Pflaumentomaten pflegen: Der Saisonplan von der Aussaat bis zur Ernte
- Pflaumentomaten von Februar bis April vorziehen, ohne Pflanzenlampe erst von Mitte März bis Anfang April; Keimung bei 20 bis 25 °C in 7 bis 14 Tagen.
- Auspflanzen nach den Eisheiligen ab Mitte Mai, wenn die Nächte nicht mehr unter 10 °C fallen; Pflanzen tief setzen.
- Abstand für Pflaumentomaten: 60 cm in der Reihe, 80 cm zwischen den Reihen; als Stabtomate gezogen gelten 50 bis 70 cm in der Reihe bei 80 bis 100 cm Reihenabstand.
- Mindestens einen halben Liter Wasser pro Tag je Pflanze, morgens und an die Wurzel; Düngergaben etwa alle 2 bis 3 Wochen bis zur letzten Frucht.
- Geiztriebe entfernen, sobald sie etwa 5 cm lang sind; ab Juli alle 2 bis 3 Tage durchpflücken.
- Nach Tomaten mindestens 4 Jahre Anbaupause auf dem Beet für alle Nachtschattengewächse.

Pflaumentomaten hängen im Hochsommer voll, wenn du von der Aussaat an einen Rhythmus hältst: warm keimen lassen, zur richtigen Zeit raus, dann gleichmäßig gießen, düngen und ausgeizenAusgeizen ist das Entfernen der Geiztriebe, also der Seitentriebe, die bei Tomaten in den Blattachseln wachsen. Ohne Ausgeizen bildet die Pflanze sehr viel Blattmasse und trägt später Früchte. bis zur letzten Frucht. Wer im Juli erst anfängt, sich um Stütze und GeiztriebeAls Geiztriebe bezeichnet man bei Tomaten die Seitentriebe. Bei Stabtomaten, deren Haupttrieb immer weiter wächst, brichst du sie beim Ausgeizen regelmäßig aus. zu kümmern, holt das nicht mehr auf. Ich hänge mir deshalb im Frühjahr einen Saisonplan an die Gewächshaustür und hake ab, was dran ist.
Was Pflaumentomaten von anderen Tomaten unterscheidet
Pflaumentomaten erkennst du an der länglichen, ovalen Frucht mit festem Fleisch, wenig Saft und wenig Kernen. Genau das macht sie zur Tomate für Saucen, Suppen und den Einkochtopf. Botanisch und im Beet ist sie eine Tomate wie jede andere: ein Nachtschattengewächs, Starkzehrer und TiefwurzlerTiefwurzler sind Pflanzen, deren Wurzeln bis in tiefere Bodenschichten reichen, im Gemüsegarten etwa Möhre, Pastinake, Tomate oder Mangold. Sie ergänzen sich gut mit Flachwurzlern, weil beide Wasser und Nährstoffe aus unterschiedlichen Schichten holen., dessen Kulturstart von Februar bis April reicht und dessen Ernte von Juli bis Oktober läuft.
Je nach Sorte wächst eine Pflaumentomate als Stabtomate in die Höhe oder bleibt als Buschtomate kompakt. Stabtomaten erreichen 150 bis 200 cm, einzelne Sorten bis 2,5 m; Buschtomaten bleiben rund 50 bis 100 cm hoch. Das entscheidet über Stütze, Abstand und Ausgeizen – deshalb lohnt ein Blick auf den Wuchstyp, bevor du säst. Welche Sorte zu deinem Garten passt und wie die Saison im Überblick läuft, zeigt dir der Saisonüberblick zum Anbau von Pflaumentomaten.
Aussaat und Anzucht: Februar bis April warm halten
Pflaumentomaten werden vorgezogen, nicht ins Beet gesät. Das Fenster reicht von Februar bis April, als Faustregel 6 bis 8 Wochen vor dem letzten zu erwartenden Frost; ohne Pflanzenlampe wartest du bis Mitte März und säst bis Anfang April, weil die Sämlinge davor lang und blass werden. Die Samen kommen 0,5 bis 1 cm tief in Anzuchterde und werden leicht bedeckt; bei 20 bis 25 °C keimen sie in 7 bis 14 Tagen.
Ich stelle die Saatschalen auf eine Heizmatte und messe nach, ob das Substrat auch nachts nicht unter 20 °C fällt. Sobald die ersten Laubblätter da sind, pikierst du die Sämlinge in Töpfe mit etwa 10 cm Durchmesser. Etwa 20 bis 30 Tage nach dem Pikieren sind sie pflanzfertig; 1 bis 2 Wochen vor dem Auspflanzen kommen sie tagsüber ins Freie und härten ab.
Auspflanzen: Termin, Tiefe und Abstand
Ins Freiland dürfen Pflaumentomaten nach den Eisheiligen ab Mitte Mai, wenn die Nächte nicht mehr unter 10 °C fallen; im geschlossenen Gewächshaus geht es ebenfalls ab Mitte Mai. Der Platz soll sonnig und windgeschützt sein, mit 6 bis 8 Stunden direkter Sonne am Tag, lockerem, humusreichem Boden und einem pH-Wert zwischen 6,0 und 6,8. Kompost beim Pflanzen ist die Grundlage für die Saison.
Setze die Pflanzen tief: mindestens 50 Prozent der Pflanze verschwinden in der Erde, die unteren Blätter entfernst du vorher. Am vergrabenen Stängelteil können sich zusätzliche Wurzeln bilden. Den Stab oder die Schnurbefestigung setzt du gleich beim Pflanzen, damit du später keine Wurzeln verletzt.
Beim Abstand rechnest du für Pflaumentomaten mit 60 cm in der Reihe und 80 cm zwischen den Reihen; eine ErziehungsformDie Erziehungsform ist die Gestalt, in die du eine Pflanze, vor allem ein Obstgehölz, durch Schneiden und Binden gezielt ziehst. Bei Obstbäumen gelten Spindel und Spalier als die einfachsten Erziehungsformen. ist für diesen Wert nicht ausgewiesen. Ziehst du sie eintriebig als Stabtomate, gilt das allgemeine System von 50 bis 70 cm in der Reihe bei 80 bis 100 cm Reihenabstand. Zwischen zwei Pflanzen bleibt in jedem Fall mindestens ein halber Meter frei. Alle Details zu Anzucht, Abhärten und Pflanzung findest du in den Grundlagen zu Aussaat, Anzucht und Auspflanzen von Tomaten.
Gießen und Düngen: der Takt für Starkzehrer
Jede Pflaumentomate braucht pro Tag mindestens einen halben Liter Wasser – gleichmäßig, morgens und direkt an die Wurzel. Ich gieße mit der Kanne ohne Brausekopf an den Wurzelballen und lasse das Laub trocken. Schwankende Wasserversorgung kann Fruchtplatzen und Blütenendfäule begünstigen; Mulch aus Stroh oder angewelktem Rasenschnitt hält die Feuchtigkeit gleichmäßiger und verhindert, dass Erde an die Früchte spritzt.
Pflaumentomaten zehren die ganze Saison. Nach dem Kompost zur Pflanzung folgen Düngergaben etwa alle 2 bis 3 Wochen, bis die letzten Früchte ausgereift sind. Der Hunger richtet sich vor allem auf Kalium: Für 1 kg Tomaten je Quadratmeter brauchst du 3 g Stickstoff, 0,5 g Phosphat und 3,8 g Kalium – mehr Kalium als Stickstoff also. Zu viel Stickstoff kann das Blattwachstum auf Kosten der Früchte fördern. Die Grundlagen zum Gießen und zum Düngen als Starkzehrer stehen im Tomaten-Grundlagenartikel unter Gießen und Düngen.
Im Kübel gelten eigene Regeln: Für eine hochwachsende Stabtomate sind 35 bis 40 Liter Substrat optimal, das Gefäß hat über 30 cm Durchmesser, und als Untergrenze für Fruchtgemüse gelten mindestens 10 Liter. In einem 45 cm breiten Topf haben eine Stabtomate oder drei Buschtomaten Platz. Topftomaten düngst du nach etwa vier und nach acht Wochen mit Hornmehl nach, weil das Substrat weniger Vorrat hält als ein Beet.
Ausgeizen, Stützen und Aufbinden
Bei Pflaumentomaten, die du als Stabtomate ziehst, wachsen in den Blattachseln zwischen Haupttrieb und Blatt Geiztriebe. Du entfernst sie, sobald sie etwa 5 cm lang sind, damit die Kraft in die Früchte geht. Ich breche die Geiztriebe morgens mit den Fingern heraus und binde den Haupttrieb im selben Gang mit weichem Band locker am Stab nach.
Eine Pflaumentomate mit 150 bis 200 cm Höhe und vollen Fruchtständen braucht eine Stütze, die bis zum Herbst steht – ein stabiler Stab, eine Spirale oder eine Schnur an einem Spanndraht. Untere Blätter, die den Boden berühren, kannst du entfernen; das hält Spritzwasser vom Laub fern. Wie du speziell Pflaumentomaten ausgeizt und welche Besonderheiten die Sorten dabei haben, erklärt dir der Beitrag zum Ausgeizen von Pflaumentomaten für optimale Erträge.
Die Wochenroutine von Juni bis Oktober
Ab Juni blühen Pflaumentomaten, die Blüte zieht sich bis in den September, die Ernte läuft von Juli bis Oktober. In dieser Zeit entscheidet nicht der große Eingriff, sondern die gleichmäßige Runde. Ich gehe abends mit Schere und Bindeband einmal durch die Reihe und schaue mir jede Pflanze von unten nach oben an. Wer blühende Rispen leicht schüttelt, unterstützt die Bestäubung.
