Eichblattsalat in der Permakultur: Saatgut, Selbstaussaat und Sortenerhaltung
- Pflanzabstand: 25 bis 30 cm in der Reihe und 25 bis 30 cm Reihenabstand, die Werte für Kopfsalat, zu dem Eichblattsalat zählt.
- Salat ist ein strenger Selbstbefruchter, deshalb kannst du mehrere Sorten im selben Jahr vermehren; einige Meter Abstand genügen.
- Als Samenträger lässt du mindestens 10 sortentypische Pflanzen stehen, nie die zuerst schießenden.
- Die Samen reifen unregelmäßig etwa 12 bis 24 Tage nach der Blüte und sind reif, wenn sich die Köpfchen zu kleinen Pusteblumen öffnen.
- Kühl, trocken und beschriftet gelagert, bleibt Salatsaatgut je nach Angabe mindestens 3 Jahre oder 3 bis 4 Jahre keimfähig.
- F1-Sorten eignen sich nicht zur Samengewinnung, samenfeste Sorten geben ihre Merkmale weiter und lassen sich tauschen.

Eichblattsalat kann in deinem Garten Jahr für Jahr aus eigenem Saatgut wachsen, wenn du beim Blühen die richtigen Pflanzen stehen lässt. Lässt du dagegen einfach die ersten SchosserSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen. samen, ziehst du dir früh schießende Salate heran. Ich markiere die künftigen Samenträger deshalb schon beim Pflanzen mit einem Stab und ernte alle anderen Salate wie gewohnt.
Im Permakultur-Garten geht es damit um mehr als die nächste Ernte. Du gewinnst Saatgut, hältst Sorten rein und lenkst die Selbstaussaat. Dazu kommen der passende Abstand im Beet, der Blick auf Kreislauf und Boden und das Weitergeben von Saatgut.
Was bringt Eichblattsalat für ein Dauerbeet mit?
Eichblattsalat zählt als Unterart zum Kopfsalat und gehört damit zur Art Lactuca sativa aus der Familie der KorbblütlerKorbblütler sind eine Pflanzenfamilie, zu der im Gemüsegarten unter anderem Kopfsalat, Endivie, Chicorée und Schwarzwurzel gehören. In der Fruchtfolge zählen sie zu den besonders gefährdeten Familien und sollten nicht zu häufig auf derselben Fläche stehen.. Für die Vermehrung zählt vor allem eines: Salat ist ein strenger Selbstbefruchter. Er bestäubt sich meist schon, bevor sich die Blüte öffnet. Samenfeste Sorten geben ihre Sortenmerkmale an die Nachkommen weiter, du kannst sie also selbst vermehren.
Samenfeste Sorten geben ihre Merkmale an die nächste Generation weiter. HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. erkennst du am Zusatz F1 auf der Samentüte. Bei ihnen spalten die Eigenschaften in der nächsten Generation stark auf, deshalb eignen sie sich nicht zur Samengewinnung im eigenen Garten.
Auch die Ernte passt zu einem Beet, das du lange nutzt. Schneidest du so, dass das Herz unverletzt bleibt, kannst du nach etwa 3 Wochen erneut ernten. Ich setze das Messer dafür oberhalb der Mitte an und lasse die Wurzel im Boden. Als Schnittsalat genutzt, geht Eichblattsalat häufig nach dem dritten oder vierten Schnitt zur Blüte über. Ein Schnittbeet endet also oft von selbst in der Blüte. Für gezielte Sortenerhaltung reicht das nicht, denn Samenträger wählst du nach dem Sortenbild aus, und die zuerst schießenden Pflanzen scheiden dabei aus.
Wie viel Abstand braucht Eichblattsalat beim Pflanzen?
