Hokkaido-Kürbis und seine guten Nachbarn: Beetplan mit Mais und Buschbohnen
- Mais und Bohnen lassen sich im Beet mit dem Hokkaido kombinieren, Gurke, Zucchini und Melone gehören nicht direkt daneben.
- Den Zuckermais säst du als Block an die Nordseite, damit sein Schatten nicht auf den sonnenhungrigen Kürbis fällt.
- Mittelstark rankende Hokkaido-Sorten stehen nach Herstellerangabe mit 80 bis 100 cm in der Reihe bei 150 cm Reihenabstand.
- Buschbohnen bekommen eigene Reihen außerhalb der späteren Kürbisfläche, wo du sie regelmäßig durchpflücken kannst.
- Geerntet wird nacheinander: Bohnen ab Juli, früher Zuckermais ab Ende Juli, der Hokkaido mit verkorktem Stiel vor dem ersten Frost.

Ein Hokkaido schiebt seine Ranken im Sommer über eine große Fläche. Setzt du Mais und Bohnen ohne Plan dazwischen, stehen sie bald im Schatten oder unter Kürbislaub. Ich zeichne mein Mischkulturbeet deshalb vor der Aussaat auf und trage jede Pflanze mit ihrer späteren Größe ein.
Hier geht es um die Praxis: wo Mais, Hokkaido und Buschbohnen stehen, mit welchen Abständen, wie der Beetplan aussieht und in welcher Reihenfolge du erntest. Der Hokkaido ist ein Speisekürbis der Art Cucurbita maxima und will einen sonnigen Platz auf nährstoffreichem Boden. Anzucht, Pflege und Lagerung findest du in der Anleitung, wie du Hokkaido von der Aussaat bis zur Ernte anbaust.
Welche Nachbarn passen zum Hokkaido-Kürbis?
Mais und Bohnen lassen sich im Beet mit Kürbis kombinieren, als Trio heißt diese Mischkultur Milpa. Gurke, Zucchini, Melone und andere Kürbisse sind dagegen keine Nachbarn für deinen Hokkaido, denn KürbisgewächseKürbisgewächse (Cucurbitaceae) sind eine Pflanzenfamilie, aus der vor allem Gurken, Melonen, Wassermelonen und Kürbisse samt Zucchini angebaut werden. Typisch sind frostempfindliche, meist rankende Arten, die männliche und weibliche Blüten getrennt an derselben Pflanze tragen. sollen bei der Planung nicht direkt nebeneinander stehen. Weitere Partner und ungünstige Nachbarn zeigt dir das Mischkultur-Werkzeug für Beetpartner.
Mischkultur bedeutet, dass verschiedene Pflanzen gleichzeitig nebeneinander wachsen. Die Fruchtfolge ordnet sie dagegen zeitlich nacheinander auf derselben Fläche an. Behauptete Wechselwirkungen zwischen Partnern sind oft schwer nachzuweisen und hängen auch von Standort und Pflege ab, deshalb plane ich mein Beet nach Licht, Platz und Erntezeit.
Für den FruchtansatzFruchtansatz ist das Entstehen einer Frucht aus einer Blüte, besonders bei Obstbäumen, aber auch bei Fruchtgemüse. Außerdem nennt man die junge, sich gerade entwickelnde Frucht selbst so. braucht der Kürbis Bienen oder Hummeln, und sommerliche Blüten mit zugänglichem Nektar und Pollen verbessern deren Nahrungsangebot. Blühende Kräuter wie Dill und Thymian am Beetrand bieten außerdem Nützlingen Nahrung, deren Larven Blattläuse fressen. Tagetes patula kann im Zwischenfruchtanbau von mindestens drei Monaten Pratylenchus-Nematoden unterdrücken, einen allgemeinen Schutz gegen alle NematodenNematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer im Boden. Verschiedene Gattungen können viele Pflanzenarten schädigen; bestimmte andere Arten werden dagegen gezielt als Nützlinge gegen Schädlingslarven im Boden eingesetzt. bietet sie nicht.
So ordnest du Mais, Hokkaido und Buschbohnen an
Zwei Dinge bestimmen die Anordnung: das Licht und der Platz, den jede Pflanze ausgewachsen braucht. Auch in Mischkultur muss der Standraum zur endgültigen Pflanzengröße passen, weil zu dichter Stand Lichtmangel und Krankheitsanfälligkeit begünstigt.
Mais: als Block an die Nordseite
Zuckermais wird vom Wind bestäubt. Du säst ihn deshalb als Block aus mehreren Reihen statt in einer einzelnen Reihe. Die hohen Maispflanzen werfen Schatten, und lichtbedürftige Partner sollen nicht nördlich von ihnen stehen. Aus beidem ergibt sich der Platz: Der Maisblock gehört an die Nordseite des Beets, Hokkaido und Bohnen liegen südlich davon in der Sonne. Das zählt, weil Kürbis als Richtwert mindestens sechs Stunden direkte Sonne am Tag braucht.
