Radieschen schützen: Kohlfliege, Erdflöhe und andere Schädlinge natürlich abwehren
- Das Kulturschutznetz kommt direkt nach der Saat aufs Beet und schließt am Boden dicht ab.
- Gegen Erdflöhe an Radieschen können Netze mit weniger als 1 mm Maschenweite helfen.
- Welkes Laub trotz feuchter Erde und Gänge in der Knolle können auf Kohlfliegenmaden hindeuten.
- Zur Kohlhernie-Vorbeugung stehen Kreuzblütler wie Radieschen nur alle 4 bis 6 Jahre auf derselben Fläche.
- Pflanzen mit Kohlhernie entfernst du samt Wurzeln und gibst sie nicht auf den Kompost.

Du ziehst ein Radieschen aus der Erde, und die Knolle ist von braunen Gängen durchzogen. Oder das junge Laub ist schon durchlöchert, bevor sich überhaupt eine Knolle bildet. Weil Radieschen nur kurz im Beet stehen, bleibt für Rettungsversuche nach dem Schaden kaum Zeit. Ich plane den Schutz deshalb beim Säen und nicht erst beim ersten Loch im Blatt.
Die Übersicht unten hilft dir, einen Schaden zuzuordnen. Danach geht es Schädling für Schädling um passende Handgriffe und anschließend um die Krankheiten, die an Radieschen auftreten können.
Was frisst an meinen Radieschen? Die Schadbilder im Überblick
Wo der Schaden sitzt, verrät oft schon den Verursacher: an der Knolle, am Laub oder am Keimling. Die Tabelle gibt dir Hinweise, keine sichere Diagnose. Ähnliche Bilder können verschiedene Ursachen haben, etwa Welke durch Maden oder durch Kohlhernie.
| Was du siehst | Kann hindeuten auf | So prüfst du nach |
|---|---|---|
| Laub welkt und vergilbt trotz feuchter Erde, Pflanzen kümmern | KohlfliegeDie Kohlfliege (Kleine Kohlfliege) ist ein Schädling an Kohl, Rettich und Radieschen. Ihre weißlichen Maden sitzen im Wurzelbereich junger Kohlpflanzen, die dann welken; in Rettich und Radieschen verursachen sie Fraßgänge. oder Kohlhernie | Pflanze ziehen: Gänge und Maden in der Knolle deuten auf die Fliege, Knoten an den Wurzeln auf Kohlhernie |
| Viele kleine, runde Löcher im jungen Laub | ErdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite. | Ans Laub tippen und auf springende Käfer achten |
| Ausgefranste Fraßränder, Schleimspuren, fehlende Keimlinge | Schnecken | In der Dämmerung mit der Lampe nachsehen |
| Gelbliche Flecken oben, grauvioletter Belag unten am Blatt | Falscher Mehltau | Blattunterseite ansehen |
| Keimlinge knicken am WurzelhalsDer Wurzelhals ist die Übergangszone zwischen Sprossachse und Hauptwurzel einer Pflanze. Botanisch ist er der untere Teil des Keimstängels und oft etwas verdickt. um | Wurzelbrand | Auf dunkle, eingeschnürte Stellen am Stängelgrund achten |
| Braune Blattflecken mit konzentrischen Ringen | Alternaria-Blattflecken | Nachbarpflanzen auf weitere Flecken prüfen |
| Weiße, pustelartige Erhebungen auf Blättern und Stängeln | Weißer Rost | Nachbarpflanzen auf weitere Pusteln prüfen |
| Pelzige oder geplatzte Knollen ohne Fraßspuren | Schwankende Wasserversorgung | Gießrhythmus prüfen |
Rettich ist ebenfalls ein Kreuzblütler und für Kohlhernie anfällig. Wie du Rettiche mit natürlichen Mitteln schützt, liest du in einem eigenen Beitrag.
Kohlfliege: Maden in der Knolle
So erkennst du den Befall
Die Kohlfliege legt ihre Eier in Bodennähe an die Radieschen. Die geschlüpften Maden fressen sich in Wurzeln und Knollen und hinterlassen dort Fraßgänge. Von oben siehst du davon lange nichts. Erst wenn die Wurzel geschädigt ist, kann das Laub welken und vergilben, obwohl die Erde feucht ist.
Kümmern einzelne Pflanzen neben kräftigen Nachbarn, ziehe ich eine davon heraus und schneide die Knolle auf. Braune Gänge und weiße Maden deuten dann auf die Kohlfliege hin. Knollen mit Fraßgängen sortiere ich aus und lasse sie nicht im Beet liegen.
Vorbeugen mit dem Netz
Sitzen die Maden erst in der Knolle, lässt sich diese Knolle nicht mehr retten. Vorbeugen heißt deshalb: Die Fliege soll gar nicht erst an den Boden neben den Pflanzen kommen. Leg das Kulturschutznetz direkt nach der Saat auf und schließ es am Boden dicht ab. Ich beschwere die Ränder rundum mit Erde, damit keine Lücke bleibt. Zum Jäten und Ernten hebe ich das Netz nur an einer Seite an und lege es danach sofort wieder dicht.
Weil das Netz schon direkt nach der Saat liegt und Radieschen im Sommer etwa 3 bis 4 Wochen nach der Aussaat erntereif sind, liegt es bei Sommersaaten fast die ganze KulturzeitDie Kulturzeit ist die Zeitspanne, die eine Gemüseart von der Aussaat oder Pflanzung bis zur Ernte braucht. Je nach Art ist sie kurz wie bei Radieschen oder lang wie bei Herbstkohl. über auf dem Beet. Die Kohlfliege tritt im Jahr mehrfach auf. Auch spätere Sätze brauchen deshalb von Anfang an ein Netz. Welche Aussaatfenster Radieschen im Jahreslauf haben, erfährst du im Beitrag darüber, wann du Radieschen für welche Ernte aussäst.
Das Netz liegt zwar, hängt aber an einer Seite lose über der Erde. Durch solche Lücken können Fliegen und Erdflöhe zu den Pflanzen gelangen. Prüf nach jedem Anheben, ob der Rand wieder rundum aufliegt.
Ich säe Radieschen etwa alle 2 Wochen in kleinen Sätzen nach. Nach jeder Saat lege ich das Netz sofort wieder auf. Beim Ernten schneide ich verdächtige Knollen auf, bevor sie in den Korb kommen.
Erdflöhe: Löcher im jungen Laub
Erdflöhe sind kleine Käfer, die mit ihren Sprungbeinen weite Sätze machen. Sie fressen kleine, runde Löcher in die Blätter, bis das Laub wie durchsiebt aussieht. Gärtner sprechen deshalb vom Schrotschuss-Schaden. Besonders Keimlinge und junge Pflanzen trifft das hart, weil sie nur wenige Blätter haben. Tippst du ans Laub und springen winzige Käfer davon, liegt der Verdacht auf Erdflöhe nahe.
Weil Erdflöhe nur 1,5 bis 3 mm groß sind und weit springen, muss ein Netz gegen sie fein sein und rundum dicht am Boden liegen.
Gegen Erdflöhe an Radieschen können Kulturschutznetze mit weniger als 1 mm Maschenweite helfen. Engmaschige Gemüseschutznetze mit 0,8 mm Maschenweite legst du früh auf und schließt sie dicht am Boden ab.
Erdflöhe bevorzugen trockene Bedingungen. Gleichmäßig feuchte Erde, die Radieschen ohnehin brauchen, kann den Befall bremsen. Sie ersetzt aber kein Netz.
Schnecken: Fraß an Laub und Knolle
Nacktschnecken wie die Spanische Wegschnecke richten an Radieschen meist den größeren Schaden an. Sie fressen Blätter und Knollen an und hinterlassen ausgefranste Fraßränder und Schleimspuren. Junge Keimlinge verschwinden manchmal ganz. Gehäuseschnecken sind meist weniger schädlich, viele von ihnen fressen vor allem abgestorbenes Pflanzenmaterial.
Schnecken sind vor allem nachts und bei feuchtem Wetter unterwegs. Ich gehe deshalb in der Dämmerung mit einer Lampe durchs Beet und sammle die Nacktschnecken ab. Ein Schneckenzaun rund ums Beet kann neue Zuwanderung bremsen, wenn du innen vorher gründlich abgesammelt hast. Raue Streu aus Eierschalen oder Sägemehl wird oft empfohlen, verlass dich aber nicht allein darauf. Igel und Laufkäfer fressen Schnecken und können im naturnahen Garten mithelfen.
Nützlinge und Netze im ganzen Wurzelbeet
Kulturschutznetze und Nützlinge helfen nicht nur bei Radieschen, sondern im ganzen Wurzelbeet. Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen können einen Blattlausbefall bremsen, und blühende Korb- und DoldenblütlerDoldenblütler (Apiaceae) sind eine Pflanzenfamilie, deren Blüten meist in Doppeldolden, seltener in einfachen Dolden stehen. Dazu gehören Nutzpflanzen wie Möhre, Petersilie, Sellerie, Dill und Kümmel, aber auch tödlich giftige Wildpflanzen wie Schierling. in der Nähe fördern die Schwebfliegen. Wie Netz, Standort und Fruchtfolge bei allen Wurzelgemüsen zusammenwirken, liest du im Abschnitt „Krankheiten und Schädlinge“ unseres Ratgebers für Wurzel- und Knollengemüse.
Krankheiten an Radieschen
Bei den Krankheiten richtet sich der Blick an Radieschen vor allem auf die Kohlhernie, weil ihr Erreger lange im Boden bleibt. Dazu kommen einige Blatt- und Keimlingskrankheiten, die bei Nässe und dichtem Stand auftreten können.
Kohlhernie: Knoten an der Wurzel
Kohlhernie befällt Kreuzblütler, und zu ihnen gehören Radieschen ebenso wie Rettich, Steckrübe und Kohl. Befallene Pflanzen können welken und kümmern. An den Wurzeln bilden sich dann knotige Verdickungen, die die Wasser- und Nährstoffaufnahme behindern. Findest du beim Ausgraben solche Knoten, ist Kohlhernie ein naheliegender Verdacht.
Hohe Bodentemperaturen zusammen mit hoher Bodenfeuchte begünstigen die Krankheit. Verdichtete und staunasse Stellen sind deshalb kein Platz für Radieschen.
Der Erreger der Kohlhernie bildet DauersporenDauersporen sind mikroskopisch kleine Sporen, mit denen manche Krankheitserreger im Boden überdauern, etwa der Erreger der Kohlhernie. Sie bleiben über mehrere Jahre lebensfähig und können dann erneut Pflanzen infizieren.. Sie können mehrere Jahre im Boden lebensfähig bleiben und dann erneut Infektionen auslösen. Nach starkem Befall kann es bis zu zehn Jahre dauern, bis sich eine Fläche erholt hat.
Vorbeugen kannst du vor allem über die Zeit. Zur Kohlhernie-Vorbeugung stehen anfällige Kreuzblütler wie Radieschen nur alle 4 bis 6 Jahre auf derselben Gartenfläche. Das ist eine Regel gegen die Krankheit und länger als die allgemeine Anbaupause. Auch Gründüngung zählt mit, denn Gelbsenf und Ölrettich sind selbst Kreuzblütler. Säst du nach den Radieschen Senf als Gründüngung, beginnt die Pause für die Fläche also von vorn. Phacelia und Buchweizen passen dagegen in eine Fruchtfolge mit Radieschen.
Kalk streue ich nicht auf Verdacht. Radieschen passen zu einem Boden-pH von 5,5 bis 7,0. Ob dein Beet Kalk braucht, entscheiden Bodenart und gemessener pH-Wert. Liegt der Wert schon oberhalb des Zielbereichs, wird nicht gekalkt.
Hast du Kohlhernie im Beet, entfernst du die kranken Pflanzen samt ihren Wurzeln.
Pflanzen mit Kohlhernie gehören nicht auf den Kompost. Gib sie mitsamt den Wurzeln in den Hausmüll.
Falscher Mehltau
Falscher Mehltau zeigt sich zuerst als gelbliche Flecken auf der Blattoberseite. Auf der Unterseite kann darunter ein grauvioletter, pelziger Belag wachsen. Bei starkem Befall welken die Blätter und sterben ab. Hohe Luftfeuchtigkeit, Staunässe und dichte Bestände fördern die Ausbreitung.
Vorbeugend säst du nicht zu dicht. In der Reihe brauchen Radieschen 3 bis 8 cm Platz. Zwischen den Reihen lässt du 15 cm frei. Ich gieße morgens und direkt auf den Boden, damit das Laub tagsüber abtrocknen kann. Befallene Blätter nehme ich früh ab.
Wurzelbrand an Keimlingen
Wurzelbrand trifft Keimlinge und wird von verschiedenen Bodenpilzen verursacht. Am Wurzelhals entstehen dunkle, eingeschnürte Stellen, und die jungen Pflanzen fallen um. Solche Keimlinge erholen sich meist nicht mehr. Vorbeugend nimmst du gesundes Saatgut und hältst das Saatbett während der Keimung feucht, ohne dass es vernässt. Wo viele Keimlinge umgefallen sind, säe ich an anderer Stelle neu.
