Pflege von Melonenpflanzen: Schnitt, Rankhilfe, Düngung und Mulch bis zur Ernte
- Wassermelonen wachsen meist ohne regelmäßigen Rückschnitt, Zuckermelonen schneidest du je nach Anbauort.
- In kühleren Freilandlagen kann der Haupttrieb der Zuckermelone nach dem 4. bis 5. Laubblatt gekappt werden.
- Bei eintriebig aufgeleiteten Zuckermelonen im Gewächshaus bleiben 3 bis 5 Früchte je Pflanze.
- Netze stützen schwere Früchte an aufgeleiteten Pflanzen und entlasten die Pflanze.
- Ohne Bodenwerte ist Kompost bei der Beetvorbereitung der Ausgangspunkt, bei Zuckermelonen endet die Düngung mit beginnender Fruchtreife und absterbendem Laub.
- Eine Mulchdecke vermindert den Wasserverlust, Grasschnitt kommt nur angewelkt und dünn aufs Beet.
- Gegen Platzer bekommen Wassermelonen bis zur Ernte gleichmäßig Wasser, Zuckermelonen im Erwerbsanbau in der Abreife weniger.
Nach dem Auspflanzen beginnt bei Melonen die Pflege, die über die Ernte mitentscheidet. Du lenkst die Triebe mit Schnitt und Rankhilfe, versorgst die Starkzehrer mit Nährstoffen und hältst den Boden mit Mulch feucht. Ich gehe meine Melonen in der Saison regelmäßig durch und schaue dabei zuerst auf Triebspitzen, Blätter und Boden. Hier findest du die Handgriffe bis zur Ernte, und wo Zucker- und Wassermelone unterschiedlich behandelt werden, trenne ich die beiden.
Zuckermelonen gehören zur Art Cucumis melo, Wassermelonen zu Citrullus lanatus. Beide sind KürbisgewächseKürbisgewächse (Cucurbitaceae) sind eine Pflanzenfamilie, aus der vor allem Gurken, Melonen, Wassermelonen und Kürbisse samt Zucchini angebaut werden. Typisch sind frostempfindliche, meist rankende Arten, die männliche und weibliche Blüten getrennt an derselben Pflanze tragen. und werden einjährig kultiviert. Honig-, Cantaloupe- und Netzmelonen sind Fruchttypen der Zuckermelone. In der Pflege unterscheiden sich die beiden Arten vor allem beim Schnitt und beim Gießen vor der Ernte.
Was vor der Pflege kommt: Anzucht, Standort und Sorte
Zuckermelonen pflanzt du nach einer warmen Vorkultur aus, und zwar erst bei Bodentemperaturen über 15 °C. Wie du säst, die Jungpflanzen abhärtest und sicher ins Beet bringst, zeige ich dir in der Anleitung zur Aussaat und Anzucht von Melonen. Für Wassermelonen gibt es einen eigenen Ratgeber dazu, wann du sie in Deutschland säst und auspflanzt.
Der Platz sollte sonnig, warm und windgeschützt sein, im Hausgarten also die wärmste Ecke oder ein Platz unter Glas. Was Freiland, Folientunnel und Gewächshaus jeweils bieten, liest du im Ratgeber zum passenden Standort für Melonen.
Wer unter Glas oder sogar ohne Erde in NährlösungEine Nährlösung ist ein Gemisch aus Wasser und gelöstem Dünger, das Pflanzen ohne Erde mit Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphor und Kalium versorgt. Sie gelangt bei erdelosen Verfahren wie der Hydroponik über die Bewässerung an die Wurzeln. anbauen will, findet Klima- und KulturführungKulturführung bezeichnet alle Pflegearbeiten, mit denen du angebaute Pflanzen während ihres Wachstums begleitest. Dazu gehören vor allem Bewässerung, eine an den Bedarf der Pflanzen angepasste Düngung, Unkrautregulierung und vorbeugender Pflanzenschutz. im Ratgeber zum Melonenanbau im Gewächshaus. Ein Hydroponikversuch mit Melonen in Bamberg arbeitete übrigens nicht kostendeckend, eine allgemeine Prognose ist das aber nicht.
Welche Sorte zu deinem Klima und deinem Platz passt, zeigt dir der Überblick über Melonensorten für den Hausgarten.
