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Inkarnatklee als Gründüngung: Bodenwirkung, Einarbeiten und Wartezeit

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 9 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Inkarnatklee ist eine einjährige Leguminose, wurzelt tief und wird 30–60 cm hoch.
  • Gemäht wird gewöhnlich kurz vor der Blüte, spätestens vor der Samenreife; danach wächst nur wenig nach.
  • Frische Masse nur flach einarbeiten oder als Mulch nutzen, tief vergraben kann sie unter Luftabschluss faulen.
  • Nach dem Einarbeiten meist etwa 2–3 Wochen bis zur nächsten Saat oder Pflanzung warten.
  • Im Frühherbst nicht einarbeiten, ein überwinternder Bestand bleibt bis zum Frühjahr stehen.
Inkarnatklee mit karminroten, länglichen Blütenköpfchen über dreizähligen Blättern in dichtem, flächigem Bestand
Foto: Katherine Parys · CC BY 4.0 · Ausschnitt · Quelle ↗

Ein Beet, das nach der Ernte offen liegt, ist Sonne und Starkregen ungeschützt ausgesetzt und kann verschlämmen und verkrusten. Inkarnatklee deckt die Fläche ab, durchwurzelt sie tief und bringt als Leguminose zusätzlichen Stickstoff ins Beet. Ob dein Gemüse davon etwas hat, hängt auch vom Mähen und Einarbeiten ab: Tief vergrabene frische Masse kann faulen, und zwischen Einarbeiten und nächster Saat braucht der Boden Zeit. Ich lege deshalb schon bei der Aussaat fest, wann der Bestand enden soll und was danach auf das Beet kommt.

Inkarnatklee (Trifolium incarnatum) ist eine einjährige Kleeart aus der Familie der Fabaceae. Er stammt ursprünglich von der Iberischen Halbinsel, wird 30–60 cm hoch und gilt als schwachzehrend.

Was Inkarnatklee als Gründüngung im Boden bewirkt

Im Boden passieren drei Dinge: Die Wurzeln durchziehen ihn, die Pflanzendecke schützt die Oberfläche, und die eingearbeitete Masse versorgt das Bodenleben mit organischem Material. Dazu kommt der Stickstoff, denn als Leguminose kann Inkarnatklee über die Symbiose mit Rhizobien Luftstickstoff in eine pflanzenverfügbare Form überführen. Rötliche Wurzelknöllchen sind ein Zeichen dafür, dass diese Symbiose aktiv ist; wie du die Stickstoffbindung des Inkarnatklees nutzt und steigerst, ist ein eigenes Thema. Die Grundlagen dazu gehören zu dem, was Gründüngung im Boden leistet.

Tiefe Wurzeln hinterlassen Kanäle

Inkarnatklee wurzelt tief. Wenn seine Wurzeln verrotten, bleiben Kanäle zurück, durch die Wasser und Luft in den Boden gelangen können. Durchgehende Wurm- und Wurzelröhren sind ein gutes Zeichen: Sie zeigen, dass der Boden Wasser leitet, durchlüftet ist und sich durchwurzeln lässt. Ich steche dafür im Frühjahr einen Spatenblock aus und schaue mir Gefüge, Wurzelverlauf und Hohlräume an.

Zahl im Blick

Für Inkarnatklee vom Acker werden vor dem Winter 10–12 dt Wurzelrückstände je Hektar angegeben, gerechnet als Trockenmasse. Nach dem Winter sind es 20–25 dt. Auf ein Gartenbeet lassen sich Ackerwerte nicht ohne Weiteres übertragen.

Vor dem Winter stecken also weniger Wurzelrückstände im Boden als danach. Der Bestand legt über den Winter zu, und wer einen überwinternden Klee schon im Herbst umbricht, verzichtet auf diesen Zuwachs.

Die Pflanzendecke schützt, die Reste werden zu Humus

Solange der Klee steht, beschattet und bedeckt er den Boden. Das schützt die Oberfläche vor Verschlämmung, Verkrustung und Erosion. Nach dem Einarbeiten zersetzen Bakterien, Pilze und Regenwürmer die Reste und tragen so zur Humusbildung bei. Dabei werden die Nährstoffe wieder frei, die der Klee vorher aufgenommen hat. Organische Substanz verbessert außerdem die Wasserspeicherung leichter Böden und die Durchlässigkeit schwerer Böden.

Zwei Grenzen gehören dazu. Ein lebender Bestand vermindert zwar die Verdunstung aus dem Boden, verbraucht beim Wachsen aber selbst Wasser. Die zusätzliche Humusspeicherung durch regelmäßigen Zwischenfruchtanbau ist außerdem begrenzt und kann wieder verloren gehen, wenn du ihn aufgibst. Wo Inkarnatklee beim Klimaschutz hilft und wo seine Grenzen liegen, ist gesondert eingeordnet.

Empfehlungen für den Garten

Aussaat und Vermehrung

Saattiefe

Die Samen 0,5-1 cm tief säen.

Aussaatkalender Inkarnatklee
GartenkalenderAussaat: April, Mai, Juni, Juli, August; Blüte: Juni, Juli, August, SeptemberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliAussaat: AugustBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberAussaatBlüte

Standort, Aussaat und Pflege in Kürze

Inkarnatklee steht sonnig und braucht als Gründüngung im Garten keine zusätzliche Düngung. Bei trockener Witterung kann die Saat vor allem während der Keimphase wiederholtes Gießen brauchen. Welche Art zu welchem Boden passt und wie wenig Aufwand nach dem Auflaufen bleibt, steht im Überblick zur Gründüngung in den Abschnitten zu Standort und Pflege.

Gesät wird von April bis August, als Nachkultur auch noch im September. Für den Hausgarten reichen die Saatmengenangaben von 3–6 g/m². Wann und mit welcher Methode du Inkarnatklee aussäst, ist ausführlich beschrieben, und die Saatfenster der Gründünger findest du im Aussaatkalender zum Ausdrucken.

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Wann du Inkarnatklee mähst

Gemäht wird gewöhnlich kurz vor der Blüte. Jüngere Pflanzen werden im Boden schneller umgesetzt als ältere. Verholzte Reste verrotten langsamer und können dabei vorübergehend Stickstoff aus dem Bodenvorrat binden. Wer den Schnitt hinauszögert, bekommt also eine langsamere Rotte, und der Folgekultur kann zunächst Stickstoff fehlen. Ich kontrolliere den Bestand, sobald sich Knospen zeigen, und mähe, bevor sie aufgehen.

Lässt du den Klee für Insekten blühen, mähst du nach der Blüte, aber vor der Samenreife. So sät er sich nicht selbst aus. Honigbienen nutzen den Nektar des Inkarnatklees; was ihn als Bienenweide und Zierpflanze wertvoll macht, zeigt ein eigener Ratgeber.

Mit einem zweiten Aufwuchs rechnest du besser nicht, denn Inkarnatklee bildet nach dem Schnitt nur wenig Nachwuchs. Ich plane den Schnitt deshalb als Abschluss der Gründüngung und nicht als Zwischenschnitt.

Im Herbst bleibt der Klee stehen

Fällt das Ende der Kultur in den Frühherbst, bleibt der Klee auf dem Beet stehen.

Achtung

Im Frühherbst arbeitest du Gründüngung nicht ein. Bei der Rotte werden Nährstoffe frei und können ausgewaschen werden, bevor eine Folgekultur sie aufnimmt. Bei Leguminosen kann zeitlich unpassendes Einarbeiten die Nitratfreisetzung und die Stickstoffauswaschung verstärken.

Inkarnatklee kann überwintern, verträgt harte, lange, kalte und schneereiche Winter aber schlecht. Wächst eine Zwischenfrucht bis zum Frühjahr weiter, schützt sie den aufgenommenen Stickstoff besser vor winterlicher Auswaschung als ein früh beendeter Bestand. Im Frühjahr triffst du deshalb einen von zwei Fällen an:

So kommt der Bestand aus dem Winter Das machst du im Frühjahr
Er ist grün und wächst weiter Du beendest ihn aktiv vor der nächsten Kultur. Rechne mit Handarbeit, weil viel Pflanzenmasse auf dem Beet steht.
Er ist abgefroren Die Reste sind über Winter als Mulch liegen geblieben. Du arbeitest sie flach ein.

So arbeitest du Inkarnatklee ein

Frische Gründüngungsmasse kommt nur flach in den Boden. So gehst du vor:

  1. Mähen: Mähe den Bestand oder schneide ihn ab.
  2. Zerkleinern: Zerkleinere das Schnittgut und verteile es gleichmäßig auf dem Beet.
  3. Anwelken: Lass das Schnittgut anwelken.
  4. Flach einarbeiten: Lockere den abgetrockneten Boden mit dem Krail und mische das Schnittgut nur oberflächlich unter.
  5. Warten: Gib dem Boden meist etwa 2–3 Wochen, bevor du säst oder pflanzt.

Bearbeite den Boden nur, wenn er ausreichend abgetrocknet ist. Auf Tonböden ist die Verdichtungsgefahr besonders hoch, wenn sie feucht bearbeitet werden. Eine Gartenfräse brauchst du für das flache Einarbeiten nicht. Stehen Wurzelunkräuter im Beet, kann sie deren Vermehrung sogar fördern.

Häufiger Fehler

Der frische Klee wird tief untergegraben. Unter Luftabschluss kann die Masse faulen, statt zu verrotten. Arbeite sie deshalb nur oberflächlich ein.

Drei Wege für das Schnittgut

Einarbeiten ist nicht die einzige Möglichkeit. Welcher Weg passt, hängt von der Folgekultur ab:

Weg Wann er passt Worauf du achtest
Flach einarbeiten vor der nächsten Saat oder Pflanzung, wenn Zeit für die Wartezeit bleibt nur oberflächlich einmischen, danach meist etwa 2–3 Wochen warten
Als Mulch liegen lassen wenn auf dem Beet nicht fein gesät wird im Gemüsebeet etwa 2–3 cm Schicht, feines Material nur dünn, Saatrillen und Jungpflanzen bleiben frei
Abräumen und kompostieren wenn die Folgekultur ein feines Saatbett braucht feuchtes Grün mit trockenem, strukturreichem Material in dünnen Lagen abwechseln

Zeigt eine Bodenuntersuchung erhöhte Phosphor- und Kaliumvorräte, nimmst du den Großteil der Masse von der Fläche. Auf geringer versorgten Beeten oder im Kompost kannst du sie weiter nutzen.

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Wartezeit und Folgekultur

Nach dem Einarbeiten wartest du meist etwa 2–3 Wochen, bevor du säst oder pflanzt. Das ist eine Orientierung für den Garten und keine feste Frist, denn es zählt, wie weit die Reste tatsächlich zersetzt sind. Ich grabe nach dieser Zeit an einer Stelle nach und schaue, wie viel vom Klee noch zu erkennen ist.

Wie viel Stickstoff du anrechnen kannst

Für die Düngung der Folgekultur gibt es eine pauschale Rechenhilfe. Sie richtet sich nach der Aufwuchshöhe des Bestands:

Aufwuchshöhe des Bestands Anrechenbarer Stickstoff
unter 5 cm 1 g/m²
5–14 cm 2 g/m²
15–30 cm 4 g/m²
über 30 cm 6 g/m²

Inkarnatklee wird 30–60 cm hoch, ein gut entwickelter Bestand kann also die oberste Stufe erreichen. Miss vor dem Schnitt nach, in welcher Stufe dein Bestand steht.

Mythos-Check

„Nach Klee muss ich nicht mehr düngen.“ So pauschal stimmt das nicht. Der Stickstoff aus der Pflanzenmasse steht der Folgekultur nicht vollständig zur Verfügung, und seine Freisetzung muss zeitlich zu ihrem Bedarf passen. Die Gründüngung ersetzt eine zusätzliche Düngung deshalb nicht automatisch.

Was nach Inkarnatklee aufs Beet kommt

Eine Leguminosen-Gründüngung eignet sich als Vorfrucht für stark zehrendes Gemüse. Bohnen und Erbsen folgen nicht direkt, und auf demselben Beet gilt für Inkarnatklee eine Anbaupause von 4 Jahren. Wie du Inkarnatklee als Vor- und Zwischenfrucht in den Fruchtwechsel einbaust, ist ausführlich beschrieben; die Pausen kannst du im Beetplaner für jedes Beet einplanen.

