Gefahren für Zwiebeln im Garten: Frost, Nässe, Tiere und Krankheiten im Überblick
- Winterzwiebeln sind weitgehend frosthart, bei Kahlfrost können sie aber auswintern.
- Vor Wintereinbruch sollten Winterzwiebeln etwa 3 bis 4 Blätter haben und leicht angehäufelt sein.
- Falscher Mehltau entwickelt sich besonders stark bei 13 bis 20 °C und feuchten Nächten.
- Im Juni und Juli bei anhaltender Trockenheit kräftig wässern, zur Abreife trockener halten.
- Gegen Wühlmäuse helfen mechanische Barrieren wie Drahtkörbe; ein lückenlos aufgelegtes Netz kann weitgehend vor der Zwiebelfliege schützen.

Ein Winter ohne Schnee, nasse Nächte im Frühsommer, ein Wühlmausgang unter der Reihe: Zwiebeln geraten im Gartenjahr mehrmals in Gefahr. Ich gehe mein Zwiebelbeet deshalb nach Jahreszeiten durch. Im Winter achte ich auf Frost und Mäuse, im Sommer auf Trockenheit und Blattflecken, vor der Ernte auf nasses Wetter und Fäulnis. Hier erfährst du, welche Gefahren durch Wetter, Tiere und Krankheiten drohen, woran du sie erkennst und wie du vorbeugst.
Die Gefahren auf einen Blick
| Gefahr | Wann oder wo sie droht | Mögliche Hinweise | Was vorbeugt |
|---|---|---|---|
| Kahlfrost | im Winter, bei Frost ohne Schneedecke | Winterzwiebeln wintern aus | leicht anhäufeln, Vlies oder Reisig auflegen |
| Frost an Jungpflanzen | im Frühjahr, vom Auflaufen bis zum ersten Blatt | Frostschäden an jungen Pflanzen | Reihen bei Frostgefahr mit Vlies abdecken |
| Trockenheit | in der Hauptwachstumszeit im Juni und Juli | Boden auch unter der Oberfläche trocken | bei anhaltender Trockenheit kräftig wässern |
| Falscher Mehltau | bei 13 bis 20 °C, feuchten Nächten und Morgentau | bleich graugrüne, länglich-ovale Blattflecken, bei Feuchte violettgrauer Belag | windoffene Lage, nicht zu dicht pflanzen |
| Zwiebelhalsfäule | bei feuchter Witterung vor der Ernte | faulende Zwiebeln; den Erreger klärt nur eine fachliche Diagnose | bei trockenem Wetter ernten, gründlich trocknen |
| Wühlmäuse | unter Dauermulch, Vlies oder Folie | flache, asymmetrische Erdhaufen, seitlich oder schräg verlaufende Gänge | Drahtkörbe, nach außen umgebogener Schermauszaun |
| Schnecken | dort, wo Mulch liegt | Fraß ab dem Blattrand, silbrige Schleimspuren | absammeln, Schneckenzaun |
| ZwiebelfliegeDie Zwiebelfliege ist ein der Stubenfliege ähnlicher Schädling, dessen weißliche Maden den Blattgrund junger Zwiebelpflanzen zerstören. Befallene Pflanzen welken, färben sich gelblich-grau und lassen sich leicht herausziehen. | Mitte April bis Ende Mai, etwa Ende Juni bis Mitte Juli | welke, vergilbende Jungzwiebeln, Maden am Blattgrund | Kulturschutznetz ab Saat oder Stecken |
| Thripse | an allen Zwiebelgewächsen | silbrigweiße, längliche Flecken mit schwarzen Kotpunkten | Nützlinge fördern; Netze bremsen sie nicht zuverlässig |
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Der Boden sollte nährstoffreich sein, Feuchtigkeit speichern und dennoch gut durchlässig sein.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Freiland, im Hochbeet, im Topf, im Balkonkasten oder im Kübel möglich.
