Bodenbearbeitung für Rotkohl: prüfen, lockern, düngen und pflegen
- Rotkohl will tiefgründigen, gut durchlässigen und humusreichen Boden an einem sonnigen Platz.
- Für Kohl im Garten gilt ein Boden-pH von 6,5 bis 7, gekalkt wird nur nach einer Bodenuntersuchung.
- Ein bestehendes Beet lockerst du mit dem Sauzahn, ohne die Bodenschichten zu wenden.
- Kompost kommt bei der Pflanzvorbereitung ins Beet, Stickstoff ergänzen Hornspäne oder eine Hülsenfrucht als Vorfrucht.
- Zwischen Rotkohl und dem nächsten Kreuzblütler liegen mindestens vier Jahre, auch Senf, Ölrettich und Raps zählen mit.
- Pflanzen mit Kohlhernie kommen samt Wurzeln in den Restmüll, nicht auf den Kompost.

Rotkohl steht lange im Beet: Je nach Sorte und Bedingungen braucht er 80 bis 160 Tage bis zur Reife. In dieser ganzen Zeit holt er Wasser und Nährstoffe aus dem Boden, den du vor der Pflanzung vorbereitet hast. Deshalb beginnt mein Rotkohljahr nicht mit der Aussaat, sondern mit einem prüfenden Blick ins Beet.
Hier gehe ich die Schritte der Reihe nach durch: prüfen, lockern, düngen, die Fruchtfolge planen, pflegen und das Beet nach der Ernte versorgen. Was für alle Kohlarten beim Standort gilt, findest du im Abschnitt Standort und Boden meines Kohl-Ratgebers.
Welchen Boden braucht Rotkohl?
Rotkohl wächst in tiefgründigem, gut durchlässigem und humusreichem Boden. Dazu gehört ein sonniger Platz im Garten. Für Kohlkulturen im Garten wird ein Boden-pH von 6,5 bis 7 empfohlen. Rotkohl selbst verträgt schwach sauren bis schwach basischen Boden. Welcher Wert für dein Beet passt, hängt auch von Bodenart und Humusgehalt ab.
| Merkmal | Was Rotkohl braucht |
|---|---|
| Boden | tiefgründig, gut durchlässig, humusreich |
| Boden-pH | 6,5 bis 7 für Kohl im Garten, Rotkohl verträgt schwach sauer bis schwach basisch |
| Lage | sonnig |
| Vorbereitung | Kompost bei der Pflanzvorbereitung einarbeiten |
| Anbaupause | 4 Jahre auf derselben Fläche |
| Nach KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. | mindestens 7 Jahre Pause für alle Kreuzblütler |
Wächst bei dir auch Blumenkohl, lohnt ein eigener Blick auf sein Beet. Für ihn wird ein neutraler bis leicht basischer Boden mit pH 6,8 bis 7,5 empfohlen. Wie du diesen Boden je nach Anbauweise und Saison vorbereitest, steht in meiner Anleitung zur Bodenvorbereitung für Blumenkohl.
Wie prüfst du den Boden vor dem Rotkohlanbau?
Die Fingerprobe als erster Blick
Nimm etwas leicht feuchte Erde zwischen die Finger und reibe sie. Sandboden zerfällt dabei körnig. Toniger Boden klebt und lässt sich gut zu einer Rolle formen. Damit weißt du grob, ob dein Beet eher Wasser halten oder mehr Luft bekommen muss.
Ich mache die Fingerprobe an mehreren Stellen im Beet und notiere mir, wo die Erde klebt und wo sie rieselt. Diese Notiz lege ich später zum Laborbefund.
Die Bodenprobe fürs Labor
Genauer wird es mit einer MischprobeEine Mischprobe ist eine Bodenprobe, die aus Erde von mehreren Stellen derselben Fläche zusammengemischt wird. So zeigt die Untersuchung im Labor den Zustand der ganzen Fläche und nicht nur den einer einzelnen Stelle., die du an ein Bodenlabor schickst. Dabei kommt es auf Menge, Tiefe und Zeitpunkt an.
So nimmst du die Probe für dein Rotkohlbeet.
- Stich 10 bis 15 Teilproben, verteilt über die ganze Fläche.
- Nimm jede Teilprobe aus den oberen 30 cm.
- Mische alles gründlich und schicke etwa 500 g davon ans Labor.