Inkarnatklee im Vergleich mit anderen Gründüngern

Eine Gründüngungsart wählst du passend zur Bodenart, zur Zeit, in der das Beet frei ist, und zu den Pflanzenfamilien deiner Gemüsefruchtfolge. Inkarnatklee bringt Stickstoff aus der Luft mit, braucht aber mehr Zeit als die schnellen Arten.

Gegenüber Senf, Ölrettich und Phacelia

Merkmal Inkarnatklee Gelbsenf Ölrettich Phacelia
Familie Fabaceae Brassicaceae Brassicaceae Boraginaceae
Zusätzlicher Stickstoff aus der Luft ja nein nein nein
Keimdauer 14–21 Tage 3–14 Tage 7–14 Tage 7–14 Tage
Kultur- oder Entwicklungsdauer 90–120 Tage 4–10 Wochen 6–10 Wochen 6–10 Wochen
In der Fruchtfolge zählt zu den Hülsenfrüchten Kreuzblütler Kreuzblütler mit keiner gängigen Gemüseart verwandt

Nur Leguminosen bringen über die Luftstickstoffbindung zusätzlichen Stickstoff ein. Senf und Phacelia nehmen vorhandenen Bodenstickstoff in ihre Biomasse auf und können so dessen Auswaschung vermindern.

Dafür sind sie schneller. Kurzzeitgründüngung reicht im Gemüsebau bis 3 Monate Vegetationszeit. Inkarnatklee braucht 90–120 Tage Kulturdauer und liegt damit an dieser Grenze oder darüber; in eine kurze Lücke zwischen zwei Kulturen passt er also nicht.

Für die kurze Lücke nimmst du eine schnelle Art. Stehen in deiner Fruchtfolge viel Kohl, Rettich oder Radieschen, ist das Phacelia, weil sie mit keiner gängigen Gemüseart verwandt ist. Senf und Ölrettich sind selbst Kreuzblütler, und Senf kann in dieser Fruchtfolge Kohlhernie fördern.

Schnell schließende Bestände von Senf oder Ölrettich unterdrücken auflaufende Unkräuter vor allem durch Lichtkonkurrenz. Inkarnatklee braucht schon für die Keimung länger.

Kurz erklärt

Arbuskuläre Mykorrhizapilze können die Phosphor- und Wasseraufnahme ihrer Wirtspflanzen verbessern und erhalten dafür Zucker. Klee kann arbuskuläre Mykorrhiza bilden, Kreuzblütler wie Senf und Ölrettich gehören zu den Nichtwirten. Die Pilze benötigen lebende Wirtspflanzen.

Gegenüber anderen Kleearten

Merkmal Inkarnatklee Weißklee Rotklee Perserklee
Wurzeltyp tiefwurzelnd flachwurzelnd tiefwurzelnd tiefwurzelnd
Wuchshöhe 30–60 cm 20–30 cm 30–50 cm 50–80 cm
Keimdauer 14–21 Tage 7–14 Tage 3–14 Tage 7–14 Tage
Bodenart Lehm Lehm Lehm Sand
Anbaupause 4 Jahre 3 Jahre 7 Jahre 3 Jahre

Weißklee wurzelt flach und bleibt niedrig. Niedrig wachsende Weißkleearten lassen sich als Untersaat zwischen Gemüse oder Beerenkulturen verwenden, Inkarnatklee steht als Zwischenfrucht auf dem freien Beet. Bei Rotklee ist die Anbaupause mit 7 Jahren länger. Er wird außerdem später geschnitten: Zur Futterernte liegt der optimale Schnittzeitpunkt von Inkarnatklee etwa 10–14 Tage vor dem von Rotklee.

In der Züchtung zählen bei Inkarnatklee eine bessere Winterhärte und eine höhere Widerstandsfähigkeit gegen Kleekrebs zu den wichtigen Zielen.

