Zuckermelonen im Klimawandel: Anbau bei Hitze, Trockenheit und Nässe
- Ausgepflanzt wird nach Bodentemperatur: Zuckermelonen kommen erst bei über 15 °C ins Beet.
- Über 38 °C sind die jungen Triebspitzen besonders gefährdet, eine Schattierung braucht Luft darunter.
- Im Gewächshaus lüftest du rechtzeitig, um Temperaturen über 35 °C zu vermeiden.
- Humoser, lockerer Boden kann Wasser besser speichern, eine Mulchdecke senkt den Verlust.
- Tropfschläuche halten das Laub trocken und helfen, Falschem Mehltau vorzubeugen.
- In kühlen Lagen passt eine frühe Sorte wie Petit Gris de Rennes, die auch unter kühleren Bedingungen reift.
Hitzespitzen, lange Trockenphasen und danach wieder nasse, kühle Wochen: Zuckermelonen bekommen jede dieser Wetterlagen im Beet zu spüren. Bevor ich gieße, schattiere oder lüfte, schaue ich deshalb zuerst aufs Thermometer und in den Boden. Hier findest du die Maßnahmen, die ich für jede Wetterlage bereithalte, und die Temperaturgrenzen, an denen ich mich dabei orientiere.
Was sich für Zuckermelonen im Garten verschiebt
Höhere Temperaturen und eine längere Vegetationsperiode können dem Melonenanbau neue Möglichkeiten eröffnen. Eine Erntegarantie folgt daraus nicht, denn kühle Sommer und hohe Niederschläge bleiben im Freiland Risiken, die zu Ertragsausfällen führen können. Was der Klimawandel für den Melonenanbau insgesamt bedeutet, bis hin zu Erwerbsanbau und Politik, liest du im Beitrag über die Folgen des Klimawandels für den Melonenanbau. Hier geht es um die Handgriffe im Hausgarten, sortiert nach Wetterlage.
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die Samen 1-2 cm tief säen.
Wann dürfen Zuckermelonen ins Freie?
Melonen können schon bei niedrigen Plusgraden im Wachstum stocken. Der Auspflanztermin richtet sich deshalb nach den tatsächlichen Temperaturen und nicht allein nach dem Kalender. Zuckermelonen kommen erst ins Beet, wenn der Boden wärmer als 15 °C ist. Auch nachts sollte es dann über 12 °C bleiben. Die Jungpflanzen sollten bis dahin mindestens 4 Laubblätter entwickelt haben. Ich stecke vor dem Pflanzen ein Bodenthermometer ins Beet und lese es am frühen Morgen ab, wenn der Boden abgekühlt ist.
Warm vorziehen, langsam an die Sonne gewöhnen
Für die Anzucht brauchst du einen hellen Platz, zum Beispiel ein Südfenster. In jeden Topf kommen zwei bis drei Samen, später bleibt die beste Pflanze stehen. Nach 4 bis 6 Wochen warmer Vorkultur können Zuckermelonen ausgepflanzt werden. Die Richtwerte im Überblick:
| Schritt | Richtwert für Zuckermelonen |
|---|---|
| Kulturstart | März bis Mai |
| Keimtemperatur | Untergrenze 18 bis 22 °C, Obergrenze 25 bis 28 °C |
| Keimdauer | 7 bis 14 Tage |
| Saattiefe | 0,5 bis 2 cm |
| Warme Vorkultur | 4 bis 6 Wochen |
| Bodentemperatur beim Auspflanzen | über 15 °C |
| Nachttemperatur beim Auspflanzen | über 12 °C |
| Jungpflanze beim Auspflanzen | mindestens 4 Laubblätter |
Für Wassermelonen beschreibt ein Erwerbsverfahren, die Pflanzen 1 Woche vor dem Auspflanzen abzuhärten und schrittweise an direkte Sonne zu gewöhnen. Meine Zuckermelonen stelle ich vor dem Pflanzen ebenfalls schrittweise in die Sonne und schaue dabei auf die Blätter. Draußen lege ich anfangs Vlies über die Jungpflanzen, bei Zuckermelonen im Freiland bleibt es nur bis zum Blühbeginn liegen.
Den ganzen Weg von der VoranzuchtVoranzucht heißt, Pflanzen aus Samen in Schalen oder Töpfen unter geschützten Bedingungen heranzuziehen, etwa am Fenster, im Gewächshaus oder im Frühbeet. Die Jungpflanzen setzt du später ins Beet. bis zur Ernte beschreibt die Schritt-für-Schritt-Anleitung für Zuckermelonen. Welche Monate für Aussaat und Pflanzung infrage kommen, zeigt der Aussaatkalender für Melonen zum Ausdrucken.
Hitze: Was tun, wenn das Thermometer steigt?
