusreicher Boden, mehr dazu steht im Kohl-Ratgeber unter Standort und Boden. Für Kohlkulturen im Garten wird ein pH-Wert von 6,5 bis 7 empfohlen. Ob du kalkst, richtet sich nach Bodenart und Bodenuntersuchung, und oberhalb des passenden Zielbereichs wird nicht gekalkt.
Eine Standard-Bodenanalyse bestimmt den pH und pflanzenverfügbares Phosphor, Kalium und Magnesium, löslichen Stickstoff beauftragst du gesondert. Die Probe nimmst du zwischen Herbst und Frühjahr oder nach der Ernte, nicht direkt nach einer Düngung. Mehr dazu steht im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Düngen.
Vorfrucht: Stickstoff aus dem Vorjahr
Hülsenfrüchte eignen sich als Vorfrüchte für Rotkohl, weil sie Stickstoff im Boden hinterlassen. Pflanzt du Rotkohl erst ab Juni, können vorher noch Salat oder Spinat als frühe Vorkultur auf dem Beet stehen. Als Gründüngung vor Kohl passen Phacelia oder Buchweizen, und Phacelia ist mit keiner gängigen Gemüseart verwandt. Welche Kultur wo stand, hältst du im Beetplaner für deine Fruchtfolge fest.
Senf, Ölrettich oder Raps als Gründüngung vor Rotkohl säen. Diese Pflanzen sind Kreuzblütler wie der Kohl selbst, und die Verwandtschaft kann die KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. begünstigen. Deshalb zählen sie zur Anbaupause für Kohl mit dazu.
Kompost und erste Hornmehl-Teilgabe einarbeiten
Bei der Pflanzvorbereitung arbeitest du Kompost ein. Als jährliche Grunddüngung werden für Starkzehrer wie Kohl etwa 5 l Kompost je m² empfohlen. Kompost verbessert bei sandigen Böden das Wasserhaltevermögen und bei schweren Böden die KrümelstrukturKrümelstruktur bedeutet: Die Bodenteilchen halten zu lockeren, mit bloßem Auge sichtbaren Krümeln zusammen, zwischen denen viele Hohlräume bleiben. Der Boden baut sie selbst auf, getragen von aktivem Bodenleben, gutem Humus und ausreichend Ton und Kalk.. Den Stickstoffbedarf von Gemüse deckt er allein aber nicht. Rotkohl braucht als Kopfkohl viel Stickstoff, also gehört ein organischer Stickstoffdünger in die Grunddüngung. Liegen Phosphor oder Kalium laut Bodenanalyse stark erhöht, schränkst du die Kompostgabe ein.
Hornmehl bekommt Kopfkohl bis maximal 150 g je m², aufgeteilt in zwei Teilgaben. Die Menge bezieht sich auf die Beetfläche und gilt für beide Teilgaben zusammen.
Ich wiege das Hornmehl für jedes Beet ab, statt es nach Gefühl zu streuen. Die erste Teilgabe arbeite ich zusammen mit dem Kompost flach ein und harke das Beet danach glatt.
Schritt 2: Die zweite Gabe nur bei Bedarf
Ob Rotkohl die zweite Hornmehl-Teilgabe überhaupt braucht, hängt davon ab, was dein Boden aus Humus und Ernteresten nachliefert. Die Obergrenze für beide Teilgaben ist keine Menge, die du ausschöpfen musst. Eine Messung des löslichen Stickstoffs im Boden hilft bei der Entscheidung.
Vor der zweiten Gabe schaue ich mir Blattfarbe und Wuchs an. Blasse oder gelbe Blätter können auf Stickstoffmangel hindeuten. Bei Grünkohl lässt aber schon Wassermangel die Blätter vergilben, deshalb prüfe ich zuerst die Feuchte unter der Oberfläche.
Zu Kulturbeginn hackst und jätest du das Beet. In Hitzeperioden gießt du regelmäßig, am besten abends.
Mehr Dünger ist nicht automatisch besser. Bei überwinterndem Blumenkohl etwa kann ein StickstoffüberschussStickstoffüberschuss heißt, dass Pflanzen mehr Stickstoff bekommen, als sie brauchen. Sie wachsen dann üppig, bilden weiches, schwammiges Gewebe und dunklere Blätter und werden anfälliger für Krankheiten. weiches Wachstum auslösen, das Kälteschäden begünstigen kann. Woran du eine Überdüngung erkennst und wie du gegensteuerst, steht im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Düngen.