Melonen schneiden: Triebe kappen und Früchte begrenzen
Ob du überhaupt schneidest, hängt zuerst an der Art. Wassermelonen werden im üblichen bodenrankenden Anbau meist ohne regelmäßigen Rückschnitt kultiviert. Ich lasse sie am Boden ranken und lenke die Triebe nur so, dass sie im Beet bleiben.
Bei Zuckermelonen richtet sich der Schnitt nach dem Anbauort. In warmen Freilandlagen musst du sie nicht zwingend schneiden. In kühleren Lagen kann der Haupttrieb nach dem 4. bis 5. Laubblatt gekappt werden, damit die Ernte früher kommt. Gezählt werden dabei die Laubblätter, nicht die Keimblätter. Die Seitentriebe, die danach wachsen, entspitzt du nach 8 bis 10 Blättern.
Im Gewächshaus lassen sich Zuckermelonen eintriebig an einer senkrecht gespannten Schnur aufleiten. Dabei entfernst du die Seitentriebe bis in 80 bis 100 cm Höhe. Der Fruchtbehang wird in dieser Erziehung auf 3 bis 5 Früchte je Pflanze begrenzt.
| Anbau | Schnitt und Fruchtbehang |
|---|---|
| Wassermelone, am Boden rankend | meist ohne regelmäßigen Rückschnitt |
| Zuckermelone, warmes Freiland | Schnitt nicht zwingend |
| Zuckermelone, kühleres Freiland | Haupttrieb nach dem 4. bis 5. Laubblatt kappen, Seitentriebe nach 8 bis 10 Blättern entspitzenEntspitzen heißt, die weiche Triebspitze einer Pflanze mit den Fingern abzuzwicken oder mit der Schere zu kürzen. Die Pflanze treibt darunter meist mehrfach aus, verzweigt sich und wächst buschiger. |
| Zuckermelone, Gewächshaus, eintriebig aufgeleitet | Seitentriebe bis in 80 bis 100 cm Höhe entfernen, Fruchtbehang auf 3 bis 5 Früchte je Pflanze begrenzen |
Der frühe Schnitt im Freiland hat einen klaren Grund. Dort brauchen Zuckermelonen je nach Sorte und Witterung etwa 12 bis 16 Wochen von der Pflanzung bis zur Ernte. Der Haupttriebschnitt in kühleren Lagen soll genau diese Zeit verkürzen.
Streng nach Schema musst du im Hausgarten nicht arbeiten. Die Werte zeigen dir, wie im Profianbau geschnitten wird, und geben dir einen Maßstab für deine eigenen Pflanzen. Die feste Fruchtzahl gehört zur Gewächshauserziehung. Im Freiland schaue ich stattdessen genau hin: Bleibt das Laub gesund, und legen die angesetzten Früchte weiter an Größe zu?
Weiche Triebspitzen kneifst du mit Daumen und Zeigefinger ab. Ältere, festere Triebe schneidest du mit einer sauberen Schere.
Rankhilfen und Spaliere: Triebe aufleiten, Früchte stützen
Eine bodenrankende Melone beansprucht so viel Beet, wie sie breit wird. Eine Zuckermelone erreicht eine Wuchsbreite von 80 bis 150 cm. Wassermelonen kommen auf 150 bis 200 cm. Aufgeleitete Pflanzen wachsen dagegen in die Höhe statt in die Breite. Wie viel Platz deine Melonen im Beet einnehmen, rechnet dir der Beetplaner für dein Gemüsebeet mit Abstand in der Reihe und Reihenabstand durch.
Die Rankhilfe stelle ich auf, bevor die Triebe lang werden. Den Haupttrieb leite ich an der Schnur nach oben und binde ihn locker mit weichem Bindematerial an, damit nichts in den Stängel einschneidet.
Mit der Höhe kommt das Gewicht. Eine Honigmelone wiegt im Durchschnitt etwa 1,5 bis 3 kg, und dieses Gewicht hängt am Trieb. Netze stützen bei aufgeleiteten Melonen die schweren Früchte und entlasten so die Pflanze. Schwere Früchte von Zuckermelonen bindest du zusätzlich an und stützt sie.
Bei Wassermelonen, die am Boden ranken, lege ich die Früchte auf die Mulchdecke, damit sie nicht direkt auf nasser Erde liegen. Ist dein Platz knapp, kannst du Melonen auch im Kübel an einer Rankhilfe ziehen. Gefäß, Substrat und Pflege auf kleinem Raum beschreibt der Ratgeber zu Melonen im Kübel.
So bereitest du die Rankhilfe vor.