Über 38 °C wird es für Zuckermelonen besonders kritisch, weil dann Hitzeschäden an den jungen Triebspitzen drohen.
Brandköpfe nennt man die Hitzeschäden an den jungen Triebspitzen der Zuckermelone. Ähnliche Schäden kann auch ein hoher Salzgehalt im Boden auslösen. Eine geschädigte Spitze ist deshalb ein Hinweis auf Hitze, aber kein Beweis.
Unter Glas wird früher gegengesteuert. Im Gewächshaus gilt es, Temperaturen über 35 °C zu vermeiden, um Brandköpfen vorzubeugen. Fürs Wachstum gelten im Kalthaus 25 bis 30 °C als vorteilhaft. Weil der günstige Bereich und die Hitzegrenze so dicht beieinanderliegen, öffne ich die Lüftung, sobald das Thermometer über den günstigen Bereich klettert.
Bei einem Kleingewächshaus soll sich mindestens ein Viertel der Fläche zum Lüften öffnen lassen. Temperaturgesteuerte Fensteröffner können automatisch lüften, auch ohne Stromanschluss. Mehr dazu, wie du Klima und Belüftung im Melonen-Gewächshaus steuerst, steht im eigenen Ratgeber zum Anbau unter Glas.
Im Freiland spanne ich bei angekündigter Hitze vorübergehend ein Schattiergewebe über das Beet. Zwischen Abdeckung und Pflanzen muss dabei Luft zirkulieren können. Ich lege das Gewebe deshalb nicht auf die Blätter, sondern spanne es über Stäbe.
Thermometer im Gewächshaus im Blick behalten · Lüftung öffnen, bevor es über 35 °C geht · automatische Fensteröffner vor dem Sommer prüfen · Schattierung im Freiland nur vorübergehend und mit Luft darunter · junge Triebspitzen ansehen und bei Schäden auch an Salz im Boden denken
Trockenheit: Wie hältst du Wasser im Beet?
Gegen lange Trockenphasen fange ich beim Boden an. Ein humoser, lockerer Gartenboden kann Wasser besser speichern. Leichte Böden lockere ich im Frühjahr mit der Grabgabel, statt sie umzugraben. Weil Melonen als Starkzehrer gelten, arbeite ich bei der Beetvorbereitung Kompost leicht ein. Kennst du die Nährstoffgehalte deines Bodens nicht, sind jährlich 3 l Kompost pro m² ein allgemeiner Richtwert für den Garten.
Als Platz wählst du die wärmste, windgeschützte Ecke des Gartens oder einen Platz unter Glas. Wie viel Wasser deine Pflanzen brauchen, hängt unter anderem von Witterung, Substrat, Sonne und Wind am Standort ab. Was Zuckermelonen sonst an Licht, Boden, pH-Wert und MikroklimaMikroklima ist das besondere Klima eines kleinen Areals in den bodennahen Luftschichten. Es hängt stark von Untergrund, Bewuchs und Bebauung ab und kann sich schon auf engem Raum deutlich unterscheiden. verlangen, beschreibt der Beitrag über die Standortbedingungen für Zuckermelonen.
Eine Mulchdecke senkt den Wasserverlust aus dem Boden und vermindert Verschlämmung und Erosion. Rasenschnitt kommt dafür nur angewelkt und in dünner Lage aufs Beet, bei Bedarf lege ich nach.
Den höchsten Wasserbedarf haben Zuckermelonen im Erwerbsanbau vom Fruchtansatz bis zum Ende des Größenwachstums, in der Abreife wird dort weniger gegossen, um Fruchtplatzer und Glasigkeit zu vermeiden. Ich gieße am frühen Morgen über einen Tropfschlauch am Fuß der Pflanze, weil der Boden dann abgekühlt ist und weniger Wasser sofort verdunstet. Hängen die Blätter, prüfe ich zuerst die Erde, denn Welke kann auch von Wurzeln kommen, die durch zu viel Wasser geschädigt sind. Wie du je nach Kulturphase gießt, erklärt der Melonen-Ratgeber im Abschnitt Gießen.
Kübel und Nährstoffe in trockenen Phasen
Im Kübel darf das Substrat weder ganz austrocknen noch staunass werden. Ein leichtes Substrat, das Luft und Wasser speichert und einen Nährstoffvorrat mitbringt, ist dafür die Grundlage. Steht das Gefäß im Regen, braucht es ein Abzugsloch oder, bei Wasserspeicherkästen, einen Überlauf gegen Staunässe.
Pflanzen nehmen Nährstoffe nur auf, wenn diese in der Bodenfeuchte gelöst vorliegen. Einen trockenen Wurzelballen im Kübel gieße ich deshalb vor dem Düngen erst leicht an. Gut vorbereiteter Gartenboden braucht eventuell keine Nachdüngung, und bei beginnender Fruchtreife und absterbendem Laub endet die Düngung. Wie du einen Starkzehrer mit Augenmaß versorgst, steht im Melonen-Ratgeber unter Düngen.
