Schwarzwurzeln: Boden lockern, entsteinen und düngen vor der Direktsaat
- Schwarzwurzeln säst du direkt ins Beet, für die Frühjahrskultur im März oder April.
- Verdichtungen, ungleichmäßig abgesetzte Saatbetten und Steine fördern verzweigte Wurzeln.
- Bearbeite schweren Boden erst, wenn er abgetrocknet ist und nicht mehr am Spaten klebt.
- Kalk nur nach Bodenprobe: Liegt der pH-Wert über dem Zielbereich deiner Bodenart, wird nicht gekalkt.
- Bereite das Beet mit Kompost vor, im Hochsommer folgt eine seitliche Stickstoffgabe, die du einwässerst.
Verdichtungen, ein ungleichmäßig abgesetztes SaatbettDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind. und Steine fördern bei Schwarzwurzeln verzweigte Wurzeln. Alle drei gehst du bei der Bodenvorbereitung an, bevor das erste Korn im Beet liegt. Deshalb beginnt meine Schwarzwurzelkultur nicht mit der Saattüte, sondern mit Grabgabel, Metallstange und Rechen.
Hier geht es um diese Vorarbeit, vom Lockern bis zum fertigen Saatbett. Aussaat, Pflege und Ernte streife ich am Ende nur kurz.
Kann man Schwarzwurzeln vorziehen?
Schwarzwurzeln werden direkt ins Beet gesät, für die Frühjahrskultur im März oder April. Ich ziehe sie nicht vor, weil die lange Rübe die Tiefe eines gut gelockerten Beets braucht. Wie die Aussaat im Einzelnen abläuft, erklärt der Beitrag, wie du Schwarzwurzeln vom Samen bis zur Ernte heranziehst.
Welcher Boden passt zu Schwarzwurzeln?
Schwarzwurzeln bevorzugen leichten Boden. Sie lassen sich aber auf verschiedenen Böden ziehen, auf sandigen ebenso wie auf lehmigen oder tonigen. Dabei bevorzugen sie einen Boden mit gutem Wasserabzug.
Welche BodenartDie Bodenart beschreibt, wie grob oder fein die Körner eines Bodens sind, und bestimmt mit, wie gut er Wasser und Nährstoffe hält. Man unterscheidet Sand, Schluff und Ton, Lehm ist eine Mischung aus allen dreien. du hast, verrät dir die Fingerprobe. Ich nehme dafür leicht feuchte Erde in die Hand und forme sie. Sandboden zerfällt dabei, toniger Boden klebt an den Händen und lässt sich ausrollen.
Die Bodenart bestimmt, worauf du bei der Vorbereitung achtest. Sandreiche Böden lassen Wasser gut durch, speichern aber wenig davon. Tonreiche Böden leiten Wasser schlecht ab und erschweren die Durchwurzelung. Auf tonreichem Boden kommt es deshalb besonders auf das Lockern an, denn Schwarzwurzeln bevorzugen leichten Boden und Ton erschwert das Durchwurzeln.
Als Standort passt Sonne bis leichter Schatten. Wie Boden und Gefäß bei allen Wurzelgemüsen zusammenspielen, liest du im Abschnitt Standort, Boden und Gefäß im Wurzelgemüse-Ratgeber. Wie Schwarzwurzeln im Gefäß gezogen werden, steht im Beitrag, wie du Schwarzwurzeln im Kübel anbaust.
Wann ist der Boden bereit zum Lockern?
Bearbeite das Beet erst, wenn es nicht mehr zu feucht ist. Schwerer Boden ist so weit, wenn er abgetrocknet ist und nicht mehr an Schuhen oder Spaten klebt. Im Frühjahr lockerst du dann mit Grabgabel oder Krail.
Regelmäßiges tiefes Umgraben ist auf eingearbeiteten Gartenböden meist entbehrlich. Schwere Böden können dagegen von einer Bearbeitung profitieren, bevor der Winter sie durchfrieren lässt. Hast du solchen Boden, kann die Vorbereitung für das Schwarzwurzelbeet also schon im Herbst davor beginnen.
Wie lockerst du das Beet für Schwarzwurzeln?
Auf einem etablierten Gemüsebeet lockerst du mit dem Sauzahn, ohne die Erde zu wenden. Umgraben ist vor allem bei sehr schweren Böden sinnvoll oder wenn du ein Beet neu anlegst.