- Rankhilfe aufstellen, bevor die Triebe lang werden.
- Haupttrieb locker und mit weichem Material anbinden.
- Netze für schwere Früchte bereithalten.
- Bindestellen und Fruchtstiele regelmäßig ansehen und Bänder lockern, wenn sie einschneiden.
Melonen düngen: vom Kompost bis zur letzten Gabe
Melonen gelten als Starkzehrer, deshalb beginnt ihre Versorgung schon bei der Beetvorbereitung. Ich gehe dabei in einer festen Reihenfolge vor: erst den Boden kennen, dann den Bedarf einordnen, dann düngen.
Beet vorbereiten: Kompost als Grundlage
Kennst du die Nährstoffgehalte deines Bodens nicht, kannst du zur Vorbereitung des Melonenbeets jährlich 3 l Kompost pro m² leicht einarbeiten. Diese allgemeine Gartenempfehlung ersetzt keinen Düngeplan für die ganze Melonensaison. Liegt dein Boden bei Phosphat in den Gehaltsklassen C bis E, gelten im Gemüsebeet höchstens 3 l Kompost je m² und Kultur.
Eine Standard-Bodenuntersuchung erfasst Phosphor, Kalium und den pH-Wert. Den verfügbaren Stickstoff misst erst eine gesonderte Nmin-Untersuchung.
Nachdüngen: Beet und Kübel unterscheiden
Gut vorbereiteter Gartenboden braucht eventuell gar keine Nachdüngung. Wächst die Pflanze schwach, kannst du nachdüngen. Im Topf oder Pflanzsack düngst du dagegen während des Wachstums flüssig und ab walnussgroßen Früchten kaliumbetont. Ist der Wurzelballen dort trocken, gießt du ihn vor dem Düngen leicht an.
Bei Wassermelonen richtet sich das Nachdüngen nach einer Bodenuntersuchung. Gedüngt wird vor dem stärkeren Rankenwachstum und erneut nach der Blüte, während sich die Früchte entwickeln. Zu viel Stickstoff fördert dabei die Ranken auf Kosten der Früchte. Bei Zuckermelonen ist Schluss, sobald die Fruchtreife beginnt und das Laub abstirbt.
Ich schreibe mir in der Saison auf, wann ich gedüngt und welche Triebe ich gekappt habe. Vergilben später Blätter, kann ich so nachsehen, was vorher an der Pflanze passiert ist.
Bedarf ist nicht gleich Düngergabe
Für Wassermelonen und für Zuckermelonen unter Glas gibt es konkrete Stickstoffwerte. Ein Bedarfswert ist aber noch keine Düngermenge. Zuerst ziehst du ab, was dein Boden schon enthält und im Lauf der Saison nachliefert.
| Kultur und Anbau | Stickstoffwert | Was dazugehört |
|---|---|---|
| Wassermelone, Erwerbsanbau | Bedarf etwa 14,5 g/m² | Bodenvorräte und NachlieferungBeim Düngen meint Nachlieferung die Nährstoffe, vor allem Stickstoff, die der Boden selbst für die Pflanzen freisetzt: aus dem Bodenvorrat, aus organischer Düngung der Vorjahre und aus Vorfrüchten oder Gründüngung. Diese Menge zieht man vom Düngebedarf ab. anrechnen |
| Wassermelone, Hausgarten-Freiland | Bedarf 19 g/m² | Bodenvorräte und Nachlieferung anrechnen |
| Wassermelone, Düngebeispiel | 146 g Horngrieß/m² entsprechen 19 g/m² Stickstoffbedarf | vorhandene Vorräte anrechnen, Menge auf 2 bis 3 Gaben verteilen |
| Zuckermelone, Gewächshaus | Bedarf 30 g/m² je Kultur | Düngebedarf erst nach Anrechnung vorhandener und nachgelieferter Mengen |
Die Düngermenge in g/m² ergibt sich aus dem Nährstoff-Düngebedarf in g/m² mal 100, geteilt durch den Nährstoffgehalt des Düngers in Prozent. Den Düngebedarf kennst du erst, wenn die Vorräte im Boden angerechnet sind.
Ohne Bodenwerte bleibt die Kompostgabe aus der Beetvorbereitung dein Ausgangspunkt, nicht eine gerechnete Düngermenge.
