Chicorée ernten und lagern: Wurzeln halten Monate, Sprosse nur Tage
- Wurzeln ab Mitte September roden, nach 18 bis 20 Wochen Wuchszeit
- Für die Treiberei nur gleichmäßig geformte Rüben mit 3 bis 6 cm Durchmesser nehmen
- Laub 4 cm über der Rübe abschneiden, ohne das Herz zu verletzen
- Wurzeln in Sand bei 0 bis 3 °C lagern, so halten sie bis zu acht Monate
- Sprosse vor Licht geschützt im feuchten Tuch ins Gemüsefach legen, sie halten bis zu vier bis fünf Tage
- Jede Wurzel liefert nur eine Sprossernte, deshalb satzweise antreiben

Chicorée-Sprosse, die offen im hellen Raum liegen, vergrünen und schmecken bitterer. Die Rüben, aus denen sie wachsen, lassen sich dagegen kalt in Sand eingeschlagen über Monate lagern. Ich halte meinen Wintervorrat deshalb als Wurzel in der Sandkiste und treibe davon nach und nach an. Entscheidend ist, dass du beide Ernten richtig einschätzt: den Rodetermin im Herbst und den Moment, in dem der Spross fertig ist.
Wie lange hält Chicorée?
Das hängt davon ab, ob du den fertigen Spross lagerst oder die Rübe, aus der er wächst.
| Was du lagerst | So lagerst du es | So lange hält es |
|---|---|---|
| Sprosse | im Kühlschrank, vor Licht geschützt, im feuchten Tuch im Gemüsefach | 1 Tag bis zu 4 bis 5 Tage; die längere Zeit im feuchten Tuch im Gemüsefach |
| Wurzeln für die Treiberei | frostsicher in Sand eingeschlagen, bei 0 bis 3 °C | bis zu 8 Monate |
Daraus ergibt sich, wie du planst. Die Sprosse halten nur Tage, die Wurzeln Monate, und jede Wurzel liefert nur eine einzige Sprossernte. Den Vorrat für den Winter hältst du deshalb als Wurzel und treibst satzweise nur so viele an, wie du frisch verbrauchen kannst.
Zwei Ernten: erst die Rübe, dann der Spross
Chicorée wächst zuerst als Rübe im FreilandFreiland ist die offene Anbaufläche unter freiem Himmel, im Garten also das normale Beet. Anders als im Gewächshaus oder im begehbaren Folientunnel wachsen die Pflanzen dort ohne feste Schutzhülle. und treibt danach im Dunkeln die gebleichten, geschlossenen Sprosse, die in die Küche kommen. Er gehört wie Radicchio und Zuckerhut zu den Salatzichorien der Art Cichorium intybus. Wie du ihn von der Aussaat im Mai bis zur Treiberei anbaust, steht im Anbau-Ratgeber; hier geht es ab dem Roden weiter.
Wann sind Chicorée-Wurzeln reif zum Roden?
Treibfähige Wurzeln rodest du ab Mitte September. Bis dahin brauchen sie 18 bis 20 Wochen Wuchszeit im Beet, der Rodetermin hängt also an der Aussaat. Wann du Chicorée am besten säst, liest du im Ratgeber zum Aussaatzeitpunkt.
Neben dem Datum zählt die Rübe selbst. Für die Treiberei eignen sich nur gleichmäßig geformte Rüben mit 3 bis 6 cm Durchmesser. Eine passende Rübe ist außerdem etwa 15 cm lang. Ich grabe vor dem Roden der ganzen Reihe eine Probewurzel aus und messe sie an der dicksten Stelle.
Wie gut die Rüben werden, entscheidet sich schon während der Wurzelanzucht. Trockenheit beeinträchtigt die Rübenbildung, und übermäßige Stickstoffgaben können die spätere Treibqualität verschlechtern. Wie du Chicorée bedarfsgerecht pflegst und düngst, zeigt der Pflege-Ratgeber.
Reif zum Roden ist die Wurzel ab Mitte September, nach 18 bis 20 Wochen Wuchszeit, mit 3 bis 6 cm Durchmesser, gleichmäßig geformt und etwa 15 cm lang.
Wie rodest du die Rüben und bereitest sie vor?
Ich lockere den Boden neben der Reihe mit der Grabegabel und hebe die Rüben vorsichtig heraus, damit sie nicht abbrechen. Danach lässt du sie zwei bis drei Tage an einem luftigen Ort abtrocknen. Anschließend schneidest du den Blattschopf 4 cm über der Rübe ab.
Verletze beim Kürzen nie das Herz in der Mitte des Blattschopfs.
Beim Kürzen sortiere ich gleich aus: Rüben, die zu dünn, zu dick oder krumm gewachsen sind, kommen nicht ins Treiblager.
Das geräumte Beet ist für Chicorée erst nach einer AnbaupauseDie Anbaupause ist die Zeit, die vergehen sollte, bevor dieselbe Pflanzenart oder eine Art derselben Pflanzenfamilie wieder auf demselben Beet wächst. Sie beugt Krankheiten und Schädlingen vor, die sich im Boden anreichern. von 3 bis 4 Jahren wieder an der Reihe. Verwandte wie Radicchio, Zuckerhut und Endivie zählen dabei mit, deshalb plane ich die Folgekulturen im Beetplaner für die Fruchtfolge.
