Gemüse · Kohl · Pflege

Weißkohl düngen: Mengen, Techniken und der Düngestopp bei Lagerkohl

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Viel Stickstoff, dazu genug Schwefel und ein passender Boden-pH: das braucht Weißkohl.
  • Als organische Grunddüngung für starkzehrenden Kohl dienen Kompost und Hornspäne.
  • Hornmehl bekommt Kopfkohl höchstens 150 g je m², aufgeteilt in zwei Teilgaben.
  • Bei Lagerkohl und Sauerkraut-Weißkohl endet die Düngung zur Mitte der Kulturzeit.
  • Kohl, der lange im Kübel steht, kann im Sommer Nachschub an Stickstoff brauchen.
  • Verfärbte Blätter sind Hinweise, keine Diagnose: erst Bodenfeuchte und Bodenbefund prüfen.
Ein Kopf Weißkohl (Brassica oleracea) wird auf einem Schneidebrett geschnitten
Foto: Natalia S · Pexels License · Quelle ↗

Weißkohl hat einen hohen Stickstoffbedarf, doch Dünger bis kurz vor der Ernte braucht er nicht in jedem Fall. Ziehst du Lagerkohl oder Weißkohl für Sauerkraut, ist in der zweiten Hälfte der Kulturzeit Schluss mit Düngen. Ich lege deshalb schon beim Pflanzen fest, wann die letzte Gabe fällt, und trage den Tag in meinen Gartenkalender ein.

Was Weißkohl braucht, bevor du düngst

Weißkohl verlangt viel Stickstoff, doch Schwefel und der Boden-pH müssen ebenfalls stimmen. Mit Kompost allein bekommt Gemüse nicht genug Stickstoff, darum stellst du ihm bei Weißkohl einen Stickstoffdünger zur Seite. Welche Aufgaben die einzelnen Nährstoffe haben und wie sich organische und mineralische Dünger unterscheiden, erklären die Grundlagen zum Düngen von Kohl.

Im Gartenbeet liegt der Zielbereich für Kohl bei pH 6,5 bis 7, wobei Bodenart und Humusgehalt den passenden Wert mitbestimmen. Kalk gibst du nur nach einer Bodenuntersuchung und nie oberhalb des Zielbereichs; mehr dazu steht im Kohl-Ratgeber unter Standort und Boden.

Die Bodenprobe ziehst du von Herbst bis Frühjahr oder nach der Ernte, nur nicht kurz nach dem Düngen. Im Standardumfang kann das Labor pH-Wert, Phosphor, Kalium und Magnesium messen; löslichen Stickstoff und Humus musst du eigens bestellen.

Aussaatkalender Weißkohl
GartenkalenderVorkultur: Februar, März, April, Mai, Juni; Aussaat: April, Mai; Ernte: Juni, Juli, August, September, Oktober, NovemberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: FebruarVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiVorkultur: JuniAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberVorkulturAussaatErnte

Der Düngeplan im Gartenbeet

Im Beet dünge ich Weißkohl organisch: eine Grunddüngung bei der Beetvorbereitung und bei Bedarf eine Nachdüngung während der Kultur. Für starkzehrenden Kohl wie Weißkohl gibt es eine organische Kombination aus Kompost und Hornspänen. Beides arbeite ich vor dem Pflanzen flach in den Boden ein. Als organische Stickstoffdünger im Biogarten eignen sich Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl.

Zahl im Blick

Pro m² kommen für starkzehrenden Kohl bei der organischen Variante 2,5 kg Kompost und 80 g Hornspäne ins Beet. Setzt du Hornmehl als Stickstoffdünger ein, bekommt Kopfkohl höchstens 150 g je m², aufgeteilt in zwei Teilgaben.

Ich entscheide mich pro Beet für einen Horndünger und notiere, wann ich was gegeben habe. Zeigt dein Bodenbefund stark erhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, schränkst du die Kompostgabe ein. Wird das Laub während der Kultur heller oder stockt das Wachstum, gieße ich verdünnte Pflanzenjauche an die Wurzeln.

