Kohlrabi in der Fruchtfolge: Was du vor und nach Kohlrabi pflanzt
- Nach Kohlrabi keine Kreuzblütler: Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Senf zählen zur Kohlpause.
- Als Nachkultur passen Möhren, Kopfsalat, Spinat, Buschbohnen, Feldsalat oder Phacelia als Gründüngung.
- Gute Vorfrüchte sind Frühkartoffeln, Spinat, Erbsen, Bohnen und Porree.
- Für Kohlrabi 4 Jahre Anbaupause auf demselben Beet einplanen.
- Früh- und Herbstsatz eines Jahres nicht nacheinander aufs selbe Beet setzen.

Wenn die ersten Kohlrabi geerntet sind, liegt mitten in der Saison ein Beet frei. Wer jetzt Radieschen oder einen zweiten Satz Kohlrabi hineinsät, setzt wieder einen Kreuzblütler auf dieselbe Fläche. Ich plane deshalb schon beim Pflanzen, was nach dem Kohlrabi auf dieses Beet kommt.
Kohlrabi steht nur kurz im Beet. Deshalb passt er als Vorkultur vor eine Sommerkultur und als NachkulturEine Nachkultur ist Gemüse, das im Sommer auf einem frei gewordenen Beet gesät oder gepflanzt wird, nachdem die erste Kultur abgeerntet ist. Es wird noch vor den ersten Frösten reif oder bleibt über den Winter stehen. hinter eine frühe Vorfrucht. Für die Anbaupause zählt er trotzdem wie jede andere Kohlart.
Was nach Kohlrabi aufs Beet passt
Nach Kohlrabi kommt kein Kreuzblütler aufs Beet, auch kein schneller Zwischensatz. Gut passen Möhren, Kopfsalat und Spinat: Sie stammen aus anderen Pflanzenfamilien und brauchen weniger Nährstoffe als starkzehrender Kohl. Kohlrabi selbst zählt nur zu den Mittelzehrern, die Familienregel gilt nach ihm aber genauso.
Welche Nachkultur noch passt, hängt davon ab, wann dein Kohlrabibeet frei wird. Ich notiere mir beim Pflanzen, wann das Beet voraussichtlich frei wird, und wähle danach die Nachkultur aus dieser Übersicht.
| Nachkultur | Termin | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Buschbohnen | letzte Direktsaat in der ersten Julidekade | passt nur, wenn das Beet bis dahin geräumt ist |
| Feldsalat | Aussaat Anfang August bis Mitte September | Ernte ab November bis ins Frühjahr, das Beet muss rechtzeitig frei sein |
| Möhren, Kopfsalat, Spinat | nach der Kohlrabiernte | andere Pflanzenfamilien, geringerer Nährstoffbedarf als starkzehrender Kohl |
| Phacelia | als Gründüngung | mit keiner gängigen Gemüseart verwandt |
| Winterroggen | Aussaat als Gründüngung bis Oktober | nur für Beete, die erst ab Ende April wieder gebraucht werden |
Wird das Beet erst im Herbst frei, lasse ich es nicht nackt liegen. Eine herbstliche Begrünung durchwurzelt den Boden und schützt ihn vor AuswaschungAuswaschung ist der Verlust von Nährstoffen, die Niederschlagswasser aus dem Wurzelraum in tiefere Bodenschichten und bis ins Grundwasser spült. Besonders betroffen ist Nitrat, die Form, in der mineralischer Stickstoff im Boden größtenteils vorliegt..
Diese Kulturen gehören nicht hinter Kohlrabi
Zu den Kreuzblütlern zählen neben allen Kohlarten auch Radieschen, Rettich, Rucola und Kresse. Dazu kommen die Gründüngungen Gelbsenf, Ölrettich und Raps. Ihre Verwandtschaft kann die KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. begünstigen, deshalb rechnest du sie in die KohlpauseDie Kohlpause ist eine mehrjährige Anbaupause, in der auf einem Beet weder Kohl noch andere Kreuzblütler wie Radieschen, Rettich oder Rucola wachsen. Sie beugt der Kohlhernie vor, einer Wurzelkrankheit dieser Pflanzenfamilie. ein wie den Kohlrabi selbst.
