Schnittsalat ganzjährig: Sorten, Folgesätze und Winter unter Glas
- Weil lange, heiße Tage Salat schossen lassen, wählst du für jede Jahreszeit eine passende Sortengruppe.
- Säe etwa alle 10 bis 14 Tage einen kleinen Satz nach, dann kannst du fortlaufend ernten.
- Feldsalat und Winterportulak tragen die Ernte durch den Winter.
- Pflücksalat und Römischer Salat sind nicht winterhart und gehören im Winter unter Glas.
- Lüfte Frühbeet und Tunnel rechtzeitig, denn anhaltende Feuchte fördert Falschen Salatmehltau.

Ein Satz Schnittsalat liefert nicht unbegrenzt Blätter. Irgendwann schosst er, und wer bis dahin nicht nachgesät hat, steht vor einem leeren Beet. Im Winter kommt dazu, dass Pflücksalat nicht winterhart ist. Ich plane mein Salatbeet deshalb nach Jahreszeiten: Welche Art passt in welches Fenster, und was kommt als Nächstes in die Erde? Mit der passenden Sortengruppe, kleinen Folgesätzen und einem FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet. für die kalten Monate erntest du fast das ganze Jahr.
Was zählt als Schnittsalat?
Als Schnittsalat nutzt du Salate, von denen du laufend Blätter schneidest oder pflückst, statt einmal den ganzen Kopf zu ernten. Pflücksalat bildet gar keinen festen Kopf, Batavia und Römischen Salat kannst du blattweise beernten. Dazu kommen Blattgemüse, die als Schnittkultur laufen, etwa Asia-Salate, Rucola und Winterportulak. Der Vorteil: Du nimmst nur so viel, wie du gerade brauchst, und die Pflanze bleibt für den nächsten Schnitt stehen. Wie die Salattypen zusammengehören, ordnet der Abschnitt Familien und Typen im Ratgeber zu Salaten und Blattgemüse ein.
Welche Schnittsalat-Sorten passen zu welcher Jahreszeit?
Salat reagiert auf die Tageslänge: Als Langtagpflanze schosst er, wenn die Tage lang und heiß werden. Wähle die Sorte deshalb zuerst nach dem Zeitraum, in dem sie wachsen soll, und erst dann nach Farbe und Blattform. Diese Sortengruppen helfen dir dabei:
| Anbauzeitraum | Sortengruppe | Das passt als Schnittsalat |
|---|---|---|
| Frühbeet und Frühjahr | Frühsorten | Pflücksalat, Rucola und Spinat aus den ersten Sätzen |
| Sommer | schossfeste Sorten | Pflücksalat mit etwas Schatten, Sommerportulak, Neuseeländer Spinat |
| Herbst | Herbst- oder Wintersorten für späte Sätze | Batavia, Eichblatt- und Lollosalat, Spinat, Asia-Salate |
| Winter | winterharte Arten | Feldsalat und Winterportulak im Freiland, Pflücksalat unter Glas |
| ganzes Jahr | Ganzjahressorten, die kaum auf die Tageslänge reagieren | Sorten, die ausdrücklich als Ganzjahressorte geführt werden |
Batavia, Eichblatt- und Lollosalat, die du im Herbst schneiden willst, müssen spätestens Ende Juli in die Erde. Batavia bleibt dabei locker und offen, seine zarten und doch knackigen Blätter trocknen nach Regen schnell ab. Weil du ihn blattweise oder als ganzen Kopf ernten kannst, zieht sich die Ernte lange hin.
Asia-Salate, zu denen auch Blattsenf und Mizuna zählen, laufen als kurze Schnitt- oder Baby-Leaf-Kultur und wachsen sonnig bis halbschattig. Beim Rucola wählst du zwischen zwei Arten: Wilde Rauke hat schmale, stark gezähnte Blätter, Gartenrauke breitere, gebuchtete.
Ich mische grüne und rote Sorten in einem Beet. Verschiedene Salatarten und Farben nebeneinander gelten als bewährte Anbaumaßnahme gegen Blattläuse, rote Sorten zeigen dabei weniger Befall.
Sorten mit Herstellerangaben zur Kulturdauer
Für einige Schnittsalat-Sorten nennen die Hersteller eine Kulturdauer:
| Sorte | Salattyp | Kulturdauer nach Herstellerangabe |
|---|---|---|
| ‘Lollo Bionda’ | Pflücksalat | etwa 8 bis 10 Wochen |
| ‘Florine’ und ‘Rossia’ | Bataviasalat | etwa 10 bis 12 Wochen |
| ‘Astra’ | Rucola | etwa 4 bis 6 Wochen |
Willst du später eigenes Saatgut ernten, nimm samenfeste Sorten. Bei F1-HybridenF1-Hybriden sind Sorten, deren Saatgut aus der gezielten Kreuzung zweier ausgewählter Elternlinien stammt. Die Pflanzen dieser ersten Nachkommengeneration (F1) wachsen häufig sehr einheitlich, ihre eigenen Samen bringen die Sorte aber nicht zuverlässig wieder hervor. fallen die Nachkommen uneinheitlich aus, weil sich die Eigenschaften stark aufspalten.
Folgesätze: Wie oft säe ich Schnittsalat nach?