Organisch düngen: was im Boden passiert
Organische Dünger wirken meist langfristiger, leicht lösliche mineralische Dünger stellen Nährstoffe schneller bereit. Organisch gebundene Nährstoffe müssen erst von Bodenorganismen aufgeschlossen werden, bevor die Pflanze sie aufnehmen kann. Deshalb arbeite ich Kompost schon bei der Beetvorbereitung ein und nicht erst, wenn die Pflanze schwach wächst. Trotzdem kannst du auch mit organischen Düngern überdüngen, wenn du zu viel gibst.
Was die Nährstoffe in der Pflanze tun
| Nährstoff | Aufgabe in der Pflanze |
|---|---|
| Stickstoff | Bestandteil von Proteinen und ChlorophyllChlorophyll, auch Blattgrün genannt, ist der grüne Farbstoff in den Blättern. Im Sommer überdeckt es gelbe und rötliche Blattfarbstoffe; wird es im Herbst abgebaut, verfärbt sich das Laub., unterstützt besonders das Blattwachstum |
| Phosphor | Bestandteil von Nukleinsäuren und Energieträgern wie ATP |
| Kalium | wirkt an der Regulation von Wasserhaushalt und Spaltöffnungen mit |
| Magnesium | Bestandteil des Chlorophylls, nötig für die PhotosynthesePhotosynthese ist der Vorgang, bei dem grüne Pflanzen mithilfe von Sonnenlicht aus Wasser und Kohlenstoffdioxid Zucker und Stärke herstellen. Als Nebenprodukt entsteht Sauerstoff, den sie an die Luft abgeben. |
| Calcium | trägt zur Stabilität der Zellwände bei |
| Schwefel | wird zum Aufbau von Proteinen gebraucht |
| Spurennährstoffe | unterstützen unter anderem die Funktion von Enzymen |
Stickstoff nach Gefühl nachlegen, damit die Pflanze kräftig grün wird. Bei Wassermelonen fördert zu viel Stickstoff die Ranken auf Kosten der Früchte. Rechne deshalb zuerst an, was dein Boden schon liefert.
Mulchen: Feuchtigkeit im Boden halten
Eine Mulchdecke vermindert den Wasserverlust aus dem Boden und schützt die Oberfläche vor Verschlämmung und Erosion. Melonen gelten als flachwurzelnd. Ein humoser, lockerer Boden unter dem Mulch kann Wasser zusätzlich besser speichern.
Mulch hilft damit auch der Düngung. Nährstoffe kann die Pflanze nur aufnehmen, wenn sie in der Bodenfeuchtigkeit gelöst sind, und die Mulchdecke hält diese Feuchtigkeit länger im Boden.
Gras- und Rasenschnitt bringst du nur angewelkt und dünn aus und legst bei Bedarf nach. Bei Wassermelonen kommt Grünschnittmulch erst auf ausreichend erwärmten Boden. Bevor ich gieße, schiebe ich die Mulchdecke an einer Stelle beiseite und fühle, ob der Boden darunter noch feucht ist.
Wie viel Wasser deine Melonen brauchen, hängt von Art und Sorte, Witterung, Boden sowie Sonne und Wind am Standort ab. Ich gieße am Fuß der Pflanze und am liebsten früh am Morgen, wenn der Boden abgekühlt ist und weniger Wasser gleich verdunstet. Mengen und Gießrhythmus für jede Wachstumsphase findest du im Ratgeber zum Bewässern von Melonen.
Lass frischen Grasschnitt vor dem Mulchen anwelken und trage ihn dünn auf. Wird die Schicht dünn, legst du lieber nach, als gleich eine dicke Lage frischer Halme aufzuhäufen.
Melonen veredeln: Kürbis als Unterlage
Bei der Veredelung wächst die Melone auf einem Kürbissämling, der die Wurzeln stellt. Eine geeignete Kürbisunterlage kann Zuckermelonen vor Ernteausfällen durch bodenbürtiges FusariumFusarium ist eine Gattung im Boden lebender Pilze, zu der gefürchtete Erreger von Pflanzenkrankheiten gehören. Typisch ist die Fusarium-Welke: Die Pflanze welkt, ältere Blätter können einseitig vergilben, später bricht sie zusammen und fault. schützen. Veredelte Jungpflanzen gibt es auch bei Wassermelonen. Veredelte Pflanzen der Sorte Mini Love F1 werden zum Beispiel mit 1 bis 2 kg schweren Früchten beschrieben.
Das Edelreis ist der Teil, der Triebe, Blätter und Früchte bildet, hier die Melone. Die Unterlage liefert das Wurzelsystem, hier ein Kürbis.
