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Staudenwicke säen: So ziehst du die winterharte Kletterstaude aus Samen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Die Staudenwicke (Lathyrus latifolius) ist mehrjährig und winterhart, die Duftwicke einjährig und nicht winterhart.
  • Gesät wird von März bis Juni in tiefe Töpfe, weil die Pflanze das Verpflanzen schlecht verträgt.
  • Die Vorbehandlung der Samen unterscheidet sich je nach Hersteller, es gilt die Anleitung auf deiner Tüte.
  • Die Samen keimen im Dunkeln und werden deshalb mit Erde bedeckt.
  • Den üppigen Flor zeigt die Staudenwicke ab dem zweiten Standjahr, und sie braucht eine Rankhilfe.
  • Samen und Früchte der Staudenwicke enthalten giftige Substanzen.

Wer Staudenwicken aus Samen zieht, plant über das erste Jahr hinaus. Ihren üppigen Flor zeigt die Pflanze ab dem zweiten Standjahr, und das Umpflanzen verträgt sie schlecht. Ich säe sie deshalb gleich in tiefe Töpfe und behandle die Samen so vor, wie es auf der Tüte meiner Mischung steht. Beim Auspflanzen setze ich den ganzen Topfballen in die Erde, ohne die Wurzeln zu lösen.

Die Staudenwicke heißt botanisch Lathyrus latifolius, auf Deutsch auch Breitblättrige Platterbse. Sie ist mehrjährig und winterhart, blüht von Juni bis September und klettert mit Ranken an Zäunen, Netzen und Pergolen. Von der einjährigen Duftwicke unterscheidet sie sich in mehreren Punkten, die du vor dem Kauf kennen solltest.

Staudenwicke oder Duftwicke: Was ist der Unterschied?

Beide gehören zur Gattung Lathyrus, ihr Lebenslauf ist aber verschieden. Die Staudenwicke ist mehrjährig und winterhart, sie wächst also über mehrere Jahre am selben Platz. Die Duftwicke ist eine einjährige, nicht winterharte Kletterpflanze mit duftenden Blüten.

Merkmal Staudenwicke Duftwicke
Botanischer Name Lathyrus latifolius Lathyrus odoratus
Lebensdauer mehrjährig einjährig
Winterhärte winterhart nicht winterhart
Größe Triebe bis zu 2 m lang etwa 150 bis 200 cm hoch
Duft je nach Mischung duftende Blüten

Beim Duft lohnt sich der Blick auf die Beschreibung der Mischung. Manche Staudenwicken-Mischungen werden als duftend beschrieben, andere ausdrücklich als nicht duftend. Suchst du vor allem Duft, greifst du zur Duftwicke und säst sie jedes Jahr neu. Soll ein Zaun über mehrere Jahre bewachsen bleiben, passt die mehrjährige Staudenwicke.

Aussaatkalender Breitblättrige Platterbse
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai, Juni; Aussaat: März, April, Mai, Juni; Blüte: Juni, Juli, August, SeptemberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiVorkultur: JuniAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberVorkulturAussaatBlüte

Wann und wie säst du Staudenwicken?

Gesät wird von März bis Juni. Ich ziehe Staudenwicken im Haus in tiefen Töpfen vor, weil die Pflanze das Verpflanzen schlecht verträgt. Der Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken hängt bei mir neben der Fensterbank, damit ich den Termin im Blick behalte.

Zahl im Blick

Aussaat von März bis Juni bei 20 °C, im Dunkeln. Die Keimung dauert 14 bis 28 Tage. Vor dem Auspflanzen härtest du die Jungpflanzen etwa eine Woche ab. Saattiefe, Reihenabstand und Vorbehandlung richten sich nach Hersteller und Mischung.

Vorbehandlung: Die Anleitung auf deiner Tüte gilt

Vor der Aussaat werden die Samen vorbehandelt. Dabei unterscheiden sich die Anleitungen der Hersteller deutlich.

Hersteller Vorbehandlung
Sperli Samen 2 Tage in feuchtem Sand vorkeimen
Kiepenkerl Samen anritzen und mehrere Stunden in lauwarmem Wasser vorquellen
Quedlinburger Samen 24 Stunden in 22 °C warmem Wasser einweichen

Allen drei Wegen ist gemeinsam, dass die Samen feucht vorbereitet werden, bevor sie in die Erde kommen. Kombiniere die Verfahren nicht, sondern nimm das Verfahren, das zu deiner Mischung gehört.

Marias Erfahrung

Ich lege die Tüte beim Vorbehandeln neben die Schale und arbeite die Anleitung auf ihrer Rückseite Schritt für Schritt ab. Habe ich zwei Mischungen, behandle ich sie getrennt und beschrifte die Töpfe sofort.

Achtung

Samen und Früchte der Staudenwicke enthalten giftige Substanzen. Stell eingeweichte Samen und Saatguttüten so ab, dass Kinder nicht herankommen. Besteht der Verdacht, dass jemand davon gegessen hat, ruf ein Giftinformationszentrum an oder hol ärztliche Hilfe. Löse kein Erbrechen aus.

Aussaat in tiefe Töpfe

Fülle tiefe Töpfe mit salzarmer Aussaaterde und achte darauf, dass überschüssiges Gießwasser abfließen kann. Bedecke die Samen mit Erde, denn die Staudenwicke keimt im Dunkeln. Wie tief sie liegen, hängt von Hersteller und Mischung ab. Für die Staudenwicke-Mischung von Nebelung sind etwa 1 bis 2 cm angegeben. Bei der Pastell-Mischung desselben Herstellers sind es etwa 2 bis 3 cm. Andere Hersteller nennen eigene Werte, deshalb gilt die Tiefe auf deiner Tüte.

Stell die Töpfe bei 20 °C auf und deck sie ab, damit es dunkel bleibt. Bis die Keimlinge erscheinen, hältst du die Erde ständig feucht.

Häufiger Fehler

Staudenwicken dicht in eine Schale säen und später vereinzeln. Die Pflanze verträgt Störungen an den Wurzeln schlecht, und nach einem Umsetzen kann es ein bis zwei Jahre dauern, bis sie sich etabliert hat. Weil der üppige Flor ohnehin erst ab dem zweiten Standjahr kommt, kann jedes spätere Umsetzen die Blüte weiter hinausschieben. Säe deshalb gleich in tiefe Töpfe, aus denen du mit ganzem Ballen auspflanzt.

Keimung und Auspflanzen

Rechne mit 14 bis 28 Tagen, bis die ersten Keimlinge erscheinen. Sobald der erste Keimling da ist, nimmst du die Abdeckung ab. Die jungen Pflanzen stehen dann hell, aber geschützt vor praller Sonne.

Vor dem Auspflanzen härtest du sie etwa eine Woche ab. Dafür kommen die Töpfe an einen windgeschützten, schattigen und trotzdem hellen Platz. Für den endgültigen Umzug ins Freie wählst du einen bedeckten, wenig windigen Tag, um Blattverbrennungen vorzubeugen.

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Wo wächst die Staudenwicke am besten?

Standort und Boden

Gib der Staudenwicke einen sonnigen bis halbschattigen Platz in fruchtbarem, gut durchlässigem Boden. Bei der Bodenart ist sie wenig wählerisch, sie wächst auf Kalk-, Ton-, Lehm- und Sandboden. Auch der pH-Wert darf sauer, neutral oder alkalisch sein. An trockenen Böschungen und Hängen kann sie die Fläche überwachsen.

Vor dem Pflanzen entfernst du Wurzelunkräuter und lockerst verdichteten Boden, damit ein durchlässiger Pflanzboden entsteht. Wie du den Boden für Stauden und Bodendecker vorbereitest, beschreibt der Ratgeber dazu.

Welche Abstände brauchen Staudenwicken?

Am Zaun oder Drahtnetz setzt du die Pflanzen in der Reihe 15 bis 30 cm auseinander. Ziehst du mehrere Reihen, lässt du je nach Hersteller 20 bis 50 cm Reihenabstand. Die Tüten weichen hier voneinander ab, deshalb nimmst du den Wert deiner Mischung. In der Breite nimmt eine Pflanze 30 bis 100 cm ein. Wie viel Platz Rankhilfe und Nachbarn brauchen, kannst du vorab im Beetplaner einzeichnen.

Welche Rankhilfe braucht die Staudenwicke?

Die Staudenwicke hält sich mit einer zarten Ranke fest, die am Ende jedes Blattes sitzt. Ihre Triebe werden bis zu 2 m lang. Damit klettert sie nach oben oder legt sich über andere Pflanzen. Gib ihr eine Rankhilfe, sonst kann sie sich über die Nachbarstauden legen.

Geeignet sind Drahtnetze, Zäune, Lauben und Pergolen. Auch eine Hauswand kommt infrage, wenn ein Netz daran gespannt ist, um das sich die Ranken legen können. Für eine üppige Entwicklung bindest du den Haupttrieb zusätzlich an. Ich binde ihn locker an, sobald er die Rankhilfe erreicht, und führe ihn nach oben.

Eine Rankhilfe aus Metall oder Kunststoff bleibt bei der mehrjährigen Staudenwicke lange stehen. Sie muss deshalb witterungsbeständig, UV-beständig und korrosionsfrei sein. Weil die Pflanze Störungen an den Wurzeln schlecht verträgt und eine Rankhilfe braucht, stellst du das Gerüst auf, bevor du pflanzt.

Wie pflegst und schneidest du die Staudenwicke?

Frisch gepflanzte Stauden gießt du bei anhaltender Trockenheit in den ersten ein bis zwei Vegetationsperioden wiederholt und durchdringend. Als Orientierung gelten etwa 25 l/m² je Gießgang. Wie du Stauden im Jahreslauf gießt, düngst und pflegst, erklärt der Überblick zu Stauden und Ziergräsern.

Bei der Sorte ‚Weiße Perle‘ düngst du im Frühjahr. Im Herbst setzt du die Düngung aus und beginnst erst im nächsten Frühjahr wieder.

Verblühtes entfernst du regelmäßig. Das hat einen zweiten Nutzen: An der Pflanze reifen weniger der Früchte heran, die wie die Samen giftige Substanzen enthalten.

Zurückgeschnitten wird die Staudenwicke im zeitigen Frühjahr. Ich nehme dabei gleich die alten Bindestellen von der Rankhilfe ab, bevor der neue Austrieb kommt.

Staudenwicke als Schnittblume

Die Stängel der Staudenwicke sind haltbar und eignen sich als langlebige Schnittblumen für Kleingestecke und sommerliche Sträuße. Da sie von Juni bis September blüht, kannst du über den ganzen Sommer hinweg einzelne Stängel schneiden. Ich nehme dafür eine Schere mit und schneide auf demselben Gang das Verblühte ab.

Geschnitten wird am besten morgens oder abends bei trockenem Wetter, danach kommen die Stängel sofort kühl ins Wasser. Vor dem Einstellen in die Vase schneidest du die Stielenden mit einem scharfen Messer schräg an. Mehr zur Pflege von Schnittblumen findest du im Überblick zu Stauden und Ziergräsern.

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Häufige Fragen

Ist die Staudenwicke winterhart?
Ja, die Staudenwicke (Lathyrus latifolius) ist winterhart und mehrjährig. Darin unterscheidet sie sich von der Duftwicke, die einjährig wächst und nicht winterhart ist. Zurückgeschnitten wird die Staudenwicke im zeitigen Frühjahr.
Duften Staudenwicken?
Das hängt von der Mischung ab. Manche Staudenwicken-Mischungen werden als duftend beschrieben, andere ausdrücklich als nicht duftend. Wenn dir der Duft wichtig ist, lies vor dem Kauf die Beschreibung der Mischung. Duftende Blüten trägt dagegen die einjährige Duftwicke.
Blüht die Staudenwicke schon im ersten Jahr?
Aus Samen gezogene Staudenwicken entwickeln ihren üppigen Flor ab dem zweiten Standjahr. Rechne im Aussaatjahr also nicht mit der vollen Blüte. Weil die Pflanze Störungen an den Wurzeln schlecht verträgt, setzt du sie gleich an ihren endgültigen Platz und pflanzt sie danach nicht mehr um.
Wie werden samen.liver Staudenwicke vor der Aussaat behandelt?
Das hängt vom Hersteller ab, deshalb gilt immer die Anleitung auf der Tüte deiner Mischung. Sperli lässt die Samen 2 Tage in feuchtem Sand vorkeimen, Kiepenkerl empfiehlt Anritzen und mehrere Stunden Vorquellen in lauwarmem Wasser. Bei Quedlinburger weichen die Samen 24 Stunden ein. Das Wasser hat dabei eine Temperatur von 22 °C.
Kann man Staudenwicken im Kübel ziehen?
Die angebotenen Staudenwicken-Mischungen sind nicht für die Kultur in Gefäßen ausgewiesen. Ihre Triebe werden bis zu 2 m lang, und die Pflanze braucht eine Rankhilfe wie einen Zaun, ein Drahtnetz oder eine Pergola. Pflanze sie deshalb ins Beet oder an eine Böschung.
Ist die Staudenwicke giftig?
Samen und Früchte der Staudenwicke enthalten giftige Substanzen und werden nicht gegessen. Bewahre Saatgut und eingeweichte Samen so auf, dass Kinder nicht herankommen. Besteht der Verdacht, dass jemand davon gegessen hat, wende dich an ein Giftinformationszentrum oder hol ärztliche Hilfe und löse kein Erbrechen aus.
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