Weil Verdichtungen verzweigte Wurzeln fördern, suchst du vor der Saat gezielt nach harten Schichten. Dafür stößt du eine spitze Metallstange in den feuchten Boden und achtest auf den Widerstand. Spürst du plötzlich deutlich mehr Gegendruck, kann dort eine verdichtete Schicht sitzen. Lockere diese Stelle nach und prüfe erneut, bis die Stange gleichmäßig eindringt.
Ich stoße die Metallstange in Abständen über das ganze Beet und stecke überall dort ein Holzstäbchen, wo sie hängen bleibt. Beim Lockern setze ich die Grabgabel an diesen Stellen ein zweites Mal an und teste danach noch einmal.
Steine auslesen und das Saatbett gleichmäßig anlegen
Steine fördern verzweigte Schwarzwurzeln, deshalb gehören sie aus dem Beet. Ich lese beim Lockern jeden Stein aus, den die Grabgabel nach oben bringt. Danach ziehe ich den Rechen über die Fläche und sammle ein, was dabei noch zum Vorschein kommt.
Der dritte Punkt ist das Saatbett. Setzt es sich ungleichmäßig ab, fördert auch das verzweigte Wurzeln. Ebne die bearbeitete Fläche deshalb mit Krail oder Rechen gleichmäßig ein und drücke die Saat nach dem Säen leicht an.
Schwarzwurzelbestände sollen unkrautfrei bleiben, darum lege ich das Beet als falsches Saatbett an. Dafür bereite ich es zwei bis vier Wochen vor der Aussaat fertig vor. Das Unkraut, das in dieser Zeit aufläuft, entferne ich vor der Saat nur oberflächlich. Den Saattermin legst du mit dem Aussaatkalender für Wurzelgemüse zum Ausdrucken fest und rechnest von dort zurück.
Ist der Unterboden kurz vor der Saat sehr trocken, wässerst du vor. Gib dann 15 bis 20 l Wasser je m². Das machst du 1 bis 2 Tage vor der Saat.
Bodenprobe, pH-Wert und Kalk
Bevor du düngst oder kalkst, lass den Boden untersuchen. Eine Bodenuntersuchung zeigt, ob das Beet mit Kalk und Nährstoffen unter- oder überversorgt ist. Danach richtest du deine Düngung aus.
Die Standarduntersuchung erfasst Bodenart, pH-Wert, PhosphatPhosphat ist die Form, in der der Pflanzennährstoff Phosphor im Garten meist angegeben wird: als Phosphatgehalt im Befund der Bodenuntersuchung und als Phosphatanteil auf Düngerpackungen, dort mit dem Kürzel P2O5. und KaliumKalium ist neben Stickstoff und Phosphor einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe. Es regelt den Wasserhaushalt der Pflanze, festigt ihr Gewebe und macht sie widerstandsfähiger gegen Frost sowie Schaderreger wie Pilze und Insekten.. Stickstoff wird im Hausgarten normalerweise nicht mitgemessen. Willst du ihn trotzdem wissen, beauftragst du ihn separat und kühlst die Probe bis zum Labor.
Probe vor der Düngung nehmen. 10 bis 15 Teilproben über die einheitlich genutzte Fläche verteilt entnehmen. Alles gründlich mischen. Etwa 500 g davon ans Labor schicken.
Schwarzwurzeln vertragen schwach saure, neutrale und schwach alkalische Böden. Einen engen Zielwert musst du für sie deshalb nicht treffen. Ob du kalkst, richtet sich nach Bodenart und gemessenem pH-Wert.
Die allgemeinen pH-Zielbereiche für Gartenboden hängen von der Bodenart ab. Bei Sand liegen sie beispielsweise bei 5,4 bis 5,8, bei sandigem Lehm bis Lehm bei 6,6 bis 7,0.
Kalk auf Verdacht streuen. Liegt der gemessene Wert schon oberhalb des Zielbereichs deiner Bodenart, wird nicht gekalkt, und das erfährst du nur über die Bodenprobe.
