Zuckermelonen anbauen: Schritt für Schritt von der Anzucht bis zur Ernte
- Gesät wird von März bis Mai, die warme Vorkultur dauert 4 bis 6 Wochen.
- Ausgepflanzt wird nach den letzten erwarteten Frösten in Boden, der wärmer als 15 °C ist.
- Beim Auspflanzen hat jede Jungpflanze mindestens 4 Laubblätter.
- Abstand als System: 50 bis 100 cm in der Reihe, 50 bis 150 cm zwischen den Reihen, je nach Erziehungsform.
- Im Freiland dauert es je nach Sorte und Witterung etwa 12 bis 16 Wochen von der Pflanzung bis zur Ernte, unter Glas geht es schneller.
Zuckermelonen brauchen eine lange, warme Saison: Im Freiland vergehen je nach Sorte und Witterung etwa 12 bis 16 Wochen von der Pflanzung bis zur Ernte. Kommen die Pflanzen in zu kühlen Boden, kann ihr Wachstum bei niedrigen Plusgraden stocken, und diese Zeit fehlt dir im Herbst. Ich plane meine Melonen deshalb rückwärts: zuerst der Auspflanztermin, dann die Vorkultur, dann der Aussaattag.
Zuckermelonen gehören zur Art Cucumis melo, und Cantaloupe-, Honig- und Netzmelonen sind Fruchttypen davon. Die Wassermelone ist eine eigene Art, Citrullus lanatus, mit eigenen Anzuchtwerten. Alle Werte in dieser Anleitung gelten für die Zuckermelone. Wer beide anbauen will, liest vorher, worin sich Zucker- und Wassermelone in Botanik und Kultur unterscheiden.
Dein Fahrplan durch die Saison
| Schritt | Zeitpunkt oder Richtwert |
|---|---|
| Aussaat | März bis Mai |
| Warme Vorkultur | 4 bis 6 Wochen |
| Keimdauer | 7 bis 14 Tage |
| Auspflanzen | nach den letzten erwarteten Frösten, Boden wärmer als 15 °C |
| Jungpflanze beim Auspflanzen | mindestens 4 Laubblätter |
| Blüte | Juli bis September |
| Ernte unter Glas | etwa 8 bis 9 Wochen nach der Pflanzung, je nach Sorte und Witterung |
| Ernte im Freiland | etwa 12 bis 16 Wochen nach der Pflanzung, je nach Sorte und Witterung |
| Erntemonate | August bis Oktober |
Die Monate für Aussaat und Ernte kannst du dir als Aussaatkalender für Melonen zum Ausdrucken an den Anzuchtplatz hängen.
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die Samen 1-2 cm tief säen.
Vor der Aussaat: Anbauort, Sorte und Platz
Freiland, Gewächshaus oder Kübel?
Melonen wachsen im Freiland wie im Gewächshaus. Im Freiland können kühle Sommer und hohe Niederschläge zu Ertragsausfällen führen, und die Ernte kommt später als unter Glas. Was unter Glas bei Einrichtung, Lüftung und Klima zählt, erklärt der Ratgeber zum Melonenanbau im Gewächshaus; für Balkon und Terrasse gibt es eine eigene Anleitung, wie du Zuckermelonen im Kübel ziehst.
Welche Sorte passt?
Cantaloupe-, Honig- und Netzmelonen unterscheiden sich in Schale, Fruchtfleisch und Größe. Petit Gris de Rennes etwa ist eine sehr frühe Sorte, die auch unter kühleren Bedingungen reift. Einen Überblick, welche Zuckermelonensorten zum Hausgarten passen, findest du im Sortenratgeber.
Platz und Boden
Melonen brauchen einen sonnigen, warmen und windgeschützten Platz, im Hausgarten also eine geschützte Wärmeecke oder einen Platz unter Glas. Der Boden soll gut durchlässig sein und trotzdem Wasser speichern; weil Melonen als StarkzehrerStarkzehrer sind Gemüsearten mit hohem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff, etwa Kohl, Kürbis, Tomaten und Zucchini. In der Fruchtfolge kommen sie zuerst auf ein frisch versorgtes Beet, zum Beispiel nach einer Kompostgabe. gelten, beginnt ihre Versorgung schon bei der Beetvorbereitung. Mehr zu Standort, Klima und Boden für Melonen steht im Melonen-Ratgeber, und wie du den Anbau an Hitze und Trockenheit anpasst, in einem eigenen Beitrag.
