Kohlröschen in Mischkultur: Welche Nachbarn passen und was sie leisten können
- Salat, Sellerie und Bohnen werden für Grünkohl, Blumenkohl, Kohlrabi und Wirsing als Nachbarn empfohlen und eignen sich als Orientierung für Kohlröschen.
- Radieschen, Rucola, Pak Choi und andere Kreuzblütler sowie weitere Kohlarten setzt du nicht direkt neben Kohlröschen.
- Kohlröschen werden als Richtwert etwa 80 bis 100 cm hoch, plane die Nachbarn deshalb nach der ausgewachsenen Pflanze.
- Salat als Zwischenkultur erntest du, bevor die Kohlröschen die Reihen schließen.
- Gegen Kohlschädlinge ist Mischkultur eine Ergänzung, denn günstige Nachbarschaftswirkungen sind schwer nachzuweisen.

Kohlröschen stehen von der Pflanzung im Mai oder Juni bis zur Ernte im Herbst oder Winter auf dem Beet und werden dabei hoch. Wer ihnen Nachbarn an die Seite stellt, gewinnt Fläche für eine zweite Kultur, riskiert aber Gedränge und falsche Erwartungen beim Schädlingsschutz. Ich plane ein Mischbeet mit Kohlröschen deshalb vom ausgewachsenen Kohl her und setze die Partner dorthin, wo er ihnen Platz lässt.
Kohlröschen sind eine Kreuzung aus Grünkohl und Rosenkohl. Geerntet werden die lockeren Blattrosetten, die sich in den BlattachselnDie Blattachsel ist der Winkel zwischen Blattstiel und Zweig oder Stängel, also die Stelle, an der ein Blatt am Spross ansetzt. Aus ihr wachsen häufig Seitentriebe, bei Tomaten etwa die Geiztriebe. entlang des Stängels bilden. Was die Kreuzung sonst ausmacht, liest du im Porträt über Kohlröschen als Kreuzung aus Grün- und Rosenkohl.
Welche Nachbarn passen zu Kohlröschen?
Weil Kohlröschen aus Grünkohl und Rosenkohl gekreuzt sind, orientiere ich mich an den Nachbarlisten für Grünkohl und für andere Kohlarten. Die Tabelle zeigt, für welche Kohlart ein Partner empfohlen wird und wie ich ihn neben Kohlröschen einplane.
| Partner | Als Nachbar empfohlen für | So plane ich ihn neben Kohlröschen ein |
|---|---|---|
| Salat | Grünkohl, Blumenkohl, Kohlrabi, Wirsing | als ZwischenkulturEine Zwischenkultur ist eine schnell wachsende Gemüsekultur, die gleichzeitig mit einer langsam wachsenden Hauptkultur auf dem Beet steht, meist in Reihen dazwischen. Sie ist geerntet, bevor die Hauptkultur den ganzen Platz braucht., geerntet vor dem Reihenschluss |
| Sellerie | Grünkohl, Blumenkohl, Kohlrabi, Wirsing | in der Nachbarreihe |
| Bohnen | Blumenkohl, Kohlrabi, Wirsing; bei Grünkohl Stangenbohnen | in der Nachbarreihe |
| Spinat | Grünkohl, Wirsing | als frühe Kultur vor dem Pflanztermin |
| Erbsen | Grünkohl, Blumenkohl | in der Nachbarreihe |
| Tomaten | Grünkohl, Blumenkohl | in einer eigenen Reihe mit vollem Platz |
| Gurken | Kohlrabi | in der Nachbarreihe |
| Möhren, Paprika, Kartoffeln | Wirsing | in der Nachbarreihe |
Salat, Sellerie und Bohnen tauchen bei allen vier Kohlarten auf. Weil sie für so unterschiedliche Kohlformen genannt werden, sind sie meine erste Wahl neben Kohlröschen. Eine Garantie ist keine dieser Listen. Was Nachbarn beim Schädlingsschutz leisten können, ordne ich weiter unten ein.
Salat: Zwischenkultur für die ersten Wochen
Zwischen jungen Blumenkohlpflanzen kann Frühsalat stehen, solange er geerntet ist, bevor der Kohl die Reihen schließt. Nach demselben Prinzip setze ich Salat zwischen junge Kohlröschen. Jede kurzlebige Zwischenkultur muss vom Beet, bevor sie die HauptkulturDie Hauptkultur ist die Gemüseart, die im Gartenjahr am längsten auf einem Beet steht, zum Beispiel Tomaten. Nach ihr richtet sich die Beetplanung: Vor-, Nach- und Zwischenkulturen werden um sie herum eingeplant. bedrängt. Wenn du ein Kulturschutznetz verwendest, kommt der Salat besser in die Nachbarreihe, den Grund findest du beim Schädlingsschutz.
Spinat: vor den Kohlröschen auf dem Beet
Spinat plane ich lieber vor den Kohlröschen ein als zwischen ihnen. Vor Rotkohl, der erst ab Juni ins Freiland kommt, können Salat oder Spinat als frühe Vorkultur stehen. Bei einer Pflanzung im Juni halte ich es bei Kohlröschen genauso. Weil ich die Kohlröschen vorziehe, kann die frühe Kultur so lange auf dem Beet bleiben.
