Standort für Zuckermelonen: Wärme, Licht, Boden und Platzbedarf
- Zuckermelonen brauchen einen sonnigen, warmen und windgeschützten Platz, ideal unter Glas, im Frühbeetkasten oder im Folientunnel.
- Ausgepflanzt wird erst bei Bodentemperaturen über 15 °C.
- Im Kalthaus sind 25 bis 30 °C für das Wachstum vorteilhaft.
- Über 35 °C solltest du im geschützten Anbau vermeiden.
- Der Boden soll Wasser speichern, gut durchlässig sein und sauer bis neutral reagieren.
- Eine Pflanze wird 30 bis 50 cm hoch und 80 bis 150 cm breit.
- Warme, feuchte Luft ist erwünscht, nasse Blätter können dagegen Krankheiten begünstigen.
Zuckermelonen reagieren empfindlich auf Kälte. Schon bei niedrigen Plusgraden kann ihr Wachstum stocken, auch wenn es gar nicht friert. Im Freiland zählen kühle Sommer und hohe Niederschläge zu den Risiken, die Ertragsausfälle bringen können. Deshalb suche ich jedes Frühjahr zuerst den Platz aus und plane erst danach Sorte und Pflanztermin.
Ein guter Melonenplatz bietet genug Fläche für die Ranken, volle Sonne und Schutz vor Wind. Dazu kommen Wärme in Luft und Boden und eine Erde, die Wasser hält und Überschüssiges abfließen lässt. Ich gehe die Punkte hier der Reihe nach durch, jeweils mit den Werten, an denen du dich orientieren kannst.
Wie groß werden Zuckermelonen und wie viel Platz brauchen sie?
Eine Zuckermelone wächst flach und breit. Die Pflanze wird 30 bis 50 cm hoch. Die Wuchsbreite liegt bei 80 bis 150 cm. Rankt sie frei am Boden, braucht sie genau diese Fläche.
Wie schwer die Früchte werden, hängt am Melonentyp und an der Sorte:
| Melonentyp oder Sorte | Fruchtgewicht |
|---|---|
| Honigmelone mit gelber Schale und blassgelbem Fruchtfleisch | im Durchschnitt etwa 1,5 bis 3 kg |
| Cantaloupe mit orangefarbenem Fruchtfleisch | meistens 0,5 bis 1,5 kg |
| Charentais-Melone Stellio F1 | 1 bis 2 kg |
| Petit Gris de Rennes, eine sehr frühe Sorte | 0,5 bis 0,8 kg |
Abstände als System planen
Pflanzabstände planst du immer zusammen mit der Erziehung der Pflanze.
| Maß | Wert |
|---|---|
| Abstand in der Reihe | 50 bis 100 cm |
| Abstand zwischen den Reihen | 50 bis 150 cm |
| Rechenwert für die Beetplanung | 100 cm in der Reihe, 150 cm zwischen den Reihen |
Welchen Wert du aus der Spanne nimmst, hängt an der Erziehung. Laufen die Ranken frei über den Boden, brauchen sie die Fläche ihrer Wuchsbreite. Leitest du Zuckermelonen im Gewächshaus eintriebig auf, wachsen sie in die Höhe statt in die Breite. Schwere Früchte an aufgeleiteten Pflanzen bindest du zusätzlich an und stützt sie, zum Beispiel mit Netzen. Wie viele Pflanzen auf dein Beet passen, kannst du mit Pflanz- und Reihenabstand im Beetplaner durchrechnen.
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die Samen 1-2 cm tief säen.
Welche Temperaturen brauchen Zuckermelonen?
Zuckermelonen sind nicht winterhart und werden einjährig kultiviert. Kälte bremst ihr Wachstum, zu viel Hitze schädigt die jungen Triebspitzen. Für das Wachstum im Kalthaus gelten 25 bis 30 °C als vorteilhaft.
