Markerbsen ernten und lagern: Reife erkennen, frisch halten, einfrieren
- Markerbsen erntest du für die frische Küche, wenn die Körner gut entwickelt, aber noch nicht hart sind.
- Pflück morgens, dann ist das Erntegut noch kühl und prall.
- Häufiges Ernten zarter Hülsen fördert bei Erbsen die Blüte und erhöht den Ertrag.
- In der Hülse und im feuchten Tuch bleiben frische Erbsen im Kühlschrank etwa 1 bis 2 Tage frisch.
- Zum Einfrieren enthülst und wäschst du die Erbsen, blanchierst sie etwa 2 Minuten und kühlst sie in Eiswasser ab.
- Blanchierte Markerbsen lagerst du bei −18 °C. So halten sie etwa 9 bis 15 Monate.
- Vollreif getrocknete Markerbsen werden beim Kochen nicht mehr weich und ersetzen keine Suppen-Palerbsen.

Bei Markerbsen entscheidet der Zeitpunkt zweimal: am Beet, weil die grünen Körner irgendwann hart werden, und danach in der Küche. Frische Erbsen in der Hülse bleiben im Kühlschrank nämlich nur etwa 1 bis 2 Tage frisch. Ich plane deshalb schon beim Pflücken, was am selben Tag in den Topf kommt und was ich blanchiereBlanchieren heißt, gewaschenes und klein geschnittenes Gemüse für wenige Minuten in sprudelnd kochendes Wasser zu geben und sofort in Eiswasser abzukühlen. So bereitest du die meisten Gemüsesorten auf das Einfrieren vor. und einfriere.
Markerbsen sind die Gartenerbsen für frische Kerne. Zuckererbsen isst du mit der jungen Hülse samt Samenanlagen, Palerbsen werden auch ausgereift als Trockensamen genutzt. Für Markerbsen heißt das: Du erntest die Körner jung, isst sie frisch und legst den Rest im Gefrierschrank an.
Wann sind Markerbsen erntereif?
Die Erntezeit von Markerbsen reicht von Juni bis August. Für die frische Verwendung pflückst du, sobald sich die Körner in der Hülse gut entwickelt haben. Warten solltest du aber nicht zu lange, denn Erbsen für den Frischverzehr werden jung geerntet, bevor die grünen Samen hart werden.
So prüfst du die Reife am Beet
Ich öffne an einer Pflanze zuerst eine Probehülse und drücke ein Korn zwischen Daumen und Zeigefinger. Ist es gut entwickelt und gibt noch weich nach, pflücke ich die ähnlich prall gefüllten Hülsen an derselben Pflanze. Ist das Korn schon hart, taugt diese Hülse nicht mehr für die frische Küche. Eine Kostprobe direkt am Beet ist möglich, denn Erbsen enthalten vergleichsweise wenig Lektine und können in Maßen roh gegessen werden.
Morgens ernten
Ich pflücke Markerbsen am Morgen. Dann ist das Erntegut noch kühl und prall, und das ist günstig für alles, was nach der Ernte aufbewahrt werden soll. Die Schüssel mit den Hülsen kommt danach ohne Umweg in den Kühlschrank.
Von der Aussaat bis zur Ernte
Markerbsen werden vorzugsweise ab April gesät, die Aussaatzeit reicht bis Mai. Ihre Kulturdauer liegt bei 56 bis 91 Tagen, und während der Blüte und der anschließenden Hülsenbildung haben sie einen hohen Wasserbedarf. Wie du Erbsen säst, stützt und gießt, steht im Überblick zu Aussaat, Rankhilfen und Gießen bei Bohnen und Erbsen.
Markerbsen ernten: So pflückst du richtig
Beim Pflücken halte ich den Trieb mit einer Hand fest und löse die Hülse mit der anderen, damit ich die Pflanze nicht herausreiße. Erbsen für den Frischverzehr pflückst du wiederholt durch, statt alles an einem Tag abzuernten. Häufiges Ernten zarter Hülsen fördert bei Erbsen die Blüte und erhöht den Ertrag.
Wer die Hülsen hängen lässt, verschenkt also zweierlei: zarte Körner, weil die grünen Samen hart werden, und neue Blüten, weil häufiges Ernten die Blüte fördert.
Ich gehe die Erbsenreihe von beiden Seiten ab und schaue auch unter die Blätter. Jede Probehülse, die ich zum Prüfen öffne, landet gleich in der Schüssel, damit nichts verloren geht.
Nach dem Pflücken: sortieren und palen
Frische Erbsen bewahrst du in der Hülse auf. Ich pale deshalb nur so viel, wie am selben Tag gekocht oder eingefroren wird. Vorher sehe ich die Ernte durch und lege Hülsen mit Löchern, Gespinst oder fauligen Stellen beiseite.
