Gemüse · Salate & Blattgemüse · Anbau

Chicorée aussäen: So planst du den Saattermin für die Treibrüben

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Für Chicorée hat sich der Mai als Saatmonat bewährt.
  • Zwischen Saat und Rodung wachsen die Rüben 18 bis 20 Wochen im Beet.
  • Die Samen keimen am besten bei 16 bis 20 °C, darüber drohen Keimhemmungen.
  • Lege die Samen 2 bis 3 cm tief in tiefgründigen, steinfreien und humosen Boden.
  • Chicorée sollte nur alle 3 bis 4 Jahre auf derselben Fläche stehen, verwandte Zichorien und Endivien zählen mit.
Mehrere Köpfe frischer Chicorée liegen auf einer hölzernen Oberfläche.
Foto: paulistano · Depositphotos Standard License · Quelle ↗

Beim Chicorée säst du nicht für einen Salatkopf, sondern für eine Rübe. Sie wächst zuerst im Beet heran und treibt danach im Dunkeln die gebleichten Sprosse, die du später als Chicorée erntest. Der Saattag legt fest, wann die Rübe aus der Erde kann, und damit auch, wann du frühestens treiben kannst. Ich trage mir deshalb beim Säen gleich die Wochen der Rodung in den Kalender ein.

Den ganzen Weg von der Rübe bis zum getriebenen Spross begleitet ein eigener Ratgeber. Hier geht es um den Saattermin, das Beet und die Saat selbst.

Chicorée-Aussaat auf einen Blick

Punkt Richtwert
Bewährter Saatmonat Mai
Keimtemperatur am besten 16 bis 20 °C, darüber drohen Keimhemmungen
Keimdauer rund zwei Wochen bei 16 bis 20 °C
Saattiefe 2 bis 3 cm; eine andere Anleitung nennt 1 bis 2 cm
Wachstum bis zur Rodung 18 bis 20 Wochen
Rübe für die Treiberei gleichmäßig geformt, 3 bis 6 cm Durchmesser, etwa 15 cm lang
Grunddüngung 3 l gut verrotteter Kompost je m², im Frühjahr oder vor der Saat
Anbaupause 3 bis 4 Jahre, verwandte Zichorien und Endivien zählen mit
Aussaatkalender Chicorée
GartenkalenderAussaat: Mai; Ernte: September, OktoberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MaiErnteErnte: SeptemberErnte: OktoberAussaatErnte

Wann säst du Chicorée?

Für Chicorée hat sich der Mai als Saatmonat bewährt. Von dort aus planst du zwei Dinge: die Wochen bis zur Rodung und das Wetter am Saattag. Die Termine der übrigen Salate und Blattgemüse findest du im Aussaatkalender für Salate und Blattgemüse zum Ausdrucken.

Vom Saattag bis zur Rodung rechnen

Zwischen Saat und Rodung wachsen die Rüben 18 bis 20 Wochen im Beet. Erst danach kommen sie zum Treiben ins Dunkle. Der Saattag bestimmt also, wann du frühestens Sprosse treiben kannst. Ich schreibe mir die Rodungsspanne zusätzlich auf das Etikett am Reihenende.

Temperatur statt Faustregel für die Region

Wann der Mai bei dir passt, entscheidest du nach der Temperatur. Chicorée-Samen keimen am besten bei 16 bis 20 °C. Dann dauert die Keimung rund zwei Wochen. Wird es wärmer als 20 °C, drohen Keimhemmungen. Ich schaue vor dem Säen auf die Wettervorhersage und lege die Saat in eine Phase ohne Hitze.

Häufiger Fehler

Die Saat mitten in eine Hitzephase legen, nur weil der Saatmonat gekommen ist. Über 20 °C drohen Keimhemmungen. Warte mit dem Säen, bis die Hitze nachlässt.

Wie du den Chicorée-Anbau insgesamt an Hitze, Trockenheit und Wetterextreme anpasst, zeigt der Ratgeber zum Klimawandel.

Sommer- oder Wintertyp: Was ändert die Sorte?

