Kohlröschen anbauen: So planst du die Fruchtfolge mit Vor- und Nachkultur
- Kohlröschen sind eine Kreuzung aus Rosenkohl und Grünkohl und zählen damit voll zur Kohlpause.
- Für Kreuzblütler reichen die empfohlenen Wiederkehrabstände von 3 bis 6 Jahren.
- Auch Radieschen, Rettich, Rucola, Senf, Ölrettich und Raps sind Kreuzblütler und zählen mit.
- Als günstige Vorfrüchte gelten Porree, Zwiebeln, Zucchini, Getreide und Mais.
- Nach dem Kohl passen Möhren, Kopfsalat oder Spinat, die weniger Nährstoffe brauchen.
- Die Pause beugt vor, saniert aber kein befallenes Beet: Kohlhernie-Sporen können bis zu 20 Jahre überdauern.

Kohlröschen stehen von der Pflanzung bis in den Herbst oder Winter im Beet. Setzt du sie dorthin, wo kurz vorher Kohl, Radieschen oder Senf wuchsen, kann das die KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. begünstigen. Ich lege den Platz für meine Kohlröschen deshalb schon im Herbst davor fest und lese dafür meine Beetnotizen der letzten Jahre. Hier findest du, welche Vorfrüchte passen, was nach der Ernte kommt und wie ein Wechsel mit vier Beeten aussieht.
Kohlröschen im Beet: was für die Planung zählt
Kohlröschen, auch Kaletten genannt, sind eine Kreuzung aus Rosenkohl und Grünkohl. Du erntest lockere Blattrosetten aus den BlattachselnDie Blattachsel ist der Winkel zwischen Blattstiel und Zweig oder Stängel, also die Stelle, an der ein Blatt am Spross ansetzt. Aus ihr wachsen häufig Seitentriebe, bei Tomaten etwa die Geiztriebe., während die Röschen des Rosenkohls aus dicht geschichteten Blättern bestehen. Für die Fruchtfolge zählt vor allem, dass Kohlröschen Kohl sind und dieselbe Pause brauchen wie jede andere Kohlart. Wie die Kohlarten zusammenhängen, beschreibt der Kohl-Ratgeber im Abschnitt über Arten, Ernteorgane und Herkunft.
Die Vorfrucht wächst im Jahr davor auf dem Beet. Eine Vorkultur nutzt die Fläche im selben Jahr, bis die Kohlröschen gepflanzt werden. Die NachkulturEine Nachkultur ist Gemüse, das im Sommer auf einem frei gewordenen Beet gesät oder gepflanzt wird, nachdem die erste Kultur abgeerntet ist. Es wird noch vor den ersten Frösten reif oder bleibt über den Winter stehen. folgt nach der Ernte, bei Kohlröschen meist erst im nächsten Jahr.
Wie lange die Fläche belegt ist, zeigt die Übersicht.
| Schritt | Zeitraum oder Richtwert |
|---|---|
| Vorziehen im Kleingewächshaus | ab März, regional und witterungsabhängig |
| Vorziehen im abgedeckten Freiland-Saatbeet | ab April |
| Saattiefe | 0,5 bis 2 cm, je nach Aussaatverfahren |
| Pflanzung an den endgültigen Platz | etwa im Mai oder Juni, je nach Region und Sorte |
| Abstände | etwa 50 bis 60 cm in der Reihe, 60 cm zwischen den Reihen |
| Wuchshöhe | etwa 80 bis 100 cm als Richtwert |
| Ernte | ungefähr September bis Februar, je nach Sorte |
Die Sorte bestimmt mit, wann das Beet wieder frei wird. Autumn Star F1 liefert eine Herbsternte und gilt als nicht winterhart. Snowdrop F1 ist eine Sorte für die Winterernte und ausgeprägt winterhart. Mit einer Wintersorte bleibt die Fläche also bis in den Winter vergeben, und eine Nachkultur im selben Jahr fällt weg.
