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Neuseeländer Spinat: Nachteile, Stärken und Unterschiede zu Echtem Spinat

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Neuseeländer Spinat ist eine eigene Gemüseart aus der Familie der Mittagsblumengewächse, keine Sorte des Echten Spinats.
  • Er keimt erst ab 15 °C und wird von Juni bis Oktober geerntet.
  • Jede Pflanze braucht 50 cm in der Reihe und ebenso viel Reihenabstand, weil die Triebe am Boden kriechen.
  • Seine Nachteile: viel Platz, langsame Keimung, kein Frost und Ernte etwa alle ein bis zwei Wochen.
  • Echter Spinat bildet ab Tageslängen über 12 Stunden Blüten, Neuseeländer Spinat füllt deshalb die Sommerlücke.
  • Junge Blätter und Triebspitzen verwendest du gegart als Spinatersatz, ältere Blätter können scharf schmecken.
Nahaufnahme von jungen Trieben des Neuseeländer Spinats (Tetragonia tetragonioides).
Foto: IamTK · Depositphotos Standard License · Quelle ↗

Wenn Echter Spinat im Sommer in Blüte geht, fehlt dir frisches Blattgemüse für die Küche. Neuseeländer Spinat füllt diese Lücke, bringt aber eigene Nachteile mit: Er braucht viel Platz, keimt langsam und verträgt keinen Frost. Ich baue beide Arten an und plane sie als Paar, nicht als Ersatz füreinander. Hier vergleiche ich Botanik, Anbau, Ernte, Nährwert und Küche, damit du vor der Aussaat weißt, welche Art in dein Beet passt.

Welche Nachteile hat Neuseeländer Spinat?

Seine Schwächen zeigen sich am deutlichsten neben Echtem Spinat. Sie betreffen Platz, Zeit und die Länge der Saison.

  • Viel Platz: Jede Pflanze bekommt 50 cm Abstand in der Reihe und ebenso viel Reihenabstand. Die Triebe kriechen am Boden und werden als Richtwert bis zu einem Meter lang. Echter Spinat steht dagegen mit 5 bis 8 cm in der Reihe. Zwischen seinen Reihen reichen 20 cm.
  • Langsame Keimung: Neuseeländer Spinat keimt erst ab 15 °C. Auch bei passender Wärme vergehen 14 bis 28 Tage bis zur Keimung. Echter Spinat keimt schon ab 12 °C. Seine Keimdauer liegt bei 7 bis 14 Tagen.
  • Langsame Jugendentwicklung: Die Jungpflanzen wachsen anfangs langsam. Bis die verzweigten Pflanzen den Boden bedecken, hackst du regelmäßig zwischen ihnen.
  • Kein Frost: Neuseeländer Spinat verträgt keinen Frost. Mit dem ersten Frost endet seine Saison, und im nächsten Jahr ziehst du neue Pflanzen an.
  • Ernte als Daueraufgabe: Triebspitzen und Blätter pflückst du etwa alle ein bis zwei Wochen, damit die Pflanze Seitentriebe bildet. Das ist Arbeit über den ganzen Sommer, keine einmalige Ernte.
  • Scharfe ältere Blätter: Ältere Blätter können scharf schmecken. In die Küche kommen deshalb junge Blätter und Triebspitzen, und zwar gegart.

Platzbedarf und Saisonlänge wirken sich vor allem in kleinen Beeten aus. Eine Pflanze belegt ihre Fläche von der Pflanzung im Mai oder Juni bis zum Ende der Ernte im Oktober. Echter Spinat gibt sein Beet dagegen nach einer Kulturdauer von 42 bis 56 Tagen wieder frei. Wer wenig Fläche hat, bindet mit Neuseeländer Spinat also einen großen Platz für den ganzen Sommer. Ich gebe ihm deshalb eine Ecke am Beetrand, in der die Triebe ungestört kriechen dürfen, und teile die Fläche vorher im Beetplaner ein.

Mini-Checkliste

Hast du eine sonnige Fläche, die den ganzen Sommer belegt sein darf? Kannst du die Pflanzen unter Glas vorziehen? Kommst du etwa alle ein bis zwei Wochen zum Ernten? Dann passt Neuseeländer Spinat in dein Beet.

Aussaatkalender Neuseeländer Spinat
GartenkalenderVorkultur: März, April; Aussaat: April, Mai, Juni; Ernte: Juni, Juli, August, September, Oktober; Pflanzung: Mai, JuniJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberPflanzungPflanzung: MaiPflanzung: JuniVorkulturAussaatErntePflanzung

Wo Neuseeländer Spinat im Vorteil ist

Seine Stärke ist der Sommer. Echter Spinat ist eine Langtagpflanze und bildet ab einer Tageslänge von über 12 Stunden Blüten. In Deutschland herrscht diese Tageslänge zwischen Mai und August. Wie stark er schießt, hängt auch von der Sorte ab. Hitze und Trockenheit können die Neigung zusätzlich verstärken. Zudem hemmen hohe Bodentemperaturen die Keimung von Spinat.

Kurz erklärt

Schossen heißt, dass eine Pflanze einen Blütenstängel treibt und in Blüte geht. Bei Langtagpflanzen wie Echtem Spinat löst eine lange Tageslänge diesen Schritt aus.

Neuseeländer Spinat wird dagegen von Juni bis Oktober geerntet. Er liefert also genau in den Monaten, in denen Echter Spinat zur Blüte neigt. Ich säe Echten Spinat im Frühjahr und wieder ab August und setze den Neuseeländer Spinat in die Lücke dazwischen. Die Termine beider Arten findest du im Aussaatkalender für Salate und Blattgemüse.

Auch mit Trockenheit kommt er besser zurecht. Eingewachsene Pflanzen vertragen heiße, trockene Bedingungen. Echter Spinat braucht dagegen gleichmäßige Feuchte, und Trockenheit kann bei ihm die Anreicherung von Nitrat begünstigen.

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Die wichtigsten Werte im Vergleich

Merkmal Neuseeländer Spinat Echter Spinat
Botanischer Name Tetragonia tetragonioides Spinacia oleracea
Keimtemperatur mindestens 15 °C, höchstens 25 °C mindestens 12 °C, höchstens 20 °C
Keimdauer 14 bis 28 Tage 7 bis 14 Tage
Aussaatzeit März bis Juni März bis Juni und August bis Oktober
Saattiefe 1 bis 4 cm 1 bis 2 cm
Abstand in der Reihe 50 cm 5 bis 8 cm
Reihenabstand 50 cm 20 cm
Wuchshöhe 40 bis 60 cm, kriechende Triebe bis zu 1 m lang (Richtwert) 10 bis 20 cm
Kulturdauer 50 bis 60 Tage 42 bis 56 Tage
Erntezeit Juni bis Oktober April bis November
Lichtbedarf sonnig sonnig
Nährstoffbedarf geringe Nährstoffansprüche mittlerer Stickstoffbedarf
Blütezeit August bis Oktober Juni bis September

Für die Pflanzung ins Freiland werden beim Neuseeländer Spinat auch Reihenabstände von 0,8 bis 1 m empfohlen. In der Reihe stehen die Pflanzen dann 45 bis 60 cm auseinander.

Häufiger Fehler

Neuseeländer Spinat zu früh direkt ins kalte Beet säen. Er keimt erst ab 15 °C, in kaltem Boden liegt die Saat deshalb lange ohne Keimung. Warte mit der Direktsaat, bis der Boden warm ist.

Botanik: zwei Arten mit einem Namen

Neuseeländer Spinat heißt botanisch Tetragonia tetragonioides und gehört zur Familie der Mittagsblumengewächse. Mit dem Echten Spinat, Spinacia oleracea, teilt er den Namen und die Verwendung als Blattgemüse. Botanisch ist er eine andere Gemüseart.

Mythos-Check

„Neuseeländer Spinat ist eine hitzefeste Spinatsorte.“ Stimmt nicht. Er ist keine Sorte des Echten Spinats, sondern eine eigene Gemüseart aus der Familie der Mittagsblumengewächse.

Der Unterschied zeigt sich schon am Wuchs. Echter Spinat bleibt mit 10 bis 20 cm Wuchshöhe niedrig. Neuseeländer Spinat wird 40 bis 60 cm hoch und schiebt seine Triebe kriechend über den Boden.

Auch die Blüte unterscheidet sich. Echter Spinat ist ein windbestäubter Fremdbefruchter, und seine Pflanzen sind überwiegend zweihäusig. Männliche und weibliche Blüten sitzen dann auf getrennten Pflanzen. Echter Spinat blüht von Juni bis September, Neuseeländer Spinat von August bis Oktober. Im Garten ziehst du beide Arten jedes Jahr neu an: Echter Spinat ist einjährig, und Neuseeländer Spinat verträgt keinen Frost.

Echter Spinat stammt ursprünglich aus dem persisch-arabischen Raum. Mehr zur Herkunft und dazu, wer bei Salaten und Blattgemüse mit wem verwandt ist, findest du im Abschnitt Familien und Typen.

Aussaat, Standort und Pflege kurz verglichen

Echten Spinat säst du 1 bis 2 cm tief, von März bis Juni und wieder von August bis Oktober. Neuseeländer Spinat kommt 1 bis 4 cm tief in die Erde. Unter Glas vorgezogen und einzeln pikiert, kommt er im Mai oder Juni ins Beet. Welcher Termin für dich passt und wie du das Saatgut vorbereitest, erklärt der Ratgeber wann du Neuseeländer Spinat am besten aussäst.

Tipp

Weil Neuseeländer Spinat langsam keimt, kann es helfen, die Samen vor der Saat 24 Stunden in warmem Wasser einzuweichen.

Beide Arten wollen einen sonnigen Platz. Neuseeländer Spinat bevorzugt leichten, nährstoffreichen Boden, Echter Spinat fruchtbaren Boden mit viel organischer Substanz und gleichmäßiger Feuchte.

Echter Spinat will gleichmäßig feucht stehen, denn trockene Sommer fördern sein Schossen. Neuseeländer Spinat verträgt Trockenheit, bei trockenem Wetter verbessert etwas Wasser aber seine Erntequalität. Wie du ihn je nach Wetter gießt und versorgst, erklärt der Ratgeber zum Gießen und Pflegen von Neuseeländer Spinat.

Die Grundlagen zu Standort, Boden und Gießen am Morgen stehen im Überblick über Salate und Blattgemüse, in den Abschnitten Standort und Boden sowie Gießen und Pflegen. Die vollständige Kulturanleitung mit allen Phasen bis zur Samenernte findest du im Ratgeber wie sich Neuseeländer Spinat vom Samen bis zur Samenernte entwickelt.

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Ernte im Vergleich

Neuseeländer Spinat erntest du von Juni bis Oktober immer wieder. Du pflückst Triebspitzen und Blätter etwa alle ein bis zwei Wochen, das regt die Bildung von Seitentrieben an. Echten Spinat erntest du für einen niedrigeren Nitratgehalt besser am Nachmittag oder Abend als früh am Morgen, weil Licht den Nitratabbau fördert. Frisch hält er im Gemüsefach des Kühlschranks höchstens 2 Tage. Neuseeländer Spinat pflücke ich nur in der Menge, die ich gleich verarbeite.

Marias Erfahrung

Ich knipse die Triebspitzen mit den Fingern ab und nehme nur junge Blätter mit in die Küche. Die älteren lasse ich an der Pflanze.

Wie du Neuseeländer Spinat als Sommergemüse pflanzt und erntest, zeigt der Ratgeber zum Anbau von Neuseeländer Spinat als robustes Sommergemüse.

Nährwert, Oxalsäure und Nitrat

Beide Spinatarten sind Gemüse für die Küche, kein Heilmittel. Für Echten Spinat gibt es Tabellenwerte je 100 g roh:

Je 100 g roher Echter Spinat Tabellenwert
Energie 16 kcal
Ballaststoffe 2,6 g
Vitamin C 51 mg
Kalium 554 mg

Nährwerte von Echtem Spinat lassen sich nicht einfach auf Neuseeländer Spinat übertragen.

Roher Echter Spinat bringt relativ viel Oxalsäure mit. Bei Nierenerkrankungen kann das problematisch sein. Durch Blanchieren oder Kochen sinkt ihr Gehalt. Dass Neuseeländer Spinat weniger Oxalsäure enthält, wird oft behauptet, verlässliche Werte dazu habe ich nicht. Wer wegen einer Nierenerkrankung auf Oxalsäure achten muss, bespricht deshalb beide Arten mit dem Arzt oder der Ärztin.

