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Rotkohl ernten und lagern: feste Köpfe erkennen und über den Winter bringen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion

Grundlagen: Gemüse ernten und lagern: Reifezeichen erkennen und Vorräte richtig aufbewahren · Alle Ratgeber zu Ernten, Lagern & Haltbarmachen

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Erntereif ist Rotkohl, wenn der Kopf geschlossen und fest ist und die Außenblätter frisch sind.
  • Von der Pflanzung bis zur Reife braucht er je nach Sorte und Witterung 80 bis 160 Tage.
  • Lagerköpfe erntest du trocken, mit Strunk und gesunden Umblättern, und wäschst sie nicht.
  • Winterformen sind bei hoher Luftfeuchte knapp über 0 °C bis zu 6 Monate lagerfähig.
  • Kontrolliere das Lager alle paar Tage und sortiere Faulendes sofort aus.
Rotkohlköpfe mit violetten Deckblättern, einer davon angeschnitten mit hellen Blattadern im Inneren
Foto: Daniel Dan · Pexels License · Quelle ↗

Ob ein Rotkohlkopf für den Wintervorrat taugt, entscheidest du beim Ernten. Er muss fest geschlossen sein, und für das Lager brauchst du dazu den Strunk, gesunde Umblätter und einen trockenen Kopf. Ich sortiere deshalb schon am Beet: Was locker gewachsen oder verletzt ist, kommt in die Küche, alles andere ins Lager.

Rotkohl ernten: Woran erkennst du den reifen Kopf?

Erntereif ist Rotkohl, wenn der Kopf geschlossen und fest ist und die Außenblätter frisch aussehen, nicht welk. Wie groß der Kopf dabei wird und wie fest er sich anfühlt, hängt von der Sorte ab. Ich lege beide Hände seitlich an den Kopf und drücke leicht zu. Gibt er noch nach, bekommt er weiter Zeit auf dem Beet.

Von der Pflanzung bis zur Reife braucht Rotkohl je nach Sorte und Witterung 80 bis 160 Tage. Weil auch Größe und Festigkeit des Kopfes an der Sorte hängen, sagt dir der Kalender nur, ab wann sich das Nachsehen lohnt. Ob der Kopf wirklich reif ist, merkst du erst mit der Hand.

Erntezeit: vom Herbst bis in den Winter

Geerntet wird Rotkohl von September bis November. Im Herbst- und Winteranbau reicht die Ernte ab dem Spätherbst bis in den Winter, und Wintersorten können dabei auf dem Beet bleiben. Winterhart ist Rotkohl trotzdem nicht. Kündigt sich stärkerer Frost an, hole ich die festen Köpfe ins Lager. Wann die anderen Kohlarten so weit sind, zeigt dir der Kohl-Ratgeber im Kapitel Ernte und Lagerung.

Mythos-Check

„Rotkohl schmeckt erst, wenn Frost drauf war.“ Bei vielen Grünkohlsorten steigt der Zuckergehalt, wenn es kalt wird, und selbst dort ist Frost dafür nicht nötig. Rotkohl gilt dagegen nicht als winterhart. Ich warte deshalb nicht auf Frost, sondern ernte, sobald der Kopf fest ist.

Aussaatkalender Rotkohl
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai; Aussaat: April, Mai; Blüte: Mai, Juni; Ernte: September, Oktober, November; Pflanzung: März, AprilJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiBlüteBlüte: MaiBlüte: JuniErnteErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberPflanzungPflanzung: MärzPflanzung: AprilVorkulturAussaatBlüteErntePflanzung

Richtig schneiden: Strunk und Umblätter

Bevor du schneidest, entscheidest du, ob der Kopf in die Küche oder ins Lager geht. Für die Küche schneide ich den Kopf mit einem scharfen Messer unterhalb der Umblätter ab und putze lose Außenblätter gleich am Beet weg.

Lagerköpfe erntest du mit Strunk und gesunden Umblättern, denn am Strunk hängst du sie später im Lager auf. Hast du keinen Platz zum Aufhängen, kürzt du den Strunk auf 10 cm und legst die Köpfe in Obstkisten. Ich ernte Lagerköpfe an einem trockenen Tag, damit das Erntegut trocken ins Lager kommt.

Häufiger Fehler

Den Lagerkopf abspülen, damit er sauber in den Keller kommt. Rotkohl für die längere Frischlagerung bleibt ungewaschen. Lose Erde streife ich mit der Hand ab, der Rest bleibt, wie er ist.

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Welche Köpfe dürfen ins Lager?

Winterformen von Rotkohl bilden festere Köpfe und lagern besser, Sommerformen wachsen eher locker. Wann du welche Sortengruppe säst, erklärt der Beitrag zur Rotkohl-Aussaat je nach Sortengruppe. Mehr zu Sommer- und Winterformen steht im Kohl-Ratgeber unter Sorten und Jahreszeiten.