Ein Kalthaus ist ein Gewächshaus ohne Heizung. Die Wärme darin kommt von der Sonne, gesteuert wird sie über Lüften und Schattieren.
| Phase | Temperatur |
|---|---|
| Keimung, Mindesttemperatur | 18 bis 22 °C |
| Keimung, Höchsttemperatur | 25 bis 28 °C |
| Auspflanzen, Boden | über 15 °C |
| Auspflanzen, Nächte | über 12 °C |
| Wachstum im Kalthaus | 25 bis 30 °C vorteilhaft |
| Hitzegrenze im geschützten Anbau | über 35 °C vermeiden |
| Hitzeschäden an jungen Triebspitzen | über 38 °C besonders kritisch |
Wann Zuckermelonen ins Freie dürfen
Ins Freie kommen Zuckermelonen nach den letzten erwarteten Frösten. Der Kalender allein entscheidet dabei nicht, sondern die tatsächliche Temperatur. Nach 4 bis 6 Wochen warmer Vorkultur können die Jungpflanzen ausgepflanzt werden. Beim Auspflanzen sollten sie mindestens 4 Laubblätter entwickelt haben. Aussaat und Pflanzung kannst du im Aussaatkalender für Melonen nach Monaten planen.
Nach dem Kalender pflanzen. Melonen können schon bei niedrigen Plusgraden im Wachstum stocken, auch ohne Frost. Miss vor dem Pflanzen die Bodentemperatur und schau auf die Nachtwerte der Wettervorhersage.
Ich stecke im Frühjahr ein Bodenthermometer in das künftige Melonenbeet und lese es morgens ab. Gepflanzt wird bei mir erst, wenn es über 15 °C zeigt und die Nächte über 12 °C bleiben.
Zu viel Hitze unter Glas
Im geschützten Anbau solltest du Temperaturen über 35 °C vermeiden. Über 38 °C wird es für die jungen Triebspitzen besonders kritisch.
Brandköpfe nennt man Hitzeschäden an den jungen Triebspitzen der Zuckermelone.
Schattierst du gegen Hitze, muss zwischen Abdeckung und Pflanzen Luft zirkulieren können. Ein hoher Salzgehalt im Boden kann ähnliche Schäden an den Triebspitzen hervorrufen wie starke Hitze. Zeigen sich verbrannte Spitzen, obwohl es nicht heiß war, kommt deshalb auch der Boden als Ursache infrage. Weitere Maßnahmen für heiße Sommer stehen im Beitrag darüber, wie du Zuckermelonen an Hitze, Trockenheit und Extremwetter anpasst.
Wie viel Sonne brauchen Zuckermelonen?
Zuckermelonen brauchen einen sonnigen Platz. Gib ihnen die Stelle im Garten, auf die am längsten Sonne fällt, und halte sie frei vom Schatten von Bäumen, Hecken oder Gebäuden. Ich gehe dafür im Frühjahr zu verschiedenen Tageszeiten durch den Garten und schaue, wohin die Schatten fallen. Sonne allein reicht aber nicht, denn die Pflanzen brauchen zusätzlich Wärme in Luft und Boden.
Luftfeuchte: feuchte Luft ja, nasse Blätter nein
Für Zuckermelonen sind warme, luftfeuchte Bedingungen empfehlenswert. Ideal sind dafür ein Gewächshaus, ein großer Frühbeetkasten oder ein Folientunnel. Feuchte Luft ist allerdings etwas anderes als nasse Blätter. Lange BlattnässeBlattnässe ist Wasser, das als Film oder Tropfen auf den Blättern steht, etwa nach Regen, Tau oder Gießen über die Blätter. Hält sie länger an, können Pilzerreger die Blätter leichter infizieren., trübes Wetter und eine Luftfeuchtigkeit über 95 % begünstigen Stängelbrand. Bei 15 bis 20 °C und nächtlicher Taubildung breitet sich Falscher Mehltau leichter aus.
Zu trockene Luft ist ebenfalls kein Ziel. Temperaturen über 20 °C und trockene Luft begünstigen SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall..