- Beprobe vom Herbst bis zum Frühjahr oder nach der Ernte.
- Nimm keine Probe direkt nach einer Düngung.
- Beprobe jeden Nutzungsbereich getrennt, das Gemüsebeet also für sich.
Was der Befund dir sagt
Eine Standard-Bodenanalyse kann den pH-Wert und pflanzenverfügbares Phosphor, Kalium und Magnesium bestimmen. Löslichen Stickstoff und den Humusgehalt musst du gesondert beauftragen. Weil Rotkohl humusreichen Boden will und der Humus im Standardumfang fehlt, kreuze ich ihn beim Rotkohlbeet extra an.
Den pH-Wert nur nach Befund anpassen
Ob du kalkst, richtet sich nach Bodenart und Bodenuntersuchung. Liegt der pH schon im passenden Zielbereich oder darüber, wird nicht gekalkt.
Kohl braucht jedes Jahr Kalk? Nein. Kalk gibt es nur, wenn Bodenart und Befund dafür sprechen, und nie oberhalb des passenden pH-Zielbereichs.
Wie lockerst du den Boden für Rotkohl richtig?
Den Zeitpunkt bestimmt der Boden selbst. Bearbeite das Beet erst, wenn es so weit abgetrocknet ist, dass keine Erde mehr an den Geräten haften bleibt.
Am ersten warmen Frühlingstag losgraben, obwohl die Erde noch am Spaten klebt. Warte, bis nichts mehr am Gerät hängen bleibt.
Sauzahn statt Spaten im bestehenden Beet
Ein Gemüsebeet, das du schon bewirtschaftest, lockerst du ohne Wenden mit dem Sauzahn. Ich ziehe ihn im Frühjahr kreuzweise durchs Beet, erst längs und dann quer. Die Bahnen liegen dabei etwa 20 cm auseinander. So bleiben die Bodenschichten dort, wo sie waren.
Der Sauzahn ist ein Handgerät mit einem einzelnen, sichelförmig gebogenen Zinken. Du ziehst ihn durch die Erde und lockerst sie, ohne sie umzudrehen.
Wann der Spaten sinnvoll ist
Umgraben lohnt sich vor allem bei Neuanlagen und bei sehr schweren Böden. Legst du ein neues Rotkohlbeet auf bisherigem Rasen an, greifst du also zum Spaten. Auf einem bestehenden Gemüsebeet reicht der Sauzahn.
Struktur verbessern mit Kompost und Gründüngung
Kompost wirkt je nach Boden unterschiedlich. Auf sandigem Boden verbessert er das Wasserhaltevermögen. Schweren Boden lockert er und verbessert dort KrümelstrukturKrümelstruktur bedeutet: Die Bodenteilchen halten zu lockeren, mit bloßem Auge sichtbaren Krümeln zusammen, zwischen denen viele Hohlräume bleiben. Der Boden baut sie selbst auf, getragen von aktivem Bodenleben, gutem Humus und ausreichend Ton und Kalk. und Durchlüftung. Eine Gründüngung kann leichte Böden wasserspeichernder und schwere Böden durchlässiger machen. Das Ergebnis deiner Fingerprobe sagt dir also, was Kompost und Gründüngung in deinem Beet leisten sollen.
Wie düngst du den Boden für Rotkohl?
Für Rotkohl arbeitest du bei der Pflanzvorbereitung Kompost ein. Den Stickstoffbedarf von Gemüse deckt Kompost allein aber nicht. Als organische Stickstoffdünger eignen sich Hornmehl, Horngrieß und Hornspäne.
Eine organische Düngevariante für starkzehrende Kohlkulturen verbindet beides:
| Baustein | Menge je m² |
|---|---|
| Kompost | 2,5 kg |
| Hornspäne | 80 g |
Zeigt dein Befund stark erhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, schränkst du den Kompost ein.
Erbsen, Bohnen und andere Hülsenfrüchte hinterlassen Stickstoff im Boden und sind deshalb gute Vorfrüchte für Rotkohl. Da Kompost den Stickstoff nicht allein liefert, trägt eine solche Vorfrucht zur Versorgung deines Rotkohls bei.
