Chicorée für Anfänger: typische Fehler vom Beet bis zur Treiberei und wie du sie vermeidest
- Chicorée wächst in zwei Phasen: erst die Wurzel im Beet, dann der gebleichte Spross in vollständiger Dunkelheit.
- Die Wurzeln brauchen 18 bis 20 Wochen Wachstum, bevor du sie rodest.
- Säe nicht in die Hitze, denn über 20 °C drohen bei Zichoriensamen Keimhemmungen.
- In die Treiberei kommen gleichmäßig geformte Wurzeln mit 3 bis 6 cm Durchmesser.
- Den Blattschopf schneidest du 4 cm über der Rübe ab, ohne das Herz zu verletzen.
- Getrieben wird bei 12 bis 18 °C in vollständiger Dunkelheit; gieß die Erde, nicht die Sprosse.
- Zichorien wie Chicorée und Radicchio stehen nur alle 3 bis 4 Jahre auf demselben Beet.

Beim Chicorée ist mit einem gut angelegten Beet erst die halbe Arbeit getan. Die Ernte für die Küche entsteht später im Dunkeln, und jede Station auf dem Weg dorthin hat eigene Fehlerquellen, von der Aussaat über das Roden und Lagern bis zum Treiben. Ich plane Chicorée deshalb von Anfang an in zwei Etappen: erst das Beet für die Wurzeln, dann einen kühlen, dunklen Platz für die Treiberei. Hier findest du die typischen Fehler beider Etappen, jeweils mit der Lösung. Den kompletten Ablauf beschreibt die Anleitung vom Säen über die Treiberei bis zur Sprossenernte.
Wie wächst Chicorée? Erst die Wurzel, dann der Spross
Chicorée wächst in zwei Phasen und bringt zwei Ernten. Im Beet bildet die Pflanze zuerst eine Wurzel mit Blattschopf. Nach 18 bis 20 Wochen Wachstum rodest du diese Wurzeln. Anschließend treiben sie in vollständiger Dunkelheit die geschlossenen, gebleichten Sprosse, die in die Küche kommen. Diese Methode gilt für Treibchicorée, nicht allgemein für die verwandten Radicchio und Catalogna.
Im Beet auf Chicorée-Köpfe warten. Beim Treibchicorée wächst im Garten nur Wurzel und Laub, die Sprosse entstehen erst in der Treiberei.
Die Richtwerte für Aussaat, Wurzel und Treiberei im Überblick:
| Etappe | Richtwert |
|---|---|
| Keimung | 16 bis 20 °C, rund zwei Wochen; über 20 °C drohen Keimhemmungen |
| SaattiefeDie Saattiefe gibt an, wie dick die Erdschicht über einem Samenkorn nach der Aussaat ist. Als Faustregel bedeckst du einen Samen höchstens dreimal so dick mit Erde, wie das Korn selbst ist. | 2 bis 3 cm laut LWG, 1 bis 2 cm laut Bingenheimer |
| Wachstum bis zum Roden | 18 bis 20 Wochen |
| Wurzeln für die Treiberei | gleichmäßig geformt, 3 bis 6 cm Durchmesser |
| Blattschopf kürzen | 4 cm über der Rübe, Herz unverletzt lassen |
| Treiben | 12 bis 18 °C in vollständiger Dunkelheit, Knospenbildung innerhalb von 21 bis 26 Tagen |
| Erntereife bei 16 °C | nach etwa 3 Wochen Treiberei |
| AnbaupauseDie Anbaupause ist die Zeit, die vergehen sollte, bevor dieselbe Pflanzenart oder eine Art derselben Pflanzenfamilie wieder auf demselben Beet wächst. Sie beugt Krankheiten und Schädlingen vor, die sich im Boden anreichern. für Zichorien | 3 bis 4 Jahre |
Fehler bei der Aussaat
Warum läuft die Saat schlecht auf?
Eine mögliche Ursache ist Hitze. Zichoriensamen keimen optimal bei 16 bis 20 °C. In diesem Bereich brauchen sie rund zwei Wochen. Wird es wärmer, drohen Keimhemmungen. Säe deshalb nicht in eine Hitzewelle und halte die Saatreihe feucht, bis die Keimlinge erscheinen.
Wann Chicorée in deiner Lage in die Erde kommt, klärt der Ratgeber zum passenden Aussaatzeitpunkt für Chicorée. Termine für alle Salate und Blattgemüse zum Ausdrucken bietet der Aussaatkalender für Salate und Blattgemüse. Wie du Aussaat und Pflege an heiße, trockene Sommer anpasst, zeigt der Beitrag über Chicorée-Anbau bei Hitze, Trockenheit und Wetterextremen.
