Strelitzie und Luftfeuchtigkeit: was trockene Heizungsluft bewirkt und was du tun kannst
- Einen gesicherten Prozentwert speziell für Strelitzien gibt es nicht, miss deshalb den Raum.
- Im Wohnraum gelten zur Schimmelvorbeugung 40 bis 60 % relative Luftfeuchtigkeit als Orientierung.
- In schlecht gedämmten Wohnungen sollte der Wert im Winter im Normalfall unter 50 % liegen.
- Wird Luft ohne zusätzliche Feuchte erwärmt, sinkt ihre relative Luftfeuchtigkeit.
- Ein Platz direkt über der Heizung ist häufig ungünstig, weil dort besonders warme, trockene Luft ankommt.
- Braune Blattspitzen können auf trockene Luft hindeuten, braune Ränder auf Salz durch Überdüngung.
- Warme, trockene Heizungsluft begünstigt Spinnmilben, erkennbar an hellen Sprenkeln und teils feinen Gespinsten.

Sobald im Herbst die Heizung anspringt, stelle ich ein Thermo-Hygrometer neben meine Strelitzie. Warme, trockene Heizungsluft begünstigt SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall., und trockene Luft kann bei Zimmerpflanzen braune Blattspitzen verursachen. Beides will ich früh bemerken, deshalb messe ich, statt die Luft nach Gefühl zu beurteilen.
Die Antwort auf die Frage nach dem richtigen Wert fällt nüchterner aus als in vielen Pflegetipps. Einen gesicherten Prozentwert speziell für Strelitzien gibt es nicht. Für deine Wohnung gibt es dagegen eine Orientierung, und an der richtest du dich aus.
Welche Luftfeuchtigkeit braucht die Strelitzie im Wohnraum?
Orientierung gibt der Raum selbst. Zur Schimmelvorbeugung sollte die relative Luftfeuchtigkeit im Wohnraum bei 40 bis 60 % liegen. Kontrollieren lässt sich das mit einem HygrometerEin Hygrometer ist ein Messgerät für die Luftfeuchtigkeit. Beim Gärtnern zeigt es dir, wie feucht die Luft im Gewächshaus, unter der Anzuchthaube oder bei deinen Zimmerpflanzen ist..
In schlecht gedämmten Wohnungen liegt die Grenze im Winter niedriger. Dort gilt als Faustregel, dass die relative Luftfeuchtigkeit im Normalfall unter 50 % bleiben sollte. Kalte Außenwände und Wärmebrücken können sogar dann schon zu feucht sein, wenn das Gerät in der Raummitte 50 % zeigt. Nach oben setzt also die Wohnung die Grenze, nicht die Pflanze.
| Situation | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Wohnraum allgemein | 40 bis 60 % | Orientierung zur Schimmelvorbeugung |
| Nicht oder schlecht gedämmte Wohnung im Winter | im Normalfall unter 50 % | Faustregel |
| Kalte Außenwand, Raummitte bei 50 % | Wand kann schon zu feucht sein | auch Wärmebrücken prüfen |
| Junge und blühfähige Phalaenopsis im Erwerbsanbau | etwa 60 %, in warmen Sommermonaten bis 70 % | Gewächshaus, kein Wohnzimmerwert |
| Grauschimmelvorbeugung im Erwerbszierpflanzenbau | unter 85 % | Gewächshaus, eine Maßnahme unter mehreren |
| Strelitzia reginae | kein gesicherter Zielwert | Raum messen, Blätter beobachten |
Die beiden Gewächshauswerte stehen nur zur Einordnung in der Tabelle. Sie gelten für die Kultur im Erwerbsanbau und lassen sich weder aufs Wohnzimmer noch auf Strelitzien übertragen.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Unter Glas torffreies, lehmbasiertes Kultursubstrat in einem großen Gefäß verwenden. Einen sehr hellen Platz mit Schutz vor heißer Sonne wählen.
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Unter Glas torffreies, lehmbasiertes Kultursubstrat in einem großen Gefäß verwenden.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Kübel und im Topf ziehen.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Teilung bewurzelter Seitentriebe; alternativ Aussaat, wobei die dickschaligen Samen zuvor eingeweicht werden.
Pflege
- Pflege
Im Wachstum ausreichend, im Winter sparsam gießen. Bei Gefäßkultur jährlich oberflächlich frisches Substrat ergänzen; Umtopfen etwa jedes zweite Jahr.
- Düngung
Bei geschützter Topfkultur während des Wachstums ausgewogenen Flüssigdünger verwenden.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich für Terrassen- und Gefäßbepflanzung, Beete an Mauern, Schnittblumen, Wintergarten und Gewächshaus, Zimmerpflanze.
Warum trockene Luft der Strelitzie zusetzen kann
Strelitzien stammen ursprünglich aus der Kapprovinz in Südafrika. Bei uns wächst Strelitzia reginae im Kübel oder Topf. Wie sie sich in die Gruppen der Zimmerpflanzen einordnet, zeigt der Überblick über die Zimmerpflanzen-Gruppen und ihre Herkunft.
Im Winter kommt das Problem aus der Heizung. Wird kalte Außenluft im Raum erwärmt, sinkt ihre relative Luftfeuchtigkeit. Das passiert immer dann, wenn Luft warm wird, ohne dass Wasser dazukommt.
Die relative Luftfeuchtigkeit gibt an, wie viel Wasserdampf die Luft enthält, gemessen an dem, was sie bei ihrer Temperatur aufnehmen kann. Wärmere Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen. Steigt die Temperatur und kommt kein Wasser dazu, fällt deshalb der Prozentwert, obwohl die Wassermenge in der Luft gleich bleibt.
Für die Pflanze kann das sichtbare Folgen haben. Trockene Luft kann bei Zimmerpflanzen braune Blattspitzen verursachen. Warme, trockene Heizungsluft begünstigt außerdem Spinnmilben, die ich weiter unten genauer beschreibe.
Ob die Luft an deinem Standort wirklich trocken ist, zeigt ein Thermo-Hygrometer. Ein digitales Gerät zeigt relative Luftfeuchte und Temperatur gemeinsam an. Ich stelle es auf Blatthöhe direkt neben die Pflanze, nicht über die Heizung und nicht an die Außenwand.
Zugluft und Heizungsluft: wo die Strelitzie im Winter nicht stehen sollte
Ein Platz unmittelbar über der Heizung ist für Zimmerpflanzen häufig ungünstig. Dort trifft besonders warme und trockene Luft auf die Blätter. Dieser Platz ist für die Strelitzie doppelt ungünstig, weil warme, trockene Heizungsluft zugleich Spinnmilben begünstigt.
Neben der Heizung ist Zugluft der zweite Punkt, auf den ich achte. Für wärmeliebende Kübelpflanzen draußen gilt: Wind kühlt den Standort ab und erhöht die Wasserverdunstung. Deshalb stelle ich meine Strelitzie auch drinnen nicht in den Luftzug zwischen Fenster und Tür. Gelbe Blätter mit Blattfall können bei Zimmerpflanzen unter anderem auf Temperaturschwankungen hindeuten.
Plane außerdem genug Raum ein. Strelitzien brauchen wegen ihrer ausladenden Blätter im Winterquartier ausreichend Platz. Ich stelle sie so, dass kein Blatt den Heizkörper berührt.
Strelitzien überwintern hell bei etwa 10 bis 20 °C. Bei etwa 20 °C braucht der Platz ausdrücklich gute Lichtverhältnisse. Mehr zu Licht, Temperatur und Winterstandort liest du im Ratgeber dazu, welche Wachstumsfaktoren über den Kulturerfolg der Strelitzie entscheiden.
