Gemüse · Wurzel- & Knollengemüse · Anbau

Schwarzwurzeln in der Fruchtfolge: Anbaupause, Vorfrüchte und gute Nachbarn

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Schwarzwurzeln sind Korbblütler, deshalb steht direkt davor und danach kein anderer Korbblütler wie Chicorée oder Endivie auf dem Beet.
  • Für Schwarzwurzeln gilt eine Anbaupause von 4 Jahren, im Erwerbsanbau wird eine weite Fruchtfolge von etwa sieben Jahren empfohlen.
  • Gesät wird im März oder April, geerntet von September bis März, das Beet ist also fast ein Jahr belegt.
  • Die Vorfrucht planst du im Vorjahr ein, die Nachkultur hängt davon ab, wann du die letzten Wurzeln ausgräbst.
  • Als Nachbarn passen kurzlebige Arten, die du erntest, bevor sie die Schwarzwurzeln bedrängen.
  • Gründüngung zählt mit: Phacelia ist mit den gängigen Gemüsen nicht verwandt, Gelbsenf und Ölrettich sind Kreuzblütler.

Wenn du im Frühjahr Schwarzwurzeln säen willst, brauchst du zur Aussaat im März oder April ein freies Beet. Auf diesem Beet sollte zuletzt keine Pflanze aus derselben Familie gewachsen sein. Die Wurzeln bleiben bis zur Ernte ab September im Boden, je nach Bedarf bis in den Winter. Mit der Aussaat vergibst du ein Beet also für fast ein ganzes Gartenjahr. Ich suche mein Schwarzwurzelbeet deshalb schon im Herbst davor aus und lese in meinen Beetnotizen nach, was dort in den letzten Jahren stand.

Kurz erklärt

Schwarzwurzeln zählen zu den Korbblütlern. Pflanzen einer Familie sollen auf einem Beet nicht direkt hintereinander wachsen. Für die Schwarzwurzel selbst gilt zusätzlich eine Anbaupause von 4 Jahren.

Zu welcher Pflanzenfamilie gehören Schwarzwurzeln?

Für die Fruchtfolge zählt zuerst die Verwandtschaft. Auf einem Beet folgen keine zwei Kulturen derselben Pflanzenfamilie direkt aufeinander. Dazu kommt der Nährstoffbedarf, den du bei der Planung mitdenkst. Schwarzwurzeln sind Korbblütler und gehören damit zu einer anderen Familie als alle übrigen Gemüse in der folgenden Tabelle.

Familie Beispiele aus dem Gemüsebeet
Korbblütler Schwarzwurzel
Doldenblütler Möhre, Pastinake, Sellerie
Kreuzblütler Rettich, Radieschen, Steckrübe
Nachtschattengewächse Kartoffel
Fuchsschwanzgewächse Rote Bete, dazu die verwandten Mangold und Spinat

Zu den Korbblütlern im Gemüsegarten zählen auch Chicorée und Endivie. Diese beiden stellst du nicht direkt vor oder nach Schwarzwurzeln auf dasselbe Beet. Wie du das ganze Wurzelbeet nach Familien ordnest, zeigt der Abschnitt zu Fruchtfolge und Mischkultur im Ratgeber für Wurzel- und Knollengemüse.

Aussaatkalender Schwarzwurzeln
GartenkalenderAussaat: März, April; Ernte: Januar, Februar, März, September, Oktober, November, DezemberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilErnteErnte: JanuarErnte: FebruarErnte: MärzErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberErnte: DezemberAussaatErnte

Wie lange dauert die Anbaupause bei Schwarzwurzeln?

Wie lange ein Beet pausiert, hängt von der Art und von der Anbauform ab. Für Schwarzwurzeln gibt es eine allgemeine Angabe und eine für den Erwerbsanbau.

Bezug Anbaupause
Schwarzwurzel, allgemeine Angabe 4 Jahre
Schwarzwurzel im Erwerbsanbau weite Fruchtfolge von etwa sieben Jahren
Allgemeine Hausgartenempfehlung innerhalb einer Pflanzenfamilie 3 bis 6 Jahre, je nach Kultur und Risiko

Im Hausgarten plane ich mit den 4 Jahren. Einen festen Rotationsrhythmus brauchst du dafür nicht. Es genügt, wenn deine Planung die Arten und Familien auf jedem Beet berücksichtigt. Dabei zählen die Jahre davor und danach, nicht nur die direkten Vorgänger und Nachfolger. Auch jede Gründüngung gehört in diese Übersicht.