Wie tief gehören die Samen in die Erde?
Für Treibchicorée bedeckst du die Samen mit Erde. Die LWG nennt dafür 2 bis 3 cm Saattiefe. Bingenheimer gibt 1 bis 2 cm an. Beide Werte gelten für die Anzucht von Treibwurzeln, nicht für Radicchio oder Catalogna. Ich halte mich an die Angabe auf der Samentüte meiner Sorte und stecke an beide Enden der Reihe ein Schild, damit ich die Keimlinge beim Jäten wiederfinde. Die Abstände in der Reihe und zwischen den Reihen stehen in der vollständigen Anbau-Anleitung.
Trag den Rodetermin schon bei der Aussaat in deinen Gartenkalender ein. Bis zum Roden vergehen 18 bis 20 Wochen Wachstum, so siehst du früh, wann das Beet frei wird und die Wurzeln ins Lager kommen.
Grundlagenfehler im Beet, kurz gefasst
Boden, Wasser, Nährstoffe und Pflanzenschutz betreffen alle Salate und Blattgemüse. Hier steht nur, was beim Chicorée zählt.
Boden: Ein verdichtetes, steiniges Beet ist für die Wurzeln der falsche Platz. Treibchicorée braucht für die Wurzelanzucht tiefgründigen, steinfreien und humosen Boden ohne Verdichtungen; sehr nasse und sehr trockene Standorte meidest du. Wie du Beete für Salate und Blattgemüse grundsätzlich wählst und vorbereitest, steht unter Standort und Boden im Überblick zu Salaten und Blattgemüse.
Gießen: Für die Wurzelbildung braucht Treibchicorée gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit, ein Wechsel aus Trockenphasen und kräftigen Güssen passt nicht dazu. Wie du Salate und Blattgemüse gleichmäßig und am Morgen gießt, erklärt derselbe Überblick unter Gießen und Pflegen.
Düngen: Zu viel StickstoffStickstoff (N) ist ein Hauptnährstoff der Pflanzen und vor allem für das Wachstum von Trieben und Blättern nötig. Er ist Baustein von Eiweiß und steckt im Erbgut und im Blattgrün (Chlorophyll). ist ein Fehler, der sich erst in der Treiberei zeigt, denn übermäßige Gaben können die spätere Treibqualität verschlechtern. Als GrunddüngungDie Grunddüngung ist die Düngergabe unmittelbar zu Beginn einer Kultur oder der Wachstumszeit. Was die Pflanzen danach noch brauchen, bekommen sie mit einer oder mehreren Nachdüngungen, den sogenannten Kopfdüngungen. bekommt Chicorée im Frühjahr oder vor der Aussaat 3 l gut verrotteten Kompost je m². Wie du darüber hinaus vorgehst, zeigt der Ratgeber zur bedarfsgerechten Pflege und Düngung von Chicorée, die Grundlagen für alle Arten stehen im Überblick unter Düngen.
Krankheiten und Schädlinge: Warte nicht, bis viele Pflanzen befallen sind. Schau dir Blätter und Blattunterseiten an und greif ein, sobald du Fraß oder Flecken entdeckst; gegen Schnecken können Absammeln und Schneckenzäune den Befall begrenzen. Was bei Chicorée auftreten kann, zeigt der Ratgeber zu Schädlingen und Krankheiten bei Chicorée, wie du vorbeugst, kontrollierst und eingreifst, der Überblick unter Krankheiten und Schädlinge.
Fehler bei der Wurzelernte
Wann sind die Wurzeln reif zum Roden?
Der erste Fehler bei der Ernte ist zu frühes Roden. Chicorée-Wurzeln für die Treiberei wachsen 18 bis 20 Wochen, bevor sie aus dem Beet kommen. Beim Roden lockere ich die Erde neben der Reihe mit der Grabegabel und hebe die Wurzeln heraus, statt am Laub zu ziehen.
Welche Wurzeln taugen für die Treiberei?
Nicht jede Wurzel gehört in den Treibtopf. Geeignet sind gleichmäßig geformte Wurzeln mit einem Durchmesser von 3 bis 6 cm. Ich sortiere gleich am Beet und lege dünnere oder unförmige Wurzeln beiseite, bevor ich einlagere.
Wie kürze ich das Laub richtig?