Den ganzen Weg zeigt dir die Anleitung, wie du Kohlröschen als Einsteiger vom Standort bis zur Ernte anbaust. Die Saattermine der anderen Kohlarten legst du mit dem druckbaren Aussaatkalender für Kohl daneben.
Warum Kohlröschen eine Anbaupause brauchen
Es geht vor allem um die Kohlhernie. Der Erreger sitzt an den Wurzeln und bleibt lange im Beet, denn seine DauersporenDauersporen sind mikroskopisch kleine Sporen, mit denen manche Krankheitserreger im Boden überdauern, etwa der Erreger der Kohlhernie. Sie bleiben über mehrere Jahre lebensfähig und können dann erneut Pflanzen infizieren. können bis zu 20 Jahre im Boden überdauern. Infektionen werden besonders bei 20 bis 25 °C begünstigt. Feuchter bis staunasser Boden fördert sie zusätzlich.
Die Verwandtschaft unter den Kreuzblütlern kann die Krankheit begünstigen. Deshalb wechselst du nicht nur die Kohlart, sondern die ganze Pflanzenfamilie. Für diesen vorbeugenden Wechsel reichen die empfohlenen Wiederkehrabstände von 3 bis 6 Jahren. Einen gesunden Boden hältst du so gesund, einen befallenen saniert die Pause aber nicht, weil die Sporen deutlich länger überdauern können, als dieser Abstand dauert. Zur Vorbeugung gehört außerdem, Staunässe auf der Fläche zu vermeiden.
Gegen Raupen wie die des Kohlweißlings ist die Anbaupause nicht gedacht, denn Schadinsekten fliegen zu. Ein Kulturschutznetz und die regelmäßige Kontrolle können den Befall vermindern, beides beschreibt der Kohl-Ratgeber im Abschnitt Schädlinge und Pflanzenschutz.
Diese Pflanzen zählen zur Kohlpause
Zur Pause gehören alle Kreuzblütler, nicht nur die Kohlarten. Neben Rosenkohl, Grünkohl, Kohlrabi und Brokkoli sind das auch Radieschen, Rettich, Rucola und Kresse. Dazu kommen die Gründüngungen Senf, Gelbsenf, Ölrettich und Raps. Ich trage deshalb jede dieser Pflanzen in meinen Beetplan ein, auch wenn sie nur kurz stand.
Radieschen oder Rucola schnell in eine Lücke der Pausenbeete säen oder Senf als Gründüngung vor dem Kohl ausbringen. Alle drei sind Kreuzblütler, und das Beet zählt für die Pause dann wieder als Kohlfläche.
„Kohlrabi ist genügsam und darf direkt nach Kohlröschen stehen.“ Kohlrabi zählt zwar zu den Mittelzehrern. Er bleibt aber ein Kohl, und die Pause beginnt nach ihm von vorn.
Weitere Stolperstellen findest du in der Übersicht, welche Anfängerfehler beim Kohlröschen-Anbau häufig passieren.
Welche Vorfrüchte zu Kohlröschen passen
Als günstige Vorfrüchte für Kohlröschen gelten Porree, Zwiebeln, Zucchini, Getreide und Mais. Für Rosenkohl, einen der beiden Elternteile, gelten dieselben Vorfrüchte.
Im ökologischen Kohlanbau eignen sich außerdem Leguminosen als Vorfrucht, als Gemenge oder als ZwischenfruchtEine Zwischenfrucht ist eine Kultur, die zwischen zwei Hauptfrüchten auf derselben Fläche wächst, oft von der Ernte im Spätsommer bis zum nächsten Frühjahr. Sie wird als Gründüngung zur Bodenverbesserung oder, in der Landwirtschaft, als Futter angebaut., weil sie zur Stickstoffversorgung beitragen. Diesen Vorrat rechnest du bei der Düngung mit ein, denn bei Kohlröschen zählen vorhandener Bodenstickstoff und die NachlieferungBeim Düngen meint Nachlieferung die Nährstoffe, vor allem Stickstoff, die der Boden selbst für die Pflanzen freisetzt: aus dem Bodenvorrat, aus organischer Düngung der Vorjahre und aus Vorfrüchten oder Gründüngung. Diese Menge zieht man vom Düngebedarf ab. aus Humus und Ernteresten mit. Ich notiere deshalb im Beetplan auch, ob im Vorjahr Erbsen oder Bohnen auf der Fläche standen.
