Schädlinge und Krankheiten an Zwiebeln: Schadbilder erkennen und dein Beet schützen
- Welke oder umgekippte Jungzwiebeln mit weißlichen Maden am Blattgrund sprechen für die Zwiebelfliege.
- Silbrigweiße, längliche Flecken mit kleinen schwarzen Kotpunkten deuten auf Thripse hin; ein Netz hält sie nicht zuverlässig ab.
- Gegen die Zwiebelfliege eignen sich Netze mit 1,35 bis 2,0 mm Maschenweite, lückenlos aufgelegt ab Saat oder Pflanzung.
- Befallene Pflanzenreste kommen vom Beet und weder in den Boden noch als Mulch zurück.
- Marienkäfer, Florfliegen und andere Gegenspieler schonst du, wenn du auf Behandlungsmittel möglichst verzichtest.

Kippen junge Zwiebeln um oder glänzt das Laub plötzlich silbrig, willst du schnell wissen, wer dahintersteckt. Ich ziehe in so einem Fall zuerst eine auffällige Pflanze vorsichtig aus der Erde und sehe mir Blattgrund und Blätter aus der Nähe an. Dann lässt sich grob einordnen, ob Maden, Fraßgänge, Saugflecken oder ein Belag dahinterstecken.
Im Mittelpunkt stehen die Schädlinge und das, was du selbst in der Hand hast: Netz, Pflanzgut, Hygiene, Nützlinge und der Kontrollgang.
Was hat meine Zwiebel? Schadbilder im Überblick
Die Tabelle ordnet typische Schadbilder einem möglichen Verursacher zu. Sie ersetzt keine Diagnose, zeigt dir aber, wo du genauer hinschauen solltest.
| Was du siehst | Spricht für | Genauer hinschauen |
|---|---|---|
| Junge Pflanzen vergilben, welken oder kippen um | ZwiebelfliegeDie Zwiebelfliege ist ein der Stubenfliege ähnlicher Schädling, dessen weißliche Maden den Blattgrund junger Zwiebelpflanzen zerstören. Befallene Pflanzen welken, färben sich gelblich-grau und lassen sich leicht herausziehen. | Weißliche Maden am Blattgrund? |
| Einstichstellen und Miniergänge in den Blättern | Zwiebelminierfliege | Neigen sich die Blätter danach seitlich? |
| Geradlinige Fraßgänge im Blatt | Lauchminierfliege | Braune Tönnchenpuppen am Gangende? |
| Gänge von den Blattspitzen bis ins Pflanzenherz, etwa an Porree | Lauchmotte (Zwiebelmotte) | Fäulnis im Schaft? |
| Weißliche bis silbrig glänzende, längliche Flecken | Thripse | Kleine schwarze Kotpunkte daneben? |
| Gelbe Längsstreifen, verformte Blätter, gehemmtes Wachstum | Virus, unter anderem von Blattläusen verbreitet | Blattläuse an den Pflanzen? |
| Fraß, der am Blattrand beginnt | Schnecken | Silbrige Schleimspuren? |
| Flecken mit Belag, weiche oder faulige Zwiebeln | eher eine Krankheit | Abschnitt zu Krankheiten weiter unten |
Ein Schadbild allein ist noch kein Befund. Ähnliche Zeichen können verschiedene Ursachen haben, deshalb bestätigst du einen Verdacht mit einem zweiten Merkmal wie Maden, Puppen oder Kotpunkten.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Der Boden sollte nährstoffreich sein, Feuchtigkeit speichern und dennoch gut durchlässig sein.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Freiland, im Hochbeet, im Topf, im Balkonkasten oder im Kübel möglich.
Pflege
- Pflege
Saatbeet für die Aussaat sorgfältig vorbereiten.
- Düngung
Für Speisezwiebeln reicht meist vor der Pflanzung eingearbeiteter reifer Kompost oder verrotteter Mist. Im Herbst gepflanzte Zwiebeln auf nährstoffarmem Boden im Spätwinter stickstoffbetont versorgen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig und überdauert mit unterirdischen Organen.
- Verwendung
Die Zwiebeln können roh, gegart oder als Würze für Suppen, Eintöpfe und andere Speisen verwendet werden.
Zwiebelfliege: welke Jungpflanzen, Maden am Blattgrund
Bei Befall durch die Zwiebelfliege vergilbt und welkt das Laub junger Pflanzen, manche kippen ganz um. Ziehst du eine solche Pflanze, achte auf weißliche Maden am zerstörten Blattgrund. Findest du sie, spricht das für die Zwiebelfliege.
