Gemüse · Kohl · Pflege

Grünkohl düngen: welche Nährstoffe er braucht und wie du bis zum Winter nachdüngst

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 4 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Vor dem Auspflanzen reifen Kompost einarbeiten, danach während der Kultur regelmäßig nachdüngen.
  • Kompost allein deckt den Stickstoff nicht: Horndünger oder Pflanzenjauche ergänzen, die Jauche in der Regel 1:10 verdünnt an die Wurzeln.
  • Organische Variante für starkzehrende Kohlkulturen: 2,5 kg Kompost und 80 g Hornspäne je m².
  • Grünkohl bevorzugt einen Boden-pH von 6,8 bis 7,5; ob du kalkst, entscheiden Bodenart und Bodenprobe.
  • Gelbe Blätter im Spätsommer können auch auf Wassermangel hindeuten.
  • Kälte macht viele Grünkohlsorten milder, Frost braucht es dafür nicht.
Grünkohl mit stark gekrausten, blaugrünen Blattspitzen in dichter Rosette
Foto: Sayanti Roy · Pexels License · Quelle ↗

Grünkohl kommt im Sommer ins Beet und liefert seine Blätter erst im Herbst und Winter. Bekommt er nur beim Pflanzen etwas mit, kann ihm bis zur Ernte Stickstoff fehlen. Kompost allein deckt die Stickstoffversorgung von Gemüse nämlich nicht. Ich dünge Grünkohl deshalb in zwei Schritten: reifer Kompost vor dem Pflanzen, danach Stickstoff, solange er wächst.

Welche Nährstoffe braucht Grünkohl?

Grünkohl zählt als Kohl zu den Starkzehrern. Kompost ist dabei die Grunddüngung, den Stickstoff gibst du während der Kultur dazu. Wie es um Phosphor, Kalium und Magnesium steht, zeigt eine Standard-Bodenanalyse zusammen mit dem pH-Wert. Löslichen Stickstoff und den Humusgehalt beauftragst du gesondert. Liegen Phosphor oder Kalium stark erhöht, schränkst du die Kompostgabe ein.

Was die einzelnen Nährstoffe in der Pflanze leisten und welche Düngerarten es gibt, erklärt der Abschnitt Düngen im Kohl-Ratgeber. Hier geht es um das, was beim Grünkohl dazukommt: die lange Zeit im Beet bis in den Winter.

Aussaatkalender Grünkohl
GartenkalenderVorkultur: Mai, Juni, Juli; Aussaat: Mai, Juni, Juli; Blüte: April, Mai; Ernte: Januar, November, Dezember; Pflanzung: Juni, JuliJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MaiVorkultur: JuniVorkultur: JuliAussaatAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliBlüteBlüte: AprilBlüte: MaiErnteErnte: JanuarErnte: NovemberErnte: DezemberPflanzungPflanzung: JuniPflanzung: JuliVorkulturAussaatBlüteErntePflanzung

Was vor dem Pflanzen ins Beet gehört

Grünkohl bevorzugt nährstoffreiche, tiefgründige Böden, die Wasser gut halten, und einen pH-Wert von 6,8 bis 7,5. Ob du kalkst, richtet sich nach Bodenart und Bodenprobe; liegt der pH-Wert über dem Zielbereich, wird nicht gekalkt. Mehr zu Standort, pH-Wert und Staunässe steht im Kohl-Ratgeber unter Standort und Boden.

Vor dem Auspflanzen arbeitest du reifen Kompost ins Beet ein. Ich verteile ihn auf der abgeräumten Fläche und mische ihn mit dem Sauzahn unter, ohne die Bodenschichten zu wenden.

Zahl im Blick

Eine organische Variante für starkzehrende Kohlkulturen kombiniert 2,5 kg Kompost je m² mit 80 g Hornspänen je m². Beide Mengen beziehen sich auf die Beetfläche, nicht auf die einzelne Pflanze.

Stand vorher eine Leguminosen-Zwischenfrucht auf dem Beet, trägt sie zur Stickstoffversorgung des Kohls bei. Welche Vorfrucht wohin passt und wo die Kohlpause greift, legst du im Beetplaner für deine Fruchtfolge fest.

