Gemüse · Wurzel- & Knollengemüse · Anbau

Schwarzwurzeln anbauen: von der Aussaat bis zur Ernte über den Winter

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Schwarzwurzeln direkt ins Beet säen, im März oder April; bis Mitte Mai geht es noch.
  • Erst säen, wenn der Boden mindestens 10 °C erreicht hat.
  • Steine, Verdichtungen und ein ungleichmäßig abgesetztes Saatbett fördern verzweigte Wurzeln.
  • Samen 2 bis 3 cm tief in Rillen legen.
  • Abstände: 30 cm zwischen den Reihen, 5 bis 8 cm in der Reihe.
  • Jedes Jahr frisches Saatgut nehmen, Reste vorher mit einer Keimprobe prüfen.
  • Geerntet wird von September bis März, und zwar nur aus ungefrorenem Boden.

Wer Schwarzwurzeln anbauen will, entscheidet schon beim Vorbereiten des Beets, ob später glatte oder verzweigte Wurzeln aus der Erde kommen. Ich lockere deshalb gründlich, sammle Steine ab und säe direkt an Ort und Stelle. Danach steht die Kultur viele Monate im Beet, denn geerntet wird von September bis März.

Kurz zur Pflanze

Die Garten-Schwarzwurzel (Scorzonera hispanica) gehört zu den Korbblütlern und wird 30 bis 40 cm hoch. Gegessen wird die Wurzel, gegart als Gemüse. Verwandtschaft und Herkunft findest du im Kurzporträt des Überblicks zu Wurzel- und Knollengemüse; dort ordnet der Abschnitt Nährwerte und Gesundheit Wurzelgemüse auch als Lebensmittel ein.

Aussaatkalender Schwarzwurzeln
GartenkalenderAussaat: März, April; Ernte: Januar, Februar, März, September, Oktober, November, DezemberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilErnteErnte: JanuarErnte: FebruarErnte: MärzErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberErnte: DezemberAussaatErnte

Welcher Standort passt?

Schwarzwurzeln wachsen in Sonne bis leichtem Schatten und auf verschiedenen Böden, am liebsten auf leichtem Boden mit gutem Wasserabzug. Für die lange Wurzel lockere ich das Beet bis in die Tiefe; wenn du nur Gefäße hast, lies nach, wie du Schwarzwurzeln im Kübel anbaust. Wie du Boden und Standort für Wurzelgemüse allgemein einschätzt, steht im Abschnitt Standort, Boden und Gefäß desselben Überblicks.

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Wie bereite ich das Beet für gerade Wurzeln vor?

Drei Dinge im Boden fördern verzweigte Schwarzwurzeln: verdichtete Schichten, Steine und ein Saatbett, das sich ungleichmäßig gesetzt hat. Ich prüfe vor der Saat mit einer spitzen Metallstange im feuchten Boden, ob irgendwo eine feste Schicht Widerstand leistet. Gelockert wird erst, wenn das Beet nicht mehr zu feucht ist, und zwar mit Grabgabel oder Krail. Dabei sammle ich jeden Stein ab, den ich finde. Zum Schluss ebne ich die Fläche mit Krail oder Rechen sorgfältig ein, damit das Saatbett überall gleich fest liegt.

Kurz erklärt

Beim falschen Saatbett ist das Beet schon zwei bis vier Wochen vor der Aussaat fertig. In dieser Zeit läuft Unkraut auf, und das entfernst du vor der Saat nur oberflächlich.

Bei Schwarzwurzeln passt das gut: Die Bestände sollen unkrautfrei bleiben, und die Saat braucht bis zu 21 Tage zum Keimen. Ein falsches Saatbett nimmt dir also die erste Unkrautwelle ab, bevor die Reihen überhaupt sichtbar sind.

Zahl im Blick

Ist der Unterboden kurz vor der Aussaat sehr trocken, wässere ich vor. Das geschieht 1 bis 2 Tage vor der Saat mit 15 bis 20 l Wasser je m².

Kompost vor der Saat

Zur Vorbereitung arbeite ich reifen, vollständig verrotteten Kompost flach ein. Die allgemeine Faustzahl dafür liegt bei etwa 3 l je m² im Frühjahr. Sind Phosphor oder Kalium im Boden stark überhöht, schränkst du die Gabe ein. Ob das bei dir zutrifft, zeigt eine Bodenuntersuchung, die Unter- oder Überversorgung sichtbar macht.

Wann säe ich Schwarzwurzeln?

Die Saatzeit für Schwarzwurzeln liegt im März und April, eine Direktsaat ist bis Mitte Mai noch möglich. Der Kalender gibt aber nur den Rahmen vor: Vor der Aussaat sollte der Boden mindestens 10 °C erreicht haben. In kühlen Lagen lässt sich das Beet später bestellen als in warmen Weinbaulagen, deshalb richte ich den Termin nach der Witterung. Ich stecke dafür ein Bodenthermometer in die Erde und säe erst, wenn es die Marke erreicht.

