Zuckermelonen gießen und düngen: So stimmst du Wasser und Dünger ab
- Den höchsten Wasserbedarf haben Zuckermelonen vom Fruchtansatz bis zum Ende des Größenwachstums.
- In der Abreife wird weniger gegossen, im Erwerbsanbau um Fruchtplatzer und Glasigkeit zu vermeiden.
- Gieß am Fuß der Pflanze, bevorzugt über Tropfschläuche: Trockene Blätter helfen, Falschem Mehltau vorzubeugen.
- Nährstoffe kann die Pflanze nur aufnehmen, wenn sie in der Bodenfeuchte gelöst sind, deshalb gehören Gießen und Düngen zusammen.
- Kennst du deine Bodenwerte nicht, gelten jährlich 3 l Kompost je m² als allgemeiner Richtwert für die Beetvorbereitung.
- Im Gefäß flüssig düngen, ab walnussgroßen Früchten kaliumbetont; bei beginnender Fruchtreife und absterbendem Laub ist Schluss.
Zuckermelonen brauchen nicht den ganzen Sommer gleich viel Wasser. Am meisten verlangen sie, solange die Früchte ansetzen und wachsen; in der Abreife wird weniger gegossen. Der Dünger hängt am selben Wasser, weil Pflanzen Nährstoffe nur aufnehmen, wenn sie in der Bodenfeuchte gelöst sind. Ich plane Gießen und Düngen deshalb als einen Arbeitsgang und richte beides nach dem Stand der Früchte.
Die Zuckermelone gehört zu Cucumis melo, die Wassermelone zu Citrullus lanatus, und beide zählen zu den Kürbisgewächsen. Cantaloupe-, Honig- und Netzmelonen sind Fruchttypen der Zuckermelone. Wie sich die beiden Melonen unterscheiden, zeigt das Kurzporträt im Ratgeber zum Melonenanbau.
In welcher Phase brauchen Zuckermelonen das meiste Wasser?
Den höchsten Wasserbedarf haben Zuckermelonen vom FruchtansatzFruchtansatz ist das Entstehen einer Frucht aus einer Blüte, besonders bei Obstbäumen, aber auch bei Fruchtgemüse. Außerdem nennt man die junge, sich gerade entwickelnde Frucht selbst so. bis zum Ende des Größenwachstums. In dieser Zeit brauchen sie eine gleichmäßige Wasserzufuhr, und ein Tropfschlauch kann genau diese unterstützen. Während der Abreife nimmst du die Wassergaben zurück.
| Phase | Gießen | Düngen |
|---|---|---|
| Beetvorbereitung | Boden lockern; humoser, lockerer Boden kann Wasser besser speichern | ohne bekannte Bodenwerte jährlich 3 l Kompost je m² leicht einarbeiten |
| Wachstum bis zum Fruchtansatz | gleichmäßig, am Fuß der Pflanze | Beet: gut vorbereiteter Boden braucht eventuell keine Nachdüngung; Gefäß: flüssig düngen |
| Fruchtansatz bis Ende des Größenwachstums | höchster Wasserbedarf | Gefäß: ab walnussgroßen Früchten kaliumbetont düngen |
| Abreife | weniger gießen | bei beginnender Fruchtreife und absterbendem Laub beenden |
Im Gefäß fällt die kaliumbetonte Flüssigdüngung damit genau in die Phase, in der du ohnehin am meisten gießt. Der Dünger kann dann einfach mit dem Gießwasser kommen.
Wann die Abreife kommt, hängt am Anbauort: Im Gewächshaus können Zuckermelonen je nach Sorte und Witterung etwa 8 bis 9 Wochen nach der Pflanzung geerntet werden. Im Freiland dauert es von der Pflanzung bis zur Ernte etwa 12 bis 16 Wochen, ebenfalls abhängig von Sorte und Witterung. Die Reifezeichen beschreibt der Melonen-Ratgeber im Abschnitt Ernte.
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Wie gießt du Zuckermelonen richtig?
Am Fuß der Pflanze, die Blätter bleiben trocken
Gieß Zuckermelonen am Fuß der Pflanze und halte das Laub trocken. Falscher MehltauMehltau ist die Bezeichnung für Pilzkrankheiten, die einen weißlichen oder grauen Belag auf den Blättern bilden. Man unterscheidet Echten Mehltau, der bei Trockenheit und Hitze auftritt, und Falschen Mehltau, der bei kühlem, feuchtem Wetter auftritt. breitet sich an Melonen bei 15 bis 20 °C und nächtlicher Taubildung leichter aus. Stängelbrand wird begünstigt, wenn die Blätter lange nass bleiben, das Wetter trüb ist und die Luftfeuchtigkeit über 95 % liegt. Was beide Krankheiten fördert, ist nasses Laub.
Zur Vorbeugung gegen Falschen Mehltau bewässerst du deshalb bevorzugt über Tropfschläuche. Sie führen das Wasser gezielt direkt an die Pflanze. Einen Überblick über die Gießmethoden gibt der Melonen-Ratgeber im Abschnitt Gießen.