Säe kleine Sätze im Abstand von etwa 10 bis 14 Tagen, statt eine große Fläche auf einmal. So stehen immer Pflanzen in verschiedenen Stadien im Beet, und der nächste Satz wächst heran, während du den vorigen schneidest. Draußen kannst du Schnitt- und Pflücksalat noch bis in den September hinein säen.
Wie lange ein Satz trägt, zeigt Eichblattsalat. Er lässt sich nach etwa 3 Wochen erneut schneiden, wenn das Herz unverletzt bleibt. Häufig blüht er nach dem dritten oder vierten Schnitt. Ein Satz liefert also nur eine begrenzte Zahl von Schnitten, und der Folgesatz sollte bereitstehen, bevor der alte schosst.
Ich teile mein Salatbeet in kurze Reihen und säe jede zu einem anderen Termin. Das Saatdatum steht bei mir auf einem Etikett am Reihenanfang, so sehe ich auf einen Blick, welche Reihe als Nächstes dran ist.
Wie schnell eine Art erntereif wird und wie lange sie danach auf demselben Beet pausiert, zeigt die Tabelle:
| Art | Kulturdauer | Anbaupause auf demselben Beet |
|---|---|---|
| Pflücksalat | 42 bis 56 Tage | 2 Jahre |
| Spinat | 42 bis 56 Tage | 3 Jahre |
| Sommerportulak | 28 bis 42 Tage | 3 Jahre |
| Salatrauke | etwa 7 Wochen im Frühjahr und Herbst, im Sommer bereits nach 3 Wochen erntbar | 6 Jahre |
| Feldsalat | 42 bis 112 Tage | 4 Jahre |
| Winterportulak | 56 bis 126 Tage | 3 Jahre |
Die Saattermine aller Salatarten auf einem Blatt liefert der Aussaatkalender für Salate und Blattgemüse zum Ausdrucken. Welche Reihe wann frei wird, legst du im Beetplaner für dein ganzes Gemüsebeet fest. Monat für Monat aufgeschlüsselt, mit Herbstsaat und Überwinterung, erfährst du, wann du Schnittsalat im Jahreslauf säst und erntest.
Licht: Wie hell soll Schnittsalat im Winter und im Sommer stehen?
SchossenSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen. heißt, dass der Salat einen Blütenstängel treibt. Ganzjahressorten sprechen schwächer auf die Tageslänge an und gelten deshalb als weitgehend schossfest.
Frühe und späte Sätze von Römischem Salat und Kopfsalat brauchen einen sonnigen Platz. Im Sommer hält etwas Schatten Pflücksalat und Spinat länger vom Schossen ab. Winterportulak wächst sonnig bis halbschattig, seine älteren Blätter können an einem heißen, trockenen Standort bitter werden.
Im Winter bekommt der Salat bei mir die sonnige Seite des Frühbeets. Im Sommer säe ich Pflücksalat an den Rand, den höhere Kulturen beschatten.
Sommer: Welche Arten passen in die warme Jahreshälfte?
Sobald der Tag länger als 12 Stunden dauert, setzt Spinat Blüten an. In Deutschland ist das von Mai bis August der Fall. Neuseeländer Spinat hat seine Erntezeit dagegen von Juni bis Oktober und füllt so die Sommermonate, in denen echter Spinat zur Blüte neigt.
Seine Samen brauchen mindestens 15 °C zum Keimen. Erntest du Triebspitzen und Blätter etwa alle ein bis zwei Wochen, regst du die Bildung von Seitentrieben an. Plane Platz ein, denn seine am Boden kriechenden Triebe können bis zu einem Meter lang werden.
Sommerportulak säst du von April bis August direkt ins Beet. Zum Keimen braucht er mindestens 20 °C, und er steht gern sonnig. In rohen Blättern steckt relativ viel Oxalsäure. Blanchierst oder erhitzt du ihn und schüttest das Kochwasser weg, sinkt der Gehalt.
Winter im Freiland: Welche Salate halten durch?
„Im Winter wächst kein Salat.“ Selbst bei 5 bis 10 °C legt Feldsalat noch zu. Ist die Witterung mild, holst du ihn den ganzen Winter über aus dem Freilandbeet.
Durch den Winter tragen vor allem Feldsalat und Winterportulak. Feldsalat säst du von Juli bis September und erntest ihn von Oktober bis März. Frost verträgt er bis etwa −15 °C.
Winterportulak, auch Claytonie oder Postelein genannt, säst du von Ende August bis Oktober. Er ist winterhart, wird von Oktober bis März geerntet und lässt sich mehrfach schneiden. Sommerportulak ist eine andere Pflanzenart. Winterportulak erkennst du an den längeren, dünneren Stielen und den zarteren Blättern.
Winterportulak mit den Sommersätzen aussäen. Er ist ein Kühlkeimer und keimt erst unter 12 °C, deshalb beginnt sein SaatfensterDas Aussaatfenster ist der Zeitraum im Jahr, in dem eine Pflanzenart sinnvoll ausgesät werden kann. Es richtet sich vor allem nach dem Temperaturanspruch der Art, der Bodentemperatur und der Frostgefahr. erst Ende August.
Spinat säst du nach der Sommerpause wieder von August bis Oktober. Blattsenf ist dagegen nicht winterhart, seine Erntezeit endet im Oktober. Auch Pflücksalat und Römischer Salat sind nicht winterhart und gehören für eine Winterernte unter Glas. Was du im Spätsommer pