Der richtige Platz für Süßkraut: Standort, Boden und Nachbarn für Stevia in deinem Garten
- Süßkraut ist im Beetplaner mit sonnig bis halbschattig hinterlegt – beides funktioniert, die volle Sonne der mediterranen Kräuter braucht es nicht zwingend.
- Stevia ist schwachzehrend: Kompost zum Start reicht, als Faustzahl 3 bis 5 l je Quadratmeter und Jahr; Staunässe meiden.
- Im Beet gelten 30 cm Abstand in der Reihe und 30 cm Reihenabstand für Einzelpflanzen, danach eine Anbaupause von 4 Jahren.
- Süßkraut ist nicht freiland-winterhart und zählt nicht als Dauerkultur – wer es behalten will, überwintert es als Kübelpflanze hell und frostfrei.
- Als unverträgliche Nachbarn führt die Mischkultur-Matrix unter anderem Estragon, Ringelblume, Kamille, Würz-Tagetes und Parakresse.

Ein Tütchen Süßkraut-Samen oder eine gekaufte Jungpflanze steht bereit, und die erste Entscheidung fällt nicht beim Gießen, sondern beim Platz. Drei Eigenschaften engen die Auswahl ein und machen sie zugleich einfach: Süßkraut ist nicht freiland-winterhart, es ist im Beetplaner als schwachzehrend eingestuft, und es zählt dort nicht als DauerkulturDauerkultur nennt man Pflanzen, die mehrere Jahre am selben Platz bleiben, immer wieder Ernte bringen und deshalb nicht in die Fruchtfolge eingebunden werden, etwa Rhabarber, Spargel oder Obst.. Ich entscheide bei jeder neuen Stevia deshalb zuerst, ob sie in den Topf oder ins Beet kommt, und richte danach Boden, Abstand und Nachbarschaft ein.
Süßkraut trägt den botanischen Namen Stevia rebaudiana. Genutzt werden die Blätter, frisch oder getrocknet. In der EU sind die daraus gewonnenen Steviolglycoside als Süßungsmittel E 960 zugelassen, die unverarbeiteten Blätter dagegen nicht als Lebensmittel – dazu unten mehr.
Wo Süßkraut zwischen den Kräuter-Welten steht
Die meisten Kräuter lassen sich einer von zwei Welten zuordnen: mediterran-trocken mit vollem Sonnenanspruch oder frisch-feucht mit gleichmäßiger Wasserversorgung. Süßkraut ist im Beetplaner mit sonnig und halbschattig hinterlegt und gehört damit nicht zu den Arten, die zwingend die volle Sonne verlangen. Wie sich die beiden Welten in Standort, Boden und Gießen unterscheiden und woher die Kräuter jeweils stammen, liest du im Hub-Abschnitt über die zwei Kräuter-Welten mediterran-trocken und frisch-feucht. Herkunfts- und Namenskunde zu Stevia trägt dieser Artikel nicht; hier geht es um den Platz.
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die Samen benötigen Licht zum Keimen.
Sonne oder Halbschatten?
Beides ist möglich. Der Beetplaner nennt für Süßkraut sonnig und halbschattig, du hast also mehr Spielraum als bei Rosmarin oder Thymian, die nur mit sonnig geführt werden. Wärme spielt trotzdem eine Rolle: Schon die Keimung braucht 20 bis 24 °C, und Frost verträgt die Pflanze nicht. Ein warmer, geschützter Platz passt deshalb besser als eine zugige Ecke.
Ich stelle meine Stevia-Töpfe an eine Hauswand, die den Vormittag über Sonne bekommt und den Wind abhält. In heißen Wochen schaue ich nachmittags nach, ob die Blätter schlapp hängen, und rücke den Topf bei Bedarf einen Schritt in den HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone.. Genau diese Beweglichkeit ist der Grund, warum bei mir der Topf gewinnt.
Im Beet fehlt dir diese Korrektur. Wähle dort einen Platz, an dem du die Pflanze morgens gut erreichst, weil du gießen und ernten ohnehin am Vormittag erledigst, wenn der Tau abgetrocknet ist.