Kühle, nasse Sommer: Schutz und Zeitgewinn
Für die Zuckermelone sind warme, luftfeuchte Bedingungen das Ziel, idealerweise im Gewächshaus, in einem großen Frühbeetkasten oder im Folientunnel. In einer kühlen Lage setze ich deshalb wenigstens einen Teil meiner Pflanzen unter Folie. Wo das Freiland kühler ist, kann der Haupttrieb nach dem 4. bis 5. Laubblatt gekappt werden, um die Ernte zu verfrühen. In warmen Freilandlagen müssen Zuckermelonen dagegen nicht zwingend geschnitten werden. Wie du Triebe lenkst und Früchte begrenzt, steht im Melonen-Ratgeber unter Pflege.
Zuckermelonen wachsen nur in warmen Regionen? Angebaut werden sie im Freiland wie im Gewächshaus, und für kühle Lagen gibt es eine frühe Sorte wie Petit Gris de Rennes, die auch unter kühleren Bedingungen reift. Ein kühler Sommer bleibt im Freiland trotzdem ein Risiko für den Ertrag.
Pflanzenschutz: Was nasses und heißes Wetter begünstigt
Falscher Mehltau breitet sich bei 15 bis 20 °C und nächtlicher Taubildung leichter aus. Stängelbrand wird durch lange BlattnässeBlattnässe ist Wasser, das als Film oder Tropfen auf den Blättern steht, etwa nach Regen, Tau oder Gießen über die Blätter. Hält sie länger an, können Pilzerreger die Blätter leichter infizieren., trübes Wetter und eine Luftfeuchtigkeit über 95 % begünstigt. Beides spricht dafür, die Blätter möglichst trocken zu halten und bevorzugt über Tropfschläuche zu gießen. Mehr zu Mehltau und Stängelbrand steht im Melonen-Ratgeber unter Krankheiten.
Spinnmilben profitieren an Melonen von Temperaturen über 20 °C und trockener Luft. Weiße Fliegen werden an Gewächshausmelonen bei 20 bis 30 °C gefördert, deshalb halte ich mögliche Zuflugwege schon vor der Neupflanzung möglichst klein. Frisch gepflanzte Melonen sind besonders schneckengefährdet, bei feuchtem Wetter kontrolliere ich sie spätabends. Im Hausgarten gilt dabei die Stufenfolge vorbeugen, kontrollieren, mechanisch eingreifen; wie du Schädlinge früh erkennst, steht im Melonen-Ratgeber unter Schädlinge.
Platz, Stütze und gute Nachbarn
In der Reihe stehen Melonen 50 bis 100 cm auseinander. Zwischen den Reihen liegen 50 bis 150 cm, und die ErziehungsformDie Erziehungsform ist die Gestalt, in die du eine Pflanze, vor allem ein Obstgehölz, durch Schneiden und Binden gezielt ziehst. Bei Obstbäumen gelten Spindel und Spalier als die einfachsten Erziehungsformen. entscheidet mit: Bodenrankende Pflanzen brauchen die Fläche ihrer Wuchsbreite, eintriebig aufgeleitete Zuckermelonen wachsen in die Höhe. Wie viele Pflanzen in dein Beet passen, rechnet der Beetplaner mit den Systemwerten für Melonen durch, die Grundlagen stehen im Melonen-Ratgeber unter Auspflanzen. An aufgeleiteten Melonen stützen Netze die schweren Früchte und entlasten die Pflanze, schwere Früchte binde ich zusätzlich an.
Gute Nachbarn für Melonen sind zum Beispiel Zwiebeln, Dill, Basilikum, Spinat und Knollenfenchel. Basilikum ist dabei ein guter Nachbar, aber kein Pflanzenschutz. Günstige Nachbarschaftseffekte zwischen Gemüsearten sind schwer nachzuweisen und in Erfahrungsberichten oft widersprüchlich beschrieben. Kurzlebige Zwischenkulturen erntest du, bevor sie die Melonen bedrängen. Nicht ins Melonenbeet gehören Wassermelonen, Kürbis, Hörnchenkürbis, Ziergurken und Kalebasse, allesamt KürbisgewächseKürbisgewächse (Cucurbitaceae) sind eine Pflanzenfamilie, aus der vor allem Gurken, Melonen, Wassermelonen und Kürbisse samt Zucchini angebaut werden. Typisch sind frostempfindliche, meist rankende Arten, die männliche und weibliche Blüten getrennt an derselben Pflanze tragen. wie die Melone selbst.