Selbst zu veredeln braucht Übung, für den Einstieg sind fertig veredelte Jungpflanzen der einfachere Weg. Wer nicht veredeln möchte, kann zu einer Sorte greifen, die als fusariumresistent beschrieben wird, etwa die Zuckermelone Masada F1.
Beim Pflanzen achte ich darauf, dass die Veredelungsstelle über der Erde bleibt, und ziehe auch den Mulch nicht bis an sie heran. Treibt unterhalb davon ein Trieb aus, gehört er zur Kürbisunterlage, und ich breche ihn ab.
Pflege durchs Jahr: was im Frühjahr, Sommer und Herbst ansteht
Die Pflegearbeiten folgen dem Lauf der Kultur. Die Tabelle zeigt dir, was wann ansteht.
| Zeitraum | Was ansteht |
|---|---|
| März bis Mai | Kulturstart mit Vorkultur, Beet mit Kompost vorbereiten, Rankhilfe aufstellen |
| nach den letzten Frösten | auspflanzen, Jungpflanzen schützen, auf Schnecken kontrollieren |
| Juli bis September | Blütezeit: Triebe kappen und aufleiten, Früchte stützen, mulchen, bei Bedarf nachdüngen |
| August bis Oktober | ernten, bei Zuckermelonen Düngung mit beginnender Fruchtreife beenden |
| nach der Ernte | Beet räumen, Gründüngung säen, Fruchtfolge planen |
Die Termine für Aussaat und Pflanzung hast du mit dem Aussaatkalender für Melonen zum Ausdrucken im Blick.
Frühjahr: Beet vorbereiten und auspflanzen
Leichte Böden lockere ich im Frühjahr mit der Grabgabel, ohne sie umzugraben, und arbeite dabei den Kompost ein. Ins Freie kommen Melonen nach den letzten erwarteten Frösten. Den genauen Termin bestimmen die tatsächlichen Temperaturen, denn Melonen können schon bei niedrigen Plusgraden im Wachstum stocken.
Draußen brauchen die Jungpflanzen anfangs Schutz. Bei Zuckermelonen in der Freilandkultur bleibt ein Vlies nur bis zum Blühbeginn liegen, bei Wassermelonen nimmst du es ebenfalls bei Blühbeginn ab. Frisch gepflanzte Melonen sind außerdem besonders schneckengefährdet. Bei feuchtem Wetter gehe ich deshalb spätabends mit der Taschenlampe durchs Beet und sammle die Schnecken ab.
Sommer: Triebe, Blüten und Wärme im Blick
Im Sommer stehen die Handgriffe aus den Kapiteln oben an: kappen und entspitzen, Triebe anbinden, Netze unter schwere Früchte hängen, Mulch nachlegen und bei Bedarf nachdüngen.
Von Juli bis September blühen Melonen. Damit eine Frucht ansetzt, muss Pollen auf die Narbe der weiblichen Blüte gelangen, wobei auch Pollen derselben Pflanze dafür dienen kann. Setzen trotz Blüten keine Früchte an, kann ein Pinsel helfen; wie du Bestäuber förderst und von Hand bestäubst, steht im Ratgeber zur Bestäubung von Melonen.
Unter Glas sind für Zuckermelonen im Kalthaus 25 bis 30 °C vorteilhaft. Temperaturen über 35 °C solltest du dort vermeiden, damit die Triebspitzen keine Hitzeschäden nehmen. Ich lüfte deshalb großzügig und schattiere bei Bedarf so, dass zwischen Abdeckung und Pflanzen Luft zirkulieren kann.
Spätsommer und Herbst: ernten und das Beet abschließen
Geerntet wird von August bis Oktober. Wassermelonen reifen nach der Ernte nicht nach, deshalb ist bei ihnen eine eingetrocknete Ranke aus derselben Blattachsel wie der Fruchtstiel ein wichtiges Zeichen. Wann welche Melone reif ist und wie du das erkennst, steht im Abschnitt zu Erntezeit und Reifezeichen im Melonen-Ratgeber.
Schmeckt ein Stück deiner Melone bitter, spuck es sofort aus und entsorge die ganze Frucht. Dahinter können giftige Cucurbitacine stecken, und die werden durch Kochen, Braten, Backen oder Einmachen nicht unschädlich.