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Wie du bis zur Winterernte nachdüngst

Grünkohl wird für die Herbst- und Winterernte von Anfang Juni bis Anfang August gepflanzt. Geerntet wird je nach Sorte von Oktober bis März. Er steht also vom Sommer bis in den Winter im Beet, und Kompost allein deckt seinen Stickstoffbedarf nicht. Deshalb düngst du Grünkohl während der Kultur regelmäßig nach. Die Pflanz- und Saattermine aller Kohlarten findest du im Kohl-Aussaatkalender zum Ausdrucken.

Womit du nachdüngst

Als organische Stickstoffdünger eignen sich Hornmehl, Horngrieß und Hornspäne. Ich streue den Horndünger rund um die Pflanzen und hacke ihn flach ein.

Pflanzenjauche, etwa aus Brennnesseln, wird in der Regel im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt und an die Wurzeln gegossen. Ich gieße sie direkt an den Fuß der Pflanzen und nicht über das Laub.

Wann die nächste Gabe fällig ist

Wie viel Stickstoff der Kohl zusätzlich braucht, hängt davon ab, was im Boden schon steckt und was Humus und Erntereste nachliefern. Ich entscheide die nächste Gabe deshalb am Beet. Schiebt der Kohl neue Blätter nach und bleibt das Laub kräftig grün, warte ich ab. Stockt der Zuwachs im Sommer, prüfe ich zuerst die Bodenfeuchte und lege erst dann Horndünger nach.

Späte Gaben für die Winterernte

Einen festen Düngestopp in der zweiten Hälfte der Kulturzeit gibt es für Lagerkohl sowie für Weiß- und Spitzkohl, der zu Sauerkraut wird. Mehr dazu steht im Ratgeber, wie du Weißkohl je nach Reifegruppe düngst. Grünkohl gehört nicht in diese Gruppe, für ihn gilt: während der Kultur regelmäßig nachdüngen. Ich gebe die späten Gaben trotzdem nur, solange der Kohl noch neue Blätter schiebt, und dünge nicht auf Vorrat.

Wie viel Frost Grünkohl verträgt, hängt von Sorte, Pflanzenzustand, Standort und Witterung ab. Als grober Richtwert gelten etwa −10 °C, das ist ein Anhaltspunkt und keine Garantie. Oft heißt es, eine kalibetonte Gabe im Spätsommer mache Grünkohl frosthart. Richte die Kaliumgabe nach dem Nährstoffbedarf aus, statt dich auf einen Frostschutz durch Dünger zu verlassen. In rauen Lagen kannst du ihn mit Vlies gegen Kahlfrost und eisigen Wind schützen.

Macht Dünger Grünkohl milder?

Milder wird Grünkohl bei vielen Sorten durch Kälte: Niedrige Temperaturen fördern die Zuckeranreicherung, und Frost braucht es dafür nicht. Ich dünge, damit der Kohl bis in den Herbst weiterwächst, und überlasse den Geschmack der Kälte.

Junge Blätter kannst du roh oder gegart essen, ältere können zäh werden. Ich ernte von außen nach innen und lasse bei der ersten Ernte mindestens die 5 bis 6 jüngsten Blätter am Strunk.

Mythos-Check

„Grünkohl erst nach dem ersten Frost ernten.“ Viele Sorten reichern den Zucker schon bei niedrigen Temperaturen an, Frost ist dafür keine Voraussetzung. Du kannst ernten, sobald die Blätter kräftig sind und es kühl geworden ist.

Typische Fehler beim Grünkohl-Düngen

Häufiger Fehler

Gelbe Blätter sofort mit Dünger beantworten. Vergilbte Grünkohlblätter können auch auf Wassermangel hindeuten, deshalb braucht der Kohl besonders von Anfang August bis Mitte September genug Wasser. Ich prüfe erst mit dem Finger, ob die Erde unter der Oberfläche noch feucht ist.

Kreuzblütler als Gründüngung vor dem Kohl

Senf, Ölrettich und Raps sind Kreuzblütler, und diese Verwandtschaft kann die Kohlhernie begünstigen. Als Gründüngung vor Grünkohl eignen sich Phacelia oder Buchweizen.