Die erste Generation fliegt von Mitte April bis Ende Mai. Eine zweite erscheint etwa von Ende Juni bis Mitte Juli. In diesen Wochen lohnt sich der genaue Blick auf junge Bestände.
Vorbeugend legst du ein Kulturschutznetz auf, und zwar von der Saat oder Pflanzung bis kurz vor der Ernte. Liegt es zur Flugzeit lückenlos auf, kann es Zwiebeln weitgehend vor der Zwiebelfliege schützen. Wie du das passende Netz auswählst und auflegst, steht weiter unten.
Frischen Kompost und tierischen Mist bringst du vor Zwiebeln nicht aus, weil beides Zwiebelfliegenbefall begünstigen kann. Nimm stattdessen nur vollständig verrotteten Kompost. Möhren als Nachbarn wehren die Fliege nur in wenigen Fällen ab, einen verlässlichen Schutz bietet diese Mischkultur nicht.
Bei mir kommt das Netz am selben Tag aufs Beet, an dem ich stecke. Die Ränder grabe ich rundum ein. Zum Jäten schlage ich es nur an einer Seite zurück und schließe den Rand gleich danach wieder.
Minierfliegen und Lauchmotte: Gänge im Blatt
Zwiebelminierfliege
Bei der Zwiebelminierfliege zeigen die Blätter zuerst Einstichstellen und Miniergänge. Später neigen sie sich seitlich und welken oder faulen.
Lauchminierfliege
Geradlinige Fraßgänge mit braunen Tönnchenpuppen am Gangende sind ein typischer Hinweis auf die Lauchminierfliege. Gegen ihre Herbstgeneration deckst du Allium-Bestände besonders von Mitte August bis Oktober lückenlos mit einem feinmaschigen Netz ab. Ein rechtzeitig aufgelegtes Netz mit 0,8 mm Maschenweite kommt vor allem für kleine Flächen infrage, die bisher befallsfrei waren.
Lauchmotte
Lauchmotte und Zwiebelmotte sind zwei Namen für denselben Schädling, Acrolepiopsis assectella. Seine Raupen schädigen unter anderem Porree und Zwiebeln. An Porree fressen sie von den Blattspitzen aus Gänge bis ins Pflanzenherz, im Schaft kann danach Fäulnis entstehen. Die erste Raupengeneration schädigt Porree von Mai bis Juli. Die zweite folgt von Juli bis Oktober. Gegen die Lauchmotte nimmst du ein Netz mit 1,35 mm Maschenweite.
Thripse und Blattläuse: Saugflecken und Viren
Thripse
Thripse hinterlassen auf dem Laub weißliche bis silbrig glänzende, längliche Flecken. Typisch sind dazu kleine schwarze Kotpunkte. Thripse können außerdem das Iris-yellow-spot-Virus übertragen.
Ein Netz hält Thripse nicht zuverlässig ab. In Praxisversuchen des OptiNet-Projekts reduzierten selbst Netze mit 0,3 mm Maschenweite den Befall an Allium-Kulturen nicht zufriedenstellend. An Porree kannst du gewöhnlichen Thripsbefall im Hausgarten meist hinnehmen. Der Schaden ist dort vor allem optisch, auf Spritzungen kann meist verzichtet werden.
Weil Netze wenig gegen Thripse ausrichten und Saumstrukturen im Freiland ihre natürlichen Gegner fördern, lohnt sich hier der Blick auf blühende Ränder rund ums Beet.
Blattläuse
Gelbe Längsstreifen über die ganze Blattlänge, verformte Blätter und gehemmtes Wachstum können auf die Zwiebelgelbstreifigkeit hindeuten. Ihre Viren werden unter anderem durch Blattläuse verbreitet. Weil sich Pflanzenviren nicht direkt bekämpfen lassen, setzt du bei den Überträgern an und schonst deren Gegenspieler.
Schnecken und Wühlmäuse: Schaden ohne Insekten
Schneckenfraß beginnt häufig am Blattrand. Silbrige Schleimspuren unterscheiden ihn von vielen anderen Fraßschäden. Absammeln und Schneckenzäune sind Maßnahmen ohne Chemie. Mulch kann Nacktschnecken fördern, deshalb kontrollierst du gemulchte Beete gezielt auf Schnecken.