Wer ökologisch gärtnert, setzt Leguminosen als Gemenge oder Zwischenfrucht vor den Kohl, weil sie zur Stickstoffversorgung beitragen. Für die Gründüngung davor nimmst du Phacelia oder Buchweizen; Senf, Ölrettich und Raps sind selbst Kreuzblütler und haben vor Kohl nichts zu suchen. Welche Vor- und Nachkulturen sonst passen, liest du im Beitrag zur Fruchtfolge beim Weißkohl.

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Früh-, Herbst- und Lagerkohl: wann die letzte Gabe fällt

Welche Sortengruppe du wählst, früh, sommerlich oder spät, bestimmt bei Kopfkohl Aussaat, Pflanzung und Ernte. Für die Düngung zählt vor allem, ob du den Kohl frisch isst, einlagerst oder zu Sauerkraut verarbeitest. Die Köpfe der Sommerformen bleiben eher locker, während Winterformen festere Köpfe ansetzen, die sich besser lagern lassen. Wann die Sortengruppen gesät werden, hast du mit dem Kohl-Aussaatkalender zum Ausdrucken auf einem Blatt.

Sortengruppe Standweite (Raster) Nachdüngen
Frühkohl 50 × 50 cm nach Blattbild
Herbstkohl 60 × 50 cm nach Blattbild
Lagerkohl 60 × 60 cm nur in der ersten Hälfte der Kulturzeit
Weißkohl für Sauerkraut, etwa die Verarbeitungssorte Donator nach Sortenangabe nur in der ersten Hälfte der Kulturzeit

Baust du Lagerkohl oder Weiß- und Spitzkohl für Sauerkraut an, endet die Düngung zur Mitte der Kulturzeit, und die zweite Hälfte wächst der Kohl ohne Gabe. Von der Pflanzung bis zur Reife vergehen bei Weißkohl etwa 50 bis 150 Tage, je nach Sorte und Witterung. Die Grenze für die letzte Gabe liegt deshalb bei jeder Sorte an einem anderen Tag.

Marias Erfahrung

Beim Pflanzen von Lagerkohl schlage ich die Kulturdauer der Sorte nach und markiere ihre Mitte im Gartenkalender. Jede Nachdüngung lege ich vor diesen Tag, auch die Jauche.

Hochbeet und Kübel: was sich bei der Düngung ändert

Hochbeet

Schichtest du ein Hochbeet neu aus Reisig, Kompost und Gärtnererde, wird dort im ersten Jahr viel Stickstoff aus organischer Bindung frei. Weißkohl kann diesen Vorrat mit seinem hohen Stickstoffbedarf gut nutzen. Im ersten Jahr dünge ich deshalb erst nach, wenn das Laub heller wird oder das Wachstum stockt.

Steckt in deinem Hochbeet mineralische Erde, decken 3 l Kompost pro m² im Jahr die Grundnährstoffe ab. Den Stickstoff legst du dann passend zur Kultur nach, und Weißkohl braucht davon viel.

Kübel

Weißkohl eignet sich auch für die Kultur im Gefäß. Bei torffreier Kübelerde kann trotz Vordüngung Stickstoff fehlen, deshalb stimmst du die Düngung auf dein Substrat ab. Bleibt der Kohl lange im Kübel, kann im Sommer je nach Versorgung eine Nachdüngung fällig werden, die vor allem Stickstoff liefert. Bevor ich im Kübel Jauche gieße, fühle ich unter der obersten Erdschicht nach, denn die trocknet schneller ab als der Rest.