Düngen für den Wintervorrat
Winterformen von Rotkohl bilden festere Köpfe und lagern besser als Sommerformen. Für Lagerkohl gilt: In der zweiten Hälfte der KulturzeitDie Kulturzeit ist die Zeitspanne, die eine Gemüseart von der Aussaat oder Pflanzung bis zur Ernte braucht. Je nach Art ist sie kurz wie bei Radieschen oder lang wie bei Herbstkohl. wird nicht mehr gedüngt. Ich halte es bei Rotkohl für den Vorrat genauso und gebe ab der Hälfte der Kulturzeit keinen Dünger mehr.
Wie vermeidest du Staunässe und gießt richtig?
Rotkohl braucht gut drainierten Boden. Auf nassem Boden steigt bei Kohl zudem das Risiko für Kohlhernie: Feuchte bis staunasse Böden begünstigen die Infektion, besonders bei 20 bis 25 °C.
Schwere Böden durchlässiger machen
Auf schwerem Boden verbessert Kompost die Durchlüftung, und eine Gründüngung kann ihn durchlässiger machen. Ist dein Gartenboden für Gemüse ungeeignet, ermöglicht ein Hochbeet den Anbau trotzdem. Seine Erde erwärmt sich schneller und trocknet dadurch auch schneller aus, eine Mulchdecke mindert diesen Verlust.
Gründlich statt oft gießen
Rotkohl braucht besonders in Hitzeperioden regelmäßig Wasser, gieße dann abends. Wie viel dein Beet braucht, hängt von Wetter, Boden, Sonne und Wind am Standort ab. Ich prüfe vor dem Gießen mit dem Finger, ob die Erde unter der Oberfläche noch feucht ist.
Gießt du Beetpflanzen täglich mit 2 l je m², verdunstet gut ein Liter davon wieder, ohne der Pflanze zu nützen. Die Bayerische Gartenakademie rät Hobbygärtnern, Gemüse eher einmal wöchentlich mit rund 14 l je m² gründlich zu gießen als täglich in kleinen Mengen.
Welche Fruchtfolge und Vorkultur passen zu Rotkohl?
Zwischen Rotkohl und dem nächsten Kreuzblütler auf derselben Fläche sollten mindestens vier Jahre liegen. Zu den Kreuzblütlern zählen neben Kohl auch Radieschen, Rettich, Rucola und Kresse. Diese Verwandtschaft kann die Kohlhernie begünstigen, deshalb rechnest du sie bei der Pause mit.
Auch die Gründüngungspflanzen Senf, Ölrettich und Raps gehören zu den Kreuzblütlern. Vor Kohl meidest du sie, und in der Anbaupause zählen sie wie Kohl.
Als Gründüngung vor Kohl eignen sich Phacelia und Buchweizen. Phacelia hat unter den gängigen Gemüsearten keine Verwandten und passt deshalb in eine Kohlfruchtfolge.
Pflanzt du Rotkohl erst ab Juni, kann davor Salat oder Spinat als frühe Vorkultur auf dem Beet stehen. Welche Pflanzen neben Rotkohl stehen können, prüfst du im Mischkultur-Planer für Gemüsenachbarn. Nachbarlisten sind Erfahrungswerte, denn günstige Wirkungen zwischen Gemüsearten lassen sich schwer nachweisen. Damit die Jahre nicht durcheinandergeraten, trage ich jedes Kohlbeet in den Beetplaner für die Fruchtfolge ein.
Wie bereitest du Saatbeet und Pflanzbeet vor?
Die Erde für die Anzucht
Rotkohl ziehst du vor und verpflanzt ihn später ins Beet. Für die Anzucht säst du breitwürfig in Saatschalen oder ins FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet. und arbeitest die Samen flach ein. Die Saattiefe liegt bei 0,5 bis 1 cm. Als Erde eignet sich nährstoffarme, humose und durchlässige Aussaaterde. Halte sie gleichmäßig feucht, aber ohne Staunässe. Mit sauberem, neuem Anzuchtsubstrat und gereinigten Gefäßen beugst du der Umfallkrankheit vor.
Wann du Rotkohl je nach Sortengruppe säst und wie die Jungpflanzen ins Beet kommen, zeige ich in der Anleitung, wie du Rotkohl vom Samen bis zur Ernte selbst ziehst. Alle Aussaat- und Pflanztermine für Kohl findest du im Kohl-Aussaatkalender zum Ausdrucken.