Zum Palen öffnest du die Hülse mit dem Daumen an der Naht und streifst die Körner in eine Schüssel. Ich arbeite dabei mit zwei Gefäßen: eines für die Kerne, eines für die leeren Hülsen. Körner mit Bohrlöchern sortiere ich sofort aus.
Beim Auslösen frischer Erbsen beträgt der Schälverlust etwa 60 %. Aus 1 kg Markerbsen in Hülsen bleiben ungefähr 400 g essbare Kerne.
Markerbsen lagern: Welche Methode passt wofür?
Frische Erbsen halten im feuchten Tuch nur etwa 1 bis 2 Tage, blanchiert und tiefgekühlt dagegen viele Monate. Für Markerbsen ist der Gefrierschrank deshalb der eigentliche Vorratsplatz. Die Übersicht zeigt, was du wie vorbereitest.
| Lagerweg | So bereitest du vor | Orientierung |
|---|---|---|
| Kühlschrank | in der Hülse lassen, in ein feuchtes Tuch einschlagen | etwa 1 bis 2 Tage |
| Gefrierschrank | enthülsen, waschen, etwa 2 Minuten blanchieren, in Eiswasser abkühlen, luftarm verpacken | bei −18 °C etwa 9 bis 15 Monate |
| Gegartes Erbsengericht | abgedeckt in den Kühlschrank stellen | 1 bis 2 Tage |
| Vollreif getrocknet | für die Küche ungeeignet, die Körner werden beim Kochen nicht mehr weich | kein Küchenvorrat |
Frisch im Kühlschrank
Schlag die ungeöffneten Hülsen in ein feuchtes Tuch ein und leg sie in den Kühlschrank. So bleiben frische Erbsen etwa 1 bis 2 Tage frisch. Zuckererbsenhülsen halten im Gemüsefach mit 3 bis 4 Tagen etwas länger, wenn beide im Kühlschrank liegen, kochst du also die Markerbsen zuerst.
Die ganze Ernte in den Kühlschrank legen und nach und nach verbrauchen. Frische Erbsen halten dort nur etwa 1 bis 2 Tage. Was du nicht rasch verbrauchst, blanchierst du und frierst es ein.
Markerbsen einfrieren
Junge grüne Markerbsen sind als süßes Gemüse gedacht, gegart oder eingefroren. Einfrieren ist für sie der Weg in den langen Vorrat.
So kommen Markerbsen in den Gefrierschrank.
- Erbsen enthülsen und waschen.
- In kochendem Wasser etwa 2 Minuten blanchieren.
- Sofort in Eiswasser abkühlen, damit der Garprozess stoppt.
- Gut abtropfen lassen.
- Portionsweise und möglichst ohne Lufteinschlüsse in Gefrierbehälter füllen.
- Mit Inhalt, Menge und Einfrierdatum beschriften.
Gelagert werden die Portionen bei −18 °C. Dann halten blanchierte Markerbsen etwa 9 bis 15 Monate. Ich friere in Mengen ein, die zu einer Mahlzeit passen, und nehme immer zuerst den Beutel mit dem ältesten Datum.
Trocknen: Warum Markerbsen kein Suppenvorrat werden
Trocknen klingt nach dem einfachsten Weg in den Vorrat, bei Markerbsen führt er für die Küche aber nicht zum Ziel.
„Markerbsen kann ich trocknen und später wie Trockenerbsen kochen.“ Das stimmt nicht. Vollreif getrocknete Markerbsen werden beim Kochen nicht mehr weich und ersetzen deshalb keine Suppen-Palerbsen.
Wer Erbsen für den Suppentopf trocknen will, sät Palerbsen, denn diese Nutzungsgruppe ist auch für ausgereifte Trockensamen gedacht. Für den Trockenvorrat liest du nach, wie du Schalerbsen erntest und lagerst.
Trocknen hat bei Markerbsen trotzdem einen Zweck: eigenes Saatgut. Dafür bleiben ausgewählte Hülsen gesunder Pflanzen bis zur raschelnd trockenen Reife hängen und werden bei trockenem Wetter geerntet. Vor dem Auslösen der Samen lagerst du sie noch 2 bis 3 Wochen trocken nach, alles Weitere steht im Hülsenfrüchte-Überblick im Abschnitt Eigenes Saatgut.