Aussaat und Voranzucht
Wann du säst
Gesät wird zwischen März und Mai, warm im Haus oder unter Glas. Bis zum Auspflanzen brauchen die Jungpflanzen 4 bis 6 Wochen warme Vorkultur. Den Aussaattag legst du deshalb vom erwarteten Auspflanztermin aus fest und zählst die Vorkultur zurück. Säst du deutlich früher, warten fertige Jungpflanzen drinnen auf einen Boden, der draußen noch zu kalt ist.
Ich schreibe das Aussaatdatum auf jeden Topf und trage im Kalender ein, ab wann die Vorkultur ihre Wochen voll hat. Beim Blick aufs Bodenthermometer sehe ich dann sofort, ob Pflanze und Beet zusammenpassen.
So säst du
- Füll kleine Töpfe mit nährstoffreicher Erde.
- Leg zwei bis drei Samen in jeden Topf.
- Bedecke die Samen 1 bis 2 cm hoch mit Erde, denn Melonen sind keine LichtkeimerLichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Bei der Aussaat werden sie deshalb nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; ob eine Art dazugehört, steht meist auf der Samentüte..
- Stell die Töpfe an einen warmen Platz, dessen Temperatur zwischen den beiden Keimwerten der Tabelle liegt.
- Halte die Erde gleichmäßig feucht.
- Lass je Topf nur einen kräftigen Keimling stehen, sobald sich zeigt, welcher vorn liegt.
| Anzuchtwert Zuckermelone | Richtwert |
|---|---|
| Saattiefe | 1 bis 2 cm |
| Mindesttemperatur zum Keimen | 18 bis 22 °C |
| Höchsttemperatur zum Keimen | 25 bis 28 °C |
| Keimdauer | 7 bis 14 Tage |
Ich nehme die überzähligen Keimlinge mit einer kleinen Schere an der Erdoberfläche ab, damit der verbleibende im Topf ungestört bleibt.
Die Anzuchttöpfe stehen direkt über der Heizung. Dort kann es wärmer werden als die Höchsttemperatur zum Keimen; ein Thermometer zwischen den Töpfen zeigt dir, ob der Platz passt.
Bis zum Auspflanzen
Nach der Keimung brauchen die Pflänzchen einen hellen Platz, zum Beispiel ein Südfenster. Zieh sie zügig weiter und halte die Erde feucht. Ich drehe die Töpfe am Fenster regelmäßig, damit die Pflanzen nicht einseitig zum Licht wachsen. Ins Beet dürfen sie, wenn sie mindestens 4 Laubblätter entwickelt haben.
Laubblätter sind die echten Blätter, die nach den KeimblätternKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen. erscheinen. Die Keimblätter zählst du beim Auspflanzen und später beim Triebschnitt nicht mit.
Auspflanzen: erst messen, dann pflanzen
Wann die Pflanzen ins Beet dürfen
Ins Freie kommen Zuckermelonen erst nach den letzten erwarteten Frösten. Danach entscheidet der Boden: Er sollte wärmer als 15 °C sein. Auch ohne Frost kann das Wachstum bei niedrigen Plusgraden stocken. Richte den Termin deshalb nach gemessenen Temperaturen und nicht nach dem Datum allein. Ich stecke vor dem Pflanzen ein Bodenthermometer ins Beet und lese es an mehreren Morgen hintereinander ab.
Die letzten erwarteten Fröste sind vorbei. Der Boden ist wärmer als 15 °C, manche Anbauhinweise setzen für Zuckermelonen mindestens 16 °C an. Die Nächte bleiben über 12 °C. Jede Pflanze hat mindestens 4 Laubblätter.