Pflege
- Pflege
Saatbeet für die Aussaat sorgfältig vorbereiten.
- Düngung
Für Speisezwiebeln reicht meist vor der Pflanzung eingearbeiteter reifer Kompost oder verrotteter Mist. Im Herbst gepflanzte Zwiebeln auf nährstoffarmem Boden im Spätwinter stickstoffbetont versorgen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig und überdauert mit unterirdischen Organen.
- Verwendung
Die Zwiebeln können roh, gegart oder als Würze für Suppen, Eintöpfe und andere Speisen verwendet werden.
Vertragen Zwiebeln Frost?
Winterzwiebeln sind weitgehend frosthart, doch Kahlfrost kann sie auswintern lassen. Empfindlicher sind junge Sommer- und Winterzwiebeln im Frühjahr. Frisch auflaufende Pflanzen sind bis zum ersten Blatt besonders gefährdet.
Für die Überwinterung nimmst du nur Sorten, die ausdrücklich als Winterzwiebeln ausgewiesen sind. Auch sie können unter Kahlfrösten leiden. Wintersteckzwiebeln vertragen Kälte besser als Sommersteckzwiebeln, erleiden aber besonders in rauen Regionen ebenfalls Frostschäden.
Kahlfrost ist Frost ohne schützende Schneedecke. Pflanzen und Boden liegen dann ungeschützt in der Kälte. Beim Winterporree begünstigt starke Wintersonne in solchen Phasen zusätzlich das Austrocknen der Blätter.
So bringst du Winterzwiebeln durch den Winter
Winterzwiebeln werden von Mitte bis Ende August gesät, Wintersteckzwiebeln kommen von Ende September bis Anfang Oktober in die Erde. Bis zum Wintereinbruch sollten sie etwa 3 bis 4 Blätter gebildet haben, also ungefähr bleistiftdick sein. Vor dem ersten Frost häufelst du sie leicht an. Bei harten, lang anhaltenden Frösten legst du zusätzlich Gartenvlies oder Tannenreisig darüber.
Gesäte Winterzwiebeln schützt ein Vlies von 17 g/m², das du im April wieder abnimmst. Vlies ist wasser- und luftdurchlässig, die Ränder sicherst du gegen Verwehen. Steigen die Temperaturen stark an, nimmst du es an einem trüben oder regnerischen Tag ab, damit kein Hitzestau entsteht. Auch für den Winter braucht das Beet einen Boden, der nicht zur VernässungVernässung bedeutet, dass ein Boden zeitweise oder anhaltend so viel Wasser enthält, dass ihm Luft fehlt. Sie ist der Oberbegriff für Nässe durch Grundwasser, Stauwasser, Haftwasser oder Hangwasser; Staunässe ist eine dieser Formen. neigt.
Den Anbau selbst erklärt die Anleitung, wie du Zwiebeln und Winterzwiebeln Schritt für Schritt anbaust. Alle Säh- und Pflanztermine hast du im Aussaatkalender für Zwiebeln, Lauch und Knoblauch zum Ausdrucken beisammen.
Winterzwiebeln vor dem ersten Frost
- Sorte ausdrücklich als Winterzwiebel ausgewiesen
- etwa 3 bis 4 Blätter vor Wintereinbruch
- leicht angehäufelt
- Vlies oder Reisig griffbereit, Vlies an den Rändern gesichert
Frost im Frühjahr
Sommersteckzwiebeln setzt du im zeitigen Frühjahr, sobald sich der Boden bearbeiten lässt. Mit der Frühjahrssaat wartest du, bis der Boden abgetrocknet ist und beim Bearbeiten nicht mehr schmiert. Kündigt sich nach dem Auflaufen noch Frost an, lege ich ein Vlies über die Reihen und sichere die Ränder. Wird es wärmer, nehme ich es an einem trüben Tag wieder ab.
