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Alexandrinerklee als Zwischenfrucht: säen, schneiden, unterpflügen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Alexandrinerklee ist einjährig, nicht winterhart und sammelt als Leguminose Luftstickstoff.
  • Aussaat von April bis September, nach der Gemüseernte vor allem im August und September.
  • Gesät wird höchstens 1 cm tief in ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett.
  • Geschnitten wird spätestens zum Blühbeginn, bevor die Stängel verholzen.
  • Frische Masse nur flach einarbeiten, danach meist etwa 2–3 Wochen bis zur nächsten Kultur warten.
  • Als Vorfrucht passt der Klee vor stark zehrendes Gemüse, aber nicht vor oder nach Bohnen und Erbsen.
Ein blühender Stängel von Alexandrinerklee (Trifolium alexandrinum) mit Blättern vor einem weißen Hintergrund.
Foto: Depositphotos-Contributor 85325210 · Depositphotos Standard License · Quelle ↗

Ende Juli ist das Beet mit den Frühkartoffeln leer, und die nächste Kultur ist noch nicht in Sicht. Bleibt der Boden so lange offen, ist er Sonne und Starkregen ausgesetzt, und die Oberfläche kann verschlämmen und verkrusten. Ich säe auf solche Flächen Alexandrinerklee und notiere mir schon bei der Saat, ab wann ich den Bestand auf Knospen kontrolliere.

Der einjährige Klee bedeckt den Boden und bringt als Leguminose Luftstickstoff ins Beet. Wie viel davon bei der Folgekultur ankommt, hängt auch davon ab, wann und wie du ihn beendest.

Was leistet Alexandrinerklee als Zwischenfrucht?

Alexandrinerklee ist ein einjähriger Schmetterlingsblütler und nicht winterhart. Genutzt wird er vor allem als Zwischenfrucht, daneben auch als Futterpflanze. Er gilt als schwachzehrend und tiefwurzelnd und wird 20–30 cm hoch.

Solange der Bestand steht, schützt die lebende Pflanzendecke die Bodenoberfläche vor Sonneneinstrahlung, Starkregen, Verschlämmung und Erosion. Verrotten später die Wurzeln, bleiben Kanäle zurück, durch die Wasser und Luft in den Boden gelangen können. Die Zusammenhänge erklärt der Überblick dazu, was Gründüngung im Boden leistet.

Den Stickstoff sammelt der Klee nicht allein. Knöllchenbakterien bilden aus Luftstickstoff Ammonium und versorgen damit die Pflanze, die ihnen unter anderem Zucker liefert. Mehr dazu steht im Ratgeber, wie Alexandrinerklee Knöllchenbakterien und Bodenleben fördert. Ein weiterer Ratgeber zeigt, wie die Bodenverbesserung mit Alexandrinerklee kurz- und langfristig wirkt.

Aussaatkalender Alexandrinerklee
GartenkalenderAussaat: April, Mai, Juni, Juli, August, September; Blüte: Mai, Juni, Juli, August, SeptemberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliAussaat: AugustAussaat: SeptemberBlüteBlüte: MaiBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberAussaatBlüte

Wann passt Alexandrinerklee in die Lücke zwischen zwei Kulturen?

Säen kannst du Alexandrinerklee von April bis September. Als Zwischenfrucht kommt er aufs Beet, wenn eine Kultur abgeräumt ist und die nächste erst später folgt. Im Ackerbau steht er nach Frühkartoffeln, Winterraps oder Wintergerste und wird dort als Stoppelsaat im Juli bis Anfang August gesät.

Im Garten sind für eine Gründüngung nach der Gemüseernte August und September günstig. Rechne dabei die Keimdauer mit ein.

Zahl im Blick

14–21 Tage braucht Alexandrinerklee zum Keimen. Diese Zeit geht von der freien Beetzeit ab.

Ab Ende September kommen nur noch wenige robuste Arten wie Winterroggen infrage, und der Klee ist nicht winterhart. Je früher im August du säst, desto mehr Wachstumszeit bleibt ihm also nach dem Auflaufen. Die Termine der anderen Arten findest du im Aussaatkalender für Gründünger zum Ausdrucken.

