Erdbeeren aus Samen ziehen: Schritt für Schritt von der Schale bis ins Beet
- Erdbeersamen sind Lichtkeimer: Streue sie auf salzarme Aussaaterde und bedecke sie höchstens 0,5 cm, Pillensaat gar nicht.
- Als Kulturstart für die Aussaat gelten Januar bis März.
- Garten-Erdbeeren keimen nach 7 bis 28 Tagen, in dieser Zeit darf die Saat nicht austrocknen.
- Pikiere die Sämlinge, wenn sie fünf Blätter gebildet haben.
- Abgehärtete Sämlinge pflanzt du im Mai mit 20 bis 30 cm Abstand in der Reihe und 30 bis 60 cm Reihenabstand.
- Erste Früchte gibt es je nach Saatgutlinie und Aussaatzeit im ersten oder zweiten Kulturjahr.

Erdbeeren aus Samen ziehen gelingt, wenn du in den ersten Wochen Licht und Feuchte im Griff hast. Die winzigen Samen sind Lichtkeimer und liegen deshalb obenauf. Schon eine kurze Austrocknung kann dazu führen, dass so oberflächlich gesätes Saatgut nicht mehr keimt. Ich säe Erdbeeren darum in flache Schalen unter eine Abdeckung und prüfe die Feuchte am Farbton der Erde.
Nach der Keimung führt der Weg über das PikierenPikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat., die Aufzucht im Topf und das AbhärtenAbhärten heißt, drinnen vorgezogene Jungpflanzen vor dem Auspflanzen schrittweise an das Wetter im Freien und an die volle Sonne zu gewöhnen. Dafür stehen sie zunächst tagsüber draußen im Schatten. bis ins Beet. Die ersten Früchte kommen je nach Saatgutlinie und Aussaatzeit im ersten oder zweiten Kulturjahr. Die Richtwerte für den ganzen Weg auf einen Blick:
| Schritt | Richtwert |
|---|---|
| Aussaat | Kulturstart Januar bis März |
| Saattiefe | 0 bis 0,5 cm, Pillensaat bleibt unbedeckt |
| Keimtemperatur | 18 bis 22 °C |
| Keimdauer | 7 bis 28 Tage, je nach Saatgut |
| Pikieren | wenn die Sämlinge fünf Blätter gebildet haben |
| Auspflanzen | im Mai |
| Abstand | 20 bis 30 cm in der Reihe, 30 bis 60 cm zwischen den Reihen |
| Angießen | 0,5 bis 1 l je Pflanze direkt nach der Pflanzung |
| Erste Früchte | im ersten oder zweiten Kulturjahr, je nach Saatgutlinie und Aussaatzeit |
Warum Erdbeeren aus Samen ziehen?
Garten-Erdbeeren werden üblicherweise vegetativ über AusläuferAusläufer sind Triebe, an denen eine Pflanze wie die Erdbeere aufgereihte Jungpflanzen bildet. Diese bewurzeln sich und lassen sich abtrennen, so vermehrt sich die Pflanze vegetativ, also ohne Samen. vermehrt. Diese Jungpflanzen kommen von Juli bis August ins Beet. Die Aussaat ist der zweite Weg und folgt einem eigenen Kalender: Du ziehst die Sämlinge im Haus vor und pflanzt sie im Mai aus.
Mit Samen kommst du an Sorten, die als Saatgut oder Pillensaat angeboten werden, zum Beispiel an die Monatserdbeere ‘Alexandria’. Du begleitest jede Pflanze vom Korn an. Haben sich deine Sämlinge im Beet entwickelt, können sie später als Mutterpflanzen dienen: Von gesunden Pflanzen trennst du bewurzelte Ausläufer ab und verpflanzt sie.
Wie viel Zeit du einplanen musst
Rechne mit einer langen Vorkultur. Bis zur ersten Frucht durchlaufen die Pflanzen mehrere Etappen: Keimung, Pikieren, Aufzucht im Topf, Abhärten und Anwachsen im Beet. Plane bis zum Auspflanzen einen hellen Fensterplatz ein, auf dem alle Töpfe stehen können. Ob deine Sorte schon im ersten Jahr trägt, hängt von Saatgutlinie und Aussaatzeit ab.
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die Samen benötigen Licht zum Keimen.
Welche Erdbeersorten eignen sich für die Aussaat?
Säen kannst du nur, was als Saatgut angeboten wird. Zwei Sorten mit klaren Aussaatangaben sind ‘Alexandria’ und ‘Elan’, beide gibt es als Pillensaat.
| Sorte | Typ und Eignung | Aussaat |
|---|---|---|
| ‘Alexandria’ | Monatserdbeere, Ernte von Juni bis Ende Oktober möglich | von Januar bis März in Schalen vorziehen, Pillen unbedeckt lassen; keimt bei 18 bis 22 °C in etwa 14 bis 28 Tagen |
| ‘Elan’ | F1-Sorte, besonders für Balkonkästen und Ampeln | in Schalen vorziehen, Pillen nicht mit Erde bedecken |
Achte bei der Wahl außerdem auf Geschmack, Ertrag, Krankheitsanfälligkeit und Fruchtfestigkeit. Die Fruchtfestigkeit zeigt dir, wie gut sich die Früchte transportieren und lagern lassen. Lies die Angaben zur Sorte, bevor du dich entscheidest, denn der Fruchtbeginn hängt auch von der Saatgutlinie ab.
Eine Ampel mit 30 cm Durchmesser bietet Platz für drei Erdbeerpflanzen. ‘Elan’ eignet sich für Ampeln besonders.
Das brauchst du für die Anzucht
- Erdbeersamen oder Pillensaat
- flache Aussaatschalen mit Abzugslöchern
- salzarme Aussaaterde
- eine luft- und lichtdurchlässige Abdeckung
- eine Sprühflasche
- ein Thermometer für den Anzuchtplatz
- kleine Töpfe mit Abzugsloch und einen PikierstabDer Pikierstab ist ein Werkzeug zum Pikieren: Mit ihm bohrst du Pflanzlöcher in die Erde, hebst Sämlinge vorsichtig aus dem Aussaatgefäß und drückst ihre Wurzel ins neue Loch. für das Pikieren
- einen hellen Fensterplatz bis zum Auspflanzen
Zeitpunkt, Kältebehandlung und Keimbedingungen in Kürze
Als Kulturstart für Erdbeeren gelten Januar, Februar und März. Den passenden Monat für deine Beeren siehst du im Aussaatkalender für Beerenobst zum Ausdrucken.
Manche Gärtner setzen Erdbeersamen vor der Aussaat einer Kältebehandlung aus, der Stratifikation. Ob dein Saatgut das braucht, liest du im Ratgeber darüber, wann du Erdbeeren aussäst und was hilft, wenn sie nicht keimen.
Zum Keimen brauchen Erdbeersamen Licht, gleichmäßige Feuchte und Wärme. Die Temperatur für den Anzuchtplatz steht in der Übersicht oben, die Feinheiten zu den Keimbedingungen findest du im selben Aussaat-Ratgeber.
Aussaat Schritt für Schritt
Aussaaterde vorbereiten
Fülle die Schale mit salzarmer Aussaaterde und streiche die Oberfläche glatt. Die Schale braucht Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser ungehindert ablaufen kann. Feuchte die Erde vor dem Säen gleichmäßig an.
Kompost in der Aussaatschale. Reiner Kompost kann empfindliche Keimlingswurzeln durch hohe Nährsalzkonzentrationen schädigen. Auch hohe Nährsalzgehalte aus mineralischem Dünger können Erdbeerpflanzen schaden.
So säst du richtig aus
Streue die Samen gleichmäßig auf die feuchte Erde und drücke sie leicht an. Als Lichtkeimer bekommen Erdbeersamen höchstens 0,5 cm Erde. Pillensaat wie ‘Alexandria’ oder ‘Elan’ bleibt ganz unbedeckt. Befeuchte die Oberfläche anschließend mit der Sprühflasche.
Lichtkeimer brauchen zum Keimen Licht. Eine dicke Erdschicht über dem Samen hält dieses Licht ab.
Feuchtigkeit und Abdeckung
Lege eine luft- und lichtdurchlässige Abdeckung über die Schale. Sie hält die Aussaat feucht und lässt trotzdem Licht an die Samen. Stelle die Schale an einen hellen Platz mit 18 bis 22 °C. Sobald die ersten Keimlinge erscheinen, nimmst du die Abdeckung ab.