Gefrorene Zwiebeln im Lager gleich anfassen und umsortieren. Bereits gefrorene Lagerzwiebeln lässt du besser in Ruhe, weil Berührung Fäulnis begünstigen kann. Lagerzwiebeln gehören frostfrei und kühl gelagert, für die Haushaltslagerung werden 1 bis 2 °C empfohlen.
Trockenheit im Sommer
Die heikle Phase ist die Hauptwachstumszeit im Juni und Juli. Hält die Trockenheit dann an, wässerst du Speisezwiebeln kräftig. Zur Abreife im Hochsommer stehen sie dagegen besser trocken. Lagerzwiebeln gießt du ab zwei Wochen vor der Ernte nicht mehr.
Gegossen wird möglichst morgens und direkt an die Wurzeln, die Blätter bleiben dabei weitgehend trocken. Vor dem nächsten Gießen prüfst du die Feuchte unter der Oberfläche. Wie du Zwiebeln durch die Saison versorgst, steht im Grundlagenratgeber im Abschnitt „Pflege und Gießen“.
Für Speisezwiebeln reicht nach britischer Gartenpraxis meist reifer Kompost, vor der Pflanzung eingearbeitet. Trockenheit schränkt allerdings die Freisetzung organisch gebundener Nährstoffe ein. Bleibt der Boden im Juni trocken, fehlt deinen Zwiebeln also nicht nur Wasser, sondern auch ein Teil der Nahrung aus dem Kompost.
Eine Mulchdecke vermindert die Verdunstung und schützt den Boden vor Verkrustung. Rasenschnitt lässt du vorher antrocknen und bringst ihn nur bodendeckend aus. Saatrillen und junge Pflanzen deckst du dabei nicht zu. Im Hochbeet erwärmt sich die Erde schneller und trocknet dadurch auch schneller aus, eine Mulchauflage kann das ausgleichen. Mulch hat eine Kehrseite: Er kann Nacktschnecken fördern, und Dauermulch bietet Mäusen Deckung.
Nässe, Tau und nasse Erntewochen
Falscher Mehltau
Falscher Mehltau der Zwiebel (Peronospora destructor) entwickelt sich besonders in milden, feuchten Phasen. Länglich-ovale, bleich graugrüne Blattflecken, die später absterben, können auf ihn hinweisen. Bei Feuchtigkeit zeigt sich darauf ein violettgrauer Sporenbelag.
Bei 13 bis 20 °C entwickelt sich Falscher Mehltau an Zwiebeln besonders stark. Feuchte Nächte mit Morgentau oder Morgenregen begünstigen die Infektion zusätzlich.
Befallene Pflanzen nimmst du heraus und arbeitest sie nicht in den Boden ein. Bei der Ernte räumst du befallene Pflanzenreste vom Beet. Winterzwiebeln und frühe oder späte Sommerzwiebeln stehen besser nicht unmittelbar nebeneinander, damit sich der Mehltau weniger überträgt.
Auch die Pflanzdichte zählt. Dichter gesteckte Zwiebeln bilden kleinere Zwiebeln und haben ein höheres Mehltaurisiko. Steckzwiebeln setzt du deshalb in Reihen mit 10 cm Abstand in der Reihe. Zwischen den Reihen lässt du 30 cm Platz. In norddeutschen Feldversuchen bestätigte sich bei Santero F1, Hystand F1 und Hylander F1 eine ResistenzResistenz ist bei Pflanzensorten die Fähigkeit, einen bestimmten Schaderreger abzuwehren: Bei einer resistenten Sorte bleibt ein Befall stark begrenzt, und weder Wachstum noch Ertrag leiden auffällig. gegen Falschen Mehltau, und die Steckzwiebel Boga gilt als hoch resistent.