Abstand: Reihe, Reihenabstand und Erziehung
| Abstandssystem | Wert |
|---|---|
| In der Reihe | 50 bis 100 cm |
| Zwischen den Reihen | 50 bis 150 cm |
| Großzügige Planung | 100 cm in der Reihe, 150 cm zwischen den Reihen |
| Enge Planung | 50 cm in der Reihe, 50 cm zwischen den Reihen |
| Wuchsbreite einer Melone | 80 bis 150 cm |
Welche Zeile zu dir passt, hängt an der ErziehungsformDie Erziehungsform ist die Gestalt, in die du eine Pflanze, vor allem ein Obstgehölz, durch Schneiden und Binden gezielt ziehst. Bei Obstbäumen gelten Spindel und Spalier als die einfachsten Erziehungsformen.. Rankt die Melone am Boden, braucht sie die Fläche ihrer Wuchsbreite, und du planst großzügig. Leitest du sie im Gewächshaus eintriebig nach oben, wächst sie in die Höhe statt in die Breite. Wie viele Pflanzen in dein Beet passen, rechnet dir der Beetplaner für deine Melonenreihen durch.
Schutz nach dem Pflanzen
Draußen brauchen die Jungpflanzen anfangs noch Schutz. Ein Vlies bleibt im Freiland nur bis zum Blühbeginn auf den Zuckermelonen liegen. Ab dann müssen Insekten an die Blüten kommen, weil der Pollen auf die Narbe der weiblichen Blüte gelangen muss.
Frisch gepflanzte Melonen sind besonders schneckengefährdet. Ich gehe an feuchten Abenden spät mit der Taschenlampe durchs Beet und sammle ab, was ich finde.
Eine Mulchdecke um die Pflanzen vermindert Wasserverlust und VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten. des Bodens. Rasenschnitt bringst du dafür nur angewelkt und in dünner Lage aus.
Nachbarn und Fruchtfolge
Als unverträgliche Nachbarn gelten Wassermelonen, Kürbis, Hörnchenkürbis, Ziergurken und Kalebasse. Gute Partner sind unter anderem Zwiebeln, Dill, Basilikum und Spinat. Eine Garantie ist Mischkultur nicht, denn günstige Nachbarschaftseffekte sind schwer nachzuweisen. Weitere Kombinationen prüfst du im Mischkultur-Planer für dein Beet. Auf dieselbe Fläche kommen Melonen erst nach einer Anbaupause von 4 Jahren wieder; welche Vor- und Nachkulturen zu Zuckermelonen passen, steht im Beitrag zum Fruchtwechsel.
Pflege im Sommer: Triebe lenken, Früchte stützen, Blüten bestäuben
Triebe schneiden im Freiland
In warmen Freilandlagen musst du Zuckermelonen nicht zwingend schneiden. In kühleren Lagen kannst du die Ernte verfrühen, indem du den Haupttrieb nach dem 4. bis 5. Laubblatt kappst. Danach bilden sich Seitentriebe, deren Spitzen du nach 8 bis 10 Blättern entfernst. Ich zähle dafür die Laubblätter von unten und kneife die Spitze direkt über dem letzten Blatt mit den Fingernägeln ab.
Eintriebig aufleiten im Gewächshaus
Unter Glas kannst du Zuckermelonen eintriebig an einer senkrechten Rankhilfe nach oben ziehen. Dabei entfernst du die Seitentriebe bis in 80 bis 100 cm Höhe. Den Fruchtbehang begrenzt du auf höchstens 3 bis 5 Früchte je Pflanze, damit sie ausreifen. Für den Hausgarten sind diese Werte eine Orientierung und kein Muss. Wie du Klima und Lüftung unter Glas steuerst, steht im Gewächshaus-Ratgeber.
Netze für schwere Früchte
Hängen die Früchte frei, legst du sie in Netze: Das stützt die Früchte und entlastet die Pflanze. Besonders schwere Früchte bindest du zusätzlich an und stützt sie. Eine Honigmelone wiegt im Durchschnitt etwa 1,5 bis 3 kg, und dieses Gewicht hängt ohne Netz allein am Trieb. Ich lege jede Frucht in ein eigenes Netz, sobald sie spürbar schwerer wird, und knote es an der Rankhilfe fest statt am Trieb.
