Pastinaken düngen: So deckst du den Nährstoffbedarf übers Jahr
- Pastinaken sind Mittelstarkzehrer und entziehen dem Boden ungefähr 10 g Stickstoff je m².
- Dieser Stickstoffentzug ist eine Orientierung, keine pauschale Düngergabe.
- Im Frühjahr liefern 3 l gut verrotteter Kompost je m² Nährstoffe und Humus.
- Die erste Nachdüngung folgt etwa 6 Wochen nach dem Auflaufen, nicht nach der Saat.
- Die Standard-Bodenuntersuchung zeigt Phosphat, Kalium und pH-Wert; Stickstoff wird im Hausgarten normalerweise nicht mitgemessen.

Pastinaken stehen von der Saat bis zur Ernte 160 bis 200 Tage im Beet. Bei so einer langen Kultur liegt die Sorge nahe, dass ihnen unterwegs die Nährstoffe ausgehen. Die Düngung besteht aber aus drei überschaubaren Schritten: Bodenwerte prüfen, Kompost vor der Saat und eine Nachdüngung nach dem Auflaufen. Zwei davon liegen vor der Saat, deshalb plane ich die Düngung schon, bevor ich die erste SaatrilleEine Saatrille ist eine flache, gerade Furche im feinkrümeligen Saatbett, in die du Samen in einer Reihe säst. Nach der Aussaat schiebst du sie wieder zu und drückst die Erde an. ziehe.
Wenn du Pastinaken zum ersten Mal anbaust, findest du Standort, Sortenwahl und Ernte im Beitrag, wie dir als Einsteiger der Pastinakenanbau gelingt. Hier geht es ums Düngen.
Wie viel Dünger brauchen Pastinaken?
Pastinaken sind Mittelstarkzehrer, sie stehen also zwischen den Schwach- und den Starkzehrern. Beim Stickstoff gibt es einen greifbaren Wert: Pastinaken entziehen dem Boden ungefähr 10 g Stickstoff je m². Dieser Stickstoffentzug beschreibt, was die Kultur aus dem Beet holt. Er ist keine pauschale Düngergabe, die du zusätzlich ausbringst.
Rechnerisch entspricht der Entzug etwa 80 g Hornmehl je m². Die Umrechnung hilft beim Einordnen, ein Streuwert ist sie nicht. Wie viel du tatsächlich gibst, bemisst du nach dem Vorrat im Boden, der Deklaration deines Düngers und dem, was der Kompost schon mitbringt.
| Dünger | Stickstoffgehalt |
|---|---|
| Gartenkompost | durchschnittlich 1 % |
| Hornspäne, Horngrieß, Hornmehl | 10 bis 14 % |
Für gezielten Stickstoff sind Hornprodukte damit die konzentriertere Quelle, während der Kompost vor allem Nährstoffe und Humus ins Beet bringt.
„Pastinaken stehen lange im Beet, also brauchen sie viel Dünger.“ Aus der langen Standzeit folgt nicht von selbst ein hoher Düngerbedarf. Deine Orientierung ist der Stickstoffentzug, und den streust du nicht pauschal obendrauf.
Brauchst du vorher eine Bodenuntersuchung?
Eine Bodenuntersuchung zeigt dir, ob dein Beet mit Kalk und Nährstoffen unter- oder überversorgt ist. Daraus ergeben sich Düngeempfehlungen, die zu deinem Boden passen. Die Standarduntersuchung erfasst Bodenart, pH-Wert, Phosphat und Kalium. Stickstoff wird im Hausgarten normalerweise nicht mitgemessen. Wer ihn kennen will, beauftragt ihn separat und bringt diese Probe gekühlt ins Labor.
Weil die Standarduntersuchung Stickstoff normalerweise nicht erfasst, bleibt dafür der Entzug von ungefähr 10 g je m² deine Orientierung.
Für Pastinaken liegt der ideale pH-Wert bei 6,5 bis 7. Ob du kalkst, entscheidest du nach Bodenart und gemessenem pH-Wert. Liegt der Wert über dem Zielbereich, wird nicht gekalkt.
Die Probe nimmst du vor der Düngung. Stich 10 bis 15 Einzelproben verteilt über die einheitlich genutzte Fläche. Misch alles gut und schick davon etwa 500 g ein. Stickstoff beauftragst du bei Bedarf extra und bringst diese Probe gekühlt ins Labor.
Für die Pastinake selbst zählt ein tiefgründiger, leichter und gleichmäßig feuchter Boden, weil lange Rüben die Tiefe eines gut gelockerten Beets brauchen. Wie du ihn vorbereitest, steht im Abschnitt Standort, Boden und Gefäß im Wurzelgemüse-Ratgeber.
Wann und womit düngst du Pastinaken?
Die Düngung richtet sich nach der Bodenvorbereitung, der Saat und dem Bedarf nach dem Auflaufen.
| Zeitpunkt | Was du tust | Richtwert |
|---|---|---|
| Bodenvorbereitung | gut verrotteten Mist einarbeiten, besonders auf Ton- oder Kreideböden | kein frischer Mist zur Aussaat |
| Frühjahr vor der Saat | gut verrotteten Kompost oberflächlich einarbeiten | 3 l je m² |
| Aussaat | direkt ins Freiland säen | März bis Mai, Keimdauer 14 bis 21 Tage |
| Nach dem Auflaufen | Pastinaken vereinzelnVereinzeln heißt, zu dicht aufgegangene Sämlinge in der Saatreihe auszudünnen, damit die übrigen Pflanzen genug Platz, Wasser und Nährstoffe haben. Manchmal ist auch das Pikieren gemeint, also das Umsetzen junger Sämlinge in einzelne Töpfe. | etwa 3 bis 4 Wochen nach dem Auflaufen |
| Erste Nachdüngung | Menge nach Bodenvorrat, Dünger-Deklaration und Kompostgabe bemessen | etwa 6 Wochen nach dem Auflaufen |
Die Saatmonate aller Wurzelgemüse hast du mit dem Aussaatkalender für Wurzelgemüse, den du dir ausdrucken kannst, im Blick.
