Buschbohnenkrankheiten erkennen und behandeln: Rost, Fettflecken, Mosaikviren
- Weißliche, später bräunliche Pusteln an der Blattunterseite können auf Bohnenrost hindeuten.
- Ein weißlicher, leicht abwischbarer Belag kann auf Echten Mehltau hindeuten, der an Buschbohnen selten vorkommt.
- Fettig glänzende, glasige Stellen an den Hülsen sind ein Hinweis auf die bakterielle Fettfleckenkrankheit.
- Gelblich gescheckte, blasig gewölbte Blätter können auf Mosaikviren hinweisen; genau bestimmen lässt sie meist nur ein Labor.
- Gesundes Saatgut, trockenes Laub und eine Anbaupause von mindestens 4 Jahren senken das Risiko.

Bräunliche Pusteln unter den Blättern, glasige Flecken auf den Hülsen, gescheckte Blätter: Wenn deine Buschbohnen so aussehen, willst du wissen, was dahintersteckt und was du jetzt tun kannst. Nicht jeder Fleck ist eine Krankheit, denn auch Sonnenbrand, SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall. und Läuse hinterlassen Spuren. Bei einem Verdacht drehe ich zuerst ein paar Blätter um und schaue mir die Hülsen an, bevor ich irgendetwas abschneide.
Buschbohnen wachsen kompakt und brauchen keine Kletterstütze. Was sie sonst von Stangen-, Feuer- und Puffbohnen unterscheidet, zeigt der Überblick über Arten, Wuchsformen und Nutzung der Hülsenfrüchte.
Welche Krankheit ist es? Symptome auf einen Blick
Die Tabelle ordnet typische Bilder möglichen Ursachen zu. Eine Diagnose ersetzt die Tabelle nicht, weil verschiedene Ursachen zu fast gleichen Flecken führen können.
| Was du siehst | Kann hindeuten auf | Erster Schritt |
|---|---|---|
| Weißliche, später bräunliche Pusteln an der Blattunterseite | Bohnenrost (Pilz) | Befallene Blätter abnehmen, Laub trocken halten |
| Weißlicher Belag, der sich leicht abwischen lässt | Echter Mehltau (Pilz) | Befallene Blätter abnehmen |
| Braune Flecken an Blattadern, Stängeln und Hülsen | Brennfleckenkrankheit (Pilz) | Befallene Teile entfernen, kein eigenes Saatgut nehmen |
| Durchscheinende, wie nass wirkende Blattflecken mit hellem Rand; glasige, fettig glänzende Stellen an Hülsen | Fettfleckenkrankheit (Bakterien) | Hülsen prüfen, bei erhärtetem Verdacht Pflanze aus dem Garten entfernen |
| Wässrige Flecken mit gelbem Hof, später braune, wie verbrannt wirkende Blattränder | Bakterienbrand (Bakterien) | Vorgehen wie bei der Fettfleckenkrankheit |
| Gelblich gescheckte, blasig gewölbte Blätter | Mosaikviren | Auf Blattläuse prüfen, bei erhärtetem Verdacht Pflanze entfernen |
| Braune, korkige Stellen an Blättern und Hülsen | Sonnenbrand | Mit den Pilzbildern vergleichen, bevor du eingreifst |
| Feine, nadelstichartige Sprenkel auf den Blättern | Spinnmilben | Blattunterseite mit der Lupe prüfen |
| Verkrüppelte Blätter, Triebe und Hülsen, schwarze Läuse an Stängeln und Blütenständen | Schwarze Bohnenblattlaus | Läuse von Hand zerdrücken, Nützlinge schonen |
| Fraßgänge in den KeimblätternKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen., zerstörtes Herz der Keimpflanze | Bohnenfliege | Nächste Saat im Topf vorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus. oder unter KulturschutznetzEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen. ziehen |
Die letzten vier Zeilen zeigen keine Krankheiten, sondern Sonnenbrand und Schädlinge. Im Ratgeber zum sanften Schutz von Buschbohnen vor Läusen, Milben und Bohnenfliegen findest du die Handgriffe dazu. Das Vorziehen in Töpfchen kann den Befall durch Bohnenfliegen verringern, und wie du Buschbohnen im Topf vorziehst und auspflanzt, erklärt ein eigener Beitrag.
Pilze zeigen sich an Buschbohnen oft als Pusteln oder Beläge, die du sehen oder abwischen kannst. Bakterien verursachen eher durchscheinende oder glasige Flecken. Viren verändern Farbe und Form der Blätter, genau bestimmen lassen sie sich meist nur im Labor.
Bevor du etwas abschneidest, klärst du diese Fragen. Sitzen Pusteln oder Läuse auf der Blattunterseite? Lässt sich ein weißer Belag abwischen? Glänzen Stellen an den Hülsen glasig oder fettig? Wirken braune Stellen korkig, oder folgen die Flecken den Blattadern? Sind die Blätter gelblich gescheckt und blasig gewölbt?