Eichblattsalat pflanzt du mit den Werten für Kopfsalat, zu dem er als Unterart zählt. Den Abstand plane ich immer als Paar aus Abstand in der Reihe und Reihenabstand. Unter Glas oder Folie darfst du enger setzen, Samenträger bekommen dagegen mehr Platz.
| Anbausituation | Abstand |
|---|---|
| Freiland, Werte für Kopfsalat | 25 bis 30 cm in der Reihe, 25 bis 30 cm Reihenabstand |
| FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet., Folientunnel oder Gewächshaus | 25 × 25 cm |
| Samenträger zur Saatgutgewinnung | 30 × 30 bis 35 × 35 cm |
Samenträger wachsen hoch auf und bleiben bis zur Samenreife stehen. Den Platz für sie legst du deshalb schon bei der Pflanzung im April fest, nicht erst beim Schossen.
Beim Licht richtest du dich nach der Jahreszeit. Frühe und späte Sätze stehen sonnig, Sommerkulturen vertragen etwas Schatten, der das Schossen bremsen kann. Der Boden sollte gut durchlässig und humusreich sein, am liebsten leichter sandiger Lehm. Für den Boden-pH gilt bei Eichblattsalat wie bei Kopfsalat ein Richtwert von 5,5 bis 6,5. Aus dem Erwerbsanbau ist bekannt, dass ein zu niedriger pH-Wert bei Blattsalaten zu Mangan-Toxizität führen kann. Miss den pH-Wert deshalb, bevor du ein Dauerbeet anlegst.
Welche Pflanzen sollen Samen liefern?
Für die Saatgutgewinnung säst du Salat früh, von Ende Februar bis spätestens Mitte März. Im April pflanzt du die Jungpflanzen mit dem weiten Samenträger-Abstand aus der Tabelle. Stehen lässt du mindestens 10 sortentypische, schöne Pflanzen. Die zuerst schießenden wählst du nicht aus, weil du sonst früh schießende Salate heranziehst.
Sortentypisch heißt: Die Pflanze zeigt Blattform und Farbe deiner Sorte. Neben jeden Samenträger stecke ich einen Stab, damit beim Ernten niemand versehentlich daran schneidet. An demselben Stab binde ich die Pflanze später an.
Die ersten Schosser als Samenträger stehen lassen, weil sie schon blühen. Aus ihren Samen ziehst du früh schießende Salate heran. Ernte sie ab und warte auf die sortentypischen Pflanzen.
samenfeste Sorte statt F1; Aussaat Ende Februar bis spätestens Mitte März; Pflanzung im April mit weitem Abstand; mindestens 10 sortentypische Pflanzen; Frühschosser aussortiert; Stäbe und Foliendach für die Blütezeit bereit.
Wie begleitest du die Samenträger bis zur Blüte?
Salate sind Langtagpflanzen: Lange Tage und Hitze fördern das Schossen. Bei den Samenträgern ist das Schossen gewollt. Entferne laufend die unteren welken Blätter, um StängelfäuleStängelfäule ist eine Pflanzenkrankheit, bei der der Stängel meist am Stängelgrund fault: Schwarze, eingesunkene Flecken umfassen ihn, die Leitungsbahnen werden unterbrochen, die Pflanze welkt plötzlich und stirbt ab. Bei Tomaten löst sie ein Pilz aus. vorzubeugen. Die hohen Samenträger bindest du an ihren Stab und setzt das Band höher, wenn der Stängel weiterwächst. Ab der Blüte spannst du ein Foliendach darüber, das den Regen abhält. Ich spanne das Dach so, dass seitlich Luft durch den Bestand ziehen kann.
Wann sind die Samen reif, und wie erntest du sie?
Salatsamen reifen unregelmäßig, etwa 12 bis 24 Tage nach der Blüte. Reif sind sie, wenn sich die Köpfchen zu kleinen Pusteblumen mit Pappus öffnen. Reibst du ein Köpfchen zwischen den Fingern, fallen die reifen Samen heraus. Ab etwa der Hälfte reifer Samen schüttelst du die Samenträger mehrmals kopfüber in einen Eimer aus. Willst du die Stängel lieber auf einmal ernten, schneidest du sie bei etwa zwei Dritteln Reife ab. Dann lässt du sie trocken und luftig nachreifen.
