Luzerne aussäen und pflegen: vom Saatbett bis zum mehrjährigen Bestand
- Luzerne säst du im Frühjahr je nach Standort ab März oder April, im Spätsommer bis August.
- Die Samen kommen 1 bis 1,5 cm tief in ein abgesetztes, feinkrümeliges Saatbett.
- Für Luzerne gilt ein Boden-pH von 6 bis 7 als geeignet; schwere, kalte und staunasse Böden passen nicht.
- Wo Luzerne bisher nicht häufiger stand, gilt im Feldbau eine Saatgutimpfung mit Knöllchenbakterien als sinnvoll.
- Geschnitten wird zwischen Knospenstadium und Blühbeginn, empfohlen sind 7 bis 10 cm Schnitthöhe.

Wenn du Luzerne säst, legst du dich für mehrere Jahre auf ein Beet fest. Was beim Termin, beim Saatbett oder im ersten Sommer schiefgeht, begleitet dich deshalb länger als bei einer kurzen Sommergründüngung. Ich plane eine Luzernefläche darum gründlicher als andere Gründüngungen: erst die Bodenprobe, dann das Saatbett, dann die Saat.
Was für eine Pflanze ist Luzerne?
Luzerne, botanisch Medicago sativa, gehört zu den Schmetterlingsblütlern (FabaceaeFabaceae ist der botanische Name der Pflanzenfamilie der Hülsenfrüchtler, die auch Leguminosen heißen. Dazu gehören etwa Erbsen, Bohnen, Linsen, Lupinen und Klee. Sie versorgen sich mithilfe von Knöllchenbakterien an den Wurzeln selbst mit Stickstoff aus der Luft.) und stammt ursprünglich aus dem südwestlichen Asien. Die Pflanze ist mehrjährig, wurzelt tief und schützt wie jede Gründüngung den Boden durch Beschattung und Bedeckung vor Erosion, VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten. und Verkrustung. Wie sich Luzerne unter den Gründüngern einordnet und was Gründüngung für Humus und Klima bedeutet, erklärt der Überblick, was Gründüngung im Boden leistet. Was Luzerne konkret im Beet bewirkt, liest du im Beitrag darüber, wie Luzerne als Gründünger deinen Gartenboden verbessert.
Wann säst du Luzerne?
Luzerne säst du im Frühjahr oder im Spätsommer. Im Frühjahr beginnst du je nach Standort im März oder im April. Im Spätsommer kannst du bis August säen, unter geeigneten Bedingungen auch bis Anfang September. Noch später zu säen ist riskant, denn zu späte Herbstsaaten erhöhen bei Luzerne die Anfälligkeit für Kleekrebs. Wer im Spätsommer sät, zielt deshalb auf den August und nimmt Anfang September nur, wenn die Bedingungen am Standort passen.
Zum Keimen genügen Luzerne schon 5 °C. Als obere Keimtemperatur gilt 25 °C. Die Keimdauer liegt bei 7 bis 14 Tagen. Alle Gründünger-Termine des Jahres findest du im Aussaatkalender für Gründünger zum Ausdrucken.
Passt Luzerne in dein Beet?
Luzerne braucht einen sonnigen Platz. Als Bodenart passt Lehm, und für Luzerne gilt ein Boden-pH von 6 bis 7 als geeignet. Schwere, kalte und staunasse Böden sind ungeeignet, ebenso Böden mit Sperrschichten, die die Wurzeln aufhalten.
Ob dein Boden zu schwer ist, zeigt dir die Fingerprobe. Tonreicher Boden klebt, lässt sich gut formen und ausrollen und zeigt eine glatte, glänzende Oberfläche.
Vermutest du eine verdichtete Schicht, klärst du vor jeder Tiefenlockerung, wo sie liegt, wie mächtig und wie fest sie ist. Nach einer notwendigen Tiefenlockerung stabilisieren tiefwurzelnde Pflanzen wie Luzerne das gelockerte BodengefügeDas Bodengefüge beschreibt, wie die festen Teilchen im Boden angeordnet sind und zusammenhalten, etwa lose als Einzelkörner oder zu Krümeln verklebt. Davon hängt ab, wie viele Hohlräume für Luft, Wasser und Wurzeln bleiben.. Auf einem Beet mit Sperrschicht kommt die Luzerne deshalb nach der Lockerung und nicht an ihrer Stelle. Wie sich Wurzelarbeit und mechanische Lockerung vergleichen, liest du im Beitrag darüber, wie Luzerne verdichtete Böden mit ihren Wurzeln regeneriert.
Bodenprobe vor der Saat
Lass den Boden untersuchen, bevor du säst. Die GrunduntersuchungDie Grunduntersuchung ist der Standardumfang einer Bodenuntersuchung im Labor: Bestimmt werden Phosphor, Kalium, Magnesium und der pH-Wert. Sie zeigt, wie gut der Boden mit diesen Nährstoffen versorgt ist und ob er Kalk braucht. erfasst Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf. Gekalkt wird nur, wenn der pH-Wert für deine Bodenart zu niedrig ist.