Eine zweite Möglichkeit ist die Untersaat. Unter Tomaten, Kohlarten oder Lauch wird Alexandrinerklee im Gemüsegarten ab August gesät. Schneide ihn zurück, sobald er das Gemüse beeinträchtigt, denn eine lebende Untersaat kann mit der Hauptkultur um Wasser konkurrieren. Welche Kombinationen sich im Beet anbieten, zeigt der Ratgeber zu Alexandrinerklee als Untersaat und Nachfrucht im Gemüsebeet.

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Wie säst du Alexandrinerklee aus?

Der Klee braucht ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett und liegt höchstens 1 cm tief. Ich räume zuerst die Erntereste ab, harke die Fläche eben, säe breitwürfig, reche das Saatgut flach ein und drücke es an. Halte die Saat bis zum Auflaufen feucht und richte dich bei der Saatmenge nach der Angabe auf deiner Saatguttüte.

Merkmal Wert für Alexandrinerklee
Aussaatzeit April bis September
Saattiefe bis 1 cm
Keimdauer 14–21 Tage
Standort sonnig bis halbschattig
Boden leicht bis mittelschwer, nährstoffreich, nicht sauer
Boden-pH 6–8
Wuchshöhe 20–30 cm
Blütezeit Mai bis September

Die Einzelheiten stehen im Ratgeber dazu, wann und mit welcher Methode du Alexandrinerklee säst. Bodenanalyse, pH-Wert und Saatbett behandelt die Anleitung, wie du den Boden für Alexandrinerklee Schritt für Schritt vorbereitest.

Nach dem Auflaufen macht der Klee wenig Arbeit. Er braucht eine gute Wasserversorgung, trockene Jahre sind für ihn ungünstig. Eine zusätzliche Stickstoffdüngung benötigt die stickstoffsammelnde Pflanze nicht. Die Grundregeln stehen im Gründünger-Überblick unter „Pflege, Gießen und Düngen“, die Einzelheiten zur Art im Ratgeber über Standort, Bewässerung und Unkrautkontrolle beim Alexandrinerklee.

Wann schneidest und unterpflügst du Alexandrinerklee?

Der Schnitttermin entscheidet mit darüber, wie schnell die Pflanzenmasse verrottet. Richte dich dabei nach dem Zustand der Pflanzen und nicht nach dem Kalender.

Spätestens zum Blühbeginn schneiden

Schneide Alexandrinerklee spätestens zum Blühbeginn, bevor die Stängel verholzen. Im Hausgarten ist der Schnitt kurz vor der Blüte ohnehin die übliche Regel für Gründüngung. Junge Pflanzen werden im Boden schneller umgesetzt, verholzte Reste verrotten langsamer und können vorübergehend Stickstoff aus dem Bodenvorrat binden. Wer den Klee zu lange stehen lässt, hält also zunächst genau den Nährstoff fest, für den er ihn gesät hat.

Marias Erfahrung

Ich kontrolliere meinen Bestand, sobald sich die ersten Knospen zeigen, und prüfe mit den Fingern, ob die Stängel noch weich sind.

Soll der Klee für Insekten blühen, beendest du ihn nach der Blüte, aber vor der Samenreife. Du nimmst dann in Kauf, dass ältere Pflanzen langsamer umgesetzt werden. Vor dem Ausreifen der Samen muss der Bestand in jedem Fall geschnitten sein, damit er sich nicht selbst aussät.

Zwischenschnitt: erst den Sortentyp prüfen

Wächst Unkraut durch den jungen Bestand, kann ein Schröpfschnitt den Unkrautwuchs bremsen und zugleich die Bestockung des Klees fördern. Alexandrinerklee wird allerdings in ein- und mehrschnittigen Sorten angeboten. Prüfe deshalb vor dem Schnitt, zu welchem Typ dein Saatgut gehört.

Saat im Spätsommer: über Winter stehen lassen

Hast du erst im August oder September gesät, arbeitest du den Bestand im Frühherbst nicht ein. Bei der Rotte werden Nährstoffe frei, die vor der Folgekultur ausgewaschen werden können. Alexandrinerklee ist nicht winterhart: Friert er ab, bleibt er über Winter als Mulch auf dem Beet liegen. Im Frühjahr arbeitest du die Reste flach ein. Brauchst du ein feines Saatbett, rechst du sie stattdessen ab und kompostierst sie.

