Schnittsalat im Gewächshaus: Klima, Lüftung und Ernte fast rund ums Jahr
- Unter Glas ziehst du Salat ab Januar vor und pflanzt frühe Sorten ab Mitte Februar.
- Im Gewächshaus genügt für gepflanzten Salat ein Pflanzabstand von 25 × 25 cm.
- Rechtzeitig lüften, denn anhaltende Feuchte begünstigt den Falschen Salatmehltau.
- Für den Sommer passen schossfeste Sorten und etwas Schatten, für den Winter Winterportulak.
- Beim Schnitt das Herz unverletzt lassen: Eichblattsalat lässt sich dann nach etwa 3 Wochen erneut ernten.
- Kleine Folgesätze im Abstand von etwa 10 bis 14 Tagen halten die Ernte am Laufen.

Mitte Februar, wenn im Freiland noch keine Salatpflanzung ansteht, setze ich im Gewächshaus die ersten Salate. Unter Glas startest du früher, pflanzt enger und kannst mit den passenden Arten bis in den Winter ernten. Dafür verlangt das Haus Aufmerksamkeit. Rechtzeitiges Lüften gehört fest dazu, weil anhaltende Feuchte den Falschen Salatmehltau begünstigt.
Mit Schnittsalat meine ich hier vor allem Pflücksalat. Er bildet keinen festen Kopf, und seine Blätter kannst du wiederholt ernten. Dazu kommen Salate, die du schneidest und nachwachsen lässt, etwa Eichblattsalat oder für die kalte Zeit Winterportulak.
Was bringt das Gewächshaus gegenüber dem Freiland?
Der Unterschied beginnt beim Kalender. Im FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet., Folientunnel oder Gewächshaus ziehst du Salat früher vor, pflanzt früher und brauchst weniger Platz je Pflanze.
| Schritt | Gewächshaus, Folientunnel, Frühbeet | Freiland |
|---|---|---|
| Salat vorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus. | ab Januar | ab Februar |
| Frühe Sorten pflanzen | ab Mitte Februar | ab Mitte März |
| Pflanzabstand, in der Reihe × zwischen den Reihen | 25 × 25 cm | etwa 30 × 30 cm |
| Winterernte von Pflücksalat | unter Schutz verlässlicher | Pflücksalat ist nicht winterhart |
Im Freiland deckst du frühe Salatpflanzungen im März und April mit Vlies ab. Wird es darunter wärmer als 30 °C, nimmst du die Abdeckung ab. Unter Glas regelst du die Wärme stattdessen über Tür und Fenster. Schnitt- und Pflücksalat lässt sich im Freiland bis in den September hinein säen.
Wie sehr Glas die Saison verlängert, zeigt der Handel. Deutscher Freiland-Kopfsalat ist von Mai bis Oktober erhältlich, außerhalb dieser Zeit stammt er aus dem Unterglasanbau.
Dafür kostet das Haus Zeit: Du lüftest, schattierst im Sommer und stellst im Winter auf andere Arten um. Wer kein Gewächshaus hat, findet eine andere Anbauform im Beitrag darüber, was Schnittsalat im Hochbeet anders macht.
„Im Gewächshaus wächst Schnittsalat ganz von selbst das ganze Jahr.“ Ganz so einfach ist es nicht. Pflücksalat ist nicht winterhart, und im Sommer fördern lange Tage und Hitze das SchossenSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen.. Erst wenn du Sommer- und Winterarten kombinierst, reicht die Ernte über fast das ganze Jahr.
Wie bereite ich das Gewächshaus für Schnittsalat vor?
Licht: den hellsten Platz freihalten
Pflücksalat wächst sonnig bis halbschattig. Im Sommer plane etwas Schatten ein, der vorzeitiges Schossen bremsen kann. Für die Winter- und Frühjahrssätze halte ich die hellste Stelle im Haus frei. Im Herbst putze ich die Scheiben, damit in den dunklen Monaten möglichst viel Licht bei den Pflanzen ankommt.
Boden: locker und humusreich
Pflücksalat mag gut durchlässigen, humusreichen Boden, am liebsten leichten sandigen Lehm. Lockere das Beet vor dem ersten Satz und arbeite reifen Kompost ein. Mehr dazu, was Salate an Standort und Boden brauchen, steht im Überblick zu Salaten und Blattgemüse.