Ich gieße meine Zuckermelonen am frühen Morgen am Fuß der Pflanze. Dabei hebe ich einzelne Blätter an und schaue auf der Unterseite nach Flecken.
Wann am Tag und wie viel?
Gieß am frühen Morgen. Dann ist der Boden abgekühlt, und weniger Wasser verdunstet gleich wieder. Eine feste Literzahl je Pflanze passt bei Zuckermelonen nicht, weil der Wasserbedarf mit Sorte, Witterung und Boden schwankt. Auch Sonne und Wind am Standort verändern ihn.
Melonen brauchen einen sonnigen Platz, im Hausgarten am besten die wärmste, windgeschützte Ecke. Was Zuckermelonen sonst vom Platz erwarten, erfährst du im Beitrag darüber, welchen Standort Zuckermelonen brauchen.
Ich fühle deshalb mit dem Finger in die Erde, bevor ich zur Kanne greife. So richte ich mich nach dem Boden und nicht nach dem Kalender.
Welke Blätter als Durst deuten und sofort nachgießen. Welke kann auch entstehen, wenn zu viel Wasser die Wurzeln geschädigt hat, und beweist allein keinen Wassermangel. Fühl zuerst in die Erde, bevor du nachgießt.
Mulch hält das Wasser im Boden
Eine Mulchdecke vermindert den Wasserverlust aus dem Boden und schützt ihn vor VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten. und Erosion. Grasschnitt lässt du vorher anwelken und trägst ihn nur dünn auf, bei Bedarf legst du nach. Dazu kommt der Boden selbst: Ist er humos und locker, kann er Wasser besser speichern.
Warum gießt du in der Abreife weniger?
Sobald die Früchte reifen, wird im Erwerbsanbau weniger bewässert. So sollen Fruchtplatzer und Glasigkeit vermieden werden. Ich nehme die Wassergaben in dieser Phase zurück und prüfe die Erde weiter mit der Hand.
Bei der Wassermelone wird es anders beschrieben. Dort hilft eine gleichmäßige Wasserversorgung auch kurz vor der Ernte, das Aufplatzen der Früchte zu vermeiden. Beide Melonen sollen also nicht platzen, die Gießpraxis vor der Ernte unterscheidet sich aber. Übertrag den Gießplan deshalb nicht von einer Melone auf die andere. Wie du Wassermelonen gießt und düngst, steht in einem eigenen Beitrag.
Wie stimmst du den Dünger auf das Gießen ab?
Melonen gelten als StarkzehrerStarkzehrer sind Gemüsearten mit hohem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff, etwa Kohl, Kürbis, Tomaten und Zucchini. In der Fruchtfolge kommen sie zuerst auf ein frisch versorgtes Beet, zum Beispiel nach einer Kompostgabe., ihre Versorgung beginnt deshalb schon bei der Beetvorbereitung. Nährstoffe kann die Pflanze nur aufnehmen, wenn sie in der Bodenfeuchte gelöst sind. Gedüngt wird deshalb in feuchte Erde, und im Gefäß gießt du einen trockenen WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. vor dem Düngen zuerst leicht an.
Vor der Pflanzung: Kompost und Bodenuntersuchung
Kennst du die Nährstoffgehalte deines Bodens nicht, kannst du jährlich 3 l Kompost je m² leicht einarbeiten. Das ist eine allgemeine Gartenempfehlung und kein fertiger Düngeplan für Melonen. Liegt dein Boden in den Phosphat-Gehaltsklassen C bis E, sind im Gemüsebeet höchstens 3 l Kompost je m² und Kultur empfohlen.
Eine Standard-Bodenuntersuchung erfasst PhosphorPhosphor ist ein Pflanzennährstoff, der eine zentrale Rolle im Energiehaushalt der Pflanze spielt und Bestandteil von Erbsubstanz und Zellmembranen ist. In der Praxis spricht man meist von Phosphat., Kalium und den pH-Wert. Den verfügbaren Stickstoff zeigt erst eine gesonderte Nmin-Untersuchung. Ich lasse meinen Boden untersuchen, bevor ich eine Düngermenge ausrechne.
Wie viel Stickstoff braucht die Zuckermelone?
Für Zuckermelonen im Gewächshaus wird ein Stickstoffbedarf von 30 g je m² und Kultur angesetzt. Dieser Bedarf ist nicht die Menge, die du ausbringst. Was der Boden schon enthält und nachliefert, ziehst du vorher ab, erst der Rest ist der Düngebedarf. Der Wert gilt für die Kultur unter Glas und lässt sich nicht ohne Weiteres auf ein Freilandbeet übertragen.
Düngermenge in g/m² = Nährstoff-Düngebedarf in g/m² × 100 ÷ Nährstoffgehalt des Düngers in %. Für Zuckermelonen im Gewächshaus liegt der Stickstoffbedarf bei 30 g/m² je Kultur; den Düngebedarf erhältst du erst nach Abzug der vorhandenen und nachgelieferten Mengen.