Manche Angaben hängen von der Sorte ab, etwa ob die Rüben beim Treiben Deckerde brauchen. Lies deshalb vor dem Säen die Samentüte. Weicht sie beim Saattermin vom Mai ab, hältst du dich an die Tüte. Welche Chicorée-Typen es gibt und worin sie sich unterscheiden, zeigt der Sortenüberblick.

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Wann willst du Chicorée ernten?

Beim Chicorée planst du zwei Termine: die Rodung und den Treibstart. Die Rodung ergibt sich aus dem Saattag. Den Treibstart wählst du selbst, denn abgetrocknete Rüben lassen sich in Sand einschlagen. Dort halten sie bis zu acht Monate. Die Lagertemperatur liegt dabei bei 0 bis 3 °C. Getrieben wird bei 12 bis 18 °C in vollständiger Dunkelheit. Jede Rübe liefert dabei nur eine Sprossernte.

Weil eingelagerte Rüben so lange halten und jede nur einmal treibt, holst du sie in Etappen zum Treiben und verteilst so die Ernte der Sprosse. Wie du Chicorée-Rüben rodest und bis zum Treiben lagerst, beschreibt der Ratgeber zu Ernte und Lagerung. Wie sich Chicorée mit seinen zwei Ernten von den übrigen Salaten abhebt, ordnet der Abschnitt Ernten im Überblick zu Salaten und Blattgemüse ein.

Das Beet vor der Saat

Boden und Grunddüngung

Für die Rüben wählst du einen tiefgründigen, steinfreien und humosen Boden ohne Verdichtungen, an einer Stelle, die weder sehr nass noch sehr trocken ist. Als Grunddüngung arbeitest du im Frühjahr oder vor der Saat 3 l gut verrotteten Kompost je m² ein. Mit Stickstoff hältst du dich zurück, weil zu viel davon die spätere Treibqualität verschlechtern kann. Beides vertieft der Überblick zu Salaten und Blattgemüse in den Abschnitten Standort und Boden sowie Düngen.

Anbaupause einplanen

Chicorée sollte nur alle 3 bis 4 Jahre auf derselben Fläche stehen. Die Pause gilt auch, wenn dort zuvor verwandte Kulturen wie Zichorien, Radicchio oder Endivien wuchsen. Chicorée und Radicchio gehören sogar zur selben Art. Plane die Chicorée-Reihe deshalb zusammen mit Radicchio, Zuckerhut und Endivien, sonst landet sie leicht auf einem Beet, dessen Pause noch läuft.

Marias Erfahrung

Ich notiere jedes Jahr im Gartenheft, auf welchem Beet Zichorien und Endivien standen. Vor der Chicorée-Saat blättere ich zurück und suche mir ein Beet, dessen Pause abgelaufen ist.

Dein ganzes Beet planst du im Beetplaner, geplante Nachbarn prüfst du im Mischkultur-Planer. Eine Mischkultur kann den Anbau unterstützen, versprechen kann sie nichts. Wer naturnah gärtnert, kann nachlesen, welche Rolle Chicorée in einer Permakultur-Pflanzung übernimmt.

So säst du Chicorée ins Beet

Ich säe Chicorée direkt in das Beet, in dem die Rüben bis zur Rodung wachsen. So gehst du vor:

  1. Lockere das Beet tief und sammle Steine ab.
  2. Ziehe Saatrillen und lege die Samen 2 bis 3 cm tief hinein.
  3. Bedecke die Samen mit Erde und drücke die Rille leicht an.
  4. Gieße die Reihe mit feiner Brause an und halte sie gleichmäßig feucht, bis die Sämlinge stehen.
  5. Ziehe zu dicht stehende Sämlinge heraus, sobald du sie greifen kannst.

Die Tiefe von 2 bis 3 cm nennt die LWG für die Anzucht von Treibwurzeln. Eine andere Anleitung gibt 1 bis 2 cm an, ich bleibe bei der Spanne der LWG. Den Abstand in der Reihe und den Reihenabstand übernimmst du als Paar von der Samentüte deiner Sorte. Beim Vereinzeln richtest du dich nach dem Abstand in der Reihe.