Beim Kürzen des Blattschopfs passiert leicht der nächste Fehler: ein Schnitt ins Herz. Schneide das Laub 4 cm über der Rübe ab und lass das Herz dabei unverletzt. Ein scharfes Messer macht den Schnitt sauber, ohne die Rübe zu quetschen.
Fehler bei der Lagerung der Wurzeln
Frisch gerodete Wurzeln brauchen bis zum Antreiben einen kalten Platz. Wie lange sie halten, hängt an Temperatur und Lagerart.
Bei 0 bis 1 °C und 90 bis 95 % relativer Luftfeuchte halten Chicorée-Wurzeln vor dem Antreiben bis zu drei Wochen. Bei etwa 12 °C sind es höchstens vier Tage. Abgeschnitten und in Sand bei 0 bis 5 °C bleiben sie bis zu 8 Monate haltbar.
Ein warmer Raum ist deshalb der falsche Platz, schon bei etwa 12 °C wird die Zeit knapp. Weil die abgeschnittenen Wurzeln in Sand monatelang halten und die Treiberei nur einen Bruchteil dieser Zeit braucht, musst du nicht alle auf einmal antreiben. Holst du sie nach und nach aus der Kiste, verteilst du die Sprossernte über eine längere Zeit.
Ich schichte die Wurzeln in Kisten mit Sand und schreibe das Rodedatum auf die Kiste. Bevor ich die nächste Portion antreibe, gehe ich die Kiste durch und sortiere weiche oder faulige Wurzeln aus.
Fehler in der Treiberei
Warum muss der Treibplatz völlig dunkel sein?
Chicorée-Wurzeln treiben in vollständiger Dunkelheit, damit geschlossene, gebleichte Sprosse entstehen. Ein Spalt unter der Tür oder ein schlecht sitzender Deckel reicht, damit Licht an die Triebe kommt. Ich stülpe über jeden Treibtopf einen zweiten, lichtdichten Topf und klebe dessen Abzugsloch zu. Ob die Wurzeln zusätzlich eine Deckerde brauchen, hängt von der Sorte ab, schau dafür in die Angaben zu deiner Sorte.
Welche Temperatur braucht die Treiberei?
Getrieben wird bei 12 bis 18 °C. In diesem Bereich bilden die Wurzeln ihre Knospen innerhalb von 21 bis 26 Tagen aus. Leg ein Thermometer an den Treibplatz, bevor du die erste Wurzel ansetzt. Bleibt der Platz nicht in diesem Bereich, suchst du dir einen anderen.
Wie gieße ich während der Treiberei?
Halte die Erde feucht, aber benetze die Sprosse nicht. Ich gieße am Topfrand, damit kein Wasser in die Triebe läuft. Kontrolliere die Sprosse außerdem auf Blattläuse.
„Eine gute Wurzel treibt mehrmals.“ Nach der LWG-Anleitung liefert jede Treibwurzel nur eine Sprossernte. Die abgeerntete Wurzel kommt bei mir auf den Kompost, und für mehr Chicorée lagere ich mehr Wurzeln ein.
Fehler bei der Sprossenernte
Ziel der Treiberei sind geschlossene Sprosse. Schneide sie deshalb, solange sie fest geschlossen sind. Ich setze das Messer knapp über der Wurzel an und nehme den Spross im Ganzen ab. Wie du die Sprosse nach der Ernte frisch hältst, zeigt der Ratgeber zur Ernte und Lagerung von Chicorée-Wurzeln und Treibsprossen.
Fehler bei der Fruchtfolge
Zichorien wie Chicorée und Radicchio stehen nur alle 3 bis 4 Jahre auf demselben Beet. Der Fehler: Chicorée kommt auf ein Beet, auf dem in den Jahren davor schon eine Zichorie stand. Chicorée, Radicchio und Zuckerhut gehören zur selben Art, und auch die verwandten Endivien zählen bei den Zichorien in der FruchtfolgeFruchtfolge ist die geplante Reihenfolge, in der verschiedene Gemüsearten über die Jahre auf demselben Beet wachsen. Wechselst du jedes Jahr die Pflanzenfamilie, sinkt das Risiko für Krankheiten und Schädlinge, und die Nährstoffe im Boden werden besser genutzt. mit. Ich notiere jedes Jahr, welche Zichorie auf welchem Beet stand. Die Belegung deiner Beete planst du im Beetplaner.
Kein Beet frei? Wie du Chicorée im Kübel auf Balkon oder Terrasse ziehst, von der Aussaat bis zur Treiberei im Gefäß, zeigt der Kübel-Ratgeber.