Düngetechniken: streuen, gießen, Langzeitdünger, Fertigation

Streuen und einarbeiten

Feste Horndünger streue ich rund um die Pflanzen auf den Wurzelbereich und arbeite sie flach mit der Hacke ein. Das flache Hacken hat auf Beeten ohne Mulch einen Nebeneffekt: Es hält Beikräuter zurück und senkt die Verdunstung. Beikraut holst du bei Weißkohl früh heraus, am besten bevor es Samen ansetzt.

Flüssig düngen mit Jauche

Pflanzenjauche rühre ich für Kohl in der Regel im Verhältnis 1:10 mit Wasser an und gieße sie an den Wurzelbereich, nicht über die Blätter. Bei Lager- und Sauerkrautkohl gilt auch für die Jauche die Grenze zur zweiten Kulturhälfte.

Langzeitdünger

Ein Langzeitdünger gibt seine Nährstoffe über einen längeren Zeitraum ab; wie lange, steht in der Gebrauchsanweisung. Für Lager- und Sauerkrautkohl taugt er deshalb nur, wenn seine Abgabe vor der Mitte der Kulturzeit endet, denn danach wird dieser Kohl nicht mehr gedüngt. Bei Früh- und Herbstkohl richtest du die Menge nach Gebrauchsanweisung und Bodenbefund.

Fertigation

Kurz erklärt

Bei der Fertigation läuft der Dünger gelöst mit dem Bewässerungswasser zu den Pflanzen. Genutzt wird sie vor allem in intensiven Anbausystemen.

Im Hausgarten kommst du dem am nächsten, wenn du verdünnte Jauche mit der Gießkanne an die Wurzeln gibst. Nutzt du eine Tropfbewässerung mit Düngerbeimischung, richtest du Konzentration und Häufigkeit nach der Gebrauchsanweisung des Düngers. Für Lager- und Sauerkrautkohl endet auch diese Düngung zur Mitte der Kulturzeit.

Blattdüngung

Bei der Blattdüngung wird eine Nährlösung auf die Blätter gesprüht statt in den Boden gegeben. Ich setze sie im Beet nicht ein, sondern dünge über den Boden und lasse unklare Blattbilder über eine Bodenprobe klären.

Mangel erkennen: Blattbild und Bodenbefund

Verfärbte Blätter sind ein Hinweis und keine Diagnose. Bevor ich nachdünge, prüfe ich die Bodenfeuchte, denn bei Grünkohl zum Beispiel färbt unter Umständen schon Wassermangel die Blätter gelb.

Was du siehst Kann hindeuten auf Was ich dann tue
Blätter hellgrün bis gelblich, Wachstum stockt Stickstoffmangel Bodenfeuchte prüfen, dann Stickstoff nachlegen, bei Lager- und Sauerkrautkohl nur in der ersten Kulturhälfte
Jüngere Blätter auffällig hellgrün Schwefelmangel Schwefel beim Bodenlabor mit anfragen
Blätter dunkelgrün bis violett Phosphormangel Bodenprobe, Phosphor nur nach Befund
Braune Ränder an älteren Blättern Kaliummangel Bodenprobe, Kalium nur nach Befund
Gelbe Aufhellungen zwischen den Blattadern Magnesiummangel Bodenprobe, Magnesium gehört zur Standardanalyse
Braune, absterbende Innenblätter, Herzfäule Calciummangel bisherige Düngung und pH-Wert prüfen, kalken nur nach Befund
Verkorkter oder hohler Strunk Bormangel Bor beim Bodenlabor gezielt anfragen

Bei braunen Innenblättern lege ich nicht einfach Dünger nach. Ich schaue zuerst auf die bisherigen Gaben und den Bodenbefund.

Mythos-Check

Mehr Dünger bringt nicht automatisch größere Köpfe. Für Hornmehl gilt bei Kopfkohl eine Obergrenze von 150 g je m². Bei Chinakohl können zu viel oder einseitiger Dünger sogar Innenblattnekrosen und andere physiologische Störungen fördern.