Erdbeersamen liegen als Lichtkeimer obenauf, und schon eine kurze Austrocknung kann sie am Keimen hindern. Deshalb lasse ich die Abdeckung bis zu den ersten Keimlingen liegen und hebe sie nur zum Nachsprühen an.
Ich prüfe die Feuchte am Farbton der Erde. Wird die Oberfläche heller, sprühe ich nach, bevor sie ganz abtrocknet.
Keimung: Wie lange dauert es?
Bei Erdbeeren brauchst du Geduld, denn die Keimdauer schwankt je nach Saatgut deutlich.
Garten-Erdbeeren keimen nach 7 bis 28 Tagen. Die Pillensaat der ‘Alexandria’ braucht bei 18 bis 22 °C etwa 14 bis 28 Tage.
Gib einer Schale deshalb die volle Spanne, bevor du sie aufgibst. Nach den ersten Keimlingen sprühe ich die Erde weiter feucht, weil zwischen ihnen noch Samen liegen können, die später keimen. Zeigt sich nach dieser Zeit gar nichts, findest du mögliche Ursachen im Aussaat-Ratgeber.
Pflege der Keimlinge
Frisch aufgelaufene Sämlinge brauchen einen hellen Platz, sollen zunächst aber nicht in praller Sonne stehen. Ein helles Fenster, an dem du die Mittagssonne mit einem Vorhang abhalten kannst, passt gut. Halte die Erde gleichmäßig feucht, ohne dass Wasser im Gefäß steht.
Ich gieße die Keimlinge morgens, damit benetzte Blätter anschließend abtrocknen können. Dünger und Kompost lasse ich in dieser Phase weg, weil hohe Nährsalzgehalte Erdbeerpflanzen schädigen können.
Pikieren und Umtopfen
Der richtige Zeitpunkt
Pikiere die Sämlinge, wenn sie fünf Blätter gebildet haben. Bis dahin wachsen sie gemeinsam in der Aussaatschale. Danach bekommt jede Pflanze einen eigenen Topf mit Platz für ihre Wurzeln.
Pikieren heißt, Sämlinge einzeln aus der gemeinsamen Aussaatschale zu heben und in eigene Töpfe zu setzen. Beim Umtopfen wechselt dagegen eine Pflanze, die schon allein im Topf steht, in ein größeres Gefäß.
So pikierst du
- Fülle kleine Töpfe mit salzarmer Aussaaterde, jeder Topf braucht ein Abzugsloch.
- Stich mit dem Pikierstab ein Pflanzloch in die Topferde.
- Hebe den Sämling mit dem Pikierstab samt Wurzeln aus der Schale und fasse ihn dabei an einem Blatt an, nicht am Stängel.
- Setze ihn ins Pflanzloch und drücke die Erde rundherum leicht an.
- Befeuchte die Erde mit der Sprühflasche.
Ich pikiere alle Sämlinge einer Schale in einem Arbeitsgang und beschrifte jeden Topf gleich mit der Sorte.
Das richtige Substrat für die Jungpflanzen
Auch nach dem Pikieren bleibt die Erde salzarm. Für die gesamte Vorkultur von Erdbeeren eignet sich salzarme Aussaaterde in Gefäßen mit ungehindertem Wasserabzug. Kompost arbeite ich erst vor dem Auspflanzen ins Beet ein, nicht in die Anzuchttöpfe.
Pflege nach dem Pikieren
Stelle die frisch pikierten Pflanzen wieder hell auf und halte pralle Sonne zunächst fern. Gieße gezielt an die Wurzeln, nicht über die Blätter. Gießen im Wurzelbereich kann feuchtigkeitsbegünstigten Pilzkrankheiten vorbeugen.
Aufzucht der Jungpflanzen
Licht und Standort
Erdbeeren brauchen später einen sonnigen Platz. Bis zum Abhärten stehen die Jungpflanzen deshalb am hellsten Fenster, das du hast. An direkte Sonne gewöhnst du sie erst draußen beim Abhärten.
Gießen und Düngen
Halte die Erde in den Töpfen gleichmäßig feucht und lass überschüssiges Wasser ablaufen. Beim Düngen ist bei Erdbeeren Vorsicht geboten: Hohe Nährsalzgehalte können die Pflanzen schädigen. Eine übermäßige Stickstoffversorgung kann außerdem Ertrag und Fruchtqualität vermindern.