Wie lagerst du Chicorée-Wurzeln bis zum Treiben?
Bis zum Antreiben lagern die vorbereiteten Wurzeln frostsicher, im Boden eingeschlagen oder in Sand. Ich schlage sie in einer Kiste mit Sand ein und stelle sie an einen Ort mit 0 bis 3 °C. So gelagert halten die Wurzeln bis zu acht Monate.
Wärme kürzt die Lagerzeit stark. Stehen vorbereitete Wurzeln bei etwa 12 °C, halten sie höchstens vier Tage. Kalt in Sand eingeschlagen sind es bis zu acht Monate.
Ich schreibe das Rodedatum auf die Sandkiste. Für jeden Satz nehme ich nur so viele Wurzeln heraus, wie ich auf einmal antreiben will, und decke den Rest wieder mit Sand zu.
Wann sind die Treibsprosse erntereif?
Getrieben werden die Wurzeln bei 12 bis 18 °C in vollständiger Dunkelheit. Die Erde bleibt dabei feucht, die Sprosse selbst bekommen beim Gießen kein Wasser ab. Wie du Chicorée im Kübel ziehst und treibst, zeigt der Ratgeber für Balkon und Terrasse.
Wie lange es bis zur Ernte dauert, geben Anleitungen unterschiedlich an:
| Treibtemperatur | Zeit bis zur Ernte |
|---|---|
| 12 bis 18 °C | 21 bis 26 Tage |
| 16 °C | etwa 3 Wochen oder 4 bis 5 Wochen |
| 12 °C | 5 bis 6 Wochen |
Kühler getrieben dauert es also länger. Verlass dich deshalb weniger auf den Kalender als auf den Spross: Erntereif ist er, wenn er ausgewachsen, aber noch fest geschlossen ist.
Wie schneidest du die Sprosse?
Du schneidest jeden Spross einzeln vom Rübenkörper ab. Ich nehme dafür ein scharfes Messer und setze es direkt an der Rübe an. Eine zweite Sprossernte liefert dieselbe Wurzel nicht.
Auch die Sorte bestimmt, wann du erntest. Etardo ist für die mittelspäte bis späte Erdtreiberei gedacht und liefert Sprosse von Dezember bis März. Macun eignet sich für Erd- und Wassertreiberei von Mitte November bis Ende Januar. Welche Chicorée-Sorten es sonst gibt und worin sie sich unterscheiden, zeigt der Sorten-Ratgeber.
Chicorée lagern: So bleiben die Sprosse frisch
Geerntete Sprosse brauchen Kälte und Schutz vor Licht. Unter Licht vergrünen sie und schmecken bitterer. Ich wickle sie gleich nach dem Schnitt in ein feuchtes Tuch und lege sie ins Gemüsefach.
Im feuchten Tuch im Gemüsefach halten die Sprosse bis zu vier bis fünf Tage. Selbst getriebene Sprosse verbrauche ich möglichst innerhalb von 1 Tag nach der Ernte.
Für Blattsalat gilt, ihn getrennt von Äpfeln, Birnen und Tomaten zu lagern, weil deren Ethylen Welken und Vergilben beschleunigt. Ich halte das beim Chicorée genauso. Einfrieren taugt bei Blattsalat nicht als Vorrat für knackige Rohkost, weil die wasserreichen Blätter beim Auftauen matschig werden. Den Vorrat für Salat halte ich deshalb nicht in der Tiefkühltruhe, sondern als Wurzel im Sand.
Gekauften Chicorée lagerst du genauso: dunkel, im feuchten Tuch, im Gemüsefach. Beim Einkauf schaue ich auf braune Flecken und welke Blätter, weil sie auf überlagerte Ware hinweisen können.
Die frisch geschnittenen Sprosse bleiben auf der hellen Arbeitsplatte liegen. Dort bekommen sie Licht, vergrünen und schmecken bitterer. Weitere Stolpersteine von der Aussaat bis zur Treiberei sammelt der Ratgeber zu typischen Anfängerfehlern beim Chicorée-Anbau.
Woran erkennst du, dass Chicorée nachlässt?
| Anzeichen | Was dahinterstecken kann |
|---|---|
| Grün verfärbte Blätter | Der Spross hat Licht bekommen und schmeckt dann bitterer. |
| Braune Flecken, welke Blätter | Die Ware kann überlagert sein. |
| Schimmel, faulige oder schmierige Stellen, muffiger Geruch | Der Chicorée ist verdorben und wird entsorgt. |
| Schleimige, faulende Wurzeln im Treibgefäß | Bakterien und Pilze können gemeinsam beteiligt sein; welcher Erreger es ist, kann erst eine Untersuchung klären. |
Braunes Gewebe im Strunk heißt nicht automatisch Pilz. Braune bis dunkelrote Verfärbungen im Strunk können auf Innere Bräune hindeuten, eine physiologische Störung. Für sich allein ist sie kein Beweis für Pilzbefall.
Chicorée auf dem Teller
Wie du die Sprosse zubereitest und welche Nährwerte Salate und Blattgemüse liefern, führt über die Lagerfrage hinaus. Salate und Blattgemüse sind Lebensmittel, keine Medizin, und ersetzen bei Beschwerden keinen ärztlichen Rat. Den Überblick über Nährwerte, Küche und Oxalsäure bei Salaten und Blattgemüse findest du im Überblicksartikel.