Luftfeuchtigkeit im Winter: messen, anheben, nicht übertreiben
Lies das Thermo-Hygrometer zu verschiedenen Tageszeiten ab, bevor du etwas veränderst. So siehst du, ob der Wert nur beim Heizen absinkt oder dauerhaft niedrig liegt. Liegt er unter dem Bereich für Wohnräume, kann ein Luftbefeuchter die Raumluft anfeuchten. Wie weit er den Wert an deinem Platz hebt, zeigt dir das Hygrometer. Wasserschalen neben dem Topf werden oft empfohlen; was sie an deinem Standort verändern, liest du ebenfalls am Gerät ab.
Wenn du sprühst, nimm zimmerwarmes Wasser. Besprühen und Abduschen zählen zu den Maßnahmen gegen Spinnmilben, die ohne Chemie auskommen. Ich sprühe nur morgens, weil Pflanzen zur Grauschimmelvorbeugung im Erwerbszierpflanzenbau nachts trocken bleiben sollen.
Zu viel Feuchte ist auch für die Pflanze kein Gewinn. Feuchtwarme Luft und ein enger Stand begünstigen GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten., besonders an geschwächten Zimmerpflanzen in der dunklen Jahreszeit. Rückst du im Winterquartier alles eng zusammen, fehlt der Strelitzie der Platz für ihre ausladenden Blätter, und genau dieser enge Stand begünstigt in feuchtwarmer Luft Grauschimmel. Befallene Pflanzenteile entferne ich, sobald ich sie entdecke.
Nach oben begrenzt dich wieder die Wohnung. Hebst du die Luftfeuchtigkeit in einem schlecht gedämmten Raum an, behalte die kalten Außenwände im Blick.
Thermo-Hygrometer auf Blatthöhe neben die Pflanze stellen. Kein Platz direkt über dem Heizkörper. Nicht in den Luftzug zwischen Fenster und Tür. Genug Abstand für die ausladenden Blätter. Nur mit zimmerwarmem Wasser sprühen, und zwar so, dass die Blätter nachts trocken sind. Bei angehobener Luftfeuchtigkeit die kalten Außenwände prüfen.
Braune Blattspitzen oder braune Ränder: was dahinterstecken kann
Braune Stellen am Blatt deuten nicht automatisch auf trockene Luft hin. Bei Zimmerpflanzen kann trockene Luft braune Blattspitzen verursachen. Braune Blattränder können dagegen auf einen zu hohen Salzgehalt durch ÜberdüngungÜberdüngung heißt, dass ein Boden mehr Nährstoffe bekommt, als die Pflanzen brauchen. Die Überschüsse reichern sich im Boden an oder werden ausgewaschen und belasten dann Boden und Umwelt. hindeuten. Wer bei braunen Rändern nur die Luft befeuchtet und weiter düngt wie bisher, geht womöglich an der Ursache vorbei.
Bei SalzschädenSalzschäden sind Schäden an Pflanzen durch zu viel Salz im Boden oder Substrat, etwa nach zu hohen Düngergaben oder durch Streusalz. Typisch sind Blätter, die vom Rand her braun werden, und ein gehemmtes Wachstum. durch Überdüngung wird die Düngung eingestellt und bei Bedarf in frisches Substrat umgetopft. Strelitzia reginae topfst du dabei vorsichtig um, weil ihre Wurzeln empfindlich sind.
Braune Blattränder sehen, häufiger sprühen und im gewohnten Rhythmus weiterdüngen. Liegt die Ursache im Salzgehalt des Substrats, kommst du mit der Sprühflasche nicht an sie heran.
Für Strelitzien werden im Sommer und während der Blüte Düngergaben im Abstand von etwa 1 Woche empfohlen. Die Düngerlösung gibst du auf bereits feuchte Erde und misst sie nach der Anleitung auf der Packung ab. Welche Nährstoffe und Mengen im Topf passen, erklärt der Ratgeber dazu, wie du Strelitzien richtig düngst.
Beim Umtopfen zählt die Erde: Eine geeignete Zimmerpflanzenerde ist locker, luftdurchlässig und strukturstabil. Der Topf braucht funktionsfähige Abzugslöcher. Was im Kübel zu Substrat, DrainageDrainage bedeutet, dass überschüssiges Wasser aus der Erde abfließen kann, damit keine Staunässe entsteht. Im Pflanzgefäß sorgen dafür Abzugslöcher und eine grobe Drainageschicht, etwa aus Tonscherben oder Blähton., Topfgröße und Windschutz gehört, zeigt der Ratgeber, wie du Strelitzien dauerhaft im Kübel hältst.
Und wenn die Blätter gelb oder welk werden?
Gelbe oder welke Blätter haben mehrere mögliche Ursachen, etwa Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder WasserstressWasserstress bedeutet, dass eine Pflanze zu wenig Wasser bekommt. Bei Gehölzen zeigt er sich oft erst einige Monate später durch Blatt- oder Nadelfall, schwaches Wachstum und höhere Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten.. Schlaffe Blätter können sowohl durch TrockenstressTrockenstress entsteht, wenn eine Pflanze mehr Wasser verdunstet, als sie aus dem Boden nachholen kann. Sie welkt zuerst, bei anhaltendem Mangel werden Blattränder braun und die Wurzeln können dauerhaft geschädigt werden. als auch durch beginnende Wurzelfäule entstehen. Wie oft, wie viel und wie du gießt, klärt der Ratgeber dazu, wie du Strelitzien richtig gießt.
Ob und wann du beschädigte Blätter entfernst, beantwortet der Ratgeber, wann und wie du eine Strelitzie fachgerecht schneidest.
Spinnmilben bei trockener Heizungsluft erkennen und bremsen
Erwachsene Spinnmilben an Zierpflanzen sind ungefähr 0,5 bis 0,7 mm groß. An Zimmerpflanzen können sie das ganze Jahr auftreten, warme und trockene Heizungsluft begünstigt sie aber. Ein Befall zeigt sich durch helle Sprenkel auf den Blättern und teilweise durch feine Gespinste. Bei dieser Größe suchst du am besten zuerst nach den Sprenkeln und nicht nach den Tieren.
Ohne Chemie gehst du so vor: Besprühe die Pflanze mit zimmerwarmem Wasser und dusche sie ab. Das kann einen Befall bremsen, eine Zusage, dass er verschwindet, ist es nicht. Ich dusche meine Strelitzie in der Wanne ab und spüle dabei auch die Blattunterseiten.
Bei Pflanzen, die den Sommer draußen verbringen, beginnt die Kontrolle früher. Kübelpflanzen sollten bereits einige Wochen vor dem Einräumen auf Schädlinge und Krankheitssymptome kontrolliert werden.
Im Winter nehme ich für den Blattcheck eine Lupe mit und halte das Blatt gegen das Fensterlicht. Auf die hellen Sprenkel achte ich zuerst, danach suche ich nach feinen Gespinsten.
Ist Luftfeuchtigkeit der Schlüssel zur Blüte?
Gesichert ist ein anderer Punkt: Ein schattiger Standort vermindert bei Strelitzia reginae die Blühfreudigkeit. Unter geeigneten Kulturbedingungen kann sie dagegen fast ganzjährig blühen. Die Luftfeuchtigkeit behalte ich deshalb wegen der Blätter im Blick, für die Blüte achte ich vor allem auf einen hellen Platz.
„Mit feuchter Luft blüht jede Strelitzie.“ Ein solcher Automatismus ist nicht gesichert. Trockene Luft kann braune Blattspitzen verursachen und Spinnmilben begünstigen, das ist Grund genug, sie im Blick zu behalten. Was die Blühfreudigkeit vermindert, ist ein schattiger Standort.
Geduld gehört dazu: Bei aus Samen gezogenen Strelitzien vergehen bis zur ersten Blüte ungefähr 4 bis 7 Jahre, und eine Blühgarantie ist das nicht. Welche Pflegefehler die Blüte bremsen können und wie du sie korrigierst, steht im Ratgeber zu häufigen Pflegefehlern bei Strelitzien.