Anders als beim Maulwurf sind die Erdhaufen der Wühlmaus eher flach und asymmetrisch, die Gänge verlaufen seitlich oder schräg. Drahtkörbe um gefährdete Pflanzen und nach außen umgebogene Schermauszäune gehören zu den mechanischen Maßnahmen. Dauermulch bietet Wühl- und Feldmäusen Deckung, deshalb prüfst du Bestände unter Vlies oder Folie auf Mäuseschäden. Welche Gefahren durch Wetter und Tiere Zwiebeln im Garten sonst noch drohen, zeigt ein eigener Überblick.
Und wenn es eine Krankheit ist?
Flecken mit Belag, Streifen oder fauliges Gewebe deuten eher auf eine Krankheit; wie du Pilz-, Bakterien- und Viruskrankheiten an Zwiebeln erkennst und behandelst, zeigt ein eigener Ratgeber. Hinter bleich graugrünen, länglich-ovalen Flecken mit violettgrauem Sporenrasen kann Falscher Mehltau stecken, der sich bei 13 bis 20 °C besonders stark entwickelt. Die Zwiebelhalsfäule wird durch feuchte Witterung vor der Ernte begünstigt und kann auch Schalotten und Knoblauch befallen.
Kulturschutznetze: Maschenweite, Zeitpunkt, Sitz
Beim Netz kommt es auf drei Dinge an: die passende Maschenweite, den richtigen Zeitpunkt und einen lückenlosen Sitz.
| Schädling | Maschenweite | Wann das Netz liegen sollte |
|---|---|---|
| Zwiebelfliege | 1,35 bis 2,0 mm | ab Saat oder Pflanzung bis kurz vor der Ernte; Flug Mitte April bis Ende Mai und etwa Ende Juni bis Mitte Juli |
| Lauchmotte (Zwiebelmotte) | 1,35 mm | ab Saat oder Pflanzung bis kurz vor der Ernte; an Porree Raupen von Mai bis Juli und von Juli bis Oktober |
| Lauchminierfliege | 0,8 mm | rechtzeitig, besonders von Mitte August bis Oktober |
| Thripse | selbst 0,3 mm reichten in Praxisversuchen nicht | kein verlässlicher Schutz durch Netze |
Leg das Netz unmittelbar nach Saat oder Pflanzung auf und befestige die Ränder gut. Es bleibt bis kurz vor der Ernte liegen. Zur Flugzeit muss es lückenlos aufliegen und an allen Rändern geschlossen sein.
Steckzwiebeln kommen von Ende März bis April in die Erde. Die erste Zwiebelfliegengeneration fliegt ab Mitte April, deshalb gehört das Netz gleich nach dem Stecken aufs Beet und nicht erst nach den ersten Schäden.
Netze haben auch Grenzen. Im OptiNet-Projekt kamen Marienkäfer, Spinnen und Laufkäfer unter feinmaschigen Netzen deutlich seltener vor als im offenen Anbau. Direkt aufliegende Netze mit 0,3 mm Maschenweite schadeten dort außerdem Frühlingszwiebeln und Schnittlauch. Als Alternative bietet sich ein Minitunnel an, bei dem das Netz nicht auf den Pflanzen liegt.
Hält ein Netz alle Zwiebelschädlinge fern? Gegen Zwiebelfliege, Lauchmotte und Lauchminierfliege gibt es passende Maschenweiten. Thripse dagegen ließen sich in Praxisversuchen selbst mit sehr feinen Netzen nicht zufriedenstellend zurückdrängen.
Das Netz liegt zwar, aber ein Rand hängt durch oder steht offen. Zur Flugzeit braucht es einen lückenlosen Sitz und geschlossene Ränder, sonst ist der Schutz unvollständig.
Pflanzgut, Sorte und Abstand
Steckzwiebeln reifen früher als Säzwiebeln, können aber bereits Krankheitserreger mitbringen. Kauf deshalb nur Steckzwiebeln ohne Austrieb und ohne Pilzbefall. Worauf du beim Schutz von Steckzwiebeln von Anfang an achtest, vertieft ein eigener Ratgeber.
Wo Falscher Mehltau öfter auftritt, kann die Sortenwahl helfen. In norddeutschen Feldversuchen wurde bei Santero F1, Hystand F1 und Hylander F1 eine ResistenzResistenz ist bei Pflanzensorten die Fähigkeit, einen bestimmten Schaderreger abzuwehren: Bei einer resistenten Sorte bleibt ein Befall stark begrenzt, und weder Wachstum noch Ertrag leiden auffällig. gegen Falschen Mehltau bestätigt. Die Steckzwiebelsorte Boga besitzt ebenfalls eine hohe Resistenz gegen diese Krankheit.
