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Blumenkohl im Herbst anbauen und ernten: Termine, Sorten, Nässe und Frost

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Aussaat für die Herbsternte von Mitte Mai bis Anfang Juli, Pflanzung von Mitte Juni bis Ende Juli.
  • Auspflanzen, sobald die Jungpflanzen 5 Blätter haben; 40 bis 60 cm in der Reihe und 40 bis 60 cm Reihenabstand.
  • Ernte je nach Satz und Bedingungen von Ende August bis Anfang Dezember.
  • Herbstriesen 2 und Neckarperle sind Beispiele für weiße Herbstsorten.
  • Blumenkohl ist nicht winterhart: Späte Sätze brauchen mildes Spätherbstwetter, Stickstoffüberschuss vermeidest du.
Blumenkohlkopf mit dichten weißen Röschen und grünen Hüllblättern von oben auf einem Holzbrett
Foto: Mustafa Akın · Pexels License · Quelle ↗

Herbstblumenkohl entscheidet sich im Frühsommer, nicht im Oktober. Wer erst bei den ersten kalten Nächten an Blumenkohl denkt, hat das Pflanzfenster schon verpasst. Wer dagegen von Mitte Mai bis Anfang Juli sät, kann je nach Satz von Ende August bis Anfang Dezember ernten. Ich plane meinen Herbstsatz deshalb im Mai, sobald das Aussaatfenster beginnt. Blumenkohl stellt höhere Ansprüche als Kohlrabi, Grünkohl oder Wirsing, und im Herbst kommen kürzere Tage, Nässe und früher Frost dazu. Hier liest du, wie du Termine, Sorten und Beet darauf abstimmst.

Wann du Herbstblumenkohl säst, pflanzt und erntest

Die Termine hängen voneinander ab, deshalb stehen sie gesammelt in einer Tabelle.

Schritt Herbstblumenkohl
Aussaat Mitte Mai bis Anfang Juli
Saattiefe 0,5 bis 1 cm
Pflanzreife Jungpflanze mit 5 Blättern
Pflanzung Mitte Juni bis Ende Juli
Abstand 40 bis 60 cm in der Reihe, 40 bis 60 cm Reihenabstand
Gestaffelte Ernte neuer Satz ungefähr alle 2 Wochen
Ernte je nach Satz und Bedingungen Ende August bis Anfang Dezember

Willst du nicht alle Köpfe auf einmal ernten, pflanzt du ungefähr alle 2 Wochen einen neuen Satz. Weil du den Herbstsatz vorziehst, kann das Beet bis zur Pflanzung länger mit der ersten Kultur belegt bleiben. Welche Fläche wann frei wird, legst du im Beetplaner für Sätze und Beetwechsel fest.

Marias Erfahrung

Ich trage mir die Pflanztermine für jeden Satz schon bei der Aussaat in den Gartenkalender ein. Auf das Etikett im Anzuchttopf schreibe ich Sorte und geplanten Pflanztag.

Jetzt dran

Liest du das erst im Herbst, ist das Pflanzfenster für dieses Jahr vorbei, denn es endet Ende Juli. Nutze die Zeit zum Planen und reserviere schon jetzt das sonnigste Beet für den nächsten Herbstsatz. Alle Kohltermine hast du im Kohl-Aussaatkalender zum Ausdrucken auf einem Blatt.

Anzucht im Saatbeet

Blumenkohl ziehst du je nach Sorte im Saatbeet im Freiland vor und pflanzt ihn aus, sobald er 5 Blätter hat. Ziehst du im Topf vor, stell die Anzucht hell und nicht zu warm, damit die Jungpflanzen keine langen, weichen Triebe bilden. Ob Direktsaat oder Anzucht zu deinem Garten passt, erklärt der Beitrag über den richtigen Aussaatzeitpunkt für Blumenkohl je nach Anbaumethode.