Was du bei jeder Runde im Blick hast: die Erde unter dem Mulch, die Blattachseln, die Bindung am Stab, die Blattunterseiten, ab Juli die Fruchtstände. Den Düngerhythmus von etwa 2 bis 3 Wochen hältst du bis zur letzten reifenden Frucht durch – auch dann, wenn die Pflanze im September schon müde aussieht.
Erde feucht, nicht nass · Laub trocken · Geiztriebe unter etwa 5 cm herausgebrochen · Haupttrieb locker nachgebunden · Blattunterseiten auf Läuse, Weiße Fliege und Spinnmilben kontrolliert · Bodenblätter entfernt · reife Früchte gepflückt · Düngetermin im Kalender geprüft.
Je nach Sorte reifen Pflaumentomaten in Schüben. Plane für solche Wochen Zeit fürs Verarbeiten ein, denn feste Verarbeitungstomaten wollen zügig in den Topf oder ins Glas; beim Einkochen halte dich an die geprüften Regeln für säurearme Zutaten.
Gesund durch die Saison: Krankheiten, Schädlinge, Fruchtfolge
Trockenes Laub, Luft zwischen den Pflanzen und ein Regenschutz sind bei Pflaumentomaten die wichtigste Vorbeugung gegen Pilzkrankheiten; braune Flecken an Blättern und Früchten können auf Kraut- und BraunfäuleDie Kraut- und Braunfäule, kurz Braunfäule oder Krautfäule, ist eine Pilzkrankheit vor allem an Tomaten und Kartoffeln, ausgelöst durch Phytophthora infestans. Sie verursacht braune Flecken an Blättern, Stängeln und Früchten. hindeuten, befallene Blätter entfernst du und entsorgst sie nicht auf dem Kompost. Blattläuse, Weiße Fliege, Spinnmilben und Schnecken erkennst du bei der abendlichen Runde an den Blattunterseiten und am Fuß der Pflanze. Was im Einzelfall hilft, steht im Tomaten-Grundlagenartikel unter Krankheiten und Schädlinge.
Mischkultur unterstützt, garantiert aber nichts. Tagetes unterdrücken bodenbürtige NematodenNematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer im Boden. Verschiedene Gattungen können viele Pflanzenarten schädigen; bestimmte andere Arten werden dagegen gezielt als Nützlinge gegen Schädlingslarven im Boden eingesetzt. und locken Nützlinge; Ringelblumen ziehen Schwebfliegen, SchlupfwespenSchlupfwespen sind nützliche Insekten, die mit ihrem Legestachel Eier in Schädlinge wie Blattläuse legen. Die Larve wächst im Inneren der befallenen Tiere heran und ernährt sich von ihnen. und Bestäuber an und eignen sich als Beeteinfassung. Basilikum passt als Standortpartner mit gleichen warmen Ansprüchen und kann saugende Insekten wie Weiße Fliege und Thripse etwas ablenken – eine zuverlässige Schädlingsabwehr ist nicht belegt. Gute Nachbarn sind außerdem Zwiebeln und Lauch, Sellerie, Kohl, Salat, Bohnen, Möhren, Radieschen und Endivie. Paprika, Kartoffeln, Auberginen, Andenbeere und Pepino gehören nicht daneben.
Pflaumentomaten Jahr für Jahr aufs gleiche Beet. Nachtschattengewächse brauchen eine Anbaupause von 4 bis 5 Jahren; mindestens 4 Jahre sind die Untergrenze für die ganze Familie, also auch für Kartoffeln, Paprika und Auberginen. Die alte Faustregel von drei Jahren ist zu kurz.
Der Hintergrund: FusariumFusarium ist eine Gattung im Boden lebender Pilze, zu der gefürchtete Erreger von Pflanzenkrankheiten gehören. Typisch ist die Fusarium-Welke: Die Pflanze welkt, ältere Blätter können einseitig vergilben, später bricht sie zusammen und fault. und Verticillium überdauern im Boden. Wer die Pause einhält, senkt das Risiko – er schließt es nicht aus.
Ernte und Lagerung im Überblick
Pflaumentomaten erntest du von Juli bis Oktober, sobald die Frucht ihre Sortenfarbe voll angenommen hat und sich mit leichtem Drehen vom Stiel löst; alle 2 bis 3 Tage durchpflücken hält die Pflanze im Ansatz. Grün gepflückte Früchte reifen an einem warmen, hellen Platz nach, reife halten bei Zimmertemperatur 1 bis 2 Wochen und gehören nicht in den Kühlschrank. Wie du Pflaumentomaten nach dem Anbau erntest, nachreifen lässt und lagerst, liest du ausführlich im Beitrag zu Ernte und Lagerung von Pflaumentomaten.