Schritt 3: Rechtzeitig mit dem Düngen aufhören
Lagerkohl wird in der zweiten Hälfte der Kulturzeit nicht mehr gedüngt. Rotkohl, den ich für den Wintervorrat einlagern will, behandle ich als Lagerkohl. Da Hornmehl in zwei Teilgaben kommt und Lagerkohl in der zweiten Hälfte nichts mehr bekommt, gehört die zweite Teilgabe in die erste Hälfte der Kulturzeit.
Wo diese Hälfte beginnt, hängt an der Kulturdauer deiner Sorte. Ich schreibe bei der Pflanzung das Datum und die Kulturdauer der Sorte auf das Pflanzschild. Aussaat- und Pflanztermine für Rotkohl findest du im druckbaren Aussaatkalender für Kohl.
Sommerformen von Rotkohl bilden eher lockere Köpfe, Winterformen festere Köpfe mit besserer Lagereignung. Wie fest ein Kopf wird, hängt also auch an der Form, die du anbaust. Für den Wintervorrat eignen sich Winterformen besser als Sommerformen.
Rotkohl im Hochbeet und im Kübel düngen
Ein frisch mit Reisig, Kompost und Gärtnererde aufgebautes Hochbeet setzt im ersten Jahr viel organisch gebundenen Stickstoff frei. Dort entscheide ich über Hornmehl erst, wenn ich sehe, wie die Pflanzen wachsen. In einem Hochbeet mit mineralischer Erde liefert die jährliche Kompostgabe die Grundnährstoffe, Stickstoff ergänzt du nach Bedarf der Kultur.
Auch im Kübel lässt sich Rotkohl ziehen. Länger im Gefäß stehende Kohlpflanzen können im Sommer je nach Versorgung eine stickstoffbetonte Nachdüngung brauchen. Bei torffreien Substraten kann trotz VordüngungVordüngung nennt man den Dünger, der fertiger Blumen- und Pflanzerde schon ab Werk beigemischt ist. Er versorgt frisch eingetopfte Pflanzen in den ersten Wochen, danach musst du selbst nachdüngen. zusätzlicher Stickstoffbedarf entstehen, deshalb passt du die Düngung an die verwendete Erde an. Für die Nachdüngung im Kübel nehme ich Pflanzenjauche, die für starkzehrendes Gemüse wie Kohl in der Regel 1:10 mit Wasser verdünnt wird. Ich gieße sie an die Wurzeln und nicht über die Blätter.
Blattdüngung: Ergänzung für den Einzelfall
BlattdüngungBei der Blattdüngung werden Nährstoffe, meist Spurenelemente, direkt auf die Blätter gebracht und über das Blatt aufgenommen. Sie wirkt schnell, hält aber nur begrenzt an und überbrückt vor allem akute Versorgungsengpässe. ergänzt bei Rotkohl die Düngung über den Boden, sie ersetzt sie nicht. Ich greife dazu nur, wenn ich einen bestimmten Mangel vermute und die Grunddüngung erledigt ist. Helle Flecken zwischen den Blattadern können zum Beispiel auf Magnesiummangel hindeuten. Ob der Boden wirklich zu wenig Magnesium hat, zeigt eine Standard-Bodenanalyse, denn sie erfasst Magnesium mit. Oft genannt wird dafür Bittersalz, weil es Magnesium enthält, eine Wirkung ist damit aber nicht garantiert.
Beim Sprühen werden die Blätter nass. Bei Kohljungpflanzen beugt rasches Abtrocknen der Blätter dem Falschen Mehltau vor, deshalb sprühe ich nur, wenn die Blätter danach zügig abtrocknen können.
Ist der Boden unter der Oberfläche feucht genug? Liegt eine Bodenanalyse mit Magnesium und pH vor? Können die Blätter nach dem Sprühen rasch abtrocknen?
Nach der Ernte: Was aufs Beet folgt
Nach starkzehrendem Kohl kommen Möhren, Kopfsalat oder Spinat als Folgekulturen infrage. Diese Gemüse brauchen weniger Nährstoffe und gehören zu anderen Pflanzenfamilien. Rotkohl selbst kommt erst nach einer Fruchtwechselpause von 4 Jahren zurück auf dieses Beet.
Nachlesen kannst du auch, wie du Weißkohl je nach Anbausystem und Reifegruppe düngst, wie du Rosenkohl düngst und welche Nährstoffe Grünkohl braucht.