Welcher Boden passt zu einem Schwachzehrer?
Süßkraut ist im Beetplaner als schwachzehrend eingestuft, wie die große Mehrheit der Kräuter. Es will keinen wöchentlichen Dünger, sondern einen lebendigen Boden mit Kompost zum Start. Als Faustzahl reichen 3 bis 5 l Kompost je Quadratmeter und Jahr, um Gartenpflanzen bedarfsgerecht zu ernähren – für einen SchwachzehrerSchwachzehrer sind Gemüse und Kräuter mit geringem Stickstoffbedarf, etwa Feldsalat, Radieschen, Rucola, Bohnen und Erbsen. Sie sind die genügsamste der drei Gruppen, nach denen man Kulturen für die Fruchtfolge einteilt. ist das großzügig bemessen.
Stevia bekommt denselben Platz und dieselbe Nährstoffgabe wie die Tomaten daneben. Üppige Stickstoff- und Wassergaben lassen Kräuter zwar schneller wachsen, das Kraut wird dabei aber weicher und anfälliger. Halte dich mit Nachdüngen zurück und beobachte lieber das Laub.
Wichtiger als die Nährstoffe ist der Wasserabzug: Der Boden sollte durchlässig sein, damit nach Regen kein Wasser steht. Schwere Böden lockere ich vor dem Pflanzen und arbeite den Kompost gleich mit ein. Was an Süßkraut-Blättern und -Wurzeln auf Nässe hindeuten kann und wie du dann vorgehst, steht in unserem Ratgeber zu häufigen Problemen beim Anbau von Süßkraut. Die Bodenansprüche der beiden Kräuter-Welten und das Substrat für Kräuterbeet, Spirale, HochbeetEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche. und Topf trägt der Hub-Artikel.
Falls du ohnehin ein Hochbeet planst, hilft ein Standardmaß bei der Entscheidung: Die Gartenakademie empfiehlt eine Höhe von 70 bis 80 cm, je nach Körpergröße sind etwa 70 bis 100 cm üblich. Die lichte Breite liegt ideal bei 1,40 bis 1,50 m, damit du die Beetmitte von beiden Seiten erreichst.
Beet oder Topf – was ist der bessere Platz?
Hier entscheidet die WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen.. Süßkraut ist nicht freiland-winterhart und überwintert als Kübelpflanze hell und frostfrei. Wer die Pflanze im Herbst behalten will, muss sie also ohnehin eintopfen. Deshalb steht Stevia bei vielen Gärtnerinnen von Anfang an im Kübel, den sie im Sommer an den warmen Platz stellen und im Herbst hereinholen. Wie du Gefäß, Substrat und Pflege im Topf regelst, liest du im Ratgeber zum Anbau von Süßkraut im Topf auf Balkon und Terrasse.
Im Beet gilt Süßkraut nicht als Dauerkultur. Du setzt es nach den letzten Frösten als Einzelpflanzen mit 30 cm Abstand in der Reihe und 30 cm Reihenabstand. Nach der Saison räumst du die Fläche ab oder topfst die Pflanzen ein, und der Beetplaner hinterlegt für den Platz eine Anbaupause von 4 Jahren, bevor dort wieder Stevia steht. Diese Abstände und Pausen rechnet dir der Beetplaner für deine Fläche direkt in den Plan.
Welche Nachbarn passen nicht neben Süßkraut?
Die Mischkultur-Matrix führt für Süßkraut eine klare Liste unverträglicher Nachbarn: Estragon, Ringelblume, Endivie, Zichorie, Radicchio, Chicoree, Artischocken, Topinambur, Feldsonnenblumen, Kamille, Schwarzwurzeln, Inkawurzel / Yacon, Parakresse, Studentenblumen, Würztagetes, Löwenzahn und Haferwurzel. Auffällig ist, dass mit Ringelblume und Kamille zwei Kräuter darauf stehen, die gern als Beetrand gesetzt werden – genau dort würde Stevia sonst oft landen.