Welche Monate zu deinen übrigen Wurzelgemüsen passen, zeigt dir der Aussaatkalender für Wurzelgemüse zum Ausdrucken.

Saatgut und Sorten

Bei Schwarzwurzeln greife ich jedes Jahr zu frischem Saatgut, so wie es auch für Pastinake und Wurzelpetersilie gilt. Zu den Sorten gehören etwa ‘Hoffmanns Schwarze Pfahl’, ‘Duplex’ und ‘Meres’. Für ‘Meres’ nennt die Sortenbeschreibung zwei Eigenschaften: schossfest und widerstandsfähig gegen Echten Mehltau. Wie du Krankheiten im Wurzelbeet grundsätzlich vorbeugst, statt sie zu behandeln, steht im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge des Überblicks.

Häufiger Fehler

Reste aus der Tüte vom Vorjahr ungeprüft aussäen. Zähl vorher Samen ab, halte sie feucht und schau 2 bis 3 Wochen lang, wie viele keimen. Keimen nur wenige, säst du dichter oder nimmst frisches Saatgut. Weitere Stolpersteine zeigt der Beitrag zu typischen Fehlern beim Schwarzwurzelanbau.

So säst du Schwarzwurzeln

Was Richtwert
Saatzeit März und April, Direktsaat bis Mitte Mai
Bodentemperatur vor der Saat mindestens 10 °C
Saattiefe 2 bis 3 cm
Reihenabstand 30 cm
Abstand in der Reihe 5 bis 8 cm
Keimdauer 10 bis 21 Tage

Schwarzwurzeln kommen als Direktsaat in Reihen ins Beet, ohne Vorkultur. Ich ziehe mit dem Rechenstiel eine Rille, lege die Samen einzeln hinein und schließe sie wieder. Die Samen sind keine Lichtkeimer und gehören deshalb unter die Erde. Danach drücke ich die Saat leicht an.

Zwischen den Reihen lasse ich 30 cm Platz. In der Reihe sollen die Pflanzen am Ende 5 bis 8 cm auseinanderstehen. Wo sie nach dem Auflaufen dichter stehen, ziehe ich die überzähligen heraus.

Ist es nach der Saat trocken, gieße ich gründlich an, weil sich die Keimung sonst verzögern kann. Bis die Keimlinge erscheinen, darf das Saatbett nicht austrocknen, aber auch nicht nass stehen.

Marias Erfahrung

An beide Enden jeder Reihe stecke ich einen Stab. Bis zu 21 Tage kann es dauern, bis die Schwarzwurzeln auflaufen, und mit den Stäben weiß ich beim Hacken, wo die Saat liegt.

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Wie pflege ich Schwarzwurzeln bis zur Ernte?

Halte den Bestand unkrautfrei; ich hacke dafür flach zwischen den Reihen. Von Anfang Juli bis Anfang September können Schwarzwurzeln zusätzliches Wasser brauchen, und eine seitliche Stickstoffgabe im Hochsommer wässerst du anschließend ein. Ausführlicher geht es darum, wie du Schwarzwurzeln in der Wachstumsphase pflegst; die Grundlagen zu Vereinzeln und Hacken stehen im Abschnitt Pflege des Überblicks.

Fruchtfolge und Beetnachbarn

Als Korbblütler folgen Schwarzwurzeln bei mir nicht direkt auf andere Korbblütler, denn zwei Kulturen aus derselben Pflanzenfamilie setze ich nicht unmittelbar nacheinander auf ein Beet. Für Schwarzwurzeln selbst gilt eine Fruchtwechselpause von 4 Jahren. Im Erwerbsanbau ist die Empfehlung weiter gefasst, mit einer Fruchtfolge von etwa sieben Jahren. Welche Kultur wann auf welchem Beet stand, hältst du im Beetplaner über mehrere Jahre fest.

Einen Punkt plane ich trotzdem ein: Wenn ich Schwarzwurzeln rode, bewege ich viel Erde. Junge Pflanzen daneben können dabei Feinwurzeln verlieren und im Wachstum zurückbleiben. Deshalb setze ich nichts Junges direkt an Schwarzwurzelreihen, die ich bald ausgrabe. Mögliche Partner schlägst du bei den passenden Beetnachbarn im Mischkultur-Planer nach.

Wann und wie ernte ich Schwarzwurzeln?

Die Kultur ist lang: Von der Aussaat bis zur Ernte vergehen 210 bis 252 Tage. Geerntet wird von September bis März, du musst also nicht alle Wurzeln auf einmal ausgraben. Ich grabe nur, wenn der Boden nicht gefroren ist, denn in gefrorener Erde können die Wurzeln abbrechen. Wer bis März ernten will, richtet sich deshalb nach offenen Bodentagen: Vor einer angekündigten Frostperiode hole ich einen Vorrat aus dem Beet.

