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Schädlinge an Buschbohnen: Bohnenfliege, Läuse und Schnecken sanft abwehren

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion

Grundlagen: Häufige Krankheiten im Gemüsegarten: Mehltau, Braunfäule und Kohlhernie erkennen und bekämpfen · Alle Ratgeber zu Krankheiten & Schädlinge

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Larven der Bohnenfliege fressen Gänge in die Keimblätter; ein dicht abschließendes Kulturschutznetz oder das Vorziehen im Topf kann den Befall verringern.
  • Schwarze Bohnenblattläuse sitzen an Stängeln und Blütenständen: erst mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen, Reste von Hand zerdrücken.
  • Marienkäfer sowie Florfliegen- und Schwebfliegenlarven zählen zu den natürlichen Blattlausgegnern; ein vielfältig bepflanzter Garten bietet ihnen Lebensraum.
  • Spinnmilben verraten sich durch feine, nadelstichartige Blattsprenkel; mit der Lupe findest du sie auf der Blattunterseite.
  • Gegen Schnecken können Kontrolle der Verstecke, Absammeln, ein Schneckenzaun und morgendliches Gießen helfen.
  • Bohnen kommen erst nach einer Anbaupause von mindestens 4 Jahren wieder auf dasselbe Beet.
Ein Haufen frischer grüner Bohnen
Foto: Ram Kondisetti · Pexels License · Quelle ↗

Zerfressene Keimblätter, schwarze Läuse an den Blütenständen, fein gesprenkelte Blätter: So zeigen sich Schädlinge an Buschbohnen. Ich greife dann zuerst zu Netz, Wasserstrahl und Fingern und schone die Tiere, die Blattläuse fressen. Ein chemisches Mittel kommt bei mir erst ganz am Ende infrage, und dann nur mit klaren Sicherheitsregeln.

Welche Schädlinge treten an Buschbohnen auf?

Im Bohnenbeet können dir vier Gruppen begegnen: die Bohnenfliege, die Schwarze Bohnenblattlaus, Spinnmilben und Schnecken. Die Tabelle zeigt, woran du sie erkennst und wo ich zuerst nachschaue.

Schädling Woran du ihn erkennst Wo du nachschaust Erster sanfter Schritt
Bohnenfliege Fraßgänge in den Keimblättern, das Herz der Keimpflanze kann zerstört sein an den Keimlingen Kulturschutznetz nach der Aussaat, alternativ Vorkultur im Topf
Schwarze Bohnenblattlaus verkrüppelte Blätter, Triebe und Hülsen an Stängeln und Blütenständen, bei stärkerem Befall an den Blattunterseiten kräftiger Wasserstrahl, Reste von Hand zerdrücken
Spinnmilben feine, nadelstichartige Blattsprenkel mit der Lupe auf den Blattunterseiten genau bestimmen, im Gewächshaus bei hoher Luftfeuchte Raubmilben
Schnecken die Tiere selbst in ihren Verstecken rund ums Beet absammeln, Schneckenzaun, morgens gießen

Die Merkmale sind Hinweise, keine sichere Diagnose. Ähnliche Flecken können auch andere Ursachen haben, deshalb bestimme ich zuerst und handle dann. Wo du bei allen Hülsenfrüchten grundsätzlich nach Befall schaust, erklärt der Hülsenfrüchte-Ratgeber im Abschnitt darüber, wie du Hülsenfrüchte vorbeugend schützt und auf Befall kontrollierst.

Aussaatkalender Buschbohnen
GartenkalenderVorkultur: April, Mai; Aussaat: Mai, Juni, Juli; Blüte: Juni, Juli, August; Ernte: Juli, August, September; Pflanzung: MaiJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: AprilVorkultur: MaiAussaatAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustErnteErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberPflanzungPflanzung: MaiVorkulturAussaatBlüteErntePflanzung

Bohnenfliege: Keimlinge unter dem Netz schützen

Die Bohnenfliege schadet den Bohnen schon als Keimling. Ihre Larven verursachen Fraßgänge in den Keimblättern und können das Herz der Keimpflanze zerstören. Ich schaue mir deshalb die Keimblätter an, sobald die Bohnen aufgelaufen sind.

Als Schutz lege ich gleich nach der Aussaat ein Kulturschutznetz über die Reihen. Für den Insektenschutz im Gemüsegarten eignen sich dicht abschließende Netze mit einer Maschenweite unter 1 mm. Alternativ ziehst du die Bohnen im Topf vor, denn auch das Vorziehen in Töpfchen kann den Befall durch die Bohnenfliege verringern. Wie das Schritt für Schritt geht, zeigt der Beitrag darüber, wie du Buschbohnen vorziehst und auspflanzt.

Das Netz hat eine Grenze: Stecken im Boden schon zahlreiche Larven oder Puppen, verhindert es die Schäden nicht zuverlässig. Da wiederholter Anbau derselben Pflanzenfamilie bodenbürtige Schädlinge vermehren kann, säe ich Bohnen unter Netz nur dort, wo zuletzt keine Hülsenfrüchte standen.

Häufiger Fehler

Ein Netz, das am Rand locker aufliegt. Durch Lücken gelangen Insekten ans Beet, deshalb beschwere ich die Ränder rundum und prüfe sie jedes Mal, wenn ich darunter nachschaue.

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Schwarze Bohnenblattlaus: abspritzen, zerdrücken, Gegenspieler schonen

Schwarze Bohnenblattläuse sitzen an Stängeln und Blütenständen, bei stärkerem Befall auch an den Blattunterseiten. Sie können verkrüppelte Blätter, Triebe und Hülsen verursachen.

Bei den ersten Kolonien spritze ich die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl von den Pflanzen. Was danach noch sitzt, zerdrücke ich von Hand. Dabei schaue ich genau hin, denn Larven von Marienkäfern und Florfliegen sind natürliche Gegenspieler der Läuse und sollen geschont werden.

Spinnmilben: Sprenkel mit der Lupe prüfen

Spinnmilben hinterlassen an Buschbohnen feine, nadelstichartige Sprenkel auf den Blättern. Die Tiere selbst erkennst du mit einer Lupe auf den Blattunterseiten. Stehen deine Bohnen im Gewächshaus, ist dort bei hoher Luftfeuchte ein Einsatz von Raubmilben möglich.

Marias Erfahrung

Ich habe beim Gang durchs Bohnenbeet eine Lupe in der Tasche. Sehe ich Sprenkel auf einem Blatt, drehe ich es um und schaue auf der Unterseite nach, bevor ich irgendetwas unternehme.

Nicht jeder Fleck stammt von Tieren. Braune, korkige Stellen an Blättern und Hülsen können durch Sonnenbrand entstehen. Gelblich gescheckte, blasig gewölbte Blätter können auf Viren hinweisen, deren genaue Bestimmung normalerweise eine Laboruntersuchung erfordert. Welche Flecken auf Pilze, Bakterien oder Viren hindeuten können, liest du im Beitrag darüber, welche Krankheiten an Buschbohnen auftreten und wie du sie erkennst.

Schnecken: Verstecke kontrollieren und Zuwanderung bremsen

Gegen Schnecken kombiniere ich mehrere Handgriffe. Ich kontrolliere ihre Verstecke rund ums Beet und sammle die Tiere ab. Ein Schneckenzaun als Barriere gegen Zuwanderung lässt sich gut mit dem Absammeln verbinden. Gegossen wird bei mir morgens, auch das gehört zu den Maßnahmen gegen Schnecken.

Nützlinge ins Bohnenbeet holen

Vielfältig bepflanzte und strukturierte Gärten bieten den natürlichen Blattlausgegnern Lebensraum. Dazu zählen Marienkäfer sowie die Larven von Florfliegen und Schwebfliegen. Korb- und Doldenblütler können Schwebfliegen fördern.