Ich halte den Eimer schräg unter den Samenträger und biege den Stängel hinein, statt ihn abzuschneiden. So kann ich dieselbe Pflanze beim nächsten Durchgang noch einmal ausschütteln.
Die Ernte trocknest du in einem Stoffsack an einem luftigen Ort nach. Danach trennst du die Samen mit Sieben und Wind von Pappus und Pflanzenresten. Gelagert wird kühl, trocken und beschriftet.
So gelagert, bleibt Salatsaatgut je nach Angabe mindestens 3 Jahre oder 3 bis 4 Jahre keimfähig.
Samenträger belegen viel Beet, denn sie stehen weit und bleiben bis zur Samenreife. Weil eine Samenernte zugleich mehrere Jahre keimfähig bleibt, musst du nicht jede Sorte in jedem Jahr vermehren. Du lässt die Sorten im Wechsel blühen und hältst den übrigen Platz für die Ernte frei.
Wie hältst du Sorten rein?
Weil Salat sich meist schon vor dem Öffnen der Blüte selbst bestäubt, kannst du im Hausgarten mehrere Sorten im selben Jahr vermehren. Einige Meter Abstand zwischen den Sorten genügen. Ganz ausgeschlossen ist Fremdbefruchtung aber nicht, sie läuft vor allem über Schwebfliegen. Die ältere Samenbauliteratur gibt ihren Anteil mit 1,5 bis 2 Prozent an.
„Pro Jahr darf nur eine Salatsorte blühen.“ Diese Regel gilt für Spinat, einen windbestäubten Fremdbefruchter, dessen Pollen im offenen Gelände bis zu 3 km weit fliegt. Für Salat als strengen Selbstbefruchter genügen einige Meter Abstand zwischen den Sorten.
Sortenerhaltung ist damit vor allem Auslese. Du lässt Jahr für Jahr nur Pflanzen blühen, die dem Sortenbild entsprechen, und erntest Abweichler vorher ab.
Selbstaussaat: Wie viel darfst du dem Salat überlassen?
Lässt du reife Samenstände stehen, können Samen aus den geöffneten Köpfchen ausfallen und im Beet Sämlinge auflaufen. Bei reiner Selbstaussaat wählt allerdings niemand aus. Dann tragen auch die zuerst schießenden Pflanzen Samen bei, und genau aus ihnen gehen früh schießende Salate hervor. Ich lasse deshalb nur die ausgewählten Samenträger aussamen und ernte Frühschosser vor der Blüte ab.
Keimen Sämlinge dort, wo die Samenträger standen, wächst im Folgejahr wieder Salat auf demselben Beet. Für Kopfsalat ist aber eine Anbaupause von 3 Jahren vorgesehen. Setze die Sämlinge deshalb jung an einen Platz, an dem die Pause passt, und halte die Beetfolge im Beetplaner über mehrere Jahre fest.
Zwischen Salatsämlingen aus Selbstaussaat wachsen oft auch Wildkräuter. Ernte nur, was du sicher als Salat erkennst, und sortiere alles andere aus. Mitgeerntetes Kreuzkraut oder Greiskraut kann Pyrrolizidinalkaloide in den Salat eintragen.
Willst du lieber gezielt nachsäen, erklärt der Aussaat-Ratgeber, wann und wie du Eichblattsalat aussäst, von der Direktsaat bis zur Vorkultur. Die Saattermine der Salate zum Ausdrucken bietet der Aussaatkalender für Salate und Blattgemüse.
Kreislauf statt Einkauf: Was bedeutet das für den ökologischen Fußabdruck?
Aus Permakultur-Sicht schließt eigenes Saatgut einen Kreislauf. Die Samen für die nächsten Jahre reifen im eigenen Beet, statt jedes Jahr als Tüte zugekauft zu werden. Was nicht auf den Teller kommt, bleibt ebenfalls im System: Abgeerntete Pflanzen und Ernterest wandern auf den Kompost, der Kompost geht zurück aufs Beet. Nach Bedarf statt pauschal zu düngen spart Material und vermeidet hohe Stickstoffreste.
