Kohlröschen biologisch anbauen: organisch düngen, gründlich gießen, mit Netz schützen
- Erst die Bodenprobe, dann der Dünger: Vorhandener Bodenstickstoff zählt bei Kohlröschen mit.
- Für starkzehrende Kohlkulturen gibt es eine organische Variante mit 2,5 kg Kompost und 80 g Hornspänen je m².
- Gieße eher einmal pro Woche mit rund 14 l/m² gründlich als täglich wenig; Mulch vermindert die Verdunstung.
- Ein Kulturschutznetz unter 1 mm Maschenweite kommt direkt nach dem Pflanzen auf und bleibt bis zur Ernte geschlossen.
- Zur Vorbeugung gegen Kohlhernie liegen zwischen Kreuzblütlern mindestens vier Jahre Anbaupause.

Kohlröschen stehen lange im Beet: Gepflanzt wird etwa im Mai oder Juni, geerntet je nach Sorte ungefähr von September bis Februar. Im Biogarten müssen die Pflanzen diese ganze Zeit ohne Spritzmittel gut versorgt und vor KohlfliegeDie Kohlfliege (Kleine Kohlfliege) ist ein Schädling an Kohl, Rettich und Radieschen. Ihre weißlichen Maden sitzen im Wurzelbereich junger Kohlpflanzen, die dann welken; in Rettich und Radieschen verursachen sie Fraßgänge., Erdflöhen und Raupen geschützt bleiben. Ich setze dafür auf drei Dinge: Düngung nach Bodenbefund, gründliches Gießen mit Mulch und ein Kulturschutznetz vom Pflanztag bis zur Ernte.
Kohlröschen sind eine Kreuzung aus Rosenkohl und Grünkohl. Geerntet werden lockere Blattrosetten, die in den BlattachselnDie Blattachsel ist der Winkel zwischen Blattstiel und Zweig oder Stängel, also die Stelle, an der ein Blatt am Spross ansetzt. Aus ihr wachsen häufig Seitentriebe, bei Tomaten etwa die Geiztriebe. sitzen. Als Richtwert werden die Pflanzen etwa 80 bis 100 cm hoch.
Den ganzen Weg vom Standort bis zur Ernte zeigt die Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du als Anfänger Kohlröschen anbaust. In diesem Beitrag geht es um das, was den Bio-Anbau ausmacht: natürliche Düngung, wassersparendes Gießen und Pflanzenschutz ohne chemische Mittel.
Aussaat, Pflanzung und Standort in Kürze
Vorgezogen werden Kohlröschen je nach Region und Witterung ab März im Kleingewächshaus oder ab April im abgedeckten Freiland-Saatbeet. Ins Beet kommen die Jungpflanzen etwa im Mai oder Juni, an einen Platz mit tiefgründigem, humusreichem Lehm- oder Lössboden ohne Wasserstau. Die Termine hast du mit dem Aussaatkalender für Kohl zum Ausdrucken auf einem Blatt, Freiland und Gewächshaus vergleicht der Beitrag zu den Anbaumethoden für Kohlröschen.
Wie düngst du Kohlröschen biologisch?
Erst die Bodenprobe, dann der Dünger
Kohlröschen brauchen eine ausreichende Nährstoffversorgung. Wie viel du ausbringst, hängt aber davon ab, was schon im Boden steckt. Vorhandener Stickstoff und die NachlieferungBeim Düngen meint Nachlieferung die Nährstoffe, vor allem Stickstoff, die der Boden selbst für die Pflanzen freisetzt: aus dem Bodenvorrat, aus organischer Düngung der Vorjahre und aus Vorfrüchten oder Gründüngung. Diese Menge zieht man vom Düngebedarf ab. aus Humus und Ernteresten zählen bei der Düngung mit. Ich nehme deshalb vor jedem Kohljahr eine Bodenprobe, bevor ich Kompost oder Dünger ins Beet bringe.
Eine Standard-Bodenanalyse bestimmt den pH-Wert sowie pflanzenverfügbares Phosphor, Kalium und Magnesium. Löslichen Stickstoff und den Humusgehalt misst das Labor nur, wenn du sie gesondert beauftragst. Weil bei Kohlröschen gerade der vorhandene Bodenstickstoff in die Düngung einfließen soll, lohnt sich dieser Zusatz.
So nimmst du die Bodenprobe für das Kohlbeet.
- Stich 10 bis 15 Teilproben verteilt über die ganze Fläche, jeweils aus den oberen 30 cm.
- Misch sie zu einer Probe und schick davon etwa 500 g ans Bodenlabor.
- Probe im Herbst bis Frühjahr oder nach der Ernte, nicht direkt nach einer Düngung.
- Beprobe unterschiedlich genutzte Bereiche getrennt.
- Bestell löslichen Stickstoff zusätzlich zur Standardanalyse.