Gute Partner sind für Süßkraut in der Matrix nicht gesondert hinterlegt. Ich halte es deshalb einfach: Stevia bekommt einen eigenen Abschnitt oder den eigenen Topf, und die Nachbarn prüfe ich vor dem Pflanzen im Mischkultur-Werkzeug für Kräuter und Gemüse. Mischkultur unterstützt die Kultur, sie garantiert nichts – Standort und Boden bleiben die Hauptsache.
Aussaat und Pflanzung – das Wichtigste in Kürze
Der Kulturstart für Süßkraut liegt zwischen Februar und Mai; das feine Saatgut wird nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt, es keimt bei 20 bis 24 °C in 14 bis 21 Tagen. Die VorkulturVorkultur heißt meist, dass du Gemüse im Haus oder geschützt aus Samen vorziehst und es später als abgehärtete Jungpflanze ins Freiland setzt. In Anbauplänen meint das Wort auch eine schnelle Kultur, die vor der Hauptkultur auf dem Beet steht. im Haus, das PikierenPikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat. und den Weg bis zur ersten Ernte beschreibt Schritt für Schritt der Ratgeber Süßkraut anbauen vom Samen bis zur Ernte, die Termine hast du mit dem Aussaatkalender für Süßkraut zum Ausdrucken griffbereit; die Grundlagen zu feinen Samen und LichtkeimernLichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Bei der Aussaat werden sie deshalb nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; ob eine Art dazugehört, steht meist auf der Samentüte. trägt der Hub-Abschnitt zur Aussaat.
Pflege und Ernte am gewählten Platz
Gegossen wird an den Fuß der Pflanze, bevor sie schlappt, und ohne dass Wasser im Topf oder Beet stehen bleibt; Dünger braucht der Schwachzehrer nach dem Kompoststart kaum. Wie du Gießen, Düngen und Schneiden über die Saison führst, steht im Ratgeber Stevia richtig pflegen, das Maß dafür erklärt der Hub-Abschnitt zum Pflegen mit Maß.
Geerntet wird Süßkraut etwa von Juni bis Oktober, im Freiland werden auch Juli bis September genannt, im Haus ist die Ernte ganzjährig möglich. Wie du schneidest und die Blätter trocknest, zeigt der Ratgeber zum richtigen Ernten und Trocknen von Süßkraut.
Überwintern: der Platz für die kalte Jahreszeit
Süßkraut übersteht draußen keinen Winter; es überwintert als Kübelpflanze hell und frostfrei. Beetpflanzen topfst du dafür vor dem ersten Frost ein, Topfpflanzen holst du einfach herein. Welche Kräuter draußen bleiben dürfen und wie du Frostkandidaten durch den Winter bringst, ordnet der Hub-Abschnitt zum Überwintern.
Verwendung und Gesundheit – die Grenzen
Die Blätter werden frisch verwendet oder getrocknet aufbewahrt; Süßkraft- oder Dosierungsangaben findest du hier nicht. Rechtlich sind in der EU die Steviolglycoside als Süßungsmittel E 960 zugelassen, nicht aber die unverarbeiteten Blätter als Lebensmittel – was das für die eigene Küche bedeutet, ordnet der Ratgeber zu Süßkraut in der Küche mit Rezepten und Verwendung ein. Was für Menschen mit Diabetes gilt und wo die Grenzen liegen, zeigt der Ratgeber zu Süßkraut für Diabetiker mit Chancen und Grenzen. Bei Beschwerden ersetzt kein Kraut den ärztlichen Rat.
Platz sonnig oder halbschattig, warm und windgeschützt · durchlässiger Boden mit Kompost zum Start, 3 bis 5 l je Quadratmeter und Jahr als Faustzahl · im Beet 30 cm in der Reihe und 30 cm Reihenabstand als Einzelpflanzen, danach 4 Jahre Anbaupause · Ringelblume, Kamille, Estragon und Würz-Tagetes nicht direkt daneben · Topf einplanen, weil die Pflanze hell und frostfrei überwintert
Alle Ratgeber zu Anbau, Pflege, Ernte und Küche findest du gesammelt auf der Übersichtsseite zu Süßkraut und Stevia.