Im ersten Hochbeetjahr wie gewohnt nachdüngen

Ein frisch mit Reisig, Kompost und Gärtnererde aufgebautes Hochbeet setzt im ersten Jahr viel organisch gebundenen Stickstoff frei. Dort lege ich erst Horndünger nach, wenn der Zuwachs nachlässt. Bei einem Hochbeet mit mineralischer Erde liefert eine jährliche Kompostgabe die Grundnährstoffe, den Stickstoff ergänzt du nach Bedarf.

Im Kübel auf die Vordüngung vertrauen

Länger im Gefäß stehende Kohlpflanzen können im Sommer je nach Versorgung eine stickstoffbetonte Nachdüngung brauchen. In torffreien Substraten kann trotz Vordüngung zusätzlicher Stickstoffbedarf entstehen. Richte die Nachdüngung deshalb nach der Erde, die du verwendest. Gefäßgrößen und Substrat für Kohl im Kübel findest du im Kohl-Ratgeber unter Gefäß, Balkon, Hochbeet.

Passt dazu

Stehen noch andere Kohlarten in deinem Garten, lies nach, wie du Rosenkohl düngst. Außerdem erklären eigene Ratgeber, welche Nährstoffe Rotkohl braucht und wie du Zierkohl für kräftige Blattfarben düngst.

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Häufige Fragen

Wie funktioniert die richtige Düngung von Grünkohl?
Vor dem Auspflanzen arbeitest du reifen Kompost ins Beet ein, danach düngst du während der Kultur regelmäßig nach. Weil Kompost allein die Stickstoffversorgung nicht deckt, ergänzt du Stickstoff mit Horndünger oder verdünnter Pflanzenjauche. Die nächste Gabe richtest du nach dem Zuwachs, und bei gelben Blättern prüfst du zuerst die Bodenfeuchte.
Welche Nährstoffe benötigt Grünkohl für optimales Wachstum?
Grünkohl zählt als Kohl zu den Starkzehrern, und während der Kultur lieferst du vor allem Stickstoff nach. Wie gut dein Boden mit Phosphor, Kalium und Magnesium versorgt ist, zeigt eine Standard-Bodenanalyse samt pH-Wert. Liegen Phosphor oder Kalium stark erhöht, schränkst du die Kompostgabe ein.
Warum ist eine Bodenanalyse vor der Grünkohldüngung wichtig?
Die Analyse zeigt, was schon im Boden steckt: Eine Standard-Analyse bestimmt den pH-Wert sowie Phosphor, Kalium und Magnesium. Löslichen Stickstoff und Humus beauftragst du gesondert. Mit dem Ergebnis entscheidest du, ob du kalkst und ob du die Kompostgabe einschränkst. Nimm die Probe zwischen Herbst und Frühjahr oder nach der Ernte, nicht direkt nach einer Düngung.
Warum hat Grünkohl einen besonders hohen Stickstoffbedarf?
Grünkohl zählt als Kohl zu den Starkzehrern und steht lange im Beet: Gepflanzt wird von Anfang Juni bis Anfang August, geerntet je nach Sorte von Oktober bis März. Kompost allein deckt die Stickstoffversorgung von Gemüse nicht. Deshalb wird Grünkohl während der Kultur regelmäßig nachgedüngt, etwa mit Horndünger oder verdünnter Pflanzenjauche.
Wie wirkt sich der Nährstoffbedarf von Starkzehrern auf die Bodenverbesserung aus?
Nach starkzehrendem Kohl kommen weniger nährstoffbedürftige Folgekulturen aus anderen Pflanzenfamilien infrage, etwa Möhren, Kopfsalat und Spinat. Vor dem Kohl kann eine Leguminosen-Zwischenfrucht zur Stickstoffversorgung beitragen. Kompost lockert schwere Böden und verbessert bei leichten Böden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen.
Stimmt es, dass Winterkohl keine Düngung benötigt?
Für Grünkohl stimmt das nicht. Er bekommt vor dem Auspflanzen reifen Kompost und wird während der Kultur regelmäßig nachgedüngt. Der feste Düngestopp in der zweiten Hälfte der Kulturzeit gilt für Lagerkohl sowie für Weiß- und Spitzkohl fürs Sauerkraut, beim Grünkohl richtest du die späten Gaben nach dem Zuwachs.
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