Gründüngung und Vorkultur vor der Pflanzung
Gründüngung: Phacelia statt Senf
Vor Kohl eignen sich Phacelia oder Buchweizen als Gründüngung. Phacelia ist mit keiner gängigen Gemüseart verwandt und passt deshalb gut in eine Fruchtfolge mit Kohl. Senf, Ölrettich und Raps lässt du vor Kohlröschen weg. Eine Gründüngung kann leichte Böden wasserspeichernder und schwere Böden durchlässiger machen.
Auch Winterroggen kommt infrage, du kannst ihn noch bis Oktober säen. Er eignet sich aber nur für Beete, die erst ab Ende April wieder gebraucht werden. Ein künftiges Kohlröschen-Beet erfüllt das, weil die Pflanzung etwa im Mai oder Juni ansteht.
Eine kurze Vorkultur im Frühjahr
Weil du Kohlröschen vorziehst, kann das Beet bis zur Pflanzung noch eine erste Kultur tragen. Ich nehme dafür eine schnelle Kultur und räume sie ab, bevor die Kohlröschen kommen. Wie viel Zeit bleibt, hängt an deinem Pflanztermin, der etwa im Mai oder Juni liegt.
Was nach den Kohlröschen ins Beet kommt
Nach starkzehrendem Kohl passen Folgekulturen aus anderen Pflanzenfamilien, die weniger Nährstoffe brauchen. Dazu zählen Möhren, Kopfsalat und Spinat. Weil die Kohlröschen-Ernte je nach Sorte bis in den Winter reicht, ist das meist die erste Kultur des Folgejahres.
Feldsalat wird auf geräumten Beeten von Anfang August bis Mitte September gesät. Zu dieser Zeit stehen die Kohlröschen noch, ihre Ernte beginnt ungefähr im September. Den Feldsalat planst du deshalb auf einer anderen Fläche ein.
Wird das Beet nach einer Herbstsorte früh frei, kann eine herbstliche Begrünung den Boden durchwurzeln und vor AuswaschungAuswaschung ist der Verlust von Nährstoffen, die Niederschlagswasser aus dem Wurzelraum in tiefere Bodenschichten und bis ins Grundwasser spült. Besonders betroffen ist Nitrat, die Form, in der mineralischer Stickstoff im Boden größtenteils vorliegt. schützen. Nimm dafür Phacelia, denn Senf zählt wieder zur KohlpauseDie Kohlpause ist eine mehrjährige Anbaupause, in der auf einem Beet weder Kohl noch andere Kreuzblütler wie Radieschen, Rettich oder Rucola wachsen. Sie beugt der Kohlhernie vor, einer Wurzelkrankheit dieser Pflanzenfamilie.. Nach der letzten Ernte ziehe ich die Strünke samt Wurzeln und sehe mir die Wurzeln dabei genau an.
Beispiel: Fruchtwechsel mit vier Beeten
Mit vier Beeten kehrt der Kohl nach vier Jahren auf dieselbe Fläche zurück und bleibt damit im empfohlenen Rahmen. Jedes Beet durchläuft dieselbe Reihe: Kohl, dann Möhren, Kopfsalat oder Spinat, dann Zucchini, Mais oder Getreide, zuletzt Porree, Zwiebeln oder Leguminosen als direkte Vorfrucht. Ich setze alle Kreuzblütler eines Jahres auf dasselbe Beet, vom Kohlrabi bis zum Radieschen.