Bestäubung: Pollen auf die Narbe
Melonen blühen von Juli bis September. Männliche Blüten tragen Staubblätter mit dem Pollen, weibliche Blüten die Fruchtblätter mit der Narbe. Pollen derselben Pflanze kann die Befruchtung übernehmen, er muss aber auf die Narbe gelangen. Eine gute BestäubungBestäubung nennt man die Übertragung von Pollen, dem Blütenstaub aus den Staubblättern, auf die Narbe einer Blüte. In unseren Breiten übernehmen vor allem Wind und Insekten diesen Transport. fördert Fruchtqualität, Fruchtgröße und Ertrag.
Im Freien übernehmen das Insekten. Wildbienen profitieren von Blüten in der Nähe und von Nistplätzen wie offenen Bodenstellen und Totholz. Blühinseln und Hecken schaffen zusätzlich Lebensräume für Nützlinge. Unter Glas oder wenn kaum Insekten fliegen, überträgst du den Pollen selbst.
Streich mit einem weichen Pinsel über die Staubblätter einer frisch geöffneten männlichen Blüte. Tupf den Pollen danach auf die Narbe einer weiblichen Blüte.
Ich markiere jede Blüte, die ich von Hand bestäubt habe, mit einem Wollfaden am Stiel.
Jäten ohne Wurzelschaden
Hacke zwischen den Melonen nur oberflächlich, weil die Pflanzen flach wurzeln. Unkraut direkt an der Pflanze ziehst du von Hand. Ich jäte rund um den Stängel mit den Fingern und setze die Hacke erst weiter außen an.
Gießen, Düngen und Pflanzengesundheit
Im Erwerbsanbau brauchen Zuckermelonen am meisten Wasser vom FruchtansatzFruchtansatz ist das Entstehen einer Frucht aus einer Blüte, besonders bei Obstbäumen, aber auch bei Fruchtgemüse. Außerdem nennt man die junge, sich gerade entwickelnde Frucht selbst so. bis zum Ende des Größenwachstums der Früchte. Gut vorbereiteter Gartenboden braucht eventuell keine Nachdüngung, Melonen in Töpfen werden dagegen während des Wachstums flüssig gedüngt. Wie du Gießen und Düngen bei Zuckermelonen aufeinander abstimmst, erklärt ein eigener Ratgeber.
Falscher Mehltau und Stängelbrand werden durch nasses Laub begünstigt, deshalb gießt du an den Fuß der Pflanze, bevorzugt über einen Tropfschlauch. Unter Glas fördern Wärme und trockene Luft SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall., und auch Weiße Fliegen mögen es warm; regelmäßige Kontrollen helfen, Befall früh zu erkennen. Vorbeugung, Kontrolle und mechanisches Eingreifen beschreibt der Melonen-Ratgeber in den Abschnitten zu Krankheiten und Schädlingen.
Ernte: Zeit einplanen, Früchte ausreifen lassen
Wann du ernten kannst
Geerntet wird von August bis Oktober. Unter Glas geht es ab der Pflanzung deutlich schneller als im Freiland, die Wochen dafür stehen im Fahrplan am Anfang. Woran du die Reife an der Frucht erkennst, hängt am Melonentyp: Galia-Netzmelonen etwa duften bei Reife stark durch die Schale. Weitere Reifezeichen und den Handgriff beim Abnehmen erklärt der Beitrag, woran du den richtigen Erntezeitpunkt erkennst.
Fruchtansatz und Fruchtqualität
Ob Früchte ansetzen, hängt an der Bestäubung im Sommer. Unter Glas begrenzt du den Behang wie beim Aufleiten beschrieben, damit die verbliebenen Früchte ausreifen. In der Abreife wird im Erwerbsanbau weniger bewässert, um Fruchtplatzer und Glasigkeit zu vermeiden. Ich gieße in dieser Phase zurückhaltender und prüfe die Erde mit dem Finger, bevor ich zur Kanne greife.
Nach der Ernte
Schmeckt ein Stück bitter, spuck es sofort aus und entsorge die ganze Frucht, weil sie giftige Cucurbitacine enthalten kann. Kochen, Braten, Backen oder Einmachen machen solche Früchte nicht unschädlich. Angeschnittene Melone isst du rasch oder stellst sie abgedeckt in den Kühlschrank; Stücke, die mehrere Stunden ungekühlt lagen, entsorgst du vorsichtshalber. Wie du Zuckermelonen lagerst und verarbeitest, steht im Lager-Ratgeber.