Zwiebelhalsfäule
Die Zwiebelhalsfäule (Botrytis allii) wird durch feuchte Witterung vor der Ernte begünstigt. Neben Zwiebeln kann sie auch Schalotten und Knoblauch befallen. Mehltau und Halsfäule hängen beide an Feuchtigkeit. Deshalb sind windoffene Lagen mit Morgensonne günstiger als Muldenlagen, weil der Bestand dort schneller abtrocknet und der KrankheitsdruckKrankheitsdruck beschreibt, wie groß die Gefahr ist, dass Pflanzen von Krankheitserregern befallen werden. Er steigt zum Beispiel bei feucht-warmem Wetter, das besonders Pilzkrankheiten fördert. sinkt.
Wenn der Sommer feucht und kühl bleibt
Feucht-kühle Sommer können die Abreife verzögern. Dann lockerst du die Zwiebeln mit der Grabegabel im Boden. Geerntet wird möglichst bei trockenem Wetter. Ist es trocken und warm, können die Zwiebeln etwa 2 Wochen auf dem Beet abtrocknen. Bei nassem Wetter bündelst du sie am Laub und hängst sie trocken auf.
Grünes Laub umknicken, damit die Zwiebeln schneller reifen? Noch grüne Blattschöpfe sollen nicht umgeknickt werden. Reife erkennst du daran, dass der Zwiebelhals weich wird und das Laub von selbst abknickt.
Staunässe
Zwiebeln brauchen einen fruchtbaren, feuchtigkeitsspeichernden und trotzdem gut durchlässigen Boden. Gemüsepflanzen vertragen keine Staunässe. In Töpfen und Kästen brauchst du deshalb freie Abzugslöcher, denn stehendes Wasser fördert Wurzelfäulnis. Bei höheren Niederschlägen trägst du organischen Mulch dünner auf, um Fäulnis vorzubeugen.
Tiere am Zwiebelbeet
Wühlmäuse und Feldmäuse
Wühl- und Feldmäuse finden unter Dauermulch Deckung. Gemüse unter Vlies oder Folie kontrollierst du deshalb auf Mäuseschäden. Anders als der Maulwurf hinterlässt die Wühlmaus eher flache, asymmetrische Erdhaufen, ihre Gänge verlaufen seitlich oder schräg. Zu den mechanischen Maßnahmen gehören Drahtkörbe um gefährdete Pflanzen und nach außen umgebogene Schermauszäune.
Das betrifft auch den Winterschutz. Vlies hilft Wintersteckzwiebeln bei harten Frösten, bietet Mäusen aber zugleich Deckung. Wer im Winter abdeckt, schaut deshalb auch unter dem Vlies nach.
Wenn meine Winterzwiebeln unter Vlies stehen, hebe ich es bei meinen Rundgängen an einer Ecke an. Ich suche nach frischen Gängen und angefressenen Pflanzen. Danach lege ich das Vlies wieder glatt auf und beschwere die Ränder.
Schnecken
Schneckenfraß beginnt häufig am Blattrand. Silbrige Schleimspuren unterscheiden ihn von vielen anderen Fraßschäden. Ohne Chemie bleiben dir Absammeln und Schneckenzäune. Wo Mulch liegt, lohnt ein genauer Blick, weil Mulch Nacktschnecken fördern kann.
Zwiebelfliege, Thripse und Minierfliegen
Die Zwiebelfliege fliegt von Mitte April bis Ende Mai und ein zweites Mal etwa von Ende Juni bis Mitte Juli. Welke, vergilbende Jungzwiebeln mit Maden am zerstörten Blattgrund können auf sie hinweisen. Ich lege ein Netz mit 1,35 bis 2,0 mm Maschenweite gleich nach dem Stecken auf, grabe die Ränder rundum ein und lasse es bis kurz vor der Ernte liegen.
Thripse hinterlassen silbrigweiße, längliche Flecken mit kleinen schwarzen Kotpunkten. Selbst Netze mit 0,3 mm Maschenweite reduzierten den Befall in Praxisversuchen nicht zufriedenstellend, und direkt aufliegend schadeten sie Frühlingszwiebeln und Schnittlauch.