Das Pflanzbeet
Beim Vorbereiten des Pflanzbeets arbeitest du den Kompost ein. Stand vorher Salat oder Spinat auf der Fläche, bereitest du das Beet vor, sobald die Vorkultur abgeerntet ist. Den Abstand planst du als System aus Pflanzabstand und Reihenabstand:
| Maß | Rotkohl |
|---|---|
| Abstand in der Reihe | 40 bis 50 cm |
| Abstand zwischen den Reihen | 50 bis 60 cm |
| Anordnung | Einzelpflanzen in Reihen |
Wie pflegst du den Boden während der Kultur?
Zu Kulturbeginn hackst und jätest du das Rotkohlbeet. Wo noch kein Mulch liegt, hältst du mit flachem Hacken Beikräuter klein und bremst die Verdunstung. Ich hacke nur flach zwischen den Reihen und bleibe mit der Klinge vom Stängel weg.
Später übernimmt Mulch einen Teil dieser Arbeit. Er vermindert im Sommer Verdunstung und VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten.. Angetrockneten Rasenschnitt bringst du nur dünn bodendeckend aus und ergänzt ihn dafür öfter.
Wächst bei dir auch Rosenkohl, lies nach, wie du den Boden für Rosenkohl vom Lockern bis zum Anhäufeln pflegst. Welche Fehler bei Rotkohl in den einzelnen Kulturphasen passieren, habe ich in den typischen Anfängerfehlern beim Rotkohlanbau je Kulturphase gesammelt.
Wie beugst du Krankheiten und Schädlingen über den Boden vor?
Die Kohlhernie greift die Wurzeln an. Ihr Erreger bildet DauersporenDauersporen sind mikroskopisch kleine Sporen, mit denen manche Krankheitserreger im Boden überdauern, etwa der Erreger der Kohlhernie. Sie bleiben über mehrere Jahre lebensfähig und können dann erneut Pflanzen infizieren., die bis zu 20 Jahre im Boden überdauern können. Weil die Sporen so lange bleiben können und nasse Böden die Infektion fördern, beginnt der Schutz vor Kohlhernie mit durchlässigem Boden und Anbaupause.
- Vermeide Staunässe im Beet.
- Halte die Anbaupause ein und rechne Kreuzblütler-Gründüngungen mit.
- Entferne befallene Pflanzen samt Wurzeln und gib sie in den Restmüll, nicht auf den Kompost.
- Reinige nach einem Befall alle Bodenbearbeitungsgeräte gründlich.
- Setze nach einem Befall mindestens 7 Jahre keine Kreuzblütler auf die Fläche.
Am Beetrand bieten ungefüllte Blüten sowie Laub- und Totholzhaufen Nützlingen Nahrung oder Rückzugsräume. Gegen zufliegende Schadinsekten kann ein Kulturschutznetz den Befall verhindern oder vermindern. Wähle dafür eine Maschenweite unter 1 mm. Du legst das Netz direkt nach der Pflanzung auf und hältst die Ränder bis zur Ernte dicht geschlossen; mehr zu Schädlingen steht im Kohl-Ratgeber.
Was braucht der Boden nach der Rotkohlernte?
Im Herbst- und Winteranbau erntest du Rotkohl ab dem Spätherbst bis in den Winter. Wintersorten können dabei auf dem Beet bleiben. Die Nacharbeit am Boden beginnt deshalb erst nach der letzten Ernte.
Nach der Ernte hole ich die Strünke samt Wurzeln aus dem Beet und sehe mir die Wurzeln genau an. Wucherungen an den Wurzeln können auf Kohlhernie hindeuten, eine sichere Diagnose sind sie nicht. Solche Pflanzen gehören in den Restmüll.
Ist das Beet früh genug frei, säe ich eine Begrünung. Ich nehme dafür Phacelia und keine Kreuzblütler. Die Pflanzen durchwurzeln den Boden und schützen ihn vor AuswaschungAuswaschung ist der Verlust von Nährstoffen, die Niederschlagswasser aus dem Wurzelraum in tiefere Bodenschichten und bis ins Grundwasser spült. Besonders betroffen ist Nitrat, die Form, in der mineralischer Stickstoff im Boden größtenteils vorliegt.. Nach der Ernte ist außerdem ein guter Zeitpunkt für die nächste Bodenprobe.
Im Folgejahr passen weniger nährstoffbedürftige Kulturen aus anderen Pflanzenfamilien auf die Fläche, zum Beispiel Möhren, Kopfsalat oder Spinat.