Den Abstand der Maispflanzen im Block nimmst du aus der Angabe für deine Sorte. Gesät wird ab Mitte Mai, sobald der Boden wärmer als 10 °C ist.
Klettert der Hokkaido am Mais hoch? Speisekürbisse wachsen meist kriechend am Boden und brauchen in der Regel keine Rankhilfe. In der Milpa trägt der Mais die kletternden Bohnen, während das Kürbislaub den Boden bedeckt und Austrocknung, Erosion und Unkraut mindert. Setz den Hokkaido deshalb nicht an den Fuß der Maisstängel, sondern gib ihm eigene Fläche südlich des Blocks.
Willst du statt Buschbohnen Stangenbohnen am Mais hochziehen, müssen die Sorten in der Wuchskraft zueinander passen. In einem Milpa-Versuch drückten starkwüchsige Bohnen schwachwüchsigen Zuckermais nieder.
Hokkaido: südlich davon, mit Platz für die Ranken
Mittelstark rankende Hokkaido-Sorten wie „Uchiki Kuri“ oder „Solor“ bekommen eine eigene Reihe südlich des Maisblocks. Ihre Ranken kriechen am Boden, deshalb planst du die Fläche nach der ausgewachsenen Pflanze und nicht nach dem Setzling.
Für mittelstark rankende Hokkaido-Sorten nennen die Hersteller 80 bis 100 cm Abstand in der Reihe bei 150 cm Reihenabstand. Rankende Speisekürbisse brauchen je nach Art und Sorte 1,5 bis 2 m² Standfläche je Pflanze.
Es gibt auch buschig wachsende Hokkaido-Sorten wie „Amoro F1“, die nur wenige Ranken bilden. Dann richtest du dich nach den Abständen deiner Sorte, denn konkrete Sortenangaben haben bei Kürbis Vorrang vor allgemeinen Werten.
Organischen Mulch bringst du bei Kürbis erst ab Mai oder Juni aus, weil er den Boden beschattet und kühlt. Einen großen Teil der Rankfläche lässt du ungemulcht, denn Kürbisranken können dort zusätzliche Wurzeln in den Boden bilden. Wächst eine Ranke in die Bohnenreihen, lege ich sie zurück in die Kürbisfläche.
Buschbohnen: eigene Reihen am Beetrand
Buschbohnen wie „Saxa“ säst du von Mai bis Juli direkt in ausreichend warmen Boden. In der Reihe stehen sie mit 8 bis 10 cm Abstand. Der Reihenabstand beträgt 40 cm.
Ihr Platz liegt außerhalb der Fläche, die der Hokkaido ausgewachsen belegt. Weil Buschbohnen regelmäßig durchgepflückt werden, lege ich ihre Reihen an den südlichen Beetrand, den ich vom Weg aus erreiche. Setzt du Bohnen doch zwischen die Kürbispflanzen, müssen sie abgeerntet sein, bevor sie dem Hokkaido den Platz streitig machen. Da die Aussaat bis Juli möglich ist, kannst du die Reihen auch zeitversetzt säen.
Bohnen gelten als Stickstofflieferanten. Als VorfruchtDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen. können Buschbohnen tatsächlich Stickstoff und einen gut durchlüfteten Boden hinterlassen, und bei einer Gründüngung mit LeguminosenHülsenfrüchte sind die in einer Hülse reifenden Samen von Schmetterlingsblütlern wie Erbse, Bohne und Linse; die Pflanzen heißen Hülsenfrüchtler oder Leguminosen. Die meisten binden mit Knöllchenbakterien an den Wurzeln Stickstoff aus der Luft. wird dieser Stickstoff erst nach der Zersetzung der Pflanzenmasse der FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. angerechnet. Rechne deshalb nicht fest damit, dass die Bohnen deinen Hokkaido im selben Sommer mitversorgen.
Vor der Aussaat stecke ich die spätere Kürbisfläche mit einer Schnur ab. Die Bohnen säe ich außerhalb dieser Linie, damit ich beim Durchpflücken nicht zwischen die Ranken treten muss.
Beetplan und Zeitplan für dein Mischkulturbeet
Von Nord nach Süd hat das Beet drei Zonen. Ich trage sie vor der Aussaat in einen Plan ein, und du kannst dein Mischkulturbeet im Beetplaner aufzeichnen.