Pilzkrankheiten: Bohnenrost, Mehltau und Brennflecken
Bohnenrost: Pusteln auf der Blattunterseite
Bohnenrost bildet zuerst weißliche, später bräunliche Pusteln an den Blattunterseiten. Deshalb schaust du beim Kontrollgang unter das Laub und nicht nur von oben auf das Beet. Buschbohnen befällt der Pilz seltener als Stangenbohnen. Bei starkem Befall können Blätter vorzeitig absterben, und dann leidet auch die Ernte.
Entdeckst du Pusteln, nimmst du die befallenen Blätter ab und entsorgst sie über den Hausmüll. Ein luftiger Bestand und trockenes Laub können die Ausbreitung bremsen. Wächst im Garten auch eine Stangenbohne, reinigst du ihre Stangen nach einem Rostjahr vor der Wiederverwendung gründlich, denn der Pilz überdauert auch an Bohnenstangen. Ziehst du zusätzlich Prunkbohnen, liest du im eigenen Ratgeber, woran du Krankheiten und Schädlinge an Prunkbohnen erkennst.
Echter Mehltau: weißer Belag, der sich abwischen lässt
Echter Mehltau bildet einen weißlichen Belag auf den Blättern, der sich leicht abwischen lässt. An Buschbohnen kommt er nur selten vor. Findest du ihn doch, nimmst du die befallenen Blätter ab und hältst das übrige Laub trocken.
Nicht verwechseln solltest du ihn mit dem Falschen Mehltau durch Peronospora viciae, der an Erbsen und Puffbohnen auftritt. Oben bilden sich bei ihm gelblich helle Flecken, unten ein grauvioletter Pilzbelag.
Brennfleckenkrankheit: braune Flecken an Adern und Hülsen
Die Brennfleckenkrankheit verursacht braune Flecken an Blattadern, Stängeln und Hülsen. Befallene Pflanzenteile entfernst du, und von betroffenen Pflanzen nimmst du kein eigenes Saatgut.
Jede braune Stelle für einen Pilz halten. Sonnenbrand hinterlässt braune, korkige Stellen an Blättern und Hülsen, die Brennfleckenkrankheit dagegen braune Flecken entlang der Blattadern und an den Stängeln. Schau dir an, wo die Flecken sitzen, bevor du Blätter abnimmst.
Gießen, ohne das Laub zu nässen
Ich gieße meine Buschbohnen morgens direkt an den Fuß der Pflanzen, damit das Laub trocken bleibt. Ob Wasser nötig ist, prüfe ich vorher mit dem Finger in der Erde. Nässe und verdichteter Boden beeinträchtigen Buschbohnen zusätzlich. Im Ratgeber über Pflegefehler, die Einsteigern bei Buschbohnen passieren, geht es auch um zu nassen Boden.
Bakterienkrankheiten: Fettflecken und Bakterienbrand
Fettfleckenkrankheit: glasige Stellen an den Hülsen
Achte zuerst auf die Hülsen: Glasige Stellen, die fettig glänzen, deuten auf die bakterielle Fettfleckenkrankheit hin. Auf dem Laub sitzen dann oft kleine Flecken, die durchscheinen, als wären sie nass, häufig mit hellem Rand. Weil sich die Erreger bei etwa 20 °C gut vermehren, gehe ich in warmen Wochen gezielt durch die Bohnenreihen und sehe mir Blätter und Hülsen an.
Gesundes Saatgut beugt vor, ebenso das Entfernen kranker Pflanzen aus dem Garten. Erhärtet sich der Verdacht, weil zu den Blattflecken glasige Stellen an den Hülsen kommen, ziehst du die Pflanze und gibst sie nicht auf den Kompost. Die für Kübel geeignete Buschbohnensorte Mascotte ist resistent gegen Fettfleckenkrankheit und Mosaikvirus.
Bakterienbrand: Blattränder wie verbrannt
Auch der Bakterienbrand beginnt mit kleinen, wässrigen Flecken, die ein gelber Hof umgibt. Später wirken die Blattränder braun und wie verbrannt. An Hülsen und Samen können dunkle, eingesunkene Stellen entstehen. Im Beet lässt er sich kaum sicher von der Fettfleckenkrankheit trennen, du gehst aber bei beiden gleich vor.
Infizierte Samen können die Krankheit weitergeben. Weil gesundes Saatgut zugleich eine wichtige Vorbeugung ist, nimmst du von fleckigen Pflanzen kein eigenes Saatgut. Ich pflücke und hacke in meinen Bohnen nur, wenn das Laub abgetrocknet ist, und gieße nicht über die Blätter.
Mosaikviren: gescheckte, blasig gewölbte Blätter
Gelblich gescheckte, blasig gewölbte Bohnenblätter können auf Viren hinweisen. An Buschbohnen kommen das Gewöhnliche und das Gelbe Bohnenmosaikvirus vor. Welches Virus es ist, klärt normalerweise erst eine Laboruntersuchung. Befallene Pflanzen können im Wuchs zurückbleiben und weniger Hülsen ansetzen.
Auch Schwarze Bohnenblattläuse lassen Blätter, Triebe und Hülsen verkrüppeln. Weil sich ein Virus im Beet nicht sicher bestimmen lässt und Läuse ein ähnliches Bild machen, suchst du zuerst Stängel, Blütenstände und Blattunterseiten nach Läusen ab. Das hilft doppelt, denn Blattläuse gelten als Überträger der Bohnenmosaikviren.
Behandeln lässt sich eine virusbefallene Pflanze nicht. Läuse zerdrückst du von Hand oder spritzt sie mit einem kräftigen Wasserstrahl ab, und Marienkäfer- sowie FlorfliegenlarvenFlorfliegenlarven sind die räuberischen Larven der zarten, hellgrünen Florfliege. Mit langen Saugzangen saugen sie Blattläuse, Spinnmilben, Thripse und andere Kleininsekten aus und gelten deshalb im Garten als wichtige Nützlinge. schonst du als natürliche Gegenspieler. Erhärtet sich der Verdacht, entfernst du die Pflanze, damit sie nicht zur Quelle für ihre Nachbarn werden kann. Hatte dein Beet schon einmal Mosaik, greifst du bei der nächsten Aussaat zu einer resistenten Sorte wie Mascotte.
Bei einem Verdacht fotografiere ich ein Blatt von oben und von unten und dazu eine Hülse. Die Pflanze markiere ich mit einem Stab und schaue beim nächsten Rundgang, ob sich das Bild verändert hat.
Vorbeugen, sanft eingreifen, Chemie nur zuletzt
Vorbeugen heißt bei Buschbohnen: gesundes Saatgut, ein sonniger Platz ohne Nässe und Verdichtung, dazu mindestens 4 Jahre Anbaupause nach HülsenfrüchtenHülsenfrüchte sind die in einer Hülse reifenden Samen von Schmetterlingsblütlern wie Erbse, Bohne und Linse; die Pflanzen heißen Hülsenfrüchtler oder Leguminosen. Die meisten binden mit Knöllchenbakterien an den Wurzeln Stickstoff aus der Luft.. Die Anbaupause behältst du im Beetplaner für deine Gemüsebeete im Blick. Die Grundregeln zu Vorbeugung, Kontrolle und mechanischem Schutz stehen im Hülsenfrüchte-Überblick im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.
Marienkäfer-, Florfliegen- und SchwebfliegenlarvenSchwebfliegenlarven sind die Larven der Schwebfliegen und zählen zu den wirksamsten natürlichen Gegenspielern der Blattläuse im Garten. Sie fressen alle Blattlausstadien und gehören auch zu den natürlichen Feinden verschiedener Milben. gehören zu den natürlichen Blattlausgegnern, und ein vielfältig bepflanzter Garten bietet ihnen Lebensraum. Hausmitteln wie Magermilch, SchachtelhalmbrüheSchachtelhalmbrühe ist ein gekochter Auszug aus Ackerschachtelhalm. Die gelöste Kieselsäure soll das äußere Zellgewebe der Pflanzen festigen; die Brühe wird vorbeugend gegen Pilzkrankheiten an Obst und Gemüse gesprüht. oder Knoblauchsud wird nachgesagt, Pilzbelag zu bremsen oder Blätter zu festigen. Ich sehe sie als Versuch ohne Garantie und setze bei Rost oder Fettflecken zuerst auf Hygiene und trockenes Laub.
Chemischer Pflanzenschutz ist für mich das letzte Mittel und kommt nur mit einer Zulassung für den Haus- und Kleingarten infrage. Dann hältst du dich genau an die Gebrauchsanweisung, trägst Schutzkleidung, beachtest die Wartezeit bis zur Ernte und entsorgst Reste fachgerecht. Solche Mittel können auch die Nützlinge treffen, die dir gegen Blattläuse helfen.
Ernten, wenn Krankheiten im Beet waren
Grüne Buschbohnen sind pflückreif, wenn die Hülsen glatt brechen und die Bruchstelle grün und saftig ist. Hülsen mit glasigen oder braunen Flecken sortierst du dabei aus. Luftdicht verpackt halten sich frische grüne Bohnen etwa 1 Woche im Gemüsefach; mehr zu Erntezeitpunkt und Lagerung steht im Hülsenfrüchte-Überblick.