Technik: bevor der erste Satz ins Haus kommt
Ich verlege den Tropfschlauch, bevor die ersten Pflanzen stehen, weil er sich zwischen fertigen Reihen schlecht einfädeln lässt. Das Thermometer hängt bei mir auf Pflanzenhöhe, nicht unter dem Dach.
Bevor du den ersten Satz säst
- Scheiben geputzt, hellste Stelle für frühe Sätze frei
- Thermometer auf Pflanzenhöhe aufgehängt
- Tür und Lüftungsfenster lassen sich leicht öffnen
- Tropfschlauch verlegt, Regentonne angeschlossen
- Schattiernetz für den Sommer griffbereit
Klima und Lüftung: worauf kommt es unter Glas an?
Die passende Temperatur zum Säen
Welche Temperatur beim Säen stimmt, hängt von der Art ab. Ich lese das Thermometer ab und säe erst, wenn der Wert zur Art passt.
| Art | Keimtemperatur |
|---|---|
| Winterportulak (Claytonie) | ab 8 °C, Keimung erst unter 12 °C |
| Pflücksalat | mindestens 10 °C, höchstens 15 °C |
| Kopfsalat | mindestens 10 bis 12 °C, höchstens 16 °C |
| Bataviasalat | 12 bis 16 °C, Keimung in 7 bis 14 Tagen |
| Salat-Rauke | am besten 15 bis 20 °C |
Ist es im Haus zu warm, lüfte ich vor der Saat gründlich durch und messe danach noch einmal.
Hitze im Sommer: Schossen bremsen
Salate sind Langtagpflanzen, lange Tage und Hitze fördern das Schossen. Bei heißem, trockenem Wetter schosst Pflücksalat schnell. An warmen Tagen öffne ich deshalb schon morgens Tür und Dachfenster und ziehe mittags das Schattiernetz über die Salatreihen. Für Sommersätze wähle ich schossfeste Sorten.
Schossen heißt, dass der Salat einen Blütenstängel treibt, statt weiter Blätter zu bilden. Als Langtagpflanze reagiert er auf lange Tage und Hitze. Ganzjahressorten reagieren weniger stark auf die Tageslänge und sind weitgehend schossfest.
Feuchte: rechtzeitig lüften
Den Falschen Salatmehltau begünstigt anhaltende Feuchte. Sein Erreger Bremia lactucae profitiert besonders im Spätsommer und Herbst von anhaltend feuchter, mäßig warmer Witterung. Vorbeugen können ausreichend weite Pflanzabstände, morgendliches Gießen und rechtzeitiges Lüften unter Glas.
Für eine Herbsternte säst du Eichblatt-, Lollo- und Bataviasalat spätestens Ende Juli. Diese Sätze wachsen also genau in die Monate hinein, in denen der Falsche Salatmehltau begünstigt wird. Deshalb bekommen sie bei mir die weitesten Abstände und die meiste Luft. An milden Herbsttagen gieße ich morgens und öffne danach Tür und Fenster, damit das Laub bis zum Abend abtrocknet.
Erst lüften, wenn es im Haus warm wird. Beschlagene Scheiben am Morgen zeigen dir, dass sich Feuchte im Haus hält. Ich öffne dann auch an kühlen Tagen, bis die Scheiben wieder klar sind.
Welche Sorten und Arten passen unter Glas?
Sorten nach dem Zeitraum wählen
Im Gewächshaus zählt bei der Sortenwahl vor allem, wann ein Satz wächst. Frühsorten passen für Frühbeet und Frühjahr, schossfeste Sorten für den Sommer, Herbst- oder Wintersorten für späte Sätze. Ganzjahressorten sind weitgehend schossfest und passen in ein Haus, das du durchgehend belegst. Rote Sorten zeigen weniger Blattlausbefall, und eine Mischung verschiedener Salatarten und Farben kann Blattläusen vorbeugen.
Römischer Salat eignet sich auch für das Gewächshaus und lässt sich blattweise ernten. Batavia bildet lockere, offene Köpfe, die du als Ganzes oder blattweise erntest. Welche Sorten zu welcher Saison passen, zeigt der Beitrag, wie du mit Staffelanbau und Sorten für jede Jahreszeit ganzjährig Schnittsalat erntest. Die Salattypen selbst stellt der Überblick zu Salaten und Blattgemüse vor.