Für die Mischprobe stichst du 10–15 Proben aus 25–30 cm Tiefe, verteilt über die einheitlich genutzte Fläche. Zusammen ergeben sie eine Mischprobe von etwa 500 g.
Ich ziehe die Bodenprobe, solange die Vorkultur noch steht. So liegt der Befund vor, wenn der Saattermin kommt.
Wie bereitest du das Saatbett vor?
Luzerne braucht ein abgesetztes, feinkrümeliges Saatbett ohne Verdichtungen. Räume zuerst die Erntereste weitgehend ab oder arbeite sie ein. Lockere den Boden erst, wenn er ausreichend abgetrocknet ist, mit Grabgabel oder Krail. Danach harkst du die Oberfläche feinkrümelig und eben.
Abgesetzt heißt, der Boden wurde gelockert und hat sich danach wieder gesetzt. Oben ist er fein, darunter nicht mehr hohl.
Ich lockere das Beet deshalb nicht erst am Saattag. Ich lasse es sich setzen und harke kurz vor der Saat nur noch die Oberfläche fein.
Saatgut impfen: Knöllchenbakterien für die Luzerne
Alle Gründüngungspflanzen binden vorhandenen Bodenstickstoff. Leguminosen wie Luzerne bringen über die Symbiose mit Knöllchenbakterien zusätzlich Luftstickstoff ein. Auf Ackerflächen, auf denen bisher nicht häufiger Luzerne stand, gilt eine Saatgutimpfung mit passenden Knöllchenbakterien als sinnvoll. Im Garten halte ich es genauso: Stand auf dem Beet noch nie Luzerne, impfe ich das Saatgut nach der Anleitung, die dem Impfpräparat beiliegt.
Wie die StickstoffbindungStickstoffbindung heißt, dass Knöllchenbakterien an den Wurzeln von Leguminosen wie Bohnen, Erbsen oder Klee Stickstoff aus der Luft aufnehmen und in eine Form umwandeln, die Pflanzen nutzen können. abläuft und was Luzerne sonst für die Bodenstruktur tut, steht im Beitrag darüber, wie Luzerne den Boden im Detail verbessert.
Luzerne säen: so gehst du vor
| Aussaat | Wert |
|---|---|
| Saatzeit im Frühjahr | je nach Standort ab März oder April |
| Saatzeit im Spätsommer | bis August, unter geeigneten Bedingungen bis Anfang September |
| Saattiefe | 1–1,5 cm |
| Keimtemperatur min. | 5 °C |
| Keimtemperatur max. | 25 °C |
| Keimdauer | 7–14 Tage |
| Tausendkorngewicht | 2 g |
| Boden-pH | 6–7 |
| Saatmenge für Reinsaaten im landwirtschaftlichen Anbau | 25–30 kg/ha |
Gründüngung säst du in der Regel flächig. Ich verteile die Luzernesamen breitwürfig, arbeite sie mit dem Rechen flach ein und drücke die Fläche mit dem Rechenrücken an. Am Ende sollen die Samen 1 bis 1,5 cm tief liegen. Die Körner sind sehr klein, das Tausendkorngewicht liegt bei 2 g.
Die gängige Mengenangabe stammt aus dem Feldbau: Für Reinsaaten werden dort 25 bis 30 kg/ha gesät. Für dein Beet ist die Angabe auf der Saatguttüte deiner Sorte der verlässliche Ausgangspunkt.
Bis die Saat aufläuft, hältst du die Fläche feucht. Bei trockenem Wetter kann sie vor allem in der Keimphase wiederholtes Gießen brauchen. Ich kontrolliere die Saatfläche bis zum Auflaufen und gieße, sobald die Oberfläche abtrocknet.
Bevor ich Luzerne säe, gehe ich diese Punkte durch.
- Boden-pH zwischen 6 und 7
- kein schwerer, kalter oder staunasser Boden
- Saatbett abgesetzt, feinkrümelig und ohne Verdichtungen
- Saatgut geimpft, wenn auf dem Beet bisher keine Luzerne stand
- Termin im Frühjahr oder im Spätsommer bis August
Die ersten Wochen: Unkraut und Schröpfschnitt
In der Anfangszeit können Beikräuter die junge Luzerne überwachsen. Im landwirtschaftlichen Luzerneanbau ist deshalb etwa 5 bis 6 Wochen nach der Ansaat ein SchröpfschnittEin Schröpfschnitt ist ein früher Schnitt im ersten Jahr nach dem Aussäen einer Blumenwiese. Er kürzt schnell wachsende Beikräuter zurück, damit die langsameren eingesäten Wildkräuter nicht überwuchert werden und genug Licht bekommen. gegen Unkraut notwendig. Als Bestandshöhe für diesen Schnitt nennt der Feldfutterbau etwa 15 bis 18 cm. Ich nehme beides als Orientierung und richte mich nach dem Beet: Stehen Beikräuter über der jungen Luzerne, setze ich den Schröpfschnitt.