Dichter gesteckte Steckzwiebeln bilden kleinere Zwiebeln und haben ein höheres Risiko für Falschen Mehltau. Halte deshalb die Abstände ein. Winterzwiebeln setzt du nicht direkt neben frühe oder späte Sommerzwiebeln, damit sich die Übertragung von Falschem Mehltau verringern lässt. Eine windoffene Lage mit Morgensonne ist günstiger als eine Mulde, weil der Bestand dort leichter abtrocknet und der KrankheitsdruckKrankheitsdruck beschreibt, wie groß die Gefahr ist, dass Pflanzen von Krankheitserregern befallen werden. Er steigt zum Beispiel bei feucht-warmem Wetter, das besonders Pilzkrankheiten fördert. sinkt.
Gesteckte Speisezwiebeln stehen mit 8 bis 12 cm Abstand in der Reihe und 25 bis 30 cm zwischen den Reihen. Bei Termin und Abstand hat die Angabe auf der Packung deiner Sorte Vorrang.
Boden, Gießen, Düngen und Fruchtfolge in Kürze
Zwiebeln brauchen einen fruchtbaren Boden, der Feuchtigkeit hält und trotzdem gut durchlässig ist. Auch für die Winterkultur sollte er nicht zur VernässungVernässung bedeutet, dass ein Boden zeitweise oder anhaltend so viel Wasser enthält, dass ihm Luft fehlt. Sie ist der Oberbegriff für Nässe durch Grundwasser, Stauwasser, Haftwasser oder Hangwasser; Staunässe ist eine dieser Formen. neigen.
Gieß möglichst morgens direkt auf den Boden und benetze die Blätter wenig. Da feuchte Nächte und Morgentau Falschen Mehltau ohnehin begünstigen, brauchst du das Laub nicht zusätzlich nass zu machen. Zur Abreife im Hochsommer stehen Zwiebeln trockener als in der Hauptwachstumszeit.
Beim Düngen behältst du den Stickstoff im Blick. Eine zu hohe Versorgung verzögert die Abreife und verschlechtert die Lagerfähigkeit.
Speisezwiebeln sollten nur alle 4 bis 5 Jahre auf derselben Fläche stehen, wobei Porree, Schnittlauch und Knoblauch mitzählen. Bei Problemen mit bodenbürtigen Krankheiten oder NematodenNematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer im Boden. Verschiedene Gattungen können viele Pflanzenarten schädigen; bestimmte andere Arten werden dagegen gezielt als Nützlinge gegen Schädlingslarven im Boden eingesetzt. können längere Pausen nötig sein. Die Belegung deiner Beete über die Jahre behältst du mit dem Beetplaner für dein Gemüsebeet im Blick.
Ausführlich stehen diese Grundlagen im Ratgeber zu Zwiebeln, Lauch und Knoblauch unter Standort, Boden und Klima, Pflege und Gießen, Düngen sowie Fruchtfolge und Mischkultur.
Hygiene im Beet und vor dem Lager
Von Falschem Mehltau befallene Pflanzen nimmst du aus dem Beet und arbeitest sie nicht in den Boden ein. Bei der Ernte räumst du befallene Pflanzenreste vom Beet. Kranke Pflanzen eignen sich auch nicht als Mulchmaterial. Ich sammle solche Reste getrennt und lege sie nicht zurück ins Gemüsebeet.
Geerntet wird möglichst bei trockenem Wetter, sobald der Hals weich wird und das Laub von selbst abknickt. Noch grüne Blattschöpfe knickst du nicht um. Nach der Ernte trocknen die Zwiebeln gründlich nach, bis sie rascheltrocken sind.
Vor dem Einlagern sortierst du kranke Zwiebeln und Exemplare mit dickem Hals aus. Im Lager prüfst du den Vorrat und nimmst kranke oder faulende Zwiebeln heraus. Gefrorene Lagerzwiebeln fasst du nicht an, weil das Fäulnis begünstigen kann.
Verschimmelte Zwiebeln, Knoblauchknollen und Porreestangen entsorgst du. Die sichtbare Stelle wegzuschneiden macht befallenes Gemüse nicht verzehrsicher.
Nützlinge schonen und fördern
Biologischer Pflanzenschutz im Freiland heißt vor allem, vorhandene Nützlinge zu fördern und zu schonen. Zu den natürlichen Gegenspielern von Blattläusen gehören Marienkäfer sowie die Larven von Florfliegen, Schwebfliegen und Gallmücken. Thripse haben eigene Gegner: räuberische Thripse, RaubmilbenRaubmilben sind winzige Milben, die andere Milben wie Spinnmilben und je nach Art auch Thripslarven fressen. Als Nützlinge werden sie im Gewächshaus und im Garten gezielt gegen Spinnmilben eingesetzt., Florfliegen und Blumenwanzen. Saumstrukturen im Freiland fördern diese Arten.