Ins Lager kommt nur, was gesund und unverletzt ist. Köpfe mit Rissen oder Druckstellen wandern bei mir direkt in die Küche. Rundliche Blattflecken können auf Alternaria hindeuten, und für das Lager wählst du dann ausschließlich gesunde Köpfe aus.

Mini-Checkliste

Der Kopf ist geschlossen und fest. Die Außenblätter sind frisch und nicht welk. Strunk und gesunde Umblätter sind noch dran. Es gibt keine Risse, Druckstellen oder Flecken. Der Kopf ist trocken und ungewaschen.

Lagerorte im Vergleich: Kühlschrank, Keller, Erdmiete, Kühlhaus

Wie lange Rotkohl hält, hängt vom Lagerort ab. Jede Zeile der Tabelle gilt nur für ihren eigenen Zusammenhang.

Lagerort und Zusammenhang Temperatur Relative Luftfeuchte Haltbarkeit
Gemüsefach, frischer Rotkohl keine Angabe keine Angabe rund drei Wochen
Keller, Orientierung für Kohl- und Wurzelgemüse 1 bis 4 °C 90 bis 95 % keine Angabe
Winterformen von Weiß- und Rotkohl knapp über 0 °C hoch bis zu 6 Monate
Hausgarten, allgemein für Obst und Gemüse, trocken eingebracht 2 bis 4 °C 85 bis 90 % keine Angabe
Kühlhaus, Kopfkohl professionell 0 bis 0,5 °C 95 bis 98 % keine Angabe
Später Kopfkohl, professionelle Lagerung −2 bis 0 °C über 95 % 4 bis 9 Monate

Gemüsefach: für die nächsten Wochen

Frischer Rotkohl hält sich im Gemüsefach des Kühlschranks rund drei Wochen. Einen angeschnittenen Kopf decke ich ab und verbrauche ihn vor den ganzen Köpfen.

Keller: der Platz für den Wintervorrat

Robuste Winterkohlsorten aus dem Freiland kannst du für mehrere Monate in einem kühlen, dunklen Keller einlagern. Als allgemeine Orientierung für Kohl- und Wurzelgemüse im Keller dienen 1 bis 4 °C. Die relative Luftfeuchte liegt dabei bei 90 bis 95 %.

Zahl im Blick

Winterformen von Weiß- und Rotkohl sind bei hoher Luftfeuchte knapp über 0 °C bis zu 6 Monate lagerfähig.

Die Lagerköpfe hängst du am Strunk auf. Eine zweite Möglichkeit ist die Sandkiste. Dafür schlägst du die Köpfe in eine Kiste mit feuchtem Sand ein, deckst sie mit Stroh oder Laub ab und stellst die Kiste in den kühlen Keller.

Marias Erfahrung

Meine Lagerköpfe hängen am Strunk an einer Latte unter der Kellerdecke, sodass sich keiner berührt. Daneben hängen ein Thermometer und ein Hygrometer. Beim Kontrollgang lese ich beide ab und drehe jeden Kopf einmal in der Hand, um alle Seiten zu sehen.

Erdmiete: wenn kein Keller da ist

Eine Erdmiete für Lagerkohl braucht eine Drainage aus Sand, einen Mäuseschutz aus feinem Draht, eine isolierende Abdeckung und Luftaustausch. Beim Weißkohl legt man dafür einen Kohlgraben an, der 30 bis 40 cm breit und ebenso tief ist. Unten kommen 5 cm Sand hinein. Darauf liegen die Köpfe mit ihren Umblättern, der Strunk zeigt nach oben, und darüber folgen Stroh und Erde.

Kühlhaus: Werte aus dem Profilager

Im professionell geführten Kühlhaus lagert Kopfkohl bei 0 bis 0,5 °C. Die relative Luftfeuchte beträgt dort 95 bis 98 %. Unter den professionellen Bedingungen aus der letzten Tabellenzeile ist später Kopfkohl 4 bis 9 Monate lagerfähig. Für dein Lager zu Hause orientierst du dich an den Kellerwerten.

Das Lager kontrollieren

Ein Vorratslager im Haus kontrollierst du alle paar Tage. Was krank ist oder fault, sortierst du sofort aus. Ich nehme dafür eine leere Kiste mit, in die alles Aussortierte gleich wandert. Lagergemüse gehört außerdem nicht neben Obst, weil besonders Äpfel Ethylen abgeben und damit das Welken beschleunigen können.

Achtung

Sichtbar verschimmelten Rotkohl isst du nicht mehr, der Kopf wird entsorgt. Auch ein verschimmeltes Kohlgericht kommt ganz weg, denn Wegschneiden oder starkes Erhitzen beseitigt mögliche Schimmelpilzgifte nicht sicher.