Kompost und Dünger: So versorgst du das Beet
Zur Vorbereitung bekommt das Schwarzwurzelbeet Kompost oder einen VolldüngerEin Volldünger, auch NPK-Dünger genannt, enthält die drei Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium in einem Produkt. Häufig sind zusätzlich Magnesium, Kalzium oder Schwefel beigemischt.. Ich nehme Kompost, weil er zusätzlich den Boden verbessert. Reifer Kompost fördert in schweren Böden eine durchlüftete KrümelstrukturKrümelstruktur bedeutet: Die Bodenteilchen halten zu lockeren, mit bloßem Auge sichtbaren Krümeln zusammen, zwischen denen viele Hohlräume bleiben. Der Boden baut sie selbst auf, getragen von aktivem Bodenleben, gutem Humus und ausreichend Ton und Kalk. mit besserer Versickerung. In leichten Böden verbessert er die Speicherung von Wasser und Nährstoffen.
Als allgemeine Faustzahl kannst du im Frühjahr etwa 3 l vollständig verrotteten Kompost je m² oberflächlich einarbeiten. Zeigt die Bodenprobe stark überhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, schränkst du die Gabe ein. Auch sonst passt du Düngermengen an den Bodenvorrat, die Deklaration auf der Packung und zusätzliche Gaben wie Kompost an. Die Bodenprobe beantwortet damit zwei Fragen auf einmal: ob du kalkst und ob du die Kompostgabe einschränkst.
Im Hochsommer folgt eine seitliche Stickstoffgabe, die du anschließend einwässerst. Wie du dabei vorgehst, steht im Beitrag, wie du Schwarzwurzeln während der Kultur düngst.
Im Erwerbsanbau rechnet man bei Schwarzwurzeln mit 15 bis 25 t/ha. Umgerechnet sind das 1,5 bis 2,5 kg/m², eine Zusage für dein Beet ist das nicht.
Dein Zeitplan für das Schwarzwurzelbeet
Den Platz für das Schwarzwurzelbeet legst du vorab mit dem Beetplaner fest. Danach verteilen sich die Arbeiten so über das Jahr:
| Wann | Was du tust |
|---|---|
| Herbst, bei schwerem Boden | Beet bearbeiten, bevor der Winter es durchfrieren lässt |
| Vor der Düngung | Bodenprobe nehmen und untersuchen lassen |
| Frühjahr, sobald die Erde nicht mehr klebt | lockern, Steine auslesen, mit der Metallstange auf Verdichtungen prüfen |
| Frühjahr | Kompost einarbeiten, allgemeine Faustzahl etwa 3 l je m² |
| 2 bis 4 Wochen vor der Saat | Saatbett fertig anlegen, aufgelaufenes Unkraut vor der Saat oberflächlich entfernen |
| 1 bis 2 Tage vor der Saat | bei sehr trockenem Unterboden 15 bis 20 l Wasser je m² geben |
| März oder April | direkt säen und die Saat leicht andrücken |
| Hochsommer | seitliche Stickstoffgabe, danach einwässern |
Wie geht es nach der Saat weiter?
Pflege und Gießen
Halte den Schwarzwurzelbestand unkrautfrei und wässere nach der Aussaat bei trockener Witterung gut, damit sich die Keimung nicht verzögert. Von Anfang Juli bis Anfang September kann zusätzliche Bewässerung nötig werden. Wie du den Bestand durch den Sommer bringst, steht im Beitrag, wie du Schwarzwurzeln in der Wachstumsphase pflegst.
Ernte und typische Probleme
Die Erntezeit reicht von September bis März. Grab die Wurzeln nur aus ungefrorenem Boden aus, weil sie sonst abbrechen können. Ernte, Lagerung und typische Fehler behandelt der Beitrag, wie du Schwarzwurzeln erfolgreich anbaust und typische Fehler vermeidest.
Fruchtfolge
Schwarzwurzeln gehören zu den Korbblütlern, als AnbaupauseDie Anbaupause ist die Zeit, die vergehen sollte, bevor dieselbe Pflanzenart oder eine Art derselben Pflanzenfamilie wieder auf demselben Beet wächst. Sie beugt Krankheiten und Schädlingen vor, die sich im Boden anreichern. gelten für sie 4 Jahre. Im Erwerbsanbau ist sogar eine weite FruchtfolgeFruchtfolge ist die geplante Reihenfolge, in der verschiedene Gemüsearten über die Jahre auf demselben Beet wachsen. Wechselst du jedes Jahr die Pflanzenfamilie, sinkt das Risiko für Krankheiten und Schädlinge, und die Nährstoffe im Boden werden besser genutzt. von etwa sieben Jahren empfohlen. Welche Vor- und Nachfrüchte passen, liest du im Beitrag, wie du Schwarzwurzeln in deine Fruchtfolge einplanst.