| Jahr | Beet A | Beet B | Beet C | Beet D |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Kohlröschen und übrige Kreuzblütler | Möhren, Kopfsalat, Spinat | Zucchini, Mais oder Getreide | Porree, Zwiebeln oder Leguminosen |
| 2 | Möhren, Kopfsalat, Spinat | Zucchini, Mais oder Getreide | Porree, Zwiebeln oder Leguminosen | Kohlröschen und übrige Kreuzblütler |
| 3 | Zucchini, Mais oder Getreide | Porree, Zwiebeln oder Leguminosen | Kohlröschen und übrige Kreuzblütler | Möhren, Kopfsalat, Spinat |
| 4 | Porree, Zwiebeln oder Leguminosen | Kohlröschen und übrige Kreuzblütler | Möhren, Kopfsalat, Spinat | Zucchini, Mais oder Getreide |
Im fünften Jahr ist Beet A wieder mit Kohl an der Reihe. Deine eigene Aufteilung skizzierst du mit dem Beetplaner für deine Gemüsebeete.
Ich führe für jedes Beet eine Zeile im Gartenheft und trage jede Kultur ein, auch Gründüngung und Radieschen. Vor der Kohlplanung lese ich die Zeilen rückwärts und suche das Beet, auf dem innerhalb des Wiederkehrabstands kein Kreuzblütler stand.
- Auf dem Beet stand innerhalb des Wiederkehrabstands kein Kreuzblütler, auch kein Radieschen und kein Senf.
- Die Vorfrucht war Porree, Zwiebel, Zucchini, Getreide, Mais oder eine Leguminose.
- Auf der Fläche bleibt kein Wasser stehen.
- Eine frühe Vorkultur ist geräumt, bevor die Kohlröschen kommen.
- Die Nachkultur fürs nächste Jahr stammt aus einer anderen Pflanzenfamilie.
Wenn die Kohlhernie schon im Beet war
Wucherungen an den Wurzeln mit anschließender Welke können auf Kohlhernie hinweisen, eine sichere Diagnose sind sie nicht. Nach einem Befall reicht der normale Wechsel nicht mehr, die Fläche braucht eine langjährige Kohlpause. Befallene Pflanzen holst du samt Wurzeln heraus und entsorgst sie über den Restmüll, nicht über den Kompost. Die Geräte, mit denen du den Boden bearbeitet hast, reinigst du danach gründlich. Deine Kohlröschen setzt du in dieser Zeit auf ein Beet ohne bekannten Befall.
Erde aus Töpfen oder Kästen, in denen Kohl mit Kohlhernie stand, verwendest du nicht wieder. Das gilt für jedes Substrat mit Wurzelkrankheiten.
Boden, Düngung und Nachbarn in Kürze
Kohlröschen wachsen gern in tiefgründigen, humusreichen Lehm- oder Lössböden ohne Wasserstau. Für Kohl im Garten gilt allgemein ein pH von 6,5 bis 7, bei Kohlröschen hängt das Ziel zusätzlich von der Bodenart ab und liegt auf Sand niedriger als auf Lehm. Wie du den Boden vorbereitest, steht in der Anleitung, wie du Kohlröschen im Garten anbaust und in der Küche verwendest, und was Kohl an Standort und Boden braucht, fasst der Kohl-Ratgeber zusammen.
Kohlröschen brauchen eine ausreichende Nährstoffversorgung, bei der Stickstoff aus Boden, Humus und Ernteresten mitzählt. Wie du den Bedarf einschätzt und nachdüngst, erfährst du im Beitrag darüber, wie du Kohlröschen bedarfsgerecht düngst, die Grundlagen je Kohlart stehen im Kohl-Ratgeber unter Düngen.
Mischkultur regelt, wer im selben Jahr nebeneinander wächst, die Fruchtfolge regelt die Reihenfolge über die Jahre. Günstige Wirkungen zwischen Nachbarn lassen sich schwer nachweisen, deshalb lese ich Partnerlisten als Anregung und nicht als Schutzversprechen. Im Beitrag darüber, welche Partner sich neben Kohlröschen anbieten, findest du passende Nachbarn, und deine eigene Kombination prüfst du mit dem Mischkultur-Werkzeug.