Weil Zuckermelonen feuchte Wärme mögen, nasses Laub aber Krankheiten begünstigt, gehört das Wasser an den Fuß der Pflanze und nicht über die Blätter. Bevorzugt gießt du über Tropfschläuche, damit das Laub möglichst trocken bleibt. Ich gieße meine Melonen am Fuß und schaue dabei unter die Blätter.
Windschutz und Mikroklima: die wärmste Ecke finden
Im Hausgarten ist die wärmste, windgeschützte Ecke der richtige Platz für Melonen, oder ein Platz unter Glas. Bei Wassermelonen empfiehlt der Erwerbsanbau ausdrücklich windgeschützte, leicht erwärmbare Lagen. Bei Zuckermelonen achte ich auf dieselben Eigenschaften. Ich suche Stellen, an denen der Wind nicht durchzieht und die Sonne lange steht, etwa vor einer Hauswand nach Süden.
Draußen brauchen junge Melonen anfangs Schutz. Bei Zuckermelonen im Freiland bleibt ein Vlies nur bis zum Blühbeginn liegen.
In kühleren Freilandlagen kannst du den Haupttrieb nach dem 4. bis 5. Laubblatt kappen, um die Ernte zu verfrühen. In warmen Freilandlagen müssen Zuckermelonen nicht zwingend geschnitten werden. Wo es kühler ist, kommt auch eine sehr frühe Sorte wie Petit Gris de Rennes infrage, die auch unter kühleren Bedingungen reift.
Boden und pH-Wert: wasserspeichernd, durchlässig, sauer bis neutral
Zuckermelonen wurzeln flach und gelten als StarkzehrerStarkzehrer sind Gemüsearten mit hohem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff, etwa Kohl, Kürbis, Tomaten und Zucchini. In der Fruchtfolge kommen sie zuerst auf ein frisch versorgtes Beet, zum Beispiel nach einer Kompostgabe.. Der Boden soll Wasser speichern und gleichzeitig gut durchlässig sein. Sandboden passt gut zu Melonen. Außerdem sind Lehm-, Ton- und Kalkböden geeignet. Ein humoser, lockerer Gartenboden kann Wasser besser speichern. Leichte Böden lockerst du im Frühjahr mit der Grabgabel, ohne sie umzugraben.
Bodenfeuchte und Drainage
Gut durchlässig heißt: Überschüssiges Wasser fließt ab, statt im Wurzelraum stehen zu bleiben. Hängende Blätter sind kein sicheres Zeichen für Durst. Welke kann auch entstehen, wenn die Wurzeln nach zu starker Bewässerung geschädigt sind. Fühl vor dem Gießen mit dem Finger in die Erde, statt beim ersten Hängen der Blätter nachzugießen. Eine Mulchdecke vermindert den Wasserverlust aus dem Boden und schützt ihn vor VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten. und Erosion. Grasschnitt kommt dafür nur angewelkt und dünn auf das Beet.
Den pH-Wert prüfen
Zuckermelonen wollen einen sauren bis neutralen Boden. Wo dein Boden liegt, zeigt eine Standard-Bodenuntersuchung. Sie erfasst den pH-Wert und die Versorgung mit PhosphorPhosphor ist ein Pflanzennährstoff, der eine zentrale Rolle im Energiehaushalt der Pflanze spielt und Bestandteil von Erbsubstanz und Zellmembranen ist. In der Praxis spricht man meist von Phosphat. und Kalium. Für den verfügbaren Stickstoff ist eine gesonderte Nmin-Untersuchung nötig. Greif erst ein, wenn du den Messwert kennst. Wie du das Beet vorbereitest und versorgst, liest du in den Grundlagen zu Boden, Gießen und Düngen im Melonen-Ratgeber.
Gewächshaus, Folientunnel oder Kübel?
Melonen werden im Freiland wie im Gewächshaus angebaut. Im Gewächshaus können Zuckermelonen je nach Sorte und Witterung etwa 8 bis 9 Wochen nach der Pflanzung geerntet werden. Im Freiland brauchen sie dafür etwa 12 bis 16 Wochen. Draußen bleiben die Früchte also deutlich länger dem Wetter ausgesetzt, und kühle Sommer mit viel Regen zählen dort zu den Risiken für Ertragsausfälle.