Ohne Nmin-WertDer Nmin-Wert gibt an, wie viel mineralischer Stickstoff (Nitrat und Ammonium) im Boden steckt und damit den Pflanzen zur Verfügung steht. Er wird per Bodenprobe im Labor bestimmt und hilft dir, Stickstoff bedarfsgerecht zu düngen. rechne ich nicht, sondern bleibe bei der Kompostgabe aus der Beetvorbereitung.
Im Beet: nachdüngen, wenn die Pflanze schwach wächst
Beim Düngen von Melonen unterscheidest du zwischen Gartenboden und Gefäß. Gut vorbereiteter Gartenboden braucht danach eventuell gar keine Nachdüngung. Wachsen die Pflanzen schwach, ist sie möglich. Ich schaue mir dafür Triebe und Blätter an und dünge im Beet erst nach, wenn das Wachstum schwach bleibt.
Organisch gebundene Nährstoffe müssen erst von BodenorganismenBodenorganismen sind die Lebewesen im Boden: winzige Bakterien, Pilze und Algen ebenso wie Bodentiere vom Einzeller über den Regenwurm bis zu Wirbeltieren. Zusammen bilden sie das Bodenleben. aufgeschlossen werden, organische Dünger wirken daher meist langfristiger. Leicht lösliche mineralische Dünger stellen Nährstoffe schneller bereit. Auch mit organischen Düngern kannst du überdüngen, wenn du zu viel davon gibst. Welche Aufgabe die einzelnen Nährstoffe in der Zuckermelone erfüllen, erklärt ein eigener Beitrag.
Im Kübel: Dünger mit dem Gießwasser
Im Topf oder Pflanzsack düngst du während des Wachstums flüssig. Ab walnussgroßen Früchten stellst du auf eine kaliumbetonte Flüssigdüngung um. Hohe Kaliumgehalte können allerdings die Magnesiumaufnahme hemmen. Halte dich deshalb an die Dosierangabe auf der Packung.
Das Substrat soll weder ganz austrocknen noch staunass werden. Steht das Gefäß im Freien, braucht es dafür ein Abzugsloch, ein Wasserspeichergefäß einen Überlauf. Sorten, Gefäß und Substrat bespricht der Beitrag darüber, wie du Zuckermelonen im Kübel auf Balkon und Terrasse ziehst.
Bevor ich einen Kübel dünge, fühle ich in die Erde. Ist der Ballen trocken, gieße ich zuerst mit klarem Wasser leicht an und gebe den Flüssigdünger erst danach.
Wann ist Schluss mit dem Düngen?
Bei beginnender Fruchtreife und absterbendem Laub beendest du die Düngung. Weil in der Abreife auch weniger gegossen wird, laufen Wasser und Dünger gemeinsam aus.
Ein hoher Salzgehalt im Boden kann an den Triebspitzen von Zuckermelonen ähnliche Schäden hervorrufen wie starke Hitze. Geschädigte Triebspitzen können also auf Hitze hindeuten, aber auch auf zu viel Salz im Boden. Wo bei Zuckermelonen die Hitzegrenzen liegen, steht im Beitrag zu den Standortbedingungen.
Fertigation: Wie düngst du über das Gießwasser?
Fertigation heißt, den Dünger mit dem Bewässerungswasser auszubringen. Im Hausgarten fängt das bei der Gießkanne mit Flüssigdünger an. Mit einem Tropfschlauch wird der Dünger in das Wasser eingespeist, das durch die Leitung läuft.
Für Zuckermelonen passt das zusammen, weil Tropfschläuche das Wasser gezielt an die Pflanze führen und die Blätter dabei trocken bleiben. Die Pflanze nimmt Nährstoffe ohnehin nur gelöst in der Bodenfeuchte auf. Eingespeister Flüssigdünger kommt deshalb genau dort an, wo das Wasser hingeht.
Naheliegend ist Fertigation im Gefäß, wo während des Wachstums ohnehin flüssig gedüngt wird. Im gut vorbereiteten Beet speist du nur Dünger ein, wenn die Pflanzen schwach wachsen. Ab walnussgroßen Früchten wechselst du im Gefäß auf kaliumbetonten Dünger, und bei beginnender Fruchtreife läuft nur noch Wasser durch den Schlauch.
Die Konzentration richtest du nach der Dosierangabe des Düngers. Ich beobachte danach Blätter und Triebspitzen und richte mich nach dem, was ich an der Pflanze sehe.
Erde fühlen und einen trockenen Ballen erst leicht angießen. Dünger nach Packungsangabe ins Gießwasser geben. Im Beet nur bei schwachem Wachstum nachdüngen. Im Gefäß ab walnussgroßen Früchten kaliumbetont düngen. Bei beginnender Fruchtreife und absterbendem Laub nur noch Wasser geben und insgesamt weniger gießen.
Den ganzen Ablauf zeigt die Anleitung, wie du Zuckermelonen Schritt für Schritt von der Voranzucht bis zur Ernte anbaust. Für die nächste Saison hilft der Überblick, welche Vor- und Nachkulturen sich für Zuckermelonen eignen.