Beim KohlenstoffKohlenstoff ist ein chemisches Element und der Hauptbestandteil des Humus. Pflanzen holen ihn als Kohlendioxid aus der Luft und bilden daraus bei der Photosynthese Zucker. ist ein Salatbeet kein großer Speicher, denn die Blätter gehen in die Küche. Im Boden bleiben Wurzeln und Ernterest, über den Kompost kommt weiteres organisches Material zurück. Daraus kann Humus entstehen, und Humus hält Kohlenstoff im Boden. Ich schneide abgeräumte Salate deshalb an der Bodenoberfläche ab und lasse die Wurzeln stecken.
Salat selbst gilt nicht als nützlingsfreundlich. Vielfalt bringen heimische Blühpflanzen als bunte Tupfer zwischen dem Gemüse, etwa Dill, Kerbel, Ringelblume oder Schafgarbe. Erwachsene Schwebfliegen und Florfliegen leben von Pollen, Nektar und HonigtauHonigtau ist die zuckerhaltige Ausscheidung von Blattläusen, die die Blätter verklebt. Auf ihm können sich schwarze Rußtaupilze ansiedeln, außerdem fressen Ameisen ihn..
Wie teilst du Saatgut und Arbeit mit anderen?
Eigenes Saatgut kannst du weitergeben, solange es von samenfesten Sorten stammt. Samen, die an F1-Pflanzen gereift sind, bringen Pflanzen mit stark aufgespaltenen Eigenschaften hervor. Im Gemeinschaftsgarten lässt sich die Sortenerhaltung auf mehrere Beete verteilen. Weil einige Meter Abstand zwischen Salatsorten genügen, können mehrere Gärtnerinnen und Gärtner im selben Jahr je eine eigene Sorte vermehren. Jede Sorte braucht dabei ihre eigenen, mindestens 10 Samenträger.
Ich schreibe auf jede Tüte Sorte und Erntejahr, bevor ich sie weitergebe. Am Erntejahr sieht die nächste Gärtnerin, wie alt die Samen sind und wie lange sie noch keimen können.
Was gilt bei Gießen, Mischkultur und Schädlingen?
Gießen, Düngen, Ernte verlängern
Wasser brauchen Salate vor allem während des starken Blattwachstums und der Kopfbildung, gegossen wird am Morgen. Viele Salate kommen mit einem gut vorbereiteten Boden aus; beim Kopfsalat achtest du vor der Pflanzung auf gute Humus-, Kalk- und Nährstoffversorgung. Folgesätze und Vlies können die Ernte verlängern, mehr dazu steht unter Gießen, Pflegen und Düngen von Salaten und Blattgemüse.
Mischkultur
Im Ratgeber zur Mischkultur erfährst du, welche Partner Eichblattsalat im Gemüsebeet verträgt. Mischkultur kann dein Beet unterstützen, ein Erfolgsversprechen ist sie nicht. Geplante Nachbarschaften prüfst du im Mischkultur-Planer.
Schädlinge
Schnecken fressen überwiegend nachts und bei feuchter Witterung auch tagsüber; Absammeln und Schneckenzäune können den Befall begrenzen. Bei der Grünen Salatblattlaus zählen Schwebfliegen- und FlorfliegenlarvenFlorfliegenlarven sind die räuberischen Larven der zarten, hellgrünen Florfliege. Mit langen Saugzangen saugen sie Blattläuse, Spinnmilben, Thripse und andere Kleininsekten aus und gelten deshalb im Garten als wichtige Nützlinge. zu den wichtigsten natürlichen Gegenspielern. Im Ratgeber zum Bio-Anbau steht, wie du Eichblattsalat ohne Chemie gesund hältst.