Geradlinige Fraßgänge mit braunen Tönnchenpuppen am Gangende sprechen für die Lauchminierfliege. Gegen ihre Herbstgeneration deckst du Zwiebelgewächse besonders von Mitte August bis Oktober lückenlos mit einem Netz von 0,8 mm Maschenweite ab. Die Lauchmotte, auch Zwiebelmotte genannt, schädigt mit ihren Larven Porree und Zwiebeln; für Netze gegen sie gilt eine Maschenweite von 1,35 mm.
Symptome im Detail und Gegenmaßnahmen findest du im Ratgeber, woran du Schädlinge an Zwiebeln erkennst und wie du sie bekämpfst.
Krankheiten im Überblick: Rost, Fäulen und Viren
Neben Mehltau und Halsfäule können an Zwiebeln weitere Krankheiten auftreten. Viele Schadbilder ähneln sich, deshalb sind Symptome nur Hinweise.
| Krankheit | Mögliche Hinweise | Was du tun kannst |
|---|---|---|
| Rost (Puccinia allii) | länglich-ovale, rotorange Pusteln, an denen die Blattoberhaut aufreißt; an Speisezwiebeln nur selten | beim Porree: Winterporree vor der neuen Porreepflanzung abernten |
| Bakterielle Nassfäule | unangenehmer Geruch, zuerst glasige, später schleimige Zwiebelschuppen; kann am Hals beginnen | kranke Zwiebeln vor dem Einlagern aussortieren |
| Zwiebelgelbstreifigkeit | gelbe Längsstreifen über die ganze Blattlänge, verformte Blätter, gehemmtes Wachstum | nicht direkt bekämpfbar; Überträger sind unter anderem Blattläuse |
Welcher Erreger hinter einer Fäule steckt, lässt sich am äußeren Schadbild nicht zuverlässig selbst bestimmen. Dafür braucht es eine fachliche Diagnose.
Pflanzenviren lassen sich nicht direkt bekämpfen. Die Zwiebelgelbstreifigkeit verbreiten unter anderem Blattläuse, das Iris-yellow-spot-Virus übertragen Thripse. Weil der Erreger selbst nicht zu fassen ist, setzt Vorbeugung bei den Überträgern an: Marienkäfer sowie die Larven von Florfliegen, Schwebfliegen und Gallmücken gehören zu den natürlichen Gegenspielern der Blattläuse.
FusariumFusarium ist eine Gattung im Boden lebender Pilze, zu der gefürchtete Erreger von Pflanzenkrankheiten gehören. Typisch ist die Fusarium-Welke: Die Pflanze welkt, ältere Blätter können einseitig vergilben, später bricht sie zusammen und fault. und andere bodenbürtige Erreger halten sich im Boden. Bei Problemen mit bodenbürtigen Krankheiten oder NematodenNematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer im Boden. Verschiedene Gattungen können viele Pflanzenarten schädigen; bestimmte andere Arten werden dagegen gezielt als Nützlinge gegen Schädlingslarven im Boden eingesetzt. können längere Anbaupausen nötig sein als im normalen Fruchtwechsel. Krankheiten kommen auch mit dem Pflanzgut, denn Steckzwiebeln können bereits Erreger mitbringen. Beim Kauf achtest du auf Steckzwiebeln ohne Austrieb und ohne Pilzbefall.
Pilz-, Bakterien- und Viruskrankheiten samt Lagerkrankheiten behandelt der Ratgeber, wie du Krankheiten an Zwiebeln bestimmst und behandelst.
Fäulnis im Lager vermeiden
Vor dem Einlagern lässt du Zwiebeln gut abreifen und trocknest sie gründlich, bis sie rascheltrocken sind. Ins Lager kommen nur gesunde, unbeschädigte Zwiebeln, Exemplare mit dickem Hals sortierst du vorher aus. Zwiebeln lagerst du getrennt von Kartoffeln, weil aufgenommene Feuchtigkeit ihre Fäulnis begünstigen kann. Bei Kontrollen nimmst du kranke oder faulende Zwiebeln heraus.