In Mischungen

In Gemengen ist Inkarnatklee konkurrenzschwach und kann mit der Zeit von seinen Mischungspartnern verdrängt werden. Ein Beispiel aus der Landwirtschaft ist das Landsberger Gemenge aus Inkarnatklee, Welschem Weidelgras und Zottelwicke. Bei jeder Mischung müssen alle enthaltenen Pflanzenfamilien zu deiner bisherigen und geplanten Gemüsefruchtfolge passen. Ich säe Inkarnatklee als Reinsaat, wenn es mir auf den Klee ankommt.

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Häufige Fragen

Was ist Inkarnatklee und welche Eigenschaften zeichnen ihn aus?
Inkarnatklee (Trifolium incarnatum) ist eine einjährige Kleeart aus der Familie der Fabaceae und stammt ursprünglich von der Iberischen Halbinsel. Er wurzelt tief, wird 30–60 cm hoch und gilt als schwachzehrend. Als Leguminose kann er über die Symbiose mit Rhizobien Luftstickstoff in eine pflanzenverfügbare Form überführen. Im Garten dient er als Gründüngung.
Welche Vorteile bietet Inkarnatklee als Gründünger für die Bodenverbesserung?
Seine tiefen Wurzeln hinterlassen beim Verrotten Kanäle, durch die Wasser und Luft in den Boden gelangen können. Solange er steht, schützt die Pflanzendecke die Oberfläche vor Verschlämmung, Verkrustung und Erosion. Die eingearbeitete Masse versorgt das Bodenleben mit organischem Material, und als Leguminose bringt er zusätzlichen Stickstoff aus der Luft ins Beet. Eine zusätzliche Düngung der Folgekultur ersetzt das nicht automatisch.
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Einarbeitung von Inkarnatklee in den Boden?
Gemäht und eingearbeitet wird gewöhnlich kurz vor der Blüte, spätestens vor der Samenreife. Jüngere Pflanzen werden im Boden schneller umgesetzt, verholzte Reste verrotten langsamer und können vorübergehend Stickstoff binden. Im Frühherbst bleibt der Bestand stehen, weil die bei der Rotte frei werdenden Nährstoffe sonst ausgewaschen werden können. Nach dem flachen Einarbeiten vergehen meist etwa 2–3 Wochen bis zur nächsten Saat oder Pflanzung.
Wie unterscheidet sich Inkarnatklee von Senf und Ölrettich als Gründüngungspflanze?
Inkarnatklee ist eine Leguminose und bringt über die Luftstickstoffbindung zusätzlichen Stickstoff ein. Senf und Ölrettich sind Kreuzblütler, sie nutzen den vorhandenen Bodenstickstoff und gehören in die Kreuzblütlerpause der Fruchtfolge. Dafür sind sie schneller, für Senf reichen die Angaben zur Entwicklungsdauer von 4–10 Wochen. Inkarnatklee braucht mit 90–120 Tagen Kulturdauer länger.
Worin unterscheidet sich Inkarnatklee von Weißklee und anderen Kleearten?
Inkarnatklee wurzelt tief und wird 30–60 cm hoch. Weißklee wurzelt flach und bleibt mit 20–30 cm niedrig; niedrig wachsende Weißkleearten lassen sich als Untersaat zwischen Gemüse oder Beerenkulturen verwenden. Rotklee wurzelt ebenfalls tief und verlangt eine Anbaupause von 7 Jahren. Bei Inkarnatklee sind es 4 Jahre.
Stimmt es, dass Inkarnatklee den Boden auslaugt?
Nein, Inkarnatklee gilt als schwachzehrend. Die Nährstoffe, die er während des Wachstums aufnimmt, werden beim Verrotten der Pflanzenreste wieder frei. Als Leguminose bringt er zusätzlich Stickstoff aus der Luft ins Beet. Bei Phosphor und Kalium gilt das nicht, ihre Versorgung richtet sich nach dem Bodenvorrat und dem Entzug.
Wie lässt sich Inkarnatklee als Mulchmaterial verwenden?
Das abgeschnittene Kraut kann zerkleinert als Mulch auf dem Beet liegen bleiben. Im Gemüsebeet werden für organischen Mulch etwa 2–3 cm Schichtdicke empfohlen, feines Material liegt nur dünn auf, damit es nicht verklebt und fault. Saatrillen und Jungpflanzen bleiben frei. Samentragende oder kranke Pflanzen gehören nicht in den Mulch.
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