Flach einarbeiten statt tief vergraben

Mit Unterpflügen ist im Garten flaches Einarbeiten gemeint. Ich mähe den Klee, zerkleinere das Schnittgut, lasse es anwelken und arbeite es dann nur oberflächlich ein.

Häufiger Fehler

Frischer Klee wird tief vergraben. Unter Luftabschluss kann die Masse faulen, statt zu verrotten. Arbeite sie deshalb nur flach ein.

Danach wartest du meist etwa 2–3 Wochen bis zur nächsten Aussaat oder Pflanzung. Die Spanne ist eine Orientierung: Schau nach, ob die Reste tatsächlich zerfallen sind, bevor du säst. Welche Technik zu welchem Boden passt, beschreibt der Ratgeber dazu, wie du Alexandrinerklee je nach Boden und Folgekultur einarbeitest. Die Regeln für alle Arten stehen im Gründünger-Überblick unter „Mähen und Einarbeiten“.

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Was hat die Folgekultur davon?

Nach einer Gründüngung mit Leguminosen passt stark zehrendes Gemüse. Das hat mit dem Stickstoff zu tun: Verrottet das Pflanzenmaterial, werden die organisch gebundenen Nährstoffe für die Nachkultur verfügbar. Vollständig kommt der Stickstoff dort aber nicht an, das hängt von Boden, Witterung und Umbruch ab.

Für die Düngung der Folgekultur gibt es eine pauschale Rechenhilfe, die sich an der Aufwuchshöhe des Bestands orientiert.

Aufwuchshöhe des Bestands anrechenbarer Stickstoff
unter 5 cm 1 g/m²
5–14 cm 2 g/m²
15–30 cm 4 g/m²
über 30 cm 6 g/m²

Alexandrinerklee wird 20–30 cm hoch. Ein ausgewachsener Bestand fällt damit in die dritte Stufe der Tabelle. Miss vor dem Schnitt nach, statt die Höhe zu schätzen, und rechne den Wert in die Düngung der Folgekultur ein. Ganz ersetzt der Klee die Düngung nicht automatisch.

Neben dem Stickstoff bleibt organische Substanz im Boden. Für Alexandrinerklee werden 12–14 dt Trockenmasse je Hektar an Wurzel- und Ernterückständen angegeben. Gemeint sind nur die Rückstände, nicht der gesamte Aufwuchs und auch kein Dauerhumus. Beim Abbau wird ein Teil davon weiter umgesetzt, ein stabilerer Anteil bleibt länger als Dauerhumus im Boden.

In der Fruchtfolge zählt Klee zu den Hülsenfrüchten. Säe ihn deshalb nicht auf Beete, auf denen kürzlich Bohnen oder Erbsen standen oder als nächste Hauptkultur geplant sind. Der Feldfutterbau rechnet bei Alexandrinerklee mit 3–4 Jahren Anbaupause. Ein eigener Ratgeber zeigt, wie du Alexandrinerklee als Vor-, Zwischen- und Nachfrucht in die Fruchtfolge einbindest. Die Familienregeln für alle Gründünger stehen im Überblick unter „Fruchtfolge und Mischkultur“.

Was planst du außerdem ein?

Für Stängelbrenner ist Alexandrinerklee anfällig. Der Erreger überdauert auf Pflanzenresten und gefährdet überjährige Bestände stärker, deshalb planst du eine kurze Nutzungsdauer ein. Was Gründünger gegen Schaderreger im Boden leisten können, ordnet derselbe Überblick unter „Nematoden, Biofumigation und Krankheiten“ ein.

Von Senf, Ölrettich und Phacelia unterscheidet den Klee die Stickstoffquelle: Nur Leguminosen bringen zusätzlichen Luftstickstoff ein, die anderen Arten nutzen vorhandenen Bodenstickstoff. In Mischungen lässt er sich mit Buchweizen, Phacelia oder Ölrettich kombinieren, wenn alle enthaltenen Pflanzenfamilien zu deiner Fruchtfolge passen. Die Art gilt außerdem als nützlingsfreundlich und blüht von Mai bis September. Den ausführlichen Vergleich liefert der Ratgeber zu den Vorteilen von Alexandrinerklee gegenüber anderen Gründüngerpflanzen. Die Familien im Überblick stehen unter „Die Gründüngerpflanzen: Familien und Wuchsformen“.

Ob sich die Zwischenfrucht rechnet, hängt unter anderem von Saatgut, Aussaatverfahren, Arbeitsaufwand und der Verwertung der Biomasse ab. Feste Kosten- oder Ersparniswerte lassen sich für den Hausgarten nicht nennen. Wie du Aufwand und Nutzen vorab abschätzt, steht im Überblick unter „Aufwand und Nutzen“. Aus Betriebssicht zeigt ein Ratgeber, wie Biobetriebe Alexandrinerklee praktisch einsetzen.

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Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt zum Unterpflügen von Alexandrinerklee?
Schneide Alexandrinerklee spätestens zum Blühbeginn, bevor die Stängel verholzen. Junge Pflanzenmasse wird im Boden schneller umgesetzt, verholzte Reste verrotten langsamer und können vorübergehend Stickstoff binden. Im Frühherbst arbeitest du den Bestand nicht ein, weil frei werdende Nährstoffe sonst ausgewaschen werden können. Nach dem flachen Einarbeiten wartest du meist etwa 2–3 Wochen bis zur nächsten Aussaat oder Pflanzung.
Welche Vorteile bietet Alexandrinerklee als Zwischenfrucht?
Als Leguminose bindet Alexandrinerklee mithilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff, was Senf oder Phacelia nicht können. Der lebende Bestand bedeckt den Boden und schützt die Oberfläche vor Starkregen, Verschlämmung und Erosion. Seine Pflanzenreste liefern organische Substanz für die Folgekultur. Eine bedarfsgerechte Düngung der Folgekultur ersetzt der Klee trotzdem nicht automatisch.
Wie funktioniert die Stickstoffbindung beim Alexandrinerklee?
Alexandrinerklee ist eine Leguminose und lebt mit Knöllchenbakterien zusammen. Die Bakterien bilden aus Luftstickstoff Ammonium und versorgen damit die Pflanze, die ihnen im Gegenzug unter anderem Zucker liefert. Für die Folgekultur wird der organisch gebundene Stickstoff erst verfügbar, wenn das Pflanzenmaterial verrottet. Je nach Boden, Witterung und Umbruch kommt er dort nicht vollständig an.
Welche Bewässerungsstrategie eignet sich am besten für Alexandrinerklee?
Halte die Saat bis zum Auflaufen feucht, bei trockener Witterung kann dafür wiederholtes Gießen nötig sein. Nimm einen weichen Gießstrahl, damit die Bodenoberfläche nicht verschlämmt und verkrustet. Alexandrinerklee braucht eine gute Wasserversorgung, trockene Jahre sind für ihn ungünstig. Gieße deshalb, bevor der Boden vollständig austrocknet, denn völlig ausgetrockneter Boden nimmt Wasser schlecht auf.
Stimmt es, dass Alexandrinerklee den Boden auslaugt?
Nein, Alexandrinerklee gilt als schwachzehrend. Als Leguminose bringt er über Knöllchenbakterien zusätzlichen Stickstoff aus der Luft ein, und seine Pflanzenreste tragen organische Substanz für die Folgekultur bei. Eine Grenze gibt es trotzdem: Klee gehört nicht auf Beete, auf denen kürzlich Bohnen oder Erbsen standen oder als nächste Hauptkultur geplant sind.
Was unterscheidet Alexandrinerklee von anderen Gründüngerpflanzen wie Senf?
Alexandrinerklee ist eine Leguminose und bringt über die Luftstickstoffbindung zusätzlichen Stickstoff ein. Senf ist ein Kreuzblütler und nimmt nur Stickstoff auf, der schon im Boden vorhanden ist. In der Fruchtfolge zählt Senf zur Kreuzblütlerpause und kann in einer Fruchtfolge mit Kohl, Rettich oder Radieschen Kohlhernie fördern. Klee planst du dagegen bei den Hülsenfrüchten ein und hältst ihn von Bohnen- und Erbsenbeeten fern.
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