Marias Erfahrung

In meinem Gartenheft hat jedes Beet eine Zeile pro Jahr mit Kultur, Familie und Gründüngung. Bevor ich Schwarzwurzeln einplane, lese ich die Einträge der letzten Jahre für jedes infrage kommende Beet durch.

Digital geht das mit dem Beetplaner für mehrere Gartenjahre.

Anzeigen

Welche Vorfrüchte passen zu Schwarzwurzeln?

Weil du im März oder April säst, ist die Vorfrucht in der Praxis die Hauptkultur des Vorjahres. Sie darf kein Korbblütler sein und sollte das Beet im Herbst rechtzeitig freigeben.

Verdichtete Stellen, Steine und ein ungleichmäßig abgesetztes Saatbett lassen Schwarzwurzeln eher verzweigte Wurzeln bilden. Schwerer Boden kann davon profitieren, wenn du ihn vor dem winterlichen Durchfrieren bearbeitest. Auf schwerem Boden wählst du deshalb eine Vorfrucht, die dir im Herbst noch Zeit zum Lockern lässt. Mit der Grabgabel gehst du erst ins Beet, wenn die Erde abgetrocknet ist und nicht mehr an Schuhen oder Spaten klebt.

In meinem Plan stehen vor den Schwarzwurzeln meist Kartoffeln oder Erbsen aus dem Vorjahr. Kartoffeln sind Nachtschattengewächse und zählen zu den Starkzehrern. Erbsen binden Stickstoff. Chicorée oder Endivie im Vorjahr schließe ich aus, weil sonst Korbblütler auf Korbblütler folgen würde.

Ob der Boden nach der Vorfrucht zu wenig oder zu viel Kalk und Nährstoffe enthält, zeigt eine Bodenuntersuchung. Danach richtest du die Düngung für die Schwarzwurzeln aus.

Gründüngung über den Winter

Zwischen der Ernte der Vorfrucht und der Saat im Frühjahr liegt der Winter. Eine Gründüngung deckt das leere Beet ab und hält vorhandene Nährstoffe fest, sodass weniger davon ausgewaschen wird. Phacelia ist mit keinem der gängigen Gemüse verwandt und eignet sich deshalb als Gründüngung im Gemüsegarten. Für späte Saaten bleibt Winterroggen: Auf rechtzeitig abgeernteten Beeten kannst du ihn noch bis Oktober säen.

Hast du die Gründüngung flach eingearbeitet, wartest du meist etwa 2 bis 3 Wochen bis zur nächsten Saat. Für eine Aussaat im März planst du das Einarbeiten also entsprechend früher ein.

Achtung

Gelbsenf und Ölrettich sind Kreuzblütler. Als Gründüngung zählen sie für dieses Beet zur Anbaupause der Kreuzblütler. Sollen dort in den nächsten Jahren Radieschen, Rettich oder Kohl wachsen, greifst du besser zu Phacelia.

Jetzt dran

Such dir im Herbst vor der Aussaat ein Beet ohne Schwarzwurzeln in den letzten 4 Jahren und ohne Korbblütler im laufenden Jahr. Räume es nach der Ernte der Vorfrucht, lockere es bei abgetrocknetem Boden und säe eine Gründüngung, wenn es über Winter bedeckt sein soll.

Was kommt nach Schwarzwurzeln aufs Beet?

Die Erntezeit reicht von September bis März. Ernten kannst du nur aus Boden, der nicht gefroren ist, sonst können die Wurzeln abbrechen. Wann das Beet frei wird, legst du also mit deiner Ernte fest.

Wenn du im Herbst räumst

Gräbst du alle Wurzeln schon im Herbst aus, bleibt Zeit für eine späte Nachkultur. Vorgezogenen Feldsalat kannst du noch bis Mitte Oktober ins Freiland pflanzen. Soll das Beet über Winter nur bedeckt sein, säst du Winterroggen als Gründüngung.

Beim Ausgraben von Wurzelgemüse können die feinen Wurzeln jüngerer Nachbarpflanzen verletzt werden, sodass diese schlechter wachsen. Setzt du Feldsalat zwischen Schwarzwurzeln, die du erst im Winter holst, kann genau das den Feldsalat treffen. Ich räume deshalb einen Beetabschnitt vollständig, bevor ich dort etwas Neues pflanze.