Aussaatkalender Blumenkohl
GartenkalenderVorkultur: Februar, März, April, Mai, Juni, Juli; Aussaat: Mai, Juni, Juli; Ernte: April, Mai, Juli, August, September, Oktober, November, DezemberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: FebruarVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiVorkultur: JuniVorkultur: JuliAussaatAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliErnteErnte: AprilErnte: MaiErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberErnte: DezemberVorkulturAussaatErnte

Wie der Kopf entsteht und warum der Herbst dazu passt

Blumenkohl legt seinen Kopf nicht zu einem festen Datum an. Zuerst durchläuft die Pflanze eine Jugendphase, deren Länge von der Sorte abhängt. Danach löst eine kühle Phase die Anlage des essbaren Kopfes aus, der sich erst später zum Blütenstand streckt. Im Hochsommer liegt das Problem woanders: Zu hohe Nachttemperaturen können bei Sommerblumenkohl die Entwicklung des Blumenansatzes beeinträchtigen. Der Herbstsatz bildet seinen Kopf erst ab dem Spätsommer, wenn die Nächte kühler werden, und trifft damit eher auf die kühle Phase.

Wer trotzdem im Hochsommer ernten möchte, findet den Sommeranbau mit hitzetoleranten Sorten und Hitzeschutz in einem eigenen Beitrag.

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Welche Sorten in den Herbstsatz gehören

Passe die Sorte an den Anbauzeitraum an, weil die Jugendphase bis zur Kopfanlage sortenabhängig ist. Herbstriesen 2 und Neckarperle sind Beispiele für weiße Herbstblumenkohlsorten. Fremont F1 und Lecanu F1 werden dagegen als Sorten für weißen Sommerblumenkohl geführt. Lies deshalb vor der Aussaat nach, für welchen Satz eine Sorte gedacht ist.

Häufiger Fehler

Übrig gebliebene Samen einer Sommersorte landen im Herbstsatz, weil die Tüte gerade griffbereit ist. Ich sortiere mein Saatgut deshalb vor der Aussaat im Mai nach Sommer- und Herbstsätzen.

Kürzere Tage: das sonnigste Beet für den Herbstsatz

Blumenkohl braucht einen warmen, sonnigen Standort, und im Herbst werden die Tage kürzer. Ich reserviere dem Herbstsatz deshalb das Beet, das am längsten Sonne bekommt und nicht im Schatten von Hecken oder hohen Nachbarkulturen liegt. Halte außerdem das Pflanzfenster bis Ende Juli ein, damit die Pflanzen den Sommer noch zum Wachsen nutzen.

Passt dazu

Als Mischkulturpartner für Blumenkohl eignen sich Sellerie, Tomaten, Bohnen, Salat und Erbsen. Setz hohe Partner so, dass sie dem Herbstsatz kein Licht nehmen. Welche Nachbarn auf deinem Beet zusammenpassen, prüfst du im Mischkultur-Planer.

Nässe: Staunässe vermeiden, Blätter abtrocknen lassen

Im Herbst gießt du nur, was Regen und Bodenvorrat nicht decken. Ich prüfe vorher mit dem Finger, ob die Erde unter der Oberfläche noch feucht ist, und gieße dann an die Wurzel statt über die Blätter.

Gegen Staunässe setzt du beim Boden an: Blumenkohl braucht fruchtbare, kalkreiche Erde, die Feuchtigkeit hält und überschüssiges Wasser gut ableitet. Empfohlen ist ein neutraler bis leicht basischer Bereich von pH 6,8 bis 7,5, und ob du kalkst, entscheidet die Bodenuntersuchung. Wie du den Platz vorbereitest, zeigt der Beitrag darüber, welchen Standort Blumenkohl braucht und wie du den Fruchtwechsel planst.

Mit Nässe hängen zwei Kohlkrankheiten zusammen: Kohlhernie wird durch feuchte bis staunasse Böden begünstigt, besonders bei 20 bis 25 °C. Dem Falschen Mehltau beugen bei Jungpflanzen gute Lüftung, vermiedene Taubildung und rasch abtrocknende Blätter vor. Wie du beide Krankheiten einordnest und vorbeugst, steht im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Krankheiten.