Wenn du Jungpflanzen mit BrennnesseljaucheBrennnesseljauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Brennnesselblättern, die zehn bis 14 Tage in Wasser gären. Sie liefert schnell verfügbaren Stickstoff und eignet sich besonders für stark zehrendes Gemüse. versorgen willst, verdünne sie im Verhältnis 1:20 mit Wasser. Eine allgemeingültige Menge oder Häufigkeit gibt es nicht, weil PflanzenjauchenPflanzenjauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Pflanzen wie Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn oder Giersch, die in Wasser gären. Ihre Nährstoffe stehen den Pflanzen schnell zur Verfügung. schwankende Nährstoffmengen liefern. Schau dir deshalb Wuchs und Blätter an, bevor du nachdüngst.
Schutz vor Krankheiten und Schädlingen
Blattläuse können an Erdbeeren Blattdeformationen verursachen. Im Garten sind sie meist wenig problematisch, Pflanzen in Gefäßen können aber anfälliger sein. Für deine Anzuchttöpfe heißt das: Schau dir Herzblätter und Blattunterseiten genau an und streife einzelne Läuse ab.
Kleine, gekräuselte und schlecht entfaltete Herzblätter können auf Erdbeermilben hindeuten. Erdbeermilben vermeidest du vor allem mit befallsfreien Jungpflanzen, deshalb setze ich nur gesunde Pflanzen ins Beet.
Abhärten und Auspflanzen
Abhärten: der Übergang ins Freie
Bevor die Jungpflanzen ins Beet ziehen, gewöhnst du sie an Sonne, Wind und Temperaturwechsel. Stelle die Töpfe tagsüber zunächst in den Halbschatten und erst später in die Sonne. Abends trage ich sie zurück ins Haus, solange die Nächte noch kalt sind.
Kommt nach milden Tagen noch einmal Frost, schützt ein Vlies die Pflanzen. Das gilt besonders in windigen Lagen und für Pflanzen in Gefäßen.
Wann kommen die Sämlinge ins Beet?
Im Haus vorgezogene Erdbeersämlinge können im Mai ins Beet. Den Sommertermin, den du von Erdbeeren kennst, betrifft Jungpflanzen aus Ausläufern.
Standort und Boden vorbereiten
Erdbeeren brauchen einen sonnigen Standort ohne zu starke Windeinwirkung. Der Boden sollte nährstoffreich, feucht und gut durchlässig sein. Ein Boden-pHDer Boden-pH-Wert beschreibt, ob ein Boden sauer, neutral oder alkalisch ist. Er beeinflusst die Tätigkeit der Bodenorganismen und zeigt, ob ein Gartenboden eine Kalkgabe braucht. von 5,5 bis 6,5 eignet sich für Erdbeeren.
Meide Stellen, an denen nach Regen das Wasser steht. Staunasse Böden und Temperaturen über 25 °C bieten dem Erreger der Erdbeer-Rhizomfäule besonders günstige Entwicklungsbedingungen. Auf schweren Böden legst du Dämme aus humoser Erde an, die 20 cm hoch sind. Die Bayerische Gartenakademie empfiehlt, sie zwei bis drei Wochen vor dem Pflanzen vorzubereiten.
Vor der Neupflanzung können bei passender Bodenversorgung 3 bis 5 l reifer Kompost je m² ins Beet. Standort, Boden und Düngung für Erdbeeren beschreibt der Beerenobst-Ratgeber ausführlich.
Pflanze die Sämlinge nicht dorthin, wo in den letzten 4 Jahren Erdbeeren standen. Phacelia und Ackerbohnen gelten wegen des Rhizomfäulerisikos als ungünstige VorfrüchteDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen.. Als gute Nachbarn gelten Zwiebeln, Boretsch, Prunkbohnen und Spinat, Pimpinelle passt dagegen nicht neben Erdbeeren. Welche Kombinationen sonst noch passen, zeigt dir die Übersicht zu guten und schlechten Mischkultur-Nachbarn.
Pflanzabstände
Plane den Abstand als System aus Reihe und Reihenabstand:
| Maß | Wert |
|---|---|
| Abstand in der Reihe | 20 bis 30 cm für vorgezogene Sämlinge |
| Abstand zwischen den Reihen | 30 bis 60 cm |
| Anordnung | in Reihen auf dem Beet, auf schweren Böden auf Dämmen |
Ausgewachsen werden Garten-Erdbeeren 20 bis 40 cm breit.