Sellerie: Nachbar ohne Schutzversprechen
Sellerie steht bei Grünkohl, Blumenkohl, Kohlrabi und Wirsing auf der Nachbarliste. Schnittsellerie gilt als Kohlpartner. Dass er Schädlinge abhält, bleibt allerdings eine Erfahrung, die vom Standort abhängt. Ich setze ihn in die Reihe neben die Kohlröschen und rechne nicht damit, dass er den Kohl schützt.
Bohnen und Erbsen: Stickstoff für die Folgekultur
Bohnen und Erbsen gehören zu den Hülsenfrüchten, die Stickstoff im Boden hinterlassen. Deshalb eignen sich Hülsenfrüchte als Vorfrucht für Kohl, denn ihr Stickstoff kommt der nachfolgenden Kultur zugute. Als Nachbarn im selben Sommer plane ich Bohnen als eigene Reihe ein und nicht als Dünger für die Kohlröschen.
Welche Pflanzen gehören nicht neben Kohlröschen?
Gemüse derselben Pflanzenfamilie setze ich nicht unmittelbar nebeneinander. Kohlröschen sind Kreuzblütler, und zu dieser Familie gehören auch Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Pak Choi. Damit scheiden sie als Zwischenkultur zwischen Kohlröschen aus, ebenso wie andere Kohlarten direkt nebenan.
Radieschen zwischen die Kohlröschen säen. Radieschen gehören wie Kohl zu den Kreuzblütlern und zählen deshalb auch bei der Anbaupause für Kohl mit. Ich säe sie auf ein Beet, auf dem kein Kohl steht.
Bei Zwiebeln und Knoblauch bin ich vorsichtig. Für Wirsing gelten beide als ungeeignete Nachbarn, und ich übertrage das vorsichtshalber auf Kohlröschen. Porree und Zwiebeln haben trotzdem ihren Platz im Plan: Zusammen mit Zucchini, Getreide und Mais gelten sie als vorteilhafte Vorfrüchte für Kohlröschen, also als Kulturen, die vorher auf der Fläche stehen.
Wie planst du Platz und Zeit im Mischbeet?
Im Garten brauchen Kohlröschen etwa 50 bis 60 cm Abstand in der Reihe bei 60 cm Reihenabstand. Als Richtwert werden sie etwa 80 bis 100 cm hoch.
Jede Art im Mischbeet braucht bis zur Ernte genug Platz für ihre endgültige Größe. Weil Kohlröschen als Richtwert 80 bis 100 cm hoch werden, rechne ich die Nachbarreihen vom ausgewachsenen Kohl aus und nicht von der Jungpflanze. Zuerst verteile ich die Kohlröschenreihen, danach ergänze ich Vor-, Zwischen- und Nachbarkulturen mit ihrer Belegungsdauer.
Die Aufteilung zeichne ich vorher auf, zum Beispiel im Beetplaner für deine Gemüsebeete. Welche Arten als Nachbarn zusammenpassen, kannst du im Mischkultur-Werkzeug für Gemüsenachbarn nachsehen.
Nährstoffe: jede Reihe für sich
Im Mischbeet wachsen Stark- und SchwachzehrerSchwachzehrer sind Gemüse und Kräuter mit geringem Stickstoffbedarf, etwa Feldsalat, Radieschen, Rucola, Bohnen und Erbsen. Sie sind die genügsamste der drei Gruppen, nach denen man Kulturen für die Fruchtfolge einteilt. nebeneinander, deshalb unterscheiden sich die Ansprüche von Reihe zu Reihe. Kopfsalat und Spinat kommen mit weniger Nährstoffen aus als Kohl. Kohlröschen brauchen dagegen eine ausreichende Versorgung, bei der vorhandener Bodenstickstoff und die NachlieferungBeim Düngen meint Nachlieferung die Nährstoffe, vor allem Stickstoff, die der Boden selbst für die Pflanzen freisetzt: aus dem Bodenvorrat, aus organischer Düngung der Vorjahre und aus Vorfrüchten oder Gründüngung. Diese Menge zieht man vom Düngebedarf ab. aus Humus und Ernteresten mitzählen. Ich dünge deshalb die Kohlröschenreihe für sich und nicht das ganze Beet.
So gehe ich ein Mischbeet mit Kohlröschen durch.
- Zuerst die Kohlröschenreihen verteilen, dann die Partner ergänzen.
- Keine Kreuzblütler und keine anderen Kohlarten direkt daneben.
- Salat nur dort, wo er vor dem Reihenschluss vom Beet ist.
- Das Netz einplanen, bevor die Nachbarreihen ihren Platz bekommen.
- Die Kohlröschenreihe getrennt vom übrigen Beet düngen.
Welche Fehler beim Kohlröschenanbau sonst oft passieren, sammelt der Ratgeber zu typischen Anfängerfehlern mit Kohlröschen.