Einmachen: Warum ich Markerbsen lieber einfriere
Einkochen ist bei Hülsengemüse eine Sicherheitsfrage. Unzureichend erhitzte, selbst eingekochte Bohnen können Botulismus verursachen: Hitzeresistente Sporen überleben, und unter Luftabschluss können sich toxinbildende Bakterien entwickeln. Botulinumtoxin lässt sich in selbst eingemachten Lebensmitteln nicht zuverlässig an Aussehen, Geruch oder Geschmack erkennen. Meine Markerbsen kommen deshalb in den Gefrierschrank und nicht ins Glas.
Ein aufgetriebenes Glas oder eine aufgetriebene Konserve entsorgst du ungeöffnet. Ein unauffälliges Aussehen schließt eine Belastung mit Botulinumtoxin nicht aus.
Qualität halten und gelagerte Markerbsen verwenden
Für den Vorrat nehme ich nur Körner, die beim Palen sauber, grün und ohne Bohrlöcher waren. Tiefgekühlte Markerbsen gibst du für warme Gerichte gefroren direkt in den Topf. So vermeidest du unnötige Auftauverluste.
Bleibt von einem gegarten Erbsengericht etwas übrig, stellst du es abgedeckt in den Kühlschrank. Als Orientierung gelten dafür 1 bis 2 Tage. Welche Gerichte zu frischen und tiefgekühlten Markerbsen passen, findest du bei den Rezeptideen für Markerbsen.
Erntezeit verlängern: Staffelung und Sortenwahl
Erbsenernten lassen sich durch Folgesaaten nur bedingt staffeln, besser klappt es über Sorten verschiedener Reifegruppen. Für späten Anbau im Juni oder Juli eignen sich nur frühe Sorten, die Termine stehen im Aussaatkalender für Hülsenfrüchte zum Ausdrucken.
Bei der Markerbse ‘Evita’ verlängert satzweiser Anbau die Erntezeit, ‘Wunder von Kelvedon’ hat eine frühe Pflückreife und ‘Vitara’ eignet sich für späte Aussaat bis Juli. Welche Sorte zu deinem Platz und Zweck passt, zeigt die Übersicht der Markerbsensorten nach Garten und Verwendung.
Plane die Reihen so, dass die Ernte zu deiner Zeit fürs Palen und zum Platz im Gefrierschrank passt. Die Fläche legst du im Beetplaner für dein Gemüsebeet fest.
Herausforderungen meistern
Die Körner sind schon hart
Sind die grünen Samen hart geworden, ist der Zeitpunkt für die frische Küche vorbei. Trocknen rettet sie nicht, denn vollreif getrocknet werden Markerbsen beim Kochen nicht mehr weich. Solche Hülsen an gesunden Pflanzen kannst du für eigenes Saatgut ausreifen lassen. Damit es seltener so weit kommt, pflückst du häufig durch.
Löcher, Gespinst und Kot in den Hülsen
Findest du beim Palen Fraß, Gespinst und Kot in der Hülse, kann ein Erbsenwickler dahinterstecken. Seine Larven bohren sich in die Hülsen und schädigen die Samen. Rundliche, tief reichende Bohrlöcher in den Samen können dagegen auf Erbsenkäfer hindeuten. Betroffene Körner sortiere ich aus, bevor etwas in den Topf oder in den Gefrierbeutel kommt.
Im Hausgarten ist eine Bekämpfung des Erbsenwicklers normalerweise nicht erforderlich. Zur Vorbeugung dienen eine frühe Aussaat, eine windoffene Lage, regelmäßiges Hacken und FruchtwechselFruchtfolge ist die geplante Reihenfolge, in der verschiedene Gemüsearten über die Jahre auf demselben Beet wachsen. Wechselst du jedes Jahr die Pflanzenfamilie, sinkt das Risiko für Krankheiten und Schädlinge, und die Nährstoffe im Boden werden besser genutzt.. KulturschutznetzeEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen. können Erbsenwickler abhalten, verlass dich aber nicht darauf; Befallsmerkmale und Vorbeugung vertieft der Hülsenfrüchte-Überblick im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.
Faulige Stellen an Hülsen
Hellbraune Fäulnisflecken, die an welken Blüten beginnen, können auf GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten. hindeuten. Unter feuchten Bedingungen kann er auf weitere Pflanzenteile übergreifen. Solche Flecken sind ein Hinweis, keine sichere Diagnose, trotzdem kommen betroffene Hülsen bei mir nicht in den Vorrat. Befallenes Material kann über den Haus- oder Biomüll entsorgt werden. Ein Gartenkompost erreicht die zur Abtötung der Erreger nötigen Temperaturen möglicherweise nicht.
Öffne beim nächsten Gang durchs Beet eine Probehülse und drück ein Korn zwischen den Fingern. Ist es gut entwickelt und noch weich, stell Eiswasser und Gefrierbehälter bereit und pflück durch.