Kalken nur nach Befund
Einen einzigen passenden pH-Wert gibt es für Kohlröschen nicht, denn der Zielbereich hängt von der Bodenart ab. Auch der Humusgehalt spielt dabei mit.
| Bodenart | pH-Zielbereich, gemessen in Calciumchlorid |
|---|---|
| Sand | 5,8 bis 6,0 |
| lehmiger Sand | 6,0 bis 6,5 |
| sandiger Lehm | 6,5 bis 7,0 |
| Lehm und Schluff | 7,0 bis 7,5 |
Deine Bodenart schätzt du mit der Fingerprobe ab: Leicht feuchter Sandboden zerfällt körnig, toniger Boden klebt und lässt sich gut ausrollen. Frag beim Labor nach, ob es den pH-Wert in Calciumchlorid misst, damit du die Werte vergleichen kannst. Ob du kalkst, richtet sich nach Bodenart und Befund. Liegt der pH-Wert schon über dem Zielbereich, wird nicht gekalkt.
Kompost, Hornspäne und die passende Vorfrucht
Vor dem Pflanzen arbeite ich reifen Kompost ein, so wie es auch bei den Eltern Rosenkohl und Grünkohl vorgesehen ist. Kompost lockert schwere Böden und verbessert bei leichten Böden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen. Den Stickstoffbedarf von Gemüse deckt er allein aber nicht. Im Biogarten ergänzt du ihn deshalb mit Hornspänen; als organische Stickstoffdünger eignen sich auch Horngrieß und Hornmehl.
Für starkzehrende Kohlkulturen gibt es eine organische Variante mit 2,5 kg Kompost je m². Dazu kommen 80 g Hornspäne je m². Nimm diese Mengen als Orientierung und gleiche sie mit deinem Befund ab. Zeigt die Probe stark erhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, fällt die Kompostgabe kleiner aus.
Stickstoff kann auch aus der Vorfrucht kommen. Im ökologischen Kohlanbau eignen sich dafür Leguminosen, als Gemenge oder als ZwischenfruchtEine Zwischenfrucht ist eine Kultur, die zwischen zwei Hauptfrüchten auf derselben Fläche wächst, oft von der Ernte im Spätsommer bis zum nächsten Frühjahr. Sie wird als Gründüngung zur Bodenverbesserung oder, in der Landwirtschaft, als Futter angebaut.. Für Kohlröschen gelten außerdem Porree, Zwiebeln, Zucchini, Getreide und Mais als vorteilhafte Vorfrüchte. Als Gründüngung vor Kohl passen Phacelia oder Buchweizen. Eine Gründüngung kann leichte Böden wasserspeichernder und schwere durchlässiger machen.
Senf, Ölrettich oder Raps als Gründüngung vor Kohlröschen säen. Alle drei sind Kreuzblütler und zählen damit zur Kohl-Anbaupause. Phacelia dagegen ist mit keiner gängigen Gemüseart verwandt und passt deshalb in eine Kohl-Fruchtfolge.
Jauche und Nachdüngen während der Kultur
Brennnessel- oder Beinwelljauche nutzen viele Biogärtner als flüssige Ergänzung. Einen festen Rhythmus dafür halte ich nicht ein, weil der Bedarf vom Boden abhängt. Wenn du Jauche nutzt, taste dich heran und beobachte Blattfarbe und Zuwachs. Für jede Nachdüngung gilt dasselbe: Grundlage ist der Befund, nicht der Kalender.
Wie gießt du Kohlröschen wassersparend?
Kohlröschen brauchen bei trockenem Boden zusätzliches Wasser, damit sie kräftig aufwachsen. Wie viel, hängt von Sorte, Wetter und Boden ab, dazu von Sonne und Wind an deinem Platz. Ich prüfe deshalb mit dem Finger, ob die Erde unter der Oberfläche trocken ist, bevor ich gieße. Wenn ich gieße, dann durchdringend.
Die Bayerische Gartenakademie rät Hobbygärtnern, Gemüse eher einmal pro Woche mit rund 14 l/m² gründlich zu gießen als täglich in kleinen Mengen. Bei täglich 2 l/m² verdunstet gut ein Liter davon wieder, ohne der Pflanze zu nützen.
Das Wasser gebe ich direkt an den Stängelfuß und lasse die Blätter trocken. Bei Jungpflanzen gehören rasch abtrocknende Blätter und vermiedene Taubildung zur Vorbeugung gegen Falschen Mehltau.
Gründlich gießen heißt nicht, den Boden dauernd nass zu halten. Kohlröschen wollen einen Boden ohne Wasserstau, und feuchte bis staunasse Böden begünstigen Infektionen mit Kohlhernie. Zu häufiges Gießen kann deshalb das Risiko für Kohlhernie erhöhen.
Mulchen und Hacken
Mulch vermindert im Sommer Verdunstung und VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten.. Angetrockneter Rasenschnitt eignet sich dafür, wenn du ihn nur dünn bodendeckend ausbringst und dafür öfter nachlegst. Wo kein Mulch liegt, hacke ich regelmäßig flach. Das unterdrückt Beikräuter und vermindert ebenfalls die Verdunstung.
Wie schützt du Kohlröschen ohne Spritzmittel?