Unter Glas regelst du die Wärme über das Lüften. Bei einem Kleingewächshaus sollte sich mindestens ein Viertel der Fläche zum Lüften öffnen lassen. Temperaturgesteuerte Fensteröffner lüften auch ohne Stromanschluss. In meinem Gewächshaus hängt ein Thermometer auf Pflanzenhöhe, damit ich sehe, wann ich die Fenster öffnen muss. Wie du ein Gewächshaus für Zuckermelonen einrichtest, belüftest und die Ranken führst, steht im eigenen Beitrag dazu.
Auf Balkon und Terrasse gelten dieselben Ansprüche an Sonne und Wärme. Im Gefäß braucht die Melone ein leichtes Substrat, das Luft, Wasser und Nährstoffe bereitstellt. Stehen die Gefäße im Regen, brauchen sie ein Abzugsloch gegen Staunässe. Als Balkonsorten werden etwa die Charentais-Melone Orange Beauty F1 und Funambul beschrieben.
Sortenwahl, Gefäß, Pflege und BestäubungBestäubung nennt man die Übertragung von Pollen, dem Blütenstaub aus den Staubblättern, auf die Narbe einer Blüte. In unseren Breiten übernehmen vor allem Wind und Insekten diesen Transport. auf kleinem Raum findest du im Ratgeber darüber, wie du Zuckermelonen im Topf auf Balkon oder Terrasse ziehst.
Gießen und Düngen: nur der Standortbezug
Im Erwerbsanbau gilt die Zeit vom FruchtansatzFruchtansatz ist das Entstehen einer Frucht aus einer Blüte, besonders bei Obstbäumen, aber auch bei Fruchtgemüse. Außerdem nennt man die junge, sich gerade entwickelnde Frucht selbst so. bis zum Ende des Größenwachstums als Phase mit dem höchsten Wasserbedarf der Zuckermelone. Eine Tropfbewässerung kann die gleichmäßige Wasserzufuhr unterstützen, die Zuckermelonen brauchen. Menge, Zeitpunkt und die Abstimmung mit der Düngung stehen im Beitrag darüber, wie du Gießen und Düngen bei Zuckermelonen aufeinander abstimmst, die Grundlagen dazu im Melonen-Ratgeber.
Gute und schlechte Nachbarn am Melonenplatz
Zuckermelone und Wassermelone gehören nicht nebeneinander ins Beet. Als unverträgliche Nachbarn gelten Wassermelonen, Kürbis, Hörnchenkürbis, Ziergurken und Kalebasse, alles KürbisgewächseKürbisgewächse (Cucurbitaceae) sind eine Pflanzenfamilie, aus der vor allem Gurken, Melonen, Wassermelonen und Kürbisse samt Zucchini angebaut werden. Typisch sind frostempfindliche, meist rankende Arten, die männliche und weibliche Blüten getrennt an derselben Pflanze tragen. wie die Melone selbst. Gut passen dagegen Zwiebeln, Dill, Basilikum, Spinat oder Endivie. Mischkultur kann den Anbau unterstützen, garantiert aber nichts, denn günstige Nachbarschaftseffekte sind schwer nachzuweisen. Auf derselben Fläche planst du für Melonen eine Anbaupause von 4 Jahren ein. Weitere Kombinationen kannst du als passende Beetnachbarn für Melonen nachschlagen.
Vor dem Pflanzen prüfe ich diese Punkte:
- Der Platz ist sonnig und windgeschützt.
- Das Bodenthermometer zeigt über 15 °C, die Nächte bleiben über 12 °C.
- Der Boden speichert Wasser, ist gut durchlässig und sauer bis neutral.
- Die Ranken haben 80 bis 150 cm Platz in die Breite.
- Auf der Fläche standen in den letzten 4 Jahren keine Melonen.
- In der Nähe wachsen weder Kürbis noch Wassermelone, Ziergurken oder Kalebasse.