Was leistet Mischkultur gegen Kohlschädlinge?
Günstige Wirkungen zwischen Gemüsenachbarn lassen sich schwer nachweisen, deshalb begründen Nachbarlisten keine verlässlichen Wirkungsversprechen. Ich sehe Mischkultur beim Schädlingsschutz als Ergänzung und plane den Schutz der Kohlröschen getrennt davon.
Oft heißt es, stark duftende Nachbarn verwirren Kohlweißling und KohlfliegeDie Kohlfliege (Kleine Kohlfliege) ist ein Schädling an Kohl, Rettich und Radieschen. Ihre weißlichen Maden sitzen im Wurzelbereich junger Kohlpflanzen, die dann welken; in Rettich und Radieschen verursachen sie Fraßgänge.. Nachbarschaftsempfehlungen beruhen aber häufig auf widersprüchlichen Erfahrungen, und welche Effekte auftreten, hängt von Standort, Licht, Boden und Pflege ab. Ausschließen lässt sich ein Effekt nicht, fest einplanen würde ich ihn nicht.
Nützlinge: Blüten und Rückzugsorte am Beetrand
Was ich über die Nachbarschaft beeinflussen kann, ist das Angebot für Nützlinge. Ungefüllte Blüten sowie Laub- und Totholzhaufen bieten ihnen Nahrung oder Rückzugsräume. Ich lasse deshalb am Rand des Kohlbeets ungefüllt blühende Pflanzen stehen und räume nicht jeden Laubhaufen weg. Senf, Ölrettich oder Raps kommen dafür nicht infrage, weil sie wie der Kohl zu den Kreuzblütlern gehören. Ob Nützlinge den Befall an den Kohlröschen senken, hängt wie jede Mischkulturwirkung vom Standort ab.
Kulturschutznetz und Nachbarn zusammen planen
Gegen KohlerdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite., Kohlfliegen und Schadschmetterlinge setze ich auf ein Kulturschutznetz. Ein Netz mit einer Maschenweite unter 1 mm lege ich direkt nach der Pflanzung auf. Die Ränder halte ich bis zur Ernte dicht geschlossen. Weil das Netz bis zur Ernte zu bleibt und Zwischenkulturen früh vom Beet müssen, stehen früh geerntete Partner wie Salat bei mir außerhalb.
Ich spanne das Netz über die Kohlröschenreihe, bevor ich die Nachbarreihen bepflanze, und beschwere die Ränder rundum. Die Nachbarreihen lege ich so an, dass ich sie ernten kann, ohne ans Netz zu müssen.
Wann überwinterte Kohlerdflöhe und die Kleine Kohlfliege auftreten und wie du kontrollierst, erklärt der Abschnitt Schädlinge und Pflanzenschutz im Kohl-Ratgeber. Wie du Kohlröschen biologisch düngst und schützt, zeigt der Ratgeber zum biologischen Anbau von Kohlröschen.
Anbau, Ernte und Fruchtfolge in Kürze
Kohlröschen bevorzugen tiefgründige, humusreiche Lehm- oder Lössböden ohne Wasserstau. Für die Sorte Autumn Star F1 eignet sich ein sonniger bis halbschattiger Platz. Wie du Standort, Boden und Pflege im Einzelnen angehst, steht im Anbau-Ratgeber für Kohlröschen im Garten.
Vorgezogen werden Kohlröschen je nach Region ab März im Kleingewächshaus oder ab April im abgedeckten Freiland-Saatbeet. Für die Planung übers Jahr hilft der Aussaatkalender für Kohl zum Ausdrucken. Ob für dich eher Freiland oder Gewächshaus infrage kommt, zeigt der Vergleich von Freiland- und Gewächshausanbau bei Kohlröschen.
Bei trockenem Boden brauchen Kohlröschen zusätzliches Wasser für ihren kräftigen Aufwuchs. Ich gieße im Sommer früh morgens und bodennah, damit wenig verdunstet und die Blätter tagsüber abtrocknen. Wie du den Wasserbedarf einschätzt, erklärt der Kohl-Ratgeber im Abschnitt Gießen.
Geerntet wird je nach Sorte ungefähr von September bis Februar. Autumn Star F1 ist nicht winterhart und wird im Herbst geerntet. Snowdrop F1 gilt als ausgeprägt winterhart und liefert im Winter.
Was du in der Küche aus den Röschen machst, zeigt der Küchen-Ratgeber für Kohlröschen.
Vorbeugend kommen Kreuzblütler erst nach 3 bis 6 Jahren wieder auf dieselbe Fläche. Nach aufgetretener Kohlhernie sind es mindestens sieben Jahre. Wie du Vor- und NachkulturenEine Nachkultur ist Gemüse, das im Sommer auf einem frei gewordenen Beet gesät oder gepflanzt wird, nachdem die erste Kultur abgeerntet ist. Es wird noch vor den ersten Frösten reif oder bleibt über den Winter stehen. über mehrere Jahre planst, zeigt der Fruchtfolge-Ratgeber für Kohlröschen.