Der Schröpfschnitt ist ein früher Pflegeschnitt gegen Unkraut. Er nimmt die Beikräuter zurück, die über den jungen Bestand hinauswachsen.
Düngen: Was braucht Luzerne?
Ein etablierter Luzernereinbestand braucht grundsätzlich keine Stickstoffdüngung. Luzerne zählt zu den Schwachzehrern. Die Grunddüngung bemisst du nach der Bodenuntersuchung. Für die FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. gilt: Eine Gründüngung ersetzt zusätzliche Düngung nicht automatisch. Wie stark sie wirkt, hängt von Pflanzenart, Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab.
Wann und wie schneidest du Luzerne?
Für hochwertigen Futteraufwuchs liegt der Schnitttermin zwischen Knospenstadium und Blühbeginn. Ich übernehme das für mein Beet: Sobald sich die ersten Knospen zeigen, mähe ich, spätestens zu Blühbeginn. Die Empfehlungen zur Schnitthöhe liegen bei 7 bis 10 cm. Wie oft du schneidest, gibt der Aufwuchs vor, denn du mähst jedes Mal wieder in diesem Stadium.
Eine Gründüngung beendest du rechtzeitig vor der Samenreife, damit sie sich nicht selbst aussät. Wer Luzerne zwischen Knospenstadium und Blühbeginn schneidet, bleibt mit jedem Schnitt vor der Samenreife und beugt so der Selbstaussaat vor. Das Schnittgut kannst du als Mulch nutzen.
| Maßnahme | Wert | Bezug |
|---|---|---|
| Schröpfschnitt gegen Unkraut | etwa 5–6 Wochen nach der Ansaat | landwirtschaftlicher Luzerneanbau |
| Bestandshöhe beim Schröpfschnitt | etwa 15–18 cm | Feldfutterbau |
| Schnitttermin | zwischen Knospenstadium und Blühbeginn | hochwertiger Futteraufwuchs |
| Schnitthöhe | 7–10 cm | Empfehlungen zur Luzerne |
| Regeneration vor dem letzten Schnitt | mindestens 5–8 Wochen | zwischen vorletztem und letztem Schnitt |
| Bestandshöhe vor dem Winter | etwa 10 cm | landwirtschaftlicher Luzerneanbau |
Wie kommt Luzerne über den Winter?
Den Winter bereitest du über den Schnittplan vor. Zwischen vorletztem und letztem Schnitt soll Luzerne mindestens 5 bis 8 Wochen Zeit zur Regeneration bekommen. Im landwirtschaftlichen Anbau ist vor dem Winter eine Bestandshöhe von etwa 10 cm zweckmäßig. Ich trage jeden Schnitt mit Datum ins Gartenheft ein, damit ich den letzten Schnitt mit genug Abstand zum vorletzten setze.
Steht im Winter Wasser auf dem Beet, kann das darauf hindeuten, dass der Standort nicht passt, denn staunasse Böden sind für Luzerne ungeeignet. Im Frühjahr schaue ich mir an, wie dicht der Bestand aus dem Winter kommt.
Wie lange kannst du Luzerne nutzen?
Luzerne ist mehrjährig, du kannst denselben Bestand also über mehrere Jahre schneiden. Im intensiveren landwirtschaftlichen Futterbau lohnt sich meist eine Nutzungsdauer von 2 bis 3 Jahren, weil die Erträge später sinken. Im Garten entscheidet eher der Zweck der Fläche. Auf stark verdichteten oder geschädigten Gartenböden kann eine Gründüngung ein Jahr oder länger stehen bleiben.
Weil Luzerne mehrere Jahre steht und danach eine Anbaupause von 6 Jahren folgt, wählst du das Beet mit Blick auf die ganze Fruchtfolge. Ich entscheide jedes Frühjahr neu, ob die Luzerne bleibt oder die Fläche zurück in die Gemüsefolge geht.
Wenn der Bestand endet: Umbruch und Fruchtfolge
Weil Luzerne mehrjährig ist, beendest du den Bestand aktiv, bevor die nächste Kultur kommt. Frische Masse arbeitest du nur flach ein oder nutzt sie als Mulch, und bis zur nächsten Aussaat vergehen meist etwa 2 bis 3 Wochen. Luzerne ist mit sich selbst und mit anderen Leguminosen unverträglich. Im Gemüsegarten sollen höchstens 25 % der wechselnden BeetbelegungDie Beetbelegung beschreibt, welche Kultur wann und wie lange auf einem Beet steht. Dazu gehören die Hauptkultur sowie Vor-, Nach- und Zwischenkulturen, die das Beet vor, nach oder neben ihr nutzen. auf Leguminosen entfallen, was du im Beetplaner über mehrere Jahre planen kannst. Wann du umbrichst und welche Kulturen danach profitieren, liest du im Beitrag darüber, welche Folgekulturen nach dem Luzerne-Umbruch passen. Zeitpunkt, Mulch und Wartezeit sowie die Familienregeln der Fruchtfolge behandelt der Gründünger-Überblick in den Abschnitten zum Mähen und Einarbeiten und zur Fruchtfolge.