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Häufige Fragen

Wann sollten Grunddüngung und Kopfdüngung bei Weißkohl erfolgen?
Die Grunddüngung aus Kompost und Hornspänen arbeitest du bei der Beetvorbereitung vor dem Pflanzen ein. Setzt du Hornmehl ein, teilst du die Menge für Kopfkohl in zwei Gaben auf. Bei Lagerkohl und Weißkohl für Sauerkraut liegen alle Gaben in der ersten Hälfte der Kulturzeit. Den Zeitpunkt einer Nachdüngung richte ich nach dem Blattbild.
Unterscheidet sich die Düngung von Frühkohl, Sommerkohl und Lagerkohl?
Ja, vor allem beim Ende der Düngung. Ziehst du Lagerkohl oder Weißkohl für Sauerkraut, ist in der zweiten Hälfte der Kulturzeit Schluss mit Düngen. Für den Vorrat eignen sich Winterformen mit ihren festeren Köpfen besser als Sommerformen mit eher lockeren Köpfen. Bei Frühkohl für den Frischverzehr richte ich Nachdüngungen nach dem Blattbild.
Welche Düngetechniken wie Blattdüngung und Fertigation gibt es für Weißkohl?
Bei der Fertigation läuft der Dünger gelöst mit dem Bewässerungswasser zu den Pflanzen, vor allem in intensiven Anbausystemen. Im Garten kommt dem die Flüssigdüngung am nächsten: Du rührst Pflanzenjauche für Kohl in der Regel 1:10 mit Wasser an und gießt sie an die Wurzeln. Bei der Blattdüngung wird eine Nährlösung auf die Blätter gesprüht statt in den Boden gegeben. Ich setze sie nicht ein und dünge über den Boden.
Was unterscheidet Langzeitdünger von herkömmlichen Düngern beim Kohlanbau?
Ein Langzeitdünger gibt seine Nährstoffe über einen längeren Zeitraum ab, wie lange, steht in der Gebrauchsanweisung. Herkömmliche Dünger gibst du dagegen in einzelnen Gaben, deren Zeitpunkt du selbst setzt. Bei Lagerkohl und Weißkohl für Sauerkraut passt ein Langzeitdünger nur, wenn seine Abgabe vor der Kulturmitte endet. Danach wird dieser Kohl nicht mehr gedüngt.
Welche Mangelsymptome zeigen sich bei unausgewogener Nährstoffversorgung von Weißkohl?
Hellgrüne bis gelbliche Blätter können auf Stickstoffmangel hindeuten, braune Ränder an älteren Blättern auf Kaliummangel. Dunkelgrüne bis violette Blätter können ein Hinweis auf Phosphormangel sein, ein hohler oder verkorkter Strunk auf Bormangel. Das sind Hinweise und keine Diagnosen. Prüfe zuerst die Bodenfeuchte und lass den Boden untersuchen, bevor du gezielt nachdüngst.
Wie erkennt man Calcium- und Magnesiummangel bei Weißkohl?
Gelbe Aufhellungen zwischen den Blattadern können auf Magnesiummangel hindeuten, braune, absterbende Innenblätter auf Calciummangel. Beides sind Hinweise und keine sichere Diagnose. Magnesium und den pH-Wert erfasst schon eine Standard-Bodenanalyse, und gekalkt wird nur nach Bodenuntersuchung. Bei braunen Innenblättern prüfe ich außerdem die bisherige Düngung, statt einfach nachzulegen.
Stimmt es, dass mehr Dünger automatisch zu besseren Weißkohl-Erträgen führt?
Nein, für Hornmehl gilt bei Kopfkohl sogar eine Obergrenze von 150 g je m². Zeigt der Bodenbefund stark erhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, wird auch die Kompostgabe eingeschränkt. Bei Chinakohl können zu viel oder einseitiger Dünger sogar Innenblattnekrosen fördern. Ich dünge deshalb nach Blattbild und Bodenbefund.
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