Früh- und Herbstsatz nacheinander auf dasselbe Beet setzen. Auch der zweite Kohlrabi im selben Jahr ist ein Kreuzblütler auf derselben Fläche. Setz den Herbstsatz deshalb auf ein Beet, dessen Kohlpause abgelaufen ist.
„Senf ist die schnelle Gründüngung nach der Kohlernte.“ Senf ist selbst ein Kreuzblütler, genau wie Ölrettich und Raps. Wer ihn nach Kohlrabi sät, hat wieder einen Kreuzblütler auf dem Beet. Innerhalb der Kohl-Fruchtfolge passt Phacelia, weil sie mit keiner gängigen Gemüseart verwandt ist. Vor Kohl eignet sich außerdem Buchweizen.
Kohlrabi im Beetjahr: Satztermine für die Fruchtfolge
Kohlrabi lässt sich über einen großen Teil des Jahres säen. Deshalb kann er im selben Garten Vorkultur auf dem einen und Nachkultur auf einem anderen Beet sein.
| Satz | Aussaat | Pflanzung | Danach auf dem Beet |
|---|---|---|---|
| Früher Satz | geschützt vorgezogen, ab Ende Januar für das Gewächshaus oder ab Anfang Februar für die Pflanzung im Frühjahr | je nach KulturführungKulturführung bezeichnet alle Pflegearbeiten, mit denen du angebaute Pflanzen während ihres Wachstums begleitest. Dazu gehören vor allem Bewässerung, eine an den Bedarf der Pflanzen angepasste Düngung, Unkrautregulierung und vorbeugender Pflanzenschutz. im März bis Anfang April | Buschbohnen, wenn du sie bis zur ersten Julidekade säen kannst |
| Sätze ab April | April bis Juli, auch als Direktsaat | entfällt bei Direktsaat | Feldsalat, wenn das Beet bis Mitte September frei ist |
| Herbstsatz | bis Mitte Juli | bis Mitte August | Winterroggen bis Oktober, wenn das Beet erst ab Ende April wieder gebraucht wird |
Ich hänge mir den Aussaatkalender für Kohl zum Ausdrucken neben die Anzuchtschalen, damit ich die Satztermine aller Kohlarten vor Augen habe.
Der frühe Satz macht das Beet für eine zweite Kultur frei
Früher Kohlrabi kommt je nach Kulturführung im März bis Anfang April ins Beet. Weil er etwa 6 bis 8 Wochen nach der Pflanzung erntereif sein kann, wird die Fläche mitten in der Saison wieder frei.
Für diesen Satz wähle ich ein sonniges Beet, das sich im Frühjahr schnell erwärmt. Kohlrabi bevorzugt für frühe Kulturen leicht erwärmbare Böden und sonnige, nicht zu heiße Plätze. Eine Vlies- oder Folienabdeckung kann die frühe Pflanzung schützen. Wird es darunter stark warm, nehme ich sie an einem trüben Tag ab.
Pflanzfertige Setzlinge für den frühen Satz haben etwa vier Blätter und einen erkennbaren Knollenansatz. Fehlen dir zu Hause ausreichend Licht und passende Anzuchttemperaturen, ist der Kauf fertiger Jungpflanzen sinnvoll. Für den frühen Anbau unter Glas oder Folie eignet sich die schossfeste Sorte Lanro.
Der Herbstsatz folgt einer Vorfrucht
Für die Herbsternte säst du Kohlrabi bis Mitte Juli. Gepflanzt wird der Herbstsatz bis Mitte August. Davor kann eine Vorfrucht stehen, die zu Kohlrabi passt, etwa Frühkartoffeln, Erbsen oder Spinat.
Ziehst du eine spätere Nachkultur vor, kann das Beet länger mit der ersten Kultur belegt bleiben. Ich säe den Herbstsatz deshalb in Töpfe, solange die Vorfrucht noch wächst, und pflanze ihn erst nach deren Ernte.
Von der Aussaat bis zur Pflanzreife vergehen beim Kohlrabi je nach Anzuchtbedingungen etwa 4 bis 6 Wochen. So lange belegt der vorgezogene Herbstsatz nur Töpfe und noch kein Beet.