Welche Arten füllen das Jahr?
Pflücksalat ist nicht winterhart. Für die kalte Zeit stelle ich deshalb auf Arten um, die Kälte vertragen. Winterportulak ist winterhart, du kannst ihn mehrfach schneiden und nachwachsen lassen. Feldsalat ist bis etwa −15 °C frosthart.
Aussaat- und Erntezeiten in der Tabelle sind Kalenderwerte der Arten. Unter Glas ziehst du Salat früher vor.
| Art | Aussaat | Ernte | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Pflücksalat | März bis August | Mai bis Oktober | nicht winterhart, im Sommer schossfeste Sorten |
| Salat-Rauke | März bis August | März bis Oktober | im Sommer schon nach 3 Wochen erntbar, im Frühjahr und Herbst nach etwa 7 Wochen |
| Blattsenf (Sarepta-Senf) | März bis September | April bis Oktober | als kurze Schnittkultur ohne Düngung |
| Winterportulak | meist Ende August bis Oktober | Oktober bis März | winterhart, keimt erst unter 12 °C |
| Feldsalat | Juli bis September | Oktober bis März | frosthart bis etwa −15 °C |
Folgesätze planen
Kleine Salatsätze im Abstand von etwa 10 bis 14 Tagen ermöglichen eine fortlaufende Ernte. Kombinierst du Sommer- und Winterarten, reicht die Ernte über fast das ganze Jahr. Die Termine im Jahreslauf erklärt der Beitrag, wann du Schnittsalat säst und erntest. Bei mir hängen außerdem die Aussaattermine für Salate und Blattgemüse zum Ausdrucken an der Gewächshaustür.
Ich schreibe das Saatdatum auf ein Etikett am Anfang jeder Reihe. Beim Lüften sehe ich so, welcher Satz als Nächstes nachgesät werden muss.
Aussäen und Pflanzen unter Glas
Pflücksalat säst du flach und bedeckst die Samen nur eben mit Substrat. Die Saattiefe liegt bei 0,5 bis 1 cm. Bei passender Temperatur keimt er in 7 bis 14 Tagen. Ich säe unter Glas in Reihen, weil ich so beim Gießen und Ernten zwischen den Pflanzen arbeiten kann.
Vorgezogene Jungpflanzen setzt du so hoch, dass der ErdpresstopfEin Erdpresstopf ist ein kleiner Würfel aus gepresster, feuchter Anzuchterde, ganz ohne Topfwand. Du säst direkt in das vorgeformte Loch und ziehst die Jungpflanze darin plastikfrei vor. etwa 1 cm aus dem Boden schaut. Drück sie rundum an und gieß jede Pflanze sofort kräftig an. Zu tief gesetzter Salat fault leicht an den bodennahen Blättern. Im Gewächshaus pflanze ich im Raster von 25 × 25 cm. Saatgutwahl, SaatbettDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind., Direktsaat, Topfsaat und Vorkultur erklärt der Beitrag, wie du Schnittsalat im eigenen Garten aussäst.
Gießen, Düngen, Pflanzenschutz in Kürze
Gießen
Salate brauchen Wasser vor allem während des starken Blattwachstums. Gieß morgens und lass den Boden nicht austrocknen, denn bei heißem, trockenem Wetter schosst Pflücksalat schnell. Wie du Wasser und Nährstoffe dosierst und Nährstoffmangel erkennst, steht im Beitrag, wie du Schnittsalat pflegst und düngst.
Düngen
Viele Salate kommen mit einem gut vorbereiteten Boden aus. Asia-Salate brauchen als kurze Schnittkultur keine Düngung, ein mit Kompost vorbereitetes Beet genügt. Vermeide ein Stickstoff-Überangebot, denn überdüngte Pflanzen können stärker von Blattläusen befallen werden.
Krankheiten und Schädlinge
Neben dem Falschen Salatmehltau behältst du unter Glas Blattläuse und Schnecken im Blick. Schnecken fressen überwiegend nachts, Absammeln und Schneckenzäune können den Befall begrenzen. Wie du bei Salaten vorbeugst, kontrollierst und eingreifst, zeigt der Überblick zu Salaten und Blattgemüse im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.