Bei der Bodenvorbereitung: gut verrotteter Mist
Vor der Pastinakenkultur kannst du gut verrotteten Mist einarbeiten. Das gilt besonders für Ton- oder Kreideböden. Gemeint ist die Bodenvorbereitung, nicht frischer Mist zur Aussaat.
Für StallmistStallmist ist ein Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung, etwa von Rindern oder Pferden, bei dem der Dung der Tiere meist mit Einstreu vermischt ist. Er verbessert den Boden und liefert zugleich reichlich Nährstoffe. gilt im Gemüsegarten allgemein ein Richtwert von etwa 3 kg je m², ausgebracht alle drei Jahre. Im ersten Jahr sind davon rund 30 bis 40 % des enthaltenen Stickstoffs pflanzenverfügbar.
Im Frühjahr: Kompost vor der Saat
Vor der Saat verteilst du 3 l gut verrotteten Kompost je m² und arbeitest ihn oberflächlich ein. Diese Frühjahrsgabe liefert Nährstoffe und Humus. Reifer Kompost lockert außerdem schwere Böden und verbessert auf leichten Böden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen. Warte mit der Arbeit, bis das Beet abgetrocknet ist und schwere Erde nicht mehr an Schuhen oder Spaten klebt.
Zeigt deine Bodenuntersuchung stark überhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, schränkst du die Kompostgabe ein. Ich messe den Kompost mit einem Eimer mit Literskala ab, statt nach Augenmaß zu schaufeln.
Mengen von anderen Wurzelgemüsen übernehmen. Für Möhren, Rettich und Rote Bete gibt es eigene Richtwerte für HorndüngerHorndünger ist der Oberbegriff für organische Dünger aus gemahlenen Hörnern und Hufen von Rindern, etwa Hornmehl und Hornspäne. Sie liefern vor allem Stickstoff und geben ihn je nach Körnung schneller oder langsamer ab., für Stangensellerie eine eigene Kombination aus Kompost und Hornmehl. Solche Mengen gelten nur für die Art, für die sie genannt sind.
Die erste Nachdüngung: ab dem Auflaufen zählen
Die erste Nachdüngung folgt etwa 6 Wochen nach dem Auflaufen. Weil die Frist erst mit dem Auflaufen beginnt und Pastinaken 14 bis 21 Tage zum Keimen brauchen, zählst du nicht ab der Saat. Vorher, etwa 3 bis 4 Wochen nach dem Auflaufen, vereinzelst du die Pflanzen.
Für die Nachdüngung nehme ich Hornmehl und verteile es zwischen den Reihen. Die Menge ergibt sich aus Bodenvorrat und Frühjahrsgabe, nicht aus dem Entzug allein. Taste dich an die Menge heran und schau auf Wuchs und Laub, bevor du ein weiteres Mal nachlegst.
Wer BrennnesseljaucheBrennnesseljauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Brennnesselblättern, die zehn bis 14 Tage in Wasser gären. Sie liefert schnell verfügbaren Stickstoff und eignet sich besonders für stark zehrendes Gemüse. selbst ansetzt, verdünnt sie zum Gießen in der Regel 1:10. Eine allgemeingültige Menge oder Häufigkeit gibt es für PflanzenjauchePflanzenjauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Pflanzen wie Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn oder Giersch, die in Wasser gären. Ihre Nährstoffe stehen den Pflanzen schnell zur Verfügung. nicht, weil Pflanzenbedarf und Nährstoffvorrat im Boden entscheiden.
Weil Pastinaken besonders bei früher Saat langsam keimen, säe ich wenige Radieschen als Markierung mit in die Reihe. Sobald die ersten Pastinaken aufgelaufen sind, stecke ich ein Schild mit dem Datum an den Reihenanfang. Von diesem Tag aus plane ich das Vereinzeln und die erste Nachdüngung.
Vorfrucht, Hochbeet und Beetnachbarn
In einem Hochbeet mit geschichteter, verrottender Füllung werden im ersten Standjahr besonders viele Nährstoffe frei. Prüfe dort vor jeder Zusatzgabe, ob deine Pastinaken sie brauchen. Was sich im Hochbeet sonst ändert, liest du im Beitrag, wie du Pastinaken im Hochbeet anbaust.
Vor Pastinaken passen Bohnen oder Erbsen aufs Beet, DoldenblütlerDoldenblütler (Apiaceae) sind eine Pflanzenfamilie, deren Blüten meist in Doppeldolden, seltener in einfachen Dolden stehen. Dazu gehören Nutzpflanzen wie Möhre, Petersilie, Sellerie, Dill und Kümmel, aber auch tödlich giftige Wildpflanzen wie Schierling. wie Möhren, Sellerie und Petersilie dagegen nicht. Damit Beetnachbarn den Pastinaken nicht Platz und Nährstoffe streitig machen, legst du die Reihen nicht enger an und erntest kurzlebige ZwischenkulturenEine Zwischenkultur ist eine schnell wachsende Gemüsekultur, die gleichzeitig mit einer langsam wachsenden Hauptkultur auf dem Beet steht, meist in Reihen dazwischen. Sie ist geerntet, bevor die Hauptkultur den ganzen Platz braucht. rechtzeitig. Passende Partner findest du im Beitrag, mit welchen Pflanzen Pastinaken in der Mischkultur gut wachsen, und die Fruchtfolge im Wurzelgemüse-Ratgeber unter Fruchtfolge und Mischkultur.