Vorfrüchte, Anbaupause und Mehrjahresplan
Vor Kohlrabi passen Frühkartoffeln, Spinat, Erbsen, Bohnen und Porree. Hülsenfrüchte bringen dabei einen Zusatznutzen: Im ökologischen Kohlanbau dienen Leguminosen als Vorfrüchte der Stickstoffversorgung.
Für Kohlrabi plane ich eine Anbaupause von 4 Jahren ein. Für Kreuzblütler insgesamt reichen die Empfehlungen von 3 bis 6 Jahren, und in diese Pause zählt jede Kohlart, jedes Radieschen und jede Senf-Gründüngung. Wie du Anbaupausen und Vorfrüchte für alle Kohlarten gemeinsam planst, zeigt der Fruchtfolge-Ratgeber für Kohl.
Im Mehrjahresplan steht Kohlrabi im Kohlblock, obwohl er nur MittelzehrerMittelzehrer sind Pflanzen mit mittlerem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff: Sie brauchen mehr als Schwachzehrer, aber weniger als Starkzehrer. Typische Mittelzehrer sind Möhren, Rote Bete, Spinat, Fenchel und viele Salate. ist, denn für die Pause zählt die Pflanzenfamilie. Ich trage jedes Beet mit Kohl, Radieschen oder Senf samt Jahreszahl ein, auch einzelne Mischkulturreihen. Dafür nutze ich den Beetplaner für Gemüsebeete.
Mischkultur: Kohlrabi als Beetnachbar
Neben Kohlrabi können Salat, Bohnen, Sellerie und Gurken stehen. Günstige Nachbarschaftswirkungen sind allerdings schwer nachzuweisen, eine Nachbarliste ist also kein Versprechen. Für die Fruchtfolge gilt: Auch eine einzelne Kohlrabireihe in der Mischkultur zählt zur Kohlpause des Beets. Welche Partner zu Kohlrabi passen, zeigt der Ratgeber zu Partnerpflanzen für Kohlrabi in der Mischkultur, einzelne Paare prüfst du im Mischkultur-Werkzeug.
Boden, Düngung, Schädlinge und Krankheiten im Fruchtfolge-Blick
Diese vier Themen berühren die Fruchtfolge nur an einzelnen Stellen. Die Grundlagen für alle Kohlarten findest du im Überblick zu Standort und Boden, Düngung, Schädlingen und Krankheiten bei Kohl.
Boden: Kohlrabi bevorzugt fruchtbaren, gut durchlässigen und vorzugsweise alkalischen Boden mit einem pH-Wert um 7. Wie du das Beet vorbereitest, steht im Leitfaden, wie du Kohlrabi von der Aussaat bis zur Ernte anbaust.
Düngung: Die Düngung richtest du am Bodenzustand aus, wobei Kompost zur Versorgung beitragen kann. Bei problematischem Boden ziehst du vor einer gezielten Nachversorgung eine Bodenuntersuchung heran. Die Einzelheiten stehen im Ratgeber, wie du Kohlrabi richtig bewässerst und düngst.
Schädlinge: Die erste Generation der Kleinen KohlfliegeDie Kohlfliege (Kleine Kohlfliege) ist ein Schädling an Kohl, Rettich und Radieschen. Ihre weißlichen Maden sitzen im Wurzelbereich junger Kohlpflanzen, die dann welken; in Rettich und Radieschen verursachen sie Fraßgänge. tritt witterungsabhängig im April oder Anfang Mai auf. In diese Zeit fällt der junge frühe Satz, deshalb spanne ich das Kulturschutznetz gleich nach dem Pflanzen und schließe die Ränder dicht. Netze können bei Kohlrabi die Eiablage von Kohlfliegen und Schadschmetterlingen verhindern.
Krankheiten: Wurzelwucherungen mit anschließender Welke können bei Kohlrabi auf Kohlhernie hinweisen. Die DauersporenDauersporen sind mikroskopisch kleine Sporen, mit denen manche Krankheitserreger im Boden überdauern, etwa der Erreger der Kohlhernie. Sie bleiben über mehrere Jahre lebensfähig und können dann erneut Pflanzen infizieren. des Erregers können bis zu 20 Jahre im Boden überdauern, und nach Befall braucht die Fläche eine langjährige Kohlpause. Kranke Pflanzen holst du samt Wurzeln heraus und entsorgst sie über den Restmüll statt auf dem Kompost.