Die Larven einiger Schwebfliegenarten fressen Blattläuse, während die erwachsenen Fliegen Pollen und Nektar aufnehmen. Blüten am Beetrand versorgen also die erwachsenen Schwebfliegen, deren Larven du an den Bohnen haben möchtest. Ich lasse in der Nähe der Bohnen Dill blühen, denn blühender Dill bietet Insekten Nahrung und ergänzt das Blütenangebot im Gemüsegarten.

Mischkultur kann das Beet vielfältiger machen, einen Schutz garantiert sie nicht. Welche Pflanzen neben Buschbohnen passen und welche nicht, zeigt der Beitrag über gute und schlechte Nachbarn für Buschbohnen.

Mythos-Check

Duftende Nachbarpflanzen sollen Läuse von den Bohnen fernhalten. Solche Nachbarschaftseffekte sind schwer nachzuweisen, und Erfahrungsberichte dazu widersprechen sich häufig. Ich plane Mischkultur deshalb für ein vielfältiges Beet und gehe Läuse mit Wasserstrahl, Fingern und Nützlingen an.

Hausmittel und Jauchen: was man ihnen nachsagt

Rund um Buschbohnen werden viele Hausmittel weitergegeben. Schmierseifenlösung wird oft gegen Blattläuse und Spinnmilben genannt, ihr wird nachgesagt, die Atemöffnungen der Tiere zu verkleben. Ich beginne bei Läusen trotzdem mit Wasserstrahl und Fingern.

Brennnessel- und Knoblauchjauche sollen die Pflanzen stärken und Läuse mit ihrem Geruch vertreiben. Als Dünger gehören Jauche und frischer Stallmist nicht unmittelbar zur Bohnenkultur, und eine reine Stickstoffdüngung bekommen Buschbohnen nicht. Wie du Bohnen düngst, beschreibt der Hülsenfrüchte-Ratgeber im Abschnitt Düngen.

Kaffeesatz wird nachgesagt, Schnecken als raue Streu abzuhalten. Ich verlasse mich darauf nicht und sammle trotzdem ab.

Wann kommt ein chemisches Mittel infrage?

Bei mir erst, wenn Netz, Handarbeit und Nützlinge nicht mehr reichen und der Schädling sicher bestimmt ist.

Mini-Checkliste

Bevor ich überhaupt an ein Mittel denke, prüfe ich vier Dinge.

  • Ist es wirklich ein Schädling und nicht Sonnenbrand oder eine Krankheit?
  • Schließt das Netz rundum dicht ab?
  • Habe ich die Läuse abgespritzt und Reste von Hand zerdrückt?
  • Sitzen schon Marienkäfer oder Larven von Florfliegen und Schwebfliegen an den Kolonien?
Achtung

Greifst du doch zu einem chemischen Mittel, nimm nur eines mit Zulassung für den Haus- und Kleingarten und halte dich an die Gebrauchsanweisung. Trag Schutzkleidung, beachte die Wartezeit bis zur Ernte und entsorge Reste sachgerecht. Solche Mittel können auch Nützlinge treffen, die an deinen Bohnen Läuse fressen.

Vorbeugen: Fruchtfolge, Boden und Gießen

Auf dasselbe Beet kommen Bohnen bei mir erst nach einer Anbaupause von mindestens 4 Jahren, auch wenn dort zuvor andere Hülsenfrüchte standen. Damit ich den Überblick behalte, plane ich die Fruchtfolge über mehrere Jahre im Beetplaner.

Nässe und Bodenverdichtungen beeinträchtigen Buschbohnen. Ich gieße morgens direkt in den Wurzelbereich, damit die Blätter nicht unnötig nass werden, und halte den Boden mit Mulch gleichmäßiger feucht. Gießen, Düngen und Fruchtfolge im Detail behandelt der Hülsenfrüchte-Ratgeber in eigenen Abschnitten. Stolperfallen beim ersten Bohnenbeet findest du bei den Fehlern, die Einsteigern im Buschbohnenanbau oft passieren.