Biologischer Pflanzenschutz heißt bei Kohlröschen vor allem vorbeugen: Netz, Kontrolle, Absammeln und Fruchtfolge. Welche Schädlinge Kohl insgesamt treffen und wie du vorbeugst, kontrollierst und eingreifst, steht im Kapitel Schädlinge und Pflanzenschutz im Kohl-Ratgeber.
Welche Schädlinge wann kommen
Überwinterte KohlerdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite. erscheinen meist ab April, ihre neue Käfergeneration ab Juli. Die Blattkäfer sind nur etwa 2,5 bis 3 mm groß. Bei der Kleinen Kohlfliege tritt die erste Generation je nach Witterung im April oder Anfang Mai auf. Ungefähr 8 bis 10 Tage danach beginnt sie mit der Eiablage. Hinzu kommen die Raupen des Kohlweißlings.
Pflanzt du deine Kohlröschen im Mai, kann der Pflanztag also in die Eiablage der ersten Kohlfliegen-Generation fallen. Das Netz kommt deshalb bei mir noch am selben Tag auf das Beet.
Das Netz: früh, dicht und hoch genug
Nimm ein Kulturschutznetz mit einer Maschenweite unter 1 mm. Gegen Erdflöhe werden Netze mit 0,6 bis 0,8 mm Maschenweite eingesetzt. Du legst es unmittelbar nach dem Pflanzen auf und hältst es bis zur Ernte geschlossen, an den Rändern rundum dicht.
Kohlröschen werden als Richtwert etwa 80 bis 100 cm hoch. Weil das Netz bis zur Ernte liegen bleibt, braucht es ein Gestell, das schon beim Pflanzen für diese Höhe reicht.
Ein Netz hat auch Nachteile. Bei Brokkoli kann es Hitzestau begünstigen. Unter Netzen über Chinakohl trocknen die Blätter bei feuchter Witterung langsamer ab, was das Risiko für Pilzkrankheiten erhöhen kann. Ich schaue deshalb bei Hitze und nach Regentagen genauer unter das Netz.
Schon während der Anzucht stehen meine Töpfe unter einem feinen Netz. Beim Pflanzen spanne ich das Netz über Bögen, die für die spätere Höhe reichen, und beschwere die Ränder rundum mit Brettern. Zum Kontrollieren öffne ich immer nur eine Seite und schließe sie danach sofort wieder.
Kontrollieren, absammeln, Nützlinge fördern
Ab April schaue ich regelmäßig nach Saaten und Jungpflanzen, auch unter dem Netz. Raupen sammle ich ab, befallene Pflanzenteile entferne ich. Das kann den Schaden begrenzen, wenn trotz Netz ein Befall auftritt. Nützlingen bieten ungefüllte Blüten sowie Laub- und Totholzhaufen Nahrung oder Rückzugsräume.
Kohlhernie vorbeugen
Die DauersporenDauersporen sind mikroskopisch kleine Sporen, mit denen manche Krankheitserreger im Boden überdauern, etwa der Erreger der Kohlhernie. Sie bleiben über mehrere Jahre lebensfähig und können dann erneut Pflanzen infizieren. der Kohlhernie können bis zu 20 Jahre im Boden überdauern, deshalb zählt im Biogarten die Vorbeugung. Zwischen Kreuzblütlern liegen dafür mindestens vier Jahre Anbaupause, und befallene Pflanzen kommen samt Wurzeln in den Restmüll statt auf den Kompost. Die Pause behältst du im Beetplaner für deine Fruchtfolge im Blick; Krankheitsbilder beschreibt das Krankheitskapitel im Kohl-Ratgeber.
Welche Nachbarn passen zu Kohlröschen?
Mischkultur kann unterstützen, sie garantiert aber nichts: Günstige Wirkungen zwischen Gemüsearten sind schwer nachzuweisen, eine Nachbarliste ist deshalb kein Schutzversprechen. Kurzlebige ZwischenkulturenEine Zwischenkultur ist eine schnell wachsende Gemüsekultur, die gleichzeitig mit einer langsam wachsenden Hauptkultur auf dem Beet steht, meist in Reihen dazwischen. Sie ist geerntet, bevor die Hauptkultur den ganzen Platz braucht. erntest du ab, bevor sie die lange stehenden Kohlröschen bedrängen. Welche Partner infrage kommen, zeigen der Beitrag welche Partnerpflanzen zu Kohlröschen passen und das Werkzeug für die Mischkultur-Planung.
Wann kannst du ernten?
Geerntet wird je nach Sorte ungefähr von September bis Februar: die nicht winterharte Autumn Star F1 im Herbst, die ausgeprägt winterharte Snowdrop F1 im Winter. Für die Zuckeranreicherung im Geschmack zählen niedrige Temperaturen, solange die Pflanzen aktiv wachsen; Frost ist dafür keine Voraussetzung. Reife erkennen und frisch halten erklärt der Beitrag wann und wie du Kohlröschen erntest, Küchenideen das Porträt der Kohlröschen als vielseitiges Gemüse.