Früher Frost: Blumenkohl ist nicht winterhart

Blumenkohl gilt als nicht winterhart, und eine späte Herbstkultur braucht mildes Spätherbstwetter. Das Erntefenster reicht je nach Satz zwar bis Anfang Dezember, doch auf die letzten Wochen kannst du dich nicht verlassen. Ich setze deshalb die meisten Pflanzen in die früheren Sätze und halte den letzten Satz klein.

Vermeide Stickstoffüberschuss, weil weiches Wachstum Kälteschäden begünstigen kann. Das gilt besonders für Sorten, die überwintern oder erst im Winter oder Frühjahr reifen.

Vlies schützt überwinterndes Gemüse vor starker Kälte und vor Wintersonne. Kündigt der Wetterbericht Frost an, lege ich Vlies über die späten Sätze und beschwere die Ränder.

Achtung

Vlies hält Wärme. Steigen die Temperaturen stark an, nimm es ab, damit darunter kein Hitzestau entsteht.

Ein ungeheiztes Gewächshaus ist bei stärkerem oder länger anhaltendem Frost kein verlässlich frostfreier Platz. Für die Kultur unter Glas lies nach, wie du Blumenkohl im Gewächshaus mit Lüftung und Bewässerung steuerst.

Mythos-Check

„Frost macht den Kopf süßer.“ Dass Kälte den Zuckergehalt erhöht, gilt für viele Grünkohlsorten, und selbst dort braucht es dafür keinen Frost. Blumenkohl ist nicht winterhart, deshalb lasse ich erntereife Köpfe nicht im Frost stehen.

Winterblumenkohl: nur für milde Lagen

Überwinternder Blumenkohl eignet sich für milde Anbauräume wie die Meeresnähe, den Niederrhein und die Pfalz. Du säst ihn von Mitte Juni bis Anfang Juli und erntest erst im folgenden Frühjahr. Im Freiland setzt du ihn im Raster von 70 × 65 cm, also weiter als den Herbstsatz.

Pflege, Schädlinge, Ernte und Küche in Kürze

Was der Herbstsatz an Pflege braucht

Während der Wachstumszeit vermeidest du Wassermangel, sonst können kleine oder verformte Köpfe entstehen. Damit der Kopf weiß bleibt, knicke ich ein oberes Blatt über ihm um. Mehr dazu liest du im Beitrag darüber, wie du Blumenkohl in jeder Wachstumsphase gießt und düngst.

Schädlinge im Herbstsatz

Gegen zufliegende Kohlschädlinge legst du direkt nach dem Pflanzen ein Kulturschutznetz mit einer Maschenweite unter 1 mm auf und hältst es bis zur Ernte an den Rändern dicht. Beim Herbstsatz fällt die Pflanzung in die Zeit, in der ab Juli die neue Käfergeneration der Kohlerdflöhe erscheint. Welche Schädlinge sonst auftreten und wie du kontrollierst, steht ebenfalls im Kohl-Ratgeber, im Abschnitt Schädlinge und Pflanzenschutz.

Ernte und Lagerung

Du erntest den Kopf als unreifen Blütenstand, also bevor er sich streckt. Ein ganzer frischer Kopf hält im Gemüsefach des Kühlschranks ungefähr 2 bis 3 Tage. Mehr zur Technik liest du im Beitrag darüber, wie du Blumenkohl schneidest, lagerst und einfrierst.

Herbstblumenkohl in der Küche

Den Kopf isst du roh oder gegart, und auch die Blätter lassen sich kochen. Verwendung und Nährwerte findest du im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Kohl in der Küche.