Wenn du das ganze Beet vorab aufzeichnen willst, kannst du dein Erdbeerbeet im Beetplaner durchplanen.
So pflanzt du aus
- Hebe ein Pflanzloch aus, in das der Wurzelballen hineinpasst.
- Setze die Pflanze so tief, dass die Herzknospe knapp über der Erde bleibt.
- Drücke die Erde rundherum an.
- Gieße jede Pflanze direkt nach der Pflanzung mit 0,5 bis 1 l Wasser an.
Pflanzen abgehärtet, Beet ohne Staunässe, Herzknospe knapp über der Erde, direkt nach dem Pflanzen angegossen.
Weitere Pflege und Entwicklung
Gießen, Hacken und Mulchen
Erdbeeren wurzeln flach, deshalb hackst du nur flach und entfernst Unkraut. Während Fruchtwachstum und Reife brauchen sie eine ausreichende Wasserversorgung. Gieße dabei gezielt im Wurzelbereich.
Stroh legst du kurz vor bis während der Blüte unter. Es kann Fruchtverschmutzung und Grauschimmelbefall vermindern, verlass dich aber nicht allein darauf. Außerdem vermindert Stroh die Bodenverdunstung. Lege es erst auf, wenn keine Spätfröste mehr drohen, weil eine Strohauflage die Wärmenachlieferung aus dem Boden vermindert.
Ausläufer und Laub
Überzählige Ausläufer entfernst du, alte Blätter schneidest du zurück. Willst du weitere Pflanzen gewinnen, trennst du bewurzelte Ausläufer von gesunden Mutterpflanzen ab und verpflanzt sie. Erst danach entfernst du das alte Laub. Weil Garten-Erdbeeren üblicherweise über Ausläufer vermehrt werden, liefert dir eine einzige Aussaat so auch in den Folgejahren eigenes Pflanzgut.
Beim Laubschnitt kommt es auf den Typ an. Monatserdbeeren wie ‘Alexandria’ behalten ihr Laub im Sommer. Ihr altes Laub schneidest du im Frühjahr zurück, weil sie bis zum Frost gleichzeitig blühen und fruchten. Bei einmaltragenden Erdbeeren schneidest du das Laub nach der ersten Sommerernte etwa 5 cm über dem Boden ab.
Überwinterung
Garten-Erdbeeren sind winterhart und mehrjährig. Schutz brauchen sie bei Kahlfrost, also bei Frost ohne schützende Schneedecke. Auch im Winter hilft Vlies, wenn nach milden Phasen erneut Frost kommt. Bei Pflanzen in Töpfen entleerst du den Untersetzer nach Regen.
Das zweite Frühjahr: Blüte und Düngung
Liegt Vlies oder Folie auf dem Beet, nimm die Abdeckung spätestens zum Blühbeginn ab, damit Insekten an die Blüten kommen. In einem Feldversuch entwickelten sich aus insektenbestäubten Erdbeerblüten größere, schwerere und gleichmäßiger geformte Früchte als aus selbstbestäubten. Droht während der Blüte Spätfrost, kann eine Vliesauflage die Blüten schützen. Sobald die Gefahr vorbei ist, nimmst du sie wieder ab.
Auf gutem, regelmäßig gemulchtem Boden brauchen Erdbeeren meist keine Zusatzdüngung. Einen Mangel klärst du gezielt ab, statt auf Verdacht zu düngen. Pflanzen in Kübeln versorgst du dagegen und düngst sie ab den ersten Blütenknospen kaliumbetont.
Die erste Ernte
Wann deine Sämlinge zum ersten Mal tragen, hängt von Saatgutlinie und Aussaatzeit ab: im ersten oder im zweiten Kulturjahr. Monatserdbeeren wie ‘Alexandria’ kannst du von Juni bis Ende Oktober beernten.
Rotfrüchtige Erdbeeren pflückst du vollrot und aromatisch duftend, denn sie reifen nach dem Pflücken nicht nach. Wie du Erdbeeren schonend erntest und frisch hältst, erklärt dir ein eigener Ratgeber. Erntefenster und Reifezeichen findest du außerdem im Abschnitt Ernte des Beerenobst-Ratgebers.