Mini-Checkliste

  • Beet ohne Zichorien, Radicchio oder Endivien in den letzten 3 bis 4 Jahren
  • Boden tief gelockert und frei von Steinen
  • keine Hitzephase in Sicht, denn über 20 °C drohen Keimhemmungen
  • Samen 2 bis 3 cm tief gelegt, mit Erde bedeckt und angedrückt
  • Rodungsspanne im Kalender: 18 bis 20 Wochen nach dem Saattag

Die ersten Wochen nach der Saat

Halte die Saatreihe gleichmäßig feucht, ohne sie zu vernässen, denn die Rübe braucht gleichmäßige Bodenfeuchte für ihre Wurzelbildung. Wie du Chicorée gießt, düngst und später im Dunkeln treibst, erklärt der Pflege-Ratgeber. Die Grundregeln für alle Arten stehen im Abschnitt Gießen und Pflegen des Überblicks zu Salaten und Blattgemüse.

Schnecken fressen überwiegend nachts, deshalb sammle ich sie in der Dämmerung mit der Taschenlampe von den Sämlingen ab. Welche Schädlinge und Krankheiten Chicorée treffen können und wie du vorbeugst, zeigt der Ratgeber zum Pflanzenschutz bei Chicorée. Vorbeugung aus dem ökologischen Anbau trägt der Abschnitt Krankheiten und Schädlinge im Überblick zu Salaten und Blattgemüse.

Typische Fehler bei der Chicorée-Aussaat

Die Stolpersteine bei der Saat selbst sind Termin, Temperatur und Anbaupause, und alle drei prüfst du, bevor das erste Korn in der Rille liegt. Welche Fehler Einsteigern beim Chicorée-Anbau sonst passieren und wie du sie umgehst, sammelt der Ratgeber für Anfänger.

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Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt, um Chicorée auszusäen?
Für Chicorée hat sich der Mai als Saatmonat bewährt. Rechne vom Saattag aus 18 bis 20 Wochen weiter, dann kennst du die Spanne für die Rodung der Rüben. Lege die Saat in eine Phase ohne Hitze, denn die Samen keimen am besten bei 16 bis 20 °C.
Wie funktioniert der zweiphasige Anbau von Chicorée?
Zuerst wachsen die Rüben im Freiland und werden nach 18 bis 20 Wochen gerodet. Danach treiben sie bei 12 bis 18 °C in vollständiger Dunkelheit geschlossene, gebleichte Sprosse. Jede Rübe liefert dabei nur eine Sprossernte.
Welche Bodenbedingungen braucht Chicorée?
Für die Rüben eignet sich ein tiefgründiger, steinfreier und humoser Boden ohne Verdichtungen. Meide sehr nasse und sehr trockene Stellen. Vor der Saat arbeitest du reifen Kompost ein und hältst dich mit Stickstoff zurück, weil zu viel davon die spätere Treibqualität verschlechtern kann.
Wie unterscheidet sich Chicorée von Radicchio?
Chicorée und Radicchio gehören zur selben Art, werden aber unterschiedlich angebaut. Radicchio ziehst du vor, pflanzt ihn ins Beet und erntest ihn dort etwa 8 bis 10 Wochen nach dem Pflanzen. Beim Chicorée wachsen im Freiland Rüben heran, die ihre Sprosse erst beim Treiben im Dunkeln bilden. Bei der Anbaupause für Chicorée zählt Radicchio als verwandte Kultur mit.
Stimmt es, dass Chicorée nur im Winter geerntet werden kann?
Nicht zwingend: Die Rüben rodest du nach 18 bis 20 Wochen Wachstum, die Sprosse entstehen erst beim Treiben. Abgetrocknet und in Sand eingeschlagen, halten die Rüben bis zu acht Monate. Die Lagertemperatur liegt dabei bei 0 bis 3 °C. Wann du Sprosse erntest, hängt deshalb vor allem davon ab, wann du die Rüben zum Treiben holst.
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