Blühender Dill, Kerbel und Gewürzfenchel sowie Ringelblumen und Phacelia bieten Insekten im Gemüsegarten Nahrung. Ich lasse am Rand meines Zwiebelbeets Dill und Ringelblumen stehen und blühen. Stein- und Laubhaufen, ungeschnittene Stauden und Trockenmauern bieten Marienkäfern Plätze zum Überwintern.
Marienkäfer und ihre Larven reagieren empfindlich auf Pflanzenbehandlungsmittel. Wer darauf verzichtet oder sie nur gezielt einsetzt, schont sie. Zusätzlich unter Schutznetzen ausgebrachte Raubmilben verbesserten in einem Freilandversuch an Porree die Wirkung gegen Thripse nicht.
Lern die Larve des Siebenpunkt-Marienkäfers kennen, damit du sie nicht für einen Schädling hältst. Sie ist langgestreckt und grau-schwarz, mit gelben Flecken und kleinen schwarzen Warzen.
Der Kontrollgang: worauf ich achte
Meine Kontrollgänge lege ich in die Flugzeiten der Zwiebelfliege und in den Herbst, wenn die Lauchminierfliege unterwegs ist. Zuerst prüfe ich die Netzränder, danach die jungen Pflanzen. Welke oder umgekippte Jungzwiebeln ziehe ich heraus und sehe mir den Blattgrund an. Nach feuchten Nächten schaue ich mir das Laub auf Flecken mit Belag an.
Beobachtungen, Gießen und Düngen halte ich in einem Gartenprotokoll mit Datum fest. So lässt sich nachvollziehen, wie sich das Beet über die Saison entwickelt.
Netz liegt lückenlos, alle Ränder sind geschlossen. Jungpflanzen stehen aufrecht und welken nicht. Laub ohne silbrigweiße Flecken und schwarze Kotpunkte. Blätter ohne Einstichstellen, Gänge oder Tönnchenpuppen. Keine Flecken mit violettgrauem Belag. Am Blattrand keine Schleimspuren. Marienkäferlarven bleiben, wo sie sind.
Hausmittel und Pflanzenschutzmittel: was du erwarten kannst
Selbst angesetzte Brühen, Jauchen und Tees, etwa aus Brennnessel, Schachtelhalm oder Knoblauch, gehören zu den bekannten Hausmitteln. Ihnen wird nachgesagt, Pflanzen gegen Pilze oder saugende Insekten zu stärken. Zu ihrer Wirksamkeit gibt es aber nur wenige und teils widersprüchliche wissenschaftliche Untersuchungen. Ähnliches wird SchmierseifeEine Schmierseifenlösung ist in Wasser aufgelöste Schmierseife, die als altes Hausmittel auf Pflanzen gesprüht wird. Sie legt sich als flüssiger Film über Schädlinge wie Blattläuse, die dadurch ersticken. und Rapsöl gegen saugende Insekten nachgesagt.
Pflanzenjauchen sind vor allem organische Flüssigdünger, deren Nährstoffgehalt je nach Ausgangspflanze und Erntezeit schwankt. Eine allgemeingültige Ausbringmenge oder Häufigkeit gibt es dafür nicht. Welche selbst angesetzten Brühen und Jauchen bei Lauchzwiebeln im Gespräch sind, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Chemische Pflanzenschutzmittel bleiben das letzte Mittel. Im Hobbygarten darfst du nur Mittel einsetzen, die für nichtberufliche Anwender zugelassen sind. Das gilt nur in der zugelassenen Kultur, gegen den zugelassenen SchaderregerSchaderreger ist im Pflanzenschutz der Sammelbegriff für Schädlinge und Krankheitserreger, die Pflanzen befallen: etwa Insekten oder Fadenwürmer (Nematoden) sowie Pilze, Bakterien und Viren. und nach Gebrauchsanweisung. Trag dabei Schutzkleidung, halte die Wartezeit bis zur Ernte ein und entsorge Reste sachgerecht. Solche Mittel können Nützlinge wie Marienkäfer treffen. Wie du Zwiebeln vorbeugend, biologisch und notfalls chemisch schützt, behandelt ein eigener Ratgeber.
Trag dir die Flugzeiten der Zwiebelfliege in den Gartenkalender ein und leg ein Netz in passender Maschenweite bereit, bevor du steckst oder säst.