Wenn du bis ins Frühjahr erntest

Holst du die Wurzeln nach Bedarf bis ins Frühjahr, beginnt die nächste Hauptkultur erst danach. Dann passen Arten, die spät ins Beet kommen. Knollensellerie zum Beispiel pflanzt du ab Mitte Mai, wenn die letzten Nachtfröste vorbei sind.

Welche Folgekulturen passen

Von der Familie her scheidet nach Schwarzwurzeln nur ein weiterer Korbblütler aus. Jede Folgekultur bringt aber eigene Regeln mit, die du mit deinen Beetnotizen abgleichst.

Folgekultur Familie Eigene Regel
Möhre Doldenblütler 4 bis 5 Jahre Pause nach Möhren und anderen Doldenblütlern; zählt zu den Schwachzehrern
Pastinake Doldenblütler Doldenblütler als Vorfrucht meiden; Bohnen und Erbsen gelten als günstige Vorfrüchte
Knollensellerie Doldenblütler 4 Jahre Anbaupause; hoher Stickstoffbedarf
Rote Bete Fuchsschwanzgewächse 4 Jahre Anbaupause; Mangold und Spinat sind mit ihr verwandt
Radieschen, Rettich Kreuzblütler zur Vorbeugung gegen Kohlhernie nur alle 4 bis 6 Jahre auf derselben Fläche

Ich prüfe für jede Folgekultur zuerst ihre eigene Pause. Erst danach schaue ich, ob sie zeitlich hinter die letzte Schwarzwurzelernte passt.

Anzeigen

Gute Nachbarn für Schwarzwurzeln

Bei Nachbarn in der Reihe ist Zurückhaltung angebracht. Dass sich bestimmte Gemüsearten gegenseitig fördern, lässt sich schwer nachweisen, und Berichte über Pflanzenpartnerschaften widersprechen sich häufig. Ich wähle Nachbarn für meine Schwarzwurzeln deshalb nach Platz, Standzeit und Familie aus.

Radieschen säe ich gern als Zwischenkultur zwischen junge Schwarzwurzelreihen. Im Sommer sind sie etwa 3 bis 4 Wochen nach der Saat erntereif. Im Frühjahr kann es bis zu 8 Wochen dauern. Ernte sie, bevor sie die Schwarzwurzeln bedrängen. Denk daran, dass Radieschen Kreuzblütler sind und für die Kohlhernie-Pause dieses Beets mitzählen.

Am Beetrand ziehe ich oft eine Reihe Erbsen oder Buschbohnen und halte dabei den vollen Reihenabstand ein.

Zahl im Blick

Schwarzwurzeln säst du in Reihen direkt ins Beet. Zwischen den Reihen bleiben 30 cm, in der Reihe stehen die Pflanzen 5 bis 8 cm auseinander. Diesen Reihenabstand hältst du auch in der Mischkultur ein.

Mini-Checkliste

  • Plane jede Pflanze mit ihrer endgültigen Größe ein.
  • Rücke die Reihen für zusätzliche Partner nicht enger zusammen.
  • Ernte kurzlebige Zwischenkulturen, bevor sie die Schwarzwurzeln bedrängen.
  • Bedenke, dass jeder Partner für die Fruchtfolge dieses Beets mitzählt.
  • Setze junge Kulturen nicht dorthin, wo du im Herbst oder Winter noch Schwarzwurzeln ausgräbst.

Weitere Kombinationen kannst du im Mischkultur-Planer für Gemüsebeete nachschlagen.

Boden, Aussaat, Pflege und Ernte in Kürze

Die folgenden Punkte berühren deine Beetplanung nur am Rand. Die Grundlagen dazu stehen im Wurzelgemüse-Ratgeber in den Abschnitten zu Standort und Boden, Aussaat, Pflege und Ernte.

Boden: Schwarzwurzeln bevorzugen leichten Boden und brauchen ein tief und gut gelockertes Beet. Wie du es lockerst und von Steinen befreist, zeigt der Beitrag, wie du den Boden für Schwarzwurzeln vorbereitest.

Aussaat: Gesät wird direkt ins Beet, sobald der Boden mindestens 10 °C erreicht hat, und zwar jedes Jahr mit frischem Saatgut. Den ganzen Ablauf beschreibt die Anleitung, wie du Schwarzwurzeln erfolgreich anbaust. Die Saatzeiten aller Wurzelgemüse findest du im Kalender mit den Saatterminen für Wurzelgemüse zum Ausdrucken.