Alternaria-Blattflecken und Weißer Rost
Alternaria zeigt sich als braune Blattflecken mit konzentrischen Ringen und tritt vor allem bei feucht-warmem Wetter auf. Weißer Rost bildet weiße, pustelartige Erhebungen auf Blättern und Stängeln und bevorzugt kühle, feuchte Bedingungen. Beiden beugst du vor wie beim Mehltau: luftiger Bestand, keine Staunässe, befallene Blätter früh entfernen. Die entfernten Blätter gebe ich nicht auf den Kompost. Beim Meerrettich werden kreuzblütige Unkräuter entfernt, weil sie Alternaria übertragen können. Ich jäte sie deshalb auch rund ums Radieschenbeet.
Nicht jeder Schaden kommt von Schädlingen
Manche Knollenfehler sehen aus wie ein Befall, haben aber eine andere Ursache. Starke Schwankungen der Wasserversorgung können pelzige oder geplatzte Knollen verursachen. Säst du rundknollige Sorten zu tief, können sie längliche Knollen bilden. Unter Glas oder Folie können zu hohe Wintertemperaturen die Knollen übermäßig strecken. Hitze und Trockenheit begünstigen das Schossen, deshalb stehen Sommersaaten besser halbschattig.
Wie das im Alltag klappt, zeigt dir der Beitrag darüber, wie du Radieschen gleichmäßig feucht hältst. Den ganzen Weg von Standort und Aussaat bis zur Ernte findest du in der Anleitung, wie du Radieschen erfolgreich anbaust.
Vorbeugen im ganzen Beet: Boden, Fruchtfolge, Mischkultur
Radieschen brauchen lockeren, humosen Boden, verdichtete schwere Böden lockerst du vor der Saat gründlich. Zur Beetvorbereitung arbeite ich Kompost ein, in ausreichend versorgter Erde brauchen Radieschen keine zusätzliche Düngung. Mehr zur Bodenvorbereitung steht im Abschnitt „Standort, Boden und Gefäß“ desselben Wurzelgemüse-Ratgebers.
Radieschen sind Kreuzblütler und sollen nicht unmittelbar auf Kohl, Rettich, Rucola oder Senf folgen. Für sie gilt eine allgemeine Anbaupause von 3 Jahren. Wann welche Fläche frei ist, behältst du mit dem Beetplaner über mehrere Jahre im Blick.
Dass Zwiebeln oder Möhren als Nachbarn die Kohlfliege verwirren, wird oft erzählt. Günstige Einflüsse zwischen Gemüsearten sind aber schwer nachzuweisen, und Beobachtungen dazu widersprechen sich häufig. Welche Nachbarn zu Radieschen passen, zeigt dir der Mischkultur-Planer, die Grundlagen stehen im Abschnitt „Fruchtfolge und Mischkultur“ des Wurzelgemüse-Ratgebers.
Hausmittel und Spritzmittel: was du erwarten kannst
BrennnesseljaucheBrennnesseljauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Brennnesselblättern, die zehn bis 14 Tage in Wasser gären. Sie liefert schnell verfügbaren Stickstoff und eignet sich besonders für stark zehrendes Gemüse., Knoblauchjauche und Brühe aus Ackerschachtelhalm werden oft empfohlen, der Knoblauchjauche sagt man etwa nach, ihr Geruch halte die Kohlfliege fern. Eine verlässliche Wirkung gegen Maden in der Knolle darfst du davon nicht erwarten. Jauchen liefern vor allem Nährstoffe, und die brauchen Radieschen in ausreichend versorgter Erde nicht zusätzlich.
Greifst du als letztes Mittel doch zu einem Pflanzenschutzmittel, nimm nur eines mit Zulassung für den Haus- und Kleingarten. Halte dich an die Gebrauchsanweisung, trag Schutzkleidung, beachte die Wartezeit bis zur Ernte und entsorge Reste vorschriftsgemäß. Solche Mittel können auch Nützlinge treffen.
Schau vor der nächsten Aussaat nach, wann auf dem Beet zuletzt Kreuzblütler standen. Leg das Netz schon neben die SaatrilleEine Saatrille ist eine flache, gerade Furche im feinkrümeligen Saatbett, in die du Samen in einer Reihe säst. Nach der Aussaat schiebst du sie wieder zu und drückst die Erde an., damit es direkt nach dem Säen aufliegt.