| Zone | Partner | Abstand und Wuchsform | Start |
|---|---|---|---|
| Nordseite | Zuckermais | Block aus mehreren Reihen, Abstand nach Sortenangabe | Aussaat ab Mitte Mai bei Boden über 10 °C |
| Mitte | Hokkaido, mittelstark rankend, etwa „Uchiki Kuri“ | nach Herstellerangabe 80 bis 100 cm in der Reihe, 150 cm Reihenabstand, Ranken kriechen am Boden | Pflanzung oder DirektsaatBei der Direktsaat säst du die Samen gleich an Ort und Stelle ins Beet, statt sie vorher im Haus vorzuziehen. Die Pflanzen keimen und wachsen dort, wo du sie später erntest. ab Mitte Mai |
| Südrand | Buschbohne „Saxa“ | 8 bis 10 cm in der Reihe, 40 cm Reihenabstand, Buschform | Direktsaat Mai bis Juli in ausreichend warmen Boden |
Mais und ein Hokkaido wie „Uchiki Kuri“ starten beide ab Mitte Mai. Maisblock und Kürbisreihe legst du also in einem Arbeitsgang an, sobald der Boden warm ist. Ausschlaggebend ist das Wetter: Kürbisgewächse können schon bei niedrigen Plusgraden im Wachstum stocken, deshalb zählt die aktuelle Temperatur mehr als ein fester Termin. Vorgezogene Kürbispflanzen setzt du im Mai nach den EisheiligenDie Eisheiligen sind die Namenstage von fünf Heiligen vom 11. bis 15. Mai. Bauernregeln zufolge häufen sich dann späte Frostnächte, deshalb gelten sie im Garten als Merkdatum für die Spätfrostgefahr. aus, sofern keine Fröste mehr zu erwarten sind. Die Aussaattermine hast du im Aussaatkalender für Kürbis und Zucchini zum Ausdrucken griffbereit.
Diese Punkte gehe ich vor der Aussaat durch.
- Himmelsrichtung bestimmen und den Maisblock an die Nordseite legen.
- Die Kürbisfläche nach der ausgewachsenen Pflanze abstecken.
- Bohnenreihen außerhalb der Kürbisfläche und vom Weg erreichbar anlegen.
- Keine Gurken, Zucchini oder Melonen direkt neben den Hokkaido setzen.
- Die Bodenwärme prüfen, bevor Mais und Bohnen in die Erde kommen.
Pflege im Mischbeet: Boden, Wasser und Schädlinge
Kürbisse gedeihen auf humosem, nährstoffreichem und gut durchlässigem Boden, den du vor der Aussaat mit Kompost vorbereitest. Wie du Standort, Boden und Düngung angehst, steht in den Abschnitten zu Standort und Boden sowie zum Düngen im Ratgeber für Kürbis und Zucchini.
Kürbisse brauchen während ihrer Entwicklung eine gleichmäßige Wasserversorgung, bei Trockenheit spätestens ab beginnender Fruchtbildung zusätzliches Wasser. Gieß direkt auf die Erde statt über die Blätter. Mengen und Methoden je Phase findest du im Beitrag, wie viel Wasser dein Hokkaido in welcher Wachstumsphase braucht.
Biologischer Pflanzenschutz beginnt bei Standort- und Sortenwahl, Fruchtwechsel und Bodenpflege. Junge Kürbispflanzen kann ein Schneckenkragen vor Schneckenfraß schützen, und Mehltau ist an Kürbis häufig, aber meist nicht bekämpfungswürdig. Mehr dazu liest du im Beitrag, wie du Hokkaido nach biologischen Grundsätzen anbaust.
Gestaffelte Ernte: Wann erntest du was?
Im Mischbeet werden die Partner nacheinander reif, und jeder zeigt seine Reife auf eigene Weise.
| Partner | Erntezeit | Reifezeichen und Handgriff |
|---|---|---|
| Buschbohne „Saxa“ | Juli bis September | regelmäßig durchpflücken |
| früher Zuckermais | ab Ende Juli oder Anfang August | beim Anritzen eines Korns tritt milchiger Saft aus |
| Hokkaido | vor dem ersten Frost, bevor die Temperaturen unter 5 °C fallen | Stiel verfärbt sich und verkorkt, Ernte mit Stiel |
Die Bohnen pflückst du regelmäßig durch, solange sie tragen. Beim Mais ritze ich ein Korn mit dem Fingernagel an: Tritt milchiger Saft aus, ist der Kolben erntereif. Den Hokkaido lässt du ausreifen, bis sich sein Stiel verfärbt und verkorkt. Beim Ernten bleibt der Stiel an der Frucht.
Geerntet wird vor dem ersten Frost. Sinken die Temperaturen unter 5 °C, drohen Kälteschäden, deshalb holst du die Früchte vorher herein. Ausgereifte Hokkaidos lassen sich bei geeigneten Bedingungen etwa 4 bis 5 Monate lagern. Frostgeschädigte oder unreif geerntete Früchte verarbeitest du dagegen zeitnah.
Nach der Ernte
Kürbis sollte weder auf Kürbis noch unmittelbar auf andere Kürbisgewächse folgen, empfohlen wird eine Anbaupause von 4 Jahren. Was vor und nach dem Hokkaido auf dem Beet wachsen kann, liest du im Beitrag über Vor- und Nachkulturen für Hokkaido in der Fruchtfolge.