Welche Nachbarn zu Melonen passen, zeigt dir die Mischkultur-Übersicht. Worin sich Zucker- und Wassermelone im Anbau unterscheiden, erklärt der Vergleich der beiden Melonenarten.
Welche Sorten passen zu wechselhaften Sommern?
Bei der Sortenwahl achte ich auf frühe Reife und auf ResistenzenResistenz ist bei Pflanzensorten die Fähigkeit, einen bestimmten Schaderreger abzuwehren: Bei einer resistenten Sorte bleibt ein Befall stark begrenzt, und weder Wachstum noch Ertrag leiden auffällig.. Petit Gris de Rennes reift auch unter kühleren Bedingungen, und kühle Sommer zählen im Freiland zu den Risiken. Für ein Freilandbeet in kühler Lage spricht das für eine frühe Sorte wie diese.
| Sorte | Was sie mitbringt |
|---|---|
| Petit Gris de Rennes | sehr frühe Zuckermelone, Früchte 0,5 bis 0,8 kg, reift auch unter kühleren Bedingungen |
| Stellio F1 | Charentais-Melone, Früchte 1 bis 2 kg, resistent gegen Echten Mehltau und Grüne Gurkenblattlaus |
| Masada F1 | als fusariumresistent beschrieben |
| Orange Beauty F1 | Charentais-Melone mit orangefarbenem Fruchtfleisch, für den Balkon empfohlen |
| Funambul | als Balkon-Zuckermelone beschrieben |
Die Resistenz von Stellio F1 gilt dem Echten Mehltau, gegen Falschen Mehltau beugst du weiterhin mit trockenem Laub vor. Gegen bodenbürtiges FusariumFusarium ist eine Gattung im Boden lebender Pilze, zu der gefürchtete Erreger von Pflanzenkrankheiten gehören. Typisch ist die Fusarium-Welke: Die Pflanze welkt, ältere Blätter können einseitig vergilben, später bricht sie zusammen und fault. kann eine geeignete Kürbisunterlage Zuckermelonen vor Ernteausfällen schützen. Welche Melonentypen es gibt, von Honigmelone über Cantaloupe bis Galia, steht im Melonen-Ratgeber unter Sorten.
Bestäubung: Der Pollen muss auf die Narbe
Eine gute BestäubungBestäubung nennt man die Übertragung von Pollen, dem Blütenstaub aus den Staubblättern, auf die Narbe einer Blüte. In unseren Breiten übernehmen vor allem Wind und Insekten diesen Transport. fördert bei Melonen Fruchtqualität, Fruchtgröße und Ertrag. Pollen derselben Pflanze kann zur Befruchtung dienen, er muss aber auf die Narbe gelangen. Unter Folie übertrage ich ihn mit einem Pinsel von der männlichen auf die weibliche Blüte.
Männliche Blüten tragen Staubblätter, weibliche Blüten Fruchtblätter mit der Narbe. Den Pollen nimmst du von den Staubblättern und tupfst ihn auf die Narbe.
Draußen helfen Blütenangebote und nahe Nistplätze wie offene Bodenstellen und Totholz den Wildbienen. Blühinseln und Hecken können zusätzlich Lebensraum für Nützlinge schaffen.
Ernte planen, Früchte frisch halten
Geerntet wird von August bis Oktober. Im Gewächshaus können Zuckermelonen je nach Sorte und Witterung etwa 8 bis 9 Wochen nach der Pflanzung geerntet werden. Im Freiland vergehen von der Pflanzung bis zur Ernte etwa 12 bis 16 Wochen, ebenfalls abhängig von Sorte und Witterung.
Ich führe für meine Melonen ein Gartenheft mit Pflanztag, Bodentemperatur beim Pflanzen und dem Tag der ersten Ernte. So kann ich die Jahrgänge nebeneinanderlegen, statt mich auf mein Gedächtnis zu verlassen.
Beim Aufschneiden können Keime von der Schale ins Fruchtfleisch gelangen, deshalb arbeite ich mit sauberen Händen, Messern und Brettern. Angeschnittene Melone isst du rasch oder stellst sie abgedeckt in den Kühlschrank, vorzugsweise bei 4 bis 6 °C. Stücke, die mehrere Stunden ungekühlt lagen, entsorge ich vorsichtshalber. Wie du ganze Früchte lagerst, steht im Melonen-Ratgeber unter Lagern.
Ist die letzte Melone im Herbst geerntet, kannst du im Oktober Winterroggen als Gründüngung auf das abgeerntete Beet säen. Im Folgejahr passen dort zum Beispiel Spinat, Bohnen oder Zwiebeln, denn Kürbisgewächse sollen im Fruchtwechsel nicht direkt aufeinanderfolgen. Melonen selbst kehren erst nach einer Anbaupause von 4 Jahren auf dieselbe Fläche zurück.