Verschimmelte Zwiebeln entsorgst du ganz. Das Wegschneiden der sichtbaren Stelle macht befallenes Gemüse nicht verzehrsicher. Eine zu hohe Stickstoffversorgung verzögert die Abreife und verschlechtert die Lagerfähigkeit. Winterzwiebeln sind ohnehin nur bedingt lagerfähig.
Vorbeugen über das ganze Jahr
Standort und Boden
Speisezwiebeln bevorzugen einen vollsonnigen, warmen Standort mit humusreicher, feinkrümeliger Erde. Für Speisezwiebeln im Hausgarten gilt ein pH-Wert von 6 bis 7. Wie du Standort und Boden vorbereitest, beschreibt der Grundlagenratgeber im Abschnitt „Standort, Boden und Klima“.
Fruchtfolge und Mischkultur
Speisezwiebeln stehen möglichst nur alle 4 bis 5 Jahre auf derselben Fläche, Porree, Schnittlauch und Knoblauch zählen dabei mit; den Wechsel planst du im Beetplaner. Möhren als Nachbarn helfen vielleicht gegen Fliegen, verlassen kannst du dich darauf aber nicht, zumal beide unterschiedliche Wasser- und Nährstoffansprüche haben. Weitere Partner zeigt die Übersicht für Mischkulturen, die Grundlagen stehen im Abschnitt „Fruchtfolge und Mischkultur“ des Grundlagenratgebers.
Düngung und Unkraut
Frischen Mist oder unreifen Kompost lässt du vor Zwiebeln weg, weil er Zwiebelfliegenbefall begünstigen kann. Zu viel oder zu später Stickstoff verzögert die Abreife. Junge Zwiebeln sind gegenüber Unkraut wenig konkurrenzstark, deshalb hältst du das Beet mit Hacke oder Hand frei.
Nützlinge fördern, Mittel nur im Notfall
Biologischer Pflanzenschutz im Freiland heißt vor allem, vorhandene Nützlinge zu fördern und zu schonen. Blühender Dill, Kerbel und Gewürzfenchel sowie Ringelblumen und Phacelia bieten Insekten im Gemüsegarten Nahrung. Saumstrukturen fördern natürliche Thripsgegner wie räuberische Thripse, RaubmilbenRaubmilben sind winzige Milben, die andere Milben wie Spinnmilben und je nach Art auch Thripslarven fressen. Als Nützlinge werden sie im Gewächshaus und im Garten gezielt gegen Spinnmilben eingesetzt., Florfliegen und Blumenwanzen. Netze haben dabei eine Kehrseite: Unter feinmaschigen Netzen kamen Marienkäfer, Spinnen und Laufkäfer in Versuchen deutlich seltener vor als im offenen Anbau.
Selbst angesetzten Jauchen, Brühen und Tees wird eine Wirkung gegen Schädlinge nachgesagt. Zu ihrer Wirksamkeit gibt es nur wenige und teils widersprüchliche Untersuchungen.
Pflanzenschutzmittel sind im Hobbygarten das letzte Mittel. Infrage kommt nur ein Mittel, das für nichtberufliche Anwender in der jeweiligen Kultur gegen den jeweiligen SchaderregerSchaderreger ist im Pflanzenschutz der Sammelbegriff für Schädlinge und Krankheitserreger, die Pflanzen befallen: etwa Insekten oder Fadenwürmer (Nematoden) sowie Pilze, Bakterien und Viren. zugelassen ist. Halte dich an die Gebrauchsanweisung, trage Schutzkleidung, beachte die Wartezeit und entsorge Reste vorschriftsgemäß. Solche Mittel können Nützlinge treffen, Marienkäfer und ihre Larven reagieren empfindlich darauf.
Ein eigener Ratgeber zeigt, wie du Zwiebeln vorbeugend, biologisch und notfalls chemisch schützt.