Nach der Saison: kranke Pflanzen aus dem Garten

Erkrankte Pflanzen entferne ich aus dem Garten, statt sie im Beet liegen zu lassen. Die Wurzeln gesunder Bohnen lasse ich nach der Ernte im Boden, so bleiben Nährstoffe und organische Substanz auf der Fläche. Erde aus Töpfen, in denen Pflanzen an Wurzelfäule erkrankt sind, verwende ich nicht wieder. Wann deine Buschbohnen pflückreif sind und wie du sie erntest, beschreibt der Hülsenfrüchte-Ratgeber im Abschnitt Ernte.

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Häufige Fragen

Welche Schädlinge treten an Buschbohnen im Garten auf?
Im Garten begegnen dir an Buschbohnen die Bohnenfliege, die Schwarze Bohnenblattlaus, Spinnmilben und Schnecken. Die Larven der Bohnenfliege fressen Gänge in die Keimblätter, die Läuse sitzen an Stängeln und Blütenständen. Spinnmilben erkennst du an feinen, nadelstichartigen Sprenkeln und mit der Lupe auf der Blattunterseite. Schnecken suchst du in ihren Verstecken rund ums Beet.
Wie erkenne ich einen Befall durch die Bohnenfliege?
Die Larven der Bohnenfliege verursachen Fraßgänge in den Keimblättern und können das Herz der Keimpflanze zerstören. Vorbeugend kannst du das Beet nach der Aussaat mit einem dicht abschließenden Kulturschutznetz abdecken oder die Bohnen im Topf vorziehen. Stecken schon zahlreiche Larven oder Puppen im Boden, schützt auch das Netz nicht zuverlässig.
Welche biologischen Methoden eignen sich gegen Schädlinge an Buschbohnen?
Gegen die Bohnenfliege kannst du ein Kulturschutznetz auflegen oder die Bohnen im Topf vorziehen. Blattläuse spritzt du zuerst mit einem kräftigen Wasserstrahl ab und zerdrückst Reste von Hand, Marienkäfer- und Florfliegenlarven lässt du dabei sitzen. Schnecken sammelst du ab und bremst ihre Zuwanderung mit einem Schneckenzaun. Ein vielfältig bepflanzter Garten mit Blüten bietet den natürlichen Blattlausgegnern Lebensraum.
Welche Rolle spielen Marienkäfer bei Blattläusen an Buschbohnen?
Marienkäfer gehören zusammen mit den Larven von Florfliegen und Schwebfliegen zu den natürlichen Gegenspielern der Blattläuse. Wenn du Läuse von Hand zerdrückst, schonst du die Larven von Marienkäfern und Florfliegen. Vielfältig bepflanzte und strukturierte Gärten bieten diesen Helfern Lebensraum.
Schützt Mischkultur Buschbohnen vor Schädlingen?
Einen verlässlichen Schutz darfst du von Nachbarpflanzen nicht erwarten, denn solche Nachbarschaftseffekte sind schwer nachzuweisen und Erfahrungsberichte widersprechen sich häufig. Für Gartenbohnen werden Mais, Kürbis und Kartoffeln als mögliche Partner empfohlen, Fenchel gehört nicht direkt daneben. Blühender Dill bietet Insekten Nahrung und ergänzt das Blütenangebot im Gemüsegarten.
Sind chemische Mittel gegen Schädlinge an Buschbohnen immer nötig?
Nein. Netz, Wasserstrahl, Absammeln und geschonte Nützlinge kommen zuerst. Greifst du als letztes Mittel doch zu Chemie, dann nur zu einem Mittel mit Zulassung für Haus- und Kleingarten, nach Gebrauchsanweisung, mit Schutzkleidung, unter Beachtung der Wartezeit und mit sachgerechter Entsorgung der Reste. Solche Mittel können auch Nützlinge treffen.
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