Gemüse · Wurzel- & Knollengemüse · Pflege

Schwarzwurzeln düngen: Kompost vor der Saat, Stickstoff im Sommer

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Schwarzwurzeln sind Mittelzehrer. Vor der Aussaat bekommt das Beet rund 3 l reifen Kompost je m².
  • Im Juni ergänzt du mit Hornmehl oder Brennnesseljauche. Alternativ gibst du den Stickstoff im Hochsommer seitlich und wässerst ihn danach ein.
  • Brennnesseljauche verdünnst du zum Gießen 1:10 mit Wasser. Eine allgemeingültige Menge oder Häufigkeit gibt es dafür nicht.
  • Verdichtungen, Steine und ungleichmäßig abgesetzte Saatbetten fördern verzweigte Wurzeln. Dort setzt du bei der Bodenvorbereitung an.
  • Mengenangaben für Möhren, Pastinaken oder Sellerie gelten nur für diese Arten.

Wer Schwarzwurzeln kräftig düngt, bekommt davon noch keine glatten Wurzeln. Verdichtungen, Steine und ein ungleichmäßig abgesetztes Saatbett fördern verzweigte Wurzeln, und alle drei betreffen den Boden. Der Düngeplan selbst ist überschaubar: Schwarzwurzeln sind Mittelzehrer und bekommen Kompost vor der Saat und eine Ergänzung im Sommer. Ich bereite mein Schwarzwurzelbeet deshalb in zwei Schritten vor. Zuerst suche ich Verdichtungen und Steine, danach arbeite ich den Kompost ein.

Wie viel Dünger brauchen Schwarzwurzeln?

Schwarzwurzeln gelten als Mittelzehrer. Vor der Aussaat bekommt das Beet rund 3 l reifen Kompost je m². Im Juni folgt eine Ergänzung mit Hornmehl oder Brennnesseljauche. Du kannst diese Gabe auch in den Hochsommer legen und den Stickstoff dann seitlich neben die Reihe geben.

Zeitpunkt Was das Beet bekommt Worauf du achtest
Frühjahr, vor der Aussaat rund 3 l reifer Kompost je m², oberflächlich eingearbeitet erst bearbeiten, wenn der Boden nicht mehr zu feucht ist; bei stark überhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten weniger Kompost
Juni Hornmehl oder Brennnesseljauche, die Jauche 1:10 mit Wasser verdünnt Menge nach Bodenvorrat und Kompostgabe richten
Hochsommer, als Variante zur Juni-Gabe seitliche Stickstoffgabe neben der Reihe anschließend einwässern
Anfang Juli bis Anfang September bei Bedarf zusätzliches Wasser Beet unkrautfrei halten
Zahl im Blick

Rund 3 l reifer Kompost je m² vor der Aussaat sind die Grunddüngung für Schwarzwurzeln. Als allgemeine Faustzahl für den Gemüsegarten gelten etwa 3 l je m² und Jahr, Starkzehrer bekommen bis zu 5 l je m².

Mit ihrer Kompostgabe liegen Schwarzwurzeln also bei der allgemeinen Faustzahl, nicht bei der höheren Menge für Starkzehrer. Rhabarber zum Beispiel ist ein Starkzehrer, und wie er über die Standjahre versorgt wird, zeigt der Beitrag, wie du Rhabarber über das Jahr düngst.

Ohne eigenen Kompost kommt zur Vorbereitung ein Volldünger infrage. Seine Menge richtest du nach der Angabe auf der Packung und nach dem Nährstoffvorrat im Boden.

Wie viel schon im Boden steckt, zeigt eine Bodenuntersuchung. Die Standarduntersuchung erfasst pH-Wert, Phosphat und Kalium, Stickstoff wird im Hausgarten normalerweise nicht mitgemessen. Sind Phosphor oder Kalium stark überhöht, schränkst du die Kompostgabe ein.

Marias Erfahrung

Ich notiere für jedes Beet, wann es Kompost bekommen hat und womit ich im Sommer ergänzt habe. Kommt das Ergebnis einer Bodenprobe, lege ich die Notizen daneben und plane danach die nächste Kompostgabe.

Aussaatkalender Schwarzwurzeln
GartenkalenderAussaat: März, April; Ernte: Januar, Februar, März, September, Oktober, November, DezemberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilErnteErnte: JanuarErnte: FebruarErnte: MärzErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberErnte: DezemberAussaatErnte

Vor der Aussaat: den Boden für die lange Wurzel vorbereiten

Die Schwarzwurzel lässt sich auf sandigen, lehmigen und tonigen Böden ziehen, bevorzugt aber leichten Boden mit guter Drainage. Als lange Rübe braucht sie die Tiefe eines gut gelockerten Beets. Mehr zu Bodenarten und Gefäßen für Wurzelgemüse steht im Wurzelgemüse-Ratgeber im Abschnitt „Standort, Boden und Gefäß“.