Schnittsalat ernten, damit er nachwächst
Pflücksalat bildet keinen festen Kopf, deshalb erntest du seine Blätter wiederholt. Ich nehme die äußeren Blätter ab und lasse das Herz stehen, weil die Pflanze aus der Mitte weiter austreibt. Schneidest du die ganze Pflanze, dann so, dass das Herz unverletzt bleibt. Eichblattsalat lässt sich dann nach etwa 3 Wochen erneut ernten.
Als Schnittsalat genutzter Eichblattsalat geht häufig nach dem dritten oder vierten Schnitt zur Blüte über. Ein Satz liefert also nur eine begrenzte Zahl an Schnitten, und kleine Folgesätze im Abstand von etwa 10 bis 14 Tagen halten die Ernte am Laufen. Ich säe deshalb nach, bevor der alte Satz schosst.
Geernteten Salat lagerst du gekühlt und sauber, denn Blattsalate können viel Nitrat enthalten, das bei unsachgemäßer Lagerung mikrobiell zu Nitrit werden kann. Eine abwechslungsreiche Gemüseernährung bleibt trotzdem die Empfehlung. Wasch den Salat gründlich, kurz bevor er auf den Tisch kommt. Mehr zu Ernten und Frischhalten steht im Überblick zu Salaten und Blattgemüse.
Nachhaltig unter Glas: Wasser, Wärme und Boden
Wasser vom eigenen Dach
An der Dachrinne meines Gewächshauses hängt eine Regentonne. Über den Tropfschlauch kommt das Wasser morgens direkt an den Boden, Blätter und Wege bleiben trocken.
Wärme: Arten wechseln statt heizen
Ein beheiztes Gewächshaus verbraucht Energie. Ich belege das Haus im Winter deshalb mit kältefesten Arten statt mit Pflücksalat.
Winterportulak braucht keine zusätzliche Düngung, ihm genügen die Restnährstoffe der Vorkultur. Gesät wird er meist von Ende August bis Oktober. Er passt damit als NachkulturEine Nachkultur ist Gemüse, das im Sommer auf einem frei gewordenen Beet gesät oder gepflanzt wird, nachdem die erste Kultur abgeerntet ist. Es wird noch vor den ersten Frösten reif oder bleibt über den Winter stehen. auf Beete, die im Sommer schon getragen haben. Weil er erst unter 12 °C keimt, säe ich ihn, sobald das Thermometer im Haus darunter bleibt.
Winterportulak säst du 0,5 bis 1 cm tief, mit 3 bis 5 cm Abstand in der Reihe und 15 cm Reihenabstand. Er keimt zwischen 8 und 12 °C und wird von Oktober bis März geerntet.
Boden: Anbaupausen und Nützlinge
Auch unter Glas brauchen Salate Anbaupausen, und die fallen je nach Art verschieden aus.
| Art | Anbaupause |
|---|---|
| Pflücksalat | 2 Jahre |
| Kopfsalat, Römischer Salat, Winterportulak | 3 Jahre |
| Feldsalat | 4 Jahre |
| Salatrauke, Blattsenf | 6 Jahre |
Ich teile das Haus in Beetabschnitte und notiere, was wo stand. Die Abschnitte kannst du im Beetplaner übersichtlich einteilen. Mischkultur kann unterstützen, ein Erfolgsversprechen ist sie nicht. Welche Nachbarn zusammenpassen, prüfst du im Mischkultur-Planer für Gemüsenachbarn.
Steinkraut zwischen den Salaten liefert viel Nektar und Pollen und fördert SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse., SchlupfwespenSchlupfwespen sind nützliche Insekten, die mit ihrem Legestachel Eier in Schädlinge wie Blattläuse legen. Die Larve wächst im Inneren der befallenen Tiere heran und ernährt sich von ihnen. und Raubwanzen. Der Pflanzenschutzdienst Hamburg hat bei Steinkraut als Zwischenpflanzung im Salat signifikant weniger Salatblattläuse festgestellt. Schwebfliegen kann man nicht kaufen, sie müssen aus der Umgebung zuwandern. An warmen Tagen stehen bei mir deshalb Tür und Fenster offen. Abgeerntete Salatreste kommen auf den Kompost, der später wieder die Beete vorbereitet.