Beim Ausgraben ziehe ich nie am Laub. Ich hebe neben der Reihe einen Graben aus, der so tief reicht wie die Wurzeln. Dann löse ich die Erde von der Seite und hebe jede Wurzel vorsichtig heraus. So arbeite ich mich Stück für Stück an der Reihe entlang.

Tipp

Verletzte Wurzeln geben einen klebrigen Milchsaft ab, der auf Händen und Kleidung Flecken hinterlassen kann. Ich trage beim Ernten deshalb Handschuhe und alte Kleidung.

Zahl im Blick

Aus dem Erwerbsanbau stammen für Schwarzwurzeln Angaben von 15 bis 25 t/ha. Umgerechnet sind das 1,5 bis 2,5 kg/m². Eine Zusage für deinen Hausgarten ist das nicht. Was den Ertrag beeinflusst, liest du im Beitrag darüber, wie du den Ertrag beim Schwarzwurzelanbau steigerst.

Lagern und Zubereiten

Wurzeln, die ich nicht gleich brauche, lasse ich im Beet, solange der Boden offen ist. Wie du Wurzelgemüse kühl, feucht und ohne Laub lagerst, beschreibt der Abschnitt Lagern im Überblick zu Wurzel- und Knollengemüse.

Schwarzwurzeln werden gegart als Gemüse gegessen. Wie du sie schälst und vorbereitest, liest du im Beitrag darüber, wie du Schwarzwurzeln zu Gerichten verarbeitest. Ideen für Gerichte ohne Fleisch findest du bei Schwarzwurzeln in der vegetarischen und veganen Küche.

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Häufige Fragen

Wann säe ich Schwarzwurzeln am besten?
Schwarzwurzeln säst du direkt ins Beet, im März oder April; bis Mitte Mai ist die Direktsaat noch möglich. Warte außerdem, bis der Boden mindestens 10 °C erreicht hat. In kühlen Lagen geht es später los als in warmen Weinbaulagen, richte den Termin also nach der Witterung.
Welcher Boden eignet sich für Schwarzwurzeln?
Schwarzwurzeln wachsen auf sandigen, lehmigen und tonigen Böden, am liebsten aber auf leichtem Boden mit gutem Wasserabzug. Entscheidend ist die Struktur: Verdichtungen, Steine und ein ungleichmäßig abgesetztes Saatbett fördern verzweigte Wurzeln. Lockere das Beet deshalb gründlich, sammle Steine ab und ebne die Fläche sorgfältig ein.
Welchen pH-Wert brauchen Schwarzwurzeln?
Einen festen Zielwert gibt es für Schwarzwurzeln nicht, sie vertragen schwach saure, neutrale und schwach alkalische Böden. Ob du kalkst, entscheidest du nach Bodenart und dem gemessenen pH-Wert aus einer Bodenprobe. Liegt der Wert bereits über dem Zielbereich deiner Bodenart, bleibt der Kalk im Sack.
Wie lange dauert es von der Aussaat bis zur Ernte?
Rechne mit 210 bis 252 Tagen, Schwarzwurzeln sind also eine lange Kultur. Geerntet wird von September bis März. Plane das Beet deshalb als Hauptkultur ein und ergänze Vor- oder Nachkulturen passend zu ihrer Belegungsdauer.
Brauche ich beim Ernten von Schwarzwurzeln Handschuhe?
Handschuhe sind praktisch, denn verletzte Wurzeln geben einen klebrigen Milchsaft ab. Er kann auf Händen und Kleidung Flecken hinterlassen, deshalb ziehe ich zum Ernten auch alte Sachen an. Grabe außerdem nur, wenn der Boden nicht gefroren ist, denn sonst können die Wurzeln abbrechen.
Was muss ich bei der Fruchtfolge beachten?
Schwarzwurzeln sind Korbblütler; plane sie deshalb nicht direkt nach einer anderen Art aus dieser Familie ein. Bis sie wieder auf dasselbe Beet kommen, hältst du eine Fruchtwechselpause von 4 Jahren ein. Im Erwerbsanbau ist die Empfehlung weiter gefasst, mit einer Fruchtfolge von etwa sieben Jahren.
Kann ich Schwarzwurzel-Saatgut aus dem Vorjahr noch verwenden?
Bei Schwarzwurzeln ist jedes Jahr frisches Saatgut die Empfehlung. Willst du Reste trotzdem nutzen, zähl vorher Samen ab, halte sie feucht und beobachte 2 bis 3 Wochen lang, wie viele keimen. Keimen nur wenige, säst du dichter oder nimmst frisches Saatgut.
Wie bewahre ich geerntete Schwarzwurzeln auf?
Wurzeln, die du nicht gleich brauchst, kannst du im Beet lassen und nach und nach ausgraben, solange der Boden nicht gefroren ist. Vor einer längeren Frostperiode holst du dir einen Vorrat heraus. Eingelagert wird Wurzelgemüse kühl, feucht und ohne Laub.
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