Rotkohl anbauen: kurz zur Vorarbeit

Schon im Beet unterscheidet sich Lagerkohl: Er bekommt in der zweiten Hälfte der Kulturzeit keinen Dünger mehr. Wie du Rotkohl vom Setzling an pflegst und vor Schädlingen schützt, liest du im Beitrag zum Rotkohlanbau im Hausgarten. Die Grundlagen zu Pflege und Pflanzenschutz für alle Kohlarten fasst der Kohl-Ratgeber zusammen.

Haltbar machen und kochen: kurz verwiesen

Einfrieren, Einkochen und Fermentieren sind eigene Themen mit eigenen Sicherheitsregeln. Beim Fermentieren muss der Kohl vollständig mit eigenem Saft oder Salzlake bedeckt sein, entstehendes Gas muss entweichen können, und die Gefäße sind sauber ausgekocht. Die Verfahren im Einzelnen findest du im Kohl-Ratgeber im Kapitel Küche und Nährwerte.

Rotkohl kannst du roh essen, dämpfen oder kochen. Empfindliche Vitamine schonst du, wenn du Gemüse kurz mit wenig Flüssigkeit dünstest oder dämpfst. Ideen für jede Saison sammeln die Rotkohlrezepte passend zur Jahreszeit.

Nach der Ernte: Wurzeln prüfen, Beet planen

Beim Abräumen des Beets sehe ich mir die Wurzeln der Strünke an. Knötchenartige bis fingerförmige Wucherungen können auf Kohlhernie hindeuten. Solche Wurzeln gehören in den Restmüll, nicht auf den Kompost. Für Rotkohl gilt eine Fruchtwechselpause von 4 Jahren, und zur Kohlpause zählen auch Radieschen, Rettich und Gründüngungen wie Gelbsenf. Wo Rotkohl in den nächsten Jahren nicht stehen soll, siehst du, wenn du deine Beete über mehrere Jahre planst.

Passt dazu

Wie du Rosenkohl nach der Ernte putzt und lagerst, steht im Nachbarbeitrag. Beim Grünkohl erntest du einzelne Blätter statt Köpfe, dazu passt der Beitrag, wie du Grünkohl blattweise erntest und frisch hältst.

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Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Rotkohl-Ernte?
Einen festen Kalendertag gibt es nicht, denn Rotkohl braucht je nach Sorte und Witterung 80 bis 160 Tage von der Pflanzung bis zur Reife. Die Erntezeit liegt zwischen September und November, im Herbst- und Winteranbau reicht sie ab dem Spätherbst bis in den Winter. Den Ausschlag gibt der Kopf: Er soll geschlossen und fest sein, die Außenblätter frisch.
Wie erkennt man, dass Rotkohl erntereif ist?
Ein erntereifer Rotkohl hat einen geschlossenen, festen Kopf und frische, nicht welke Außenblätter. Wie groß und wie fest der Kopf wird, hängt von der Sorte ab. Ich drücke mit beiden Händen seitlich auf den Kopf, und gibt er noch nach, bleibt er stehen.
Welche Lagermethoden eignen sich am besten für Rotkohl?
Für die nächsten Wochen reicht das Gemüsefach, dort hält frischer Rotkohl rund drei Wochen. Für den Wintervorrat hängst du Winterformen am Strunk in einem kühlen, dunklen Keller auf. Fehlt der Keller, braucht eine Erdmiete eine Sanddrainage, Mäuseschutz aus feinem Draht, eine isolierende Abdeckung und Luftaustausch.
Worin unterscheiden sich Rotkohl und Weißkohl bei der Lagerung?
Bei der Vorbereitung behandelst du beide gleich: Beide kommen ungewaschen ins Lager, mit Strunk und gesunden Umblättern. Die Winterformen beider Arten sind bei hoher Luftfeuchte knapp über dem Gefrierpunkt bis zu 6 Monate lagerfähig. Sommerformen bilden bei beiden eher lockere Köpfe und eignen sich schlechter für den Wintervorrat.
Wie beeinflusst die Sortenwahl die Lagerfähigkeit von Rotkohl?
Winterformen von Rotkohl bilden festere Köpfe und lagern besser als Sommerformen, deren Köpfe eher locker bleiben. Für den Wintervorrat planst du deshalb eine Winterform ein. Sommerformen nutze ich frisch in der Küche.
Welche Rolle spielen Temperatur und Luftfeuchtigkeit bei der Rotkohlaufbewahrung?
Rotkohl lagert kühl und feucht. Als allgemeine Orientierung für Kohlgemüse im Keller dienen 1 bis 4 °C. Die relative Luftfeuchte liegt dabei bei 90 bis 95 %. Winterformen sind bei hoher Luftfeuchte knapp über dem Gefrierpunkt bis zu 6 Monate lagerfähig.
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