Pflege: Halte den Bestand unkrautfrei. Von Anfang Juli bis Anfang September kann zusätzliches Gießen nötig sein. Einzelheiten stehen im Beitrag, wie du Schwarzwurzeln in der Wachstumsphase pflegst.

Düngen: Zur Vorbereitung bekommt das Beet Kompost. Ob und wann du nachdüngst, erklärt der Beitrag, wie du Schwarzwurzeln bedarfsgerecht düngst.

Krankheiten und Schädlinge: Eine weite Fruchtfolge gehört zur Vorbeugung, einen gesunden Bestand garantiert sie aber nicht. Was du sonst tun kannst, liest du im Beitrag, wie du Schwarzwurzeln vor Krankheiten und Schädlingen schützt.

Ertrag: Wie viel ein Beet bringen kann und wovon das abhängt, steht im Beitrag, wie du den Ertrag deiner Schwarzwurzeln steigerst.

Ohne freies Beet: Ob ein tiefer Kübel für dich infrage kommt, zeigt der Beitrag, wie du Schwarzwurzeln im Kübel anbaust.

Passendes Saatgutaus dem samen.live Shop
Sperli Schwarzwurzel Hoffmanns schwarze Pfahl
Sperli Schwarzwurzel Hoffmanns schwarze Pfahl
Zum Shop
Kiepenkerl Schwarzwurzel Duplex
Kiepenkerl Schwarzwurzel Duplex
Zum Shop
Kiepenkerl Schwarzwurzel Meres
Kiepenkerl Schwarzwurzel Meres
Zum Shop

Häufige Fragen

Wie plant man die Fruchtfolge für Schwarzwurzeln richtig?
Such ein Beet, auf dem direkt davor kein anderer Korbblütler wie Chicorée oder Endivie stand. Für die Schwarzwurzel selbst gilt eine Anbaupause von 4 Jahren. Weil die Wurzeln von der Aussaat im Frühjahr bis zur Ernte ab September im Beet stehen, planst du die Vorfrucht schon im Vorjahr ein. Die Nachkultur folgt je nach Erntezeitpunkt im Herbst oder im nächsten Frühjahr.
Wie lange ist die Anbaupause bei Schwarzwurzeln?
Für Schwarzwurzeln gilt eine Anbaupause von 4 Jahren, bevor sie wieder auf dasselbe Beet kommen. Im Erwerbsanbau wird eine weite Fruchtfolge von etwa sieben Jahren empfohlen. Einen starren Rotationsplan brauchst du im Hausgarten nicht, solange du Arten und Familien der vergangenen Jahre im Blick behältst.
Wie erfolgt die Aussaat von Schwarzwurzeln im Frühjahr?
Schwarzwurzeln säst du im März oder April direkt ins Beet. Warte, bis der Boden mindestens 10 °C erreicht hat, und nimm jedes Jahr frisches Saatgut. Weil so früh gesät wird, muss die Vorfrucht das Beet schon im Vorjahr geräumt haben.
Wie bereitet man das Saatbett für Schwarzwurzeln vor?
Bearbeite das Beet erst, wenn der Boden abgetrocknet ist, und lockere es tief. Verdichtungen, Steine und ein ungleichmäßig abgesetztes Saatbett fördern verzweigte Wurzeln. Vor der Saat ebnest du die Fläche mit Krail oder Rechen ein und drückst die Saat danach leicht an.
Wie erfolgt die richtige Lagerung von Schwarzwurzeln über Winter?
Die Erntezeit reicht von September bis März, deshalb kannst du einen Teil der Wurzeln im Beet lassen und nach Bedarf ausgraben. Das klappt nur aus ungefrorenem Boden, sonst können die Wurzeln abbrechen. Für die Fruchtfolge heißt das: Das Beet bleibt bis zur letzten Ernte belegt, und die nächste Hauptkultur kommt erst danach.
Stimmt es, dass Schwarzwurzeln schwer anzubauen sind?
Schwarzwurzeln stellen vor allem Ansprüche an Boden und Planung. Sie brauchen ein tief und gut gelockertes Beet ohne Steine und Verdichtungen, sonst bilden sich leichter verzweigte Wurzeln. Danach hältst du den Bestand unkrautfrei und gießt von Anfang Juli bis Anfang September bei Bedarf zusätzlich. Weil das Beet fast ein ganzes Jahr belegt ist, planst du den Platz schon im Vorjahr ein.
Zuletzt geprüft:
↑