Verdichtungen und Steine aufspüren

Verdichtungen, ungleichmäßig abgesetzte Saatbetten und Steine fördern verzweigte Wurzeln. Ob unter der Oberfläche eine verdichtete Schicht liegt, prüfst du mit einer spitzen Metallstange im feuchten Boden. Ich stecke die Stange an mehreren Stellen ins Beet und merke mir, wo sie auf Widerstand trifft.

Etablierte Beete lockerst du mit dem Sauzahn, ohne die Erde zu wenden. Umgraben ist vor allem bei sehr schweren Böden oder bei einer Beetneuanlage sinnvoll. Schwere Böden können außerdem davon profitieren, dass du sie vor dem winterlichen Durchfrieren bearbeitest. Steine sammelst du beim Lockern heraus. Wie du dabei Schritt für Schritt vorgehst, zeigt die Anleitung, wie du den Boden für Schwarzwurzeln lockerst und entsteinst.

Kompost einarbeiten und Saatbett ebnen

Reifer Kompost verbessert auf schweren Böden die Lockerung und auf leichten Böden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen. Die Kompostgabe vor der Aussaat ist damit Grunddüngung und Bodenverbesserung in einem Arbeitsgang.

Bearbeite das Beet erst, wenn der Boden nicht mehr zu feucht ist. Schwerer Boden ist so weit, wenn er nicht mehr an Schuhen oder Spaten klebt. Ich verteile den Kompost dann mit dem Rechen und arbeite ihn mit dem Krail oberflächlich ein. Danach ebnest du die Fläche mit Krail oder Rechen ein und drückst die Saat später leicht an. Das Einebnen gehört dazu, weil ungleichmäßig abgesetzte Saatbetten verzweigte Wurzeln fördern.

Für die Frühjahrskultur säst du Schwarzwurzeln im März oder April. Den Termin passt du an die Witterung an, denn klimatisch ungünstige Lagen sind später bestellbar als Weinbaulagen. Die Monate aller Wurzelgemüse hast du im Aussaatkalender für Wurzelgemüse zum Ausdrucken beisammen.

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Im Sommer: einmal Stickstoff nachlegen

Im Juni ergänzt du die Kompostgabe mit Hornmehl oder Brennnesseljauche. Ich nehme Hornmehl, weil ich es seitlich neben die Reihe streuen und danach eingießen kann. Gartenkompost enthält im Schnitt etwa 1 % Stickstoff. Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl kommen auf 10 bis 14 %. Die Sommergabe mit Hornmehl liefert also gezielt Stickstoff, den der Kompost vom Frühjahr nur in kleiner Menge mitbringt.

Du kannst die Gabe auch in den Hochsommer legen. Dann gibst du den Stickstoff seitlich neben die Reihe und wässerst ihn anschließend ein. Die Menge richtest du nach dem Nährstoffvorrat im Boden, der Angabe auf der Packung und der Kompostgabe vom Frühjahr.

Häufiger Fehler

Hornmehl-Mengen von Möhren, Sellerie oder Pastinaken auf das Schwarzwurzelbeet übertragen. Konkrete Mengen gelten jeweils nur für die Art, für die sie genannt sind.

Nimmst du Brennnesseljauche, verdünnst du sie zum Gießen im Verhältnis 1:10 mit Wasser. Eine allgemeingültige Ausbringmenge oder Häufigkeit gibt es für Pflanzenjauche nicht. Maßgeblich sind der Bedarf der Pflanzen und der Nährstoffvorrat im Boden.

Von Anfang Juli bis Anfang September können Schwarzwurzelbestände zusätzliche Bewässerung benötigen. Wie du in dieser Zeit gießt und das Beet unkrautfrei hältst, steht in der Anleitung, wie du Schwarzwurzeln während des Wachstums pflegst.

Welche Nährstoffe und welcher pH-Wert?

Welche Aufgaben Stickstoff, Phosphor und Kalium übernehmen und worin sich organische und mineralische Dünger unterscheiden, gehört zu den Grundlagen aller Wurzelgemüse. Das liest du in den Grundlagen zum Düngen von Wurzelgemüse je nach Art und Boden. Schwarzwurzeln vertragen schwach saure, neutrale und schwach alkalische Böden. Ob du kalkst, entscheidest du nach Bodenart und gemessenem pH-Wert, und oberhalb des Zielbereichs wird nicht gekalkt.