Nach der letzten Frucht räume ich das Beet ab und säe eine Gründüngung. Vor oder nach Melonen passen Lupine, Phacelia und Gelbsenf, außerdem Lein und Luzerne. Gelbsenf ist allerdings wie Kohl ein Kreuzblütler: Steht Kohl in deiner Fruchtfolge, rechnest du den Senf wegen gemeinsamer Krankheitserreger mit ein. Auf abgeernteten Beeten kann im Oktober auch Winterroggen als Gründüngung ausgesät werden.
Melonen, Gurken, Kürbisse und Zucchini sind Kürbisgewächse und sollten im Fruchtwechsel nicht unmittelbar aufeinander folgen. Plane für Melonen auf derselben Fläche eine Anbaupause von 4 Jahren ein. Als Nachkultur kommen etwa Spinat, Bohnen oder Zwiebeln infrage. Welche Pflanzen als Nachbarn zu Melonen passen, prüfst du im Mischkultur-Planer.
Wenn etwas nicht stimmt: platzende Früchte, gelbe oder welke Blätter
Platzende Früchte: gleichmäßig versorgen
Gegen platzende Früchte setzt du bei der Wasserversorgung an, und hier unterscheiden sich die Arten. Bei Wassermelonen hilft eine gleichmäßige Wasserversorgung auch kurz vor der Ernte, das Aufplatzen zu vermeiden. Zuckermelonen haben im Erwerbsanbau ihren höchsten Wasserbedarf vom Fruchtansatz bis zum Ende des Größenwachstums. In der Abreife wird bei ihnen dort weniger bewässert, um Fruchtplatzer und Glasigkeit zu vermeiden.
Zum Saisonende gießt du die beiden also unterschiedlich: die Wassermelone gleichmäßig weiter, die Zuckermelone weniger. In getrennten Beeten stehen sie ohnehin, denn als Nachbarn gelten sie als unverträglich.
Eine Tropfbewässerung kann bei Zuckermelonen die nötige gleichmäßige Wasserzufuhr unterstützen. Die Mulchdecke vermindert zusätzlich den Wasserverlust aus dem Boden.
„Vor der Ernte nicht mehr gießen, dann wird die Melone süßer.“ Für Wassermelonen passt das nicht: Gleichmäßiges Wasser auch kurz vor der Ernte hilft, Platzer zu vermeiden. Bei Zuckermelonen wird in der Abreife weniger gegossen, nicht gar nicht, und der Grund dafür sind Fruchtplatzer und Glasigkeit.
Gelbe oder welke Blätter: erst prüfen, dann handeln
Schlappe Blätter verleiten dazu, sofort zu gießen. Welke kann aber auch durch geschädigte Wurzeln nach zu starker Bewässerung entstehen und beweist allein keinen Wassermangel. Ich fühle deshalb zuerst mit dem Finger in den Boden, und ist er nass, gieße ich nicht nach.
Im Kübel sollte das Substrat weder ganz austrocknen noch staunass werden. Gefäße, die im Regen stehen, brauchen deshalb ein Abzugsloch oder, bei Wasserspeichergefäßen, einen Überlauf.
Gelbes Laub kann auf einen Nährstoffmangel hindeuten, denn Stickstoff und Magnesium sind beide Bestandteil des Chlorophylls. Im Kübel lohnt dabei ein Blick auf die eigene Düngung. Ab walnussgroßen Früchten wird dort kaliumbetont gedüngt, und hohe Kaliumgehalte können die Magnesiumaufnahme hemmen. Vergilbt danach das Laub, kann das auf Magnesiummangel hindeuten, beweist ihn aber nicht.
Beginnt das Laub zur Fruchtreife abzusterben, ist Dünger keine Antwort mehr: Dann beendest du die Düngung.
Vergilbtes oder welkes Laub kann auch mit Krankheiten oder Schädlingen zusammenhängen. Falscher Mehltau und Stängelbrand werden durch nasses Laub begünstigt, Spinnmilben durch Wärme und trockene Luft. Wie du Schadbilder einordnest und vorbeugst, liest du im Ratgeber zu Krankheiten und Schädlingen bei Melonen.
So gehe ich bei gelben oder welken Blättern vor.
- Bodenfeuchte mit dem Finger prüfen: nass oder trocken?
- Im Kübel nachsehen, ob das Abzugsloch frei ist.
- In den Notizen nachschauen, wann und womit zuletzt gedüngt wurde.
- Blattober- und Blattunterseite genau ansehen.
- Stand der Fruchtreife einordnen: Geht die Saison zu Ende?