In Spinat kann viel Nitrat stecken. Lagerst du ihn unsachgemäß, können Mikroorganismen daraus Nitrit bilden. Gekochten Spinat kühlst du deshalb rasch ab und bewahrst ihn luftdicht im Kühlschrank auf. Das Wasser vom Blanchieren oder Kochen gießt du weg, weil wasserlösliches Nitrat hineingehen kann. Im Beet vermeidest du ein überhöhtes Stickstoffangebot, denn Pflanzen speichern überschüssig aufgenommenes Nitrat. Eine abwechslungsreiche Gemüseküche bleibt trotzdem die Empfehlung.

In der Küche

Neuseeländer Spinat ersetzt den Echten Spinat vor allem gegart. Du verwendest junge Blätter und Triebspitzen, denn ältere Blätter können scharf schmecken. Ich gare die Triebspitzen wie Blattspinat und verwende sie in Rezepten, in denen sonst Spinat steht. Echten Spinat putzt du vor dem Garen: Stiele und kräftige Blattrippen zu entfernen kann die Nitrataufnahme vermindern. Einen Küchenüberblick über alle Blattgemüse gibt der Abschnitt Nährwerte, Küche und Oxalsäure im Überblick über Salate und Blattgemüse.

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Häufige Fragen

Was ist Neuseeländer Spinat und wie unterscheidet er sich vom herkömmlichen Spinat?
Neuseeländer Spinat, botanisch Tetragonia tetragonioides, gehört zur Familie der Mittagsblumengewächse und ist eine andere Gemüseart als der Echte Spinat. Er wächst mit kriechenden Trieben, die als Richtwert bis zu einem Meter lang werden. Zum Keimen braucht er mindestens 15 °C, geerntet wird er von Juni bis Oktober. In der Küche nutzt du junge Blätter und Triebspitzen gegart als Spinatersatz.
Wie unterscheiden sich die Anbaubedingungen von Neuseeländer Spinat und herkömmlichem Spinat?
Neuseeländer Spinat braucht zum Keimen mindestens 15 °C und damit mehr Wärme als Echter Spinat. Er keimt auch langsamer, die Keimdauer liegt bei 14 bis 28 Tagen. Vor allem aber braucht er Platz: 50 cm in der Reihe und ebenso viel Reihenabstand, weil seine Triebe am Boden kriechen. Echter Spinat steht dagegen deutlich enger.
Warum ist Neuseeländer Spinat hitzebeständiger als herkömmlicher Spinat?
Echter Spinat ist eine Langtagpflanze und bildet ab einer Tageslänge von über 12 Stunden Blüten, in Deutschland zwischen Mai und August. Hitze und Trockenheit können diese Schossneigung verstärken. Beim Neuseeländer Spinat vertragen eingewachsene Pflanzen heiße, trockene Bedingungen, und geerntet wird er von Juni bis Oktober. Frost verträgt er dagegen nicht, deshalb endet seine Saison mit dem ersten Frost.
Stimmt es, dass Neuseeländer Spinat weniger Oxalsäure enthält als herkömmlicher Spinat?
Bekannt ist, dass roher Echter Spinat relativ viel Oxalsäure mitbringt, was bei Nierenerkrankungen problematisch sein kann. Blanchieren oder Kochen lässt den Gehalt sinken. Wer wegen einer Nierenerkrankung auf Oxalsäure achten muss, bespricht deshalb auch Neuseeländer Spinat vorher mit dem Arzt oder der Ärztin.
Wie erfolgt die richtige Ernte und Lagerung beider Spinatarten im Hausgarten?
Beim Neuseeländer Spinat pflückst du etwa alle ein bis zwei Wochen Triebspitzen und Blätter, das regt die Bildung von Seitentrieben an. Echten Spinat erntest du für einen niedrigeren Nitratgehalt besser nachmittags oder abends als früh am Morgen. Frisch hält er im Gemüsefach des Kühlschranks höchstens 2 Tage. Neuseeländer Spinat pflücke ich nur in der Menge, die ich gleich verarbeite.
Wie beeinflusst die Bewässerungsstrategie das Wachstum verschiedener Spinatsorten?
Die beiden Spinatarten reagieren unterschiedlich auf Wasser. Echter Spinat braucht gleichmäßige Feuchte, denn trockene Sommer fördern sein Schossen, während Übernässung sein Wachstum stoppen kann. Neuseeländer Spinat verträgt Trockenheit, bei trockenem Wetter verbessert etwas Wasser trotzdem die Erntequalität. Für beide gilt: morgens direkt in den Wurzelbereich gießen.
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