Fruchtfolge und Mischkultur

Als Korbblütler braucht die Schwarzwurzel eine eigene Anbaupause, und wie du Vorfrüchte und Gründüngung darum herum planst, liest du bei der Einordnung der Schwarzwurzel in die Fruchtfolge. Günstige Einflüsse zwischen Gemüsearten sind schwer nachzuweisen, auf Nährstoffe vom Beetnachbarn verlässt du dich also nicht. Welche Pflanzen du nebeneinander setzen kannst, zeigt dir das Werkzeug für Mischkultur-Partner.

Ernte: was du erwarten kannst

Geerntet wird von September bis März, und zwar nur aus ungefrorenem Boden, weil die Wurzeln sonst abbrechen können. Im Erwerbsanbau liegen die Erträge rechnerisch bei 1,5 bis 2,5 kg je m². Für den Hausgarten ist das keine Zusage. Ob sich der Anbau rechnet und wo du beim Ertrag ansetzt, liest du in der Anleitung, wie du den Ertrag beim Schwarzwurzelanbau steigerst.

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Häufige Fragen

Wie oft sollte man Schwarzwurzeln während der Wachstumsphase düngen?
Vor der Aussaat arbeitest du rund 3 l reifen Kompost je m² ein, danach folgt eine Ergänzung im Sommer. Sie kommt im Juni mit Hornmehl oder Brennnesseljauche, alternativ als seitliche Stickstoffgabe im Hochsommer, die du anschließend einwässerst. Für Pflanzenjauche gibt es keine allgemeingültige Häufigkeit, maßgeblich sind der Bedarf der Pflanzen und der Nährstoffvorrat im Boden.
Stimmt es, dass mehr Dünger immer zu besseren Erträgen bei Schwarzwurzeln führt?
Nein. Schwarzwurzeln sind Mittelzehrer, und bei stark überhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten im Boden schränkst du die Kompostgabe sogar ein. Verdichtungen, Steine und ungleichmäßig abgesetzte Saatbetten fördern verzweigte Wurzeln, dort setzt du mit der Bodenvorbereitung an. Die Erträge aus dem Erwerbsanbau sind für den Hausgarten keine Garantie.
Warum ist die Bodenstruktur bei Schwarzwurzeln so wichtig?
Schwarzwurzeln gehören zu den langen Rüben und brauchen die Tiefe eines gut gelockerten Beets. Verdichtungen, ungleichmäßig abgesetzte Saatbetten und Steine fördern verzweigte Wurzeln. Reifer Kompost verbessert bei schweren Böden die Lockerung und bei leichten Böden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen.
Wann ist die beste Zeit für die Grunddüngung von Schwarzwurzeln?
Der Kompost kommt im Frühjahr vor der Aussaat ins Beet. Für die Frühjahrskultur säst du Schwarzwurzeln im März oder April und passt den Termin an die Witterung an. Bearbeite das Beet erst, wenn der Boden nicht mehr zu feucht ist, und arbeite den Kompost dann oberflächlich ein.
Worin unterscheidet sich die Düngung von Schwarzwurzeln von der bei Möhren?
In der Fruchtfolgeplanung zählen Möhren zu den Schwachzehrern, Schwarzwurzeln gelten als Mittelzehrer. Bei Möhren bestimmst du den Düngebedarf vor der Kultur mit einer Bodenuntersuchung und richtest die Gaben nach deren Empfehlung aus. Schwarzwurzeln bekommen vor der Aussaat Kompost und im Sommer eine Stickstoffergänzung. Mengen für die eine Art überträgst du nicht auf die andere.
Wie beeinflusst der pH-Wert die Düngung von Schwarzwurzeln?
Schwarzwurzeln vertragen schwach saure, neutrale und schwach alkalische Böden, eine feste Zielzahl gibt es für sie nicht. Ob du kalkst, entscheidest du nach Bodenart und gemessenem pH-Wert. Liegt der Wert schon oberhalb des Zielbereichs für deine Bodenart, wird nicht gekalkt.
Was ist der Unterschied zwischen Nährstoffzufuhr und Bodenverbesserung bei Wurzelgemüse?
Kompost leistet beides: Er verbessert bei schweren Böden die Lockerung und bei leichten die Speicherung von Wasser und Nährstoffen. Als Stickstoffquelle ist er schwach, denn Gartenkompost enthält im Schnitt etwa 1 % Stickstoff. Hornmehl bringt 10 bis 14 % mit und eignet sich deshalb für die gezielte Stickstoffgabe im Sommer.
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