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Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Aussaat von Blumenkohl im Herbstanbau?
Für die Herbsternte säst du Blumenkohl von Mitte Mai bis Anfang Juli. Ausgepflanzt wird von Mitte Juni bis Ende Juli, sobald die Jungpflanzen 5 Blätter haben. Je nach Satz und Bedingungen erntest du dann von Ende August bis Anfang Dezember.
Wie unterscheidet sich die Pflege von Blumenkohl im Herbst gegenüber dem Sommeranbau?
Im Herbst gießt du nur, was Regen und Bodenvorrat nicht decken, und achtest besonders auf Staunässe. Trotzdem darf die Versorgung nicht abreißen, weil Blumenkohl bei beginnender Kopfbildung empfindlich auf Wassermangel reagiert. Neu kommt der Kälteschutz dazu: Du vermeidest Stickstoffüberschuss und hältst Vlies für Frostnächte bereit.
Welche besonderen Herausforderungen bringt die kürzere Tageslichtdauer für den Blumenkohlanbau mit sich?
Blumenkohl braucht einen warmen, sonnigen Standort, und im Herbst werden die Tage kürzer. Gib dem Herbstsatz deshalb das sonnigste Beet ohne Schatten von Hecken oder hohen Nachbarkulturen. Halte außerdem das Pflanzfenster bis Ende Juli ein, damit die Pflanzen den Sommer noch zum Wachsen nutzen.
Wie kann man Blumenkohl vor frühem Frost schützen und die Ernte verlängern?
Blumenkohl ist nicht winterhart, und späte Herbstsätze brauchen mildes Spätherbstwetter. Bei Frostansage deckst du die Pflanzen mit Vlies ab und nimmst es bei stark steigenden Temperaturen wieder ab, damit kein Hitzestau entsteht. Vermeide Stickstoffüberschuss, weil weiches Wachstum Kälteschäden begünstigen kann. Die Ernte verteilst du, indem du ungefähr alle 2 Wochen einen neuen Satz pflanzt.
Wie entwickelt sich die Kopfbildung bei Blumenkohl unter verschiedenen Temperaturbedingungen?
Den Kopf legt Blumenkohl an, wenn nach der sortenabhängigen Jugendphase eine kühle Phase folgt. Zu hohe Nachttemperaturen können bei Sommerblumenkohl dagegen die Entwicklung des Blumenansatzes beeinträchtigen. Kälte kann aber auch zu früh kommen: Bei Frühsorten gilt das Stadium mit 3 bis 5 Laubblättern als empfindlich. Herrschen dann 7 bis 14 °C, kann eine verfrühte Kopfanlage mit unzureichender Blattmasse die Folge sein.
Eignet sich der Blumenkohlanbau auch für Regionen mit milden Wintern?
Ja, in milden Anbauräumen wie der Meeresnähe, dem Niederrhein oder der Pfalz eignet sich auch überwinternder Blumenkohl. Winterblumenkohl säst du von Mitte Juni bis Anfang Juli und erntest ihn im folgenden Frühjahr. Im Freiland setzt du ihn im Raster von 70 × 65 cm. Vermeide Stickstoffüberschuss, denn weiches Wachstum kann Kälteschäden begünstigen.
Welche praktischen Methoden gibt es für die Anzucht von Blumenkohl ohne Gewächshaus?
Je nach Sorte ziehst du Blumenkohl im Saatbeet im Freiland vor, für den Herbstsatz von Mitte Mai bis Anfang Juli. Im Topf säst du in Aussaaterde, achtest auf Wasserabzug und hältst die Saat gleichmäßig feucht ohne Staunässe. Stell die Keimlinge hell und nicht zu warm, sonst bilden sie lange, weiche Triebe. Vor dem Auspflanzen härtest du die Jungpflanzen ab, indem du sie kühler stellst und belüftest.
Welche Rolle spielt der Fruchtwechsel beim Anbau von Kohlgemüse?
Für Blumenkohl gilt eine Fruchtwechselpause von 5 Jahren. Zur Kohlpause zählen auch Radieschen und Rettich sowie die Gründüngungen Gelbsenf, Ölrettich und Raps. Ihre Verwandtschaft mit Kohl kann die Kohlhernie begünstigen, deren Dauersporen bis zu 20 Jahre im Boden überdauern können. Als Gründüngung vor Kohl eignen sich Phacelia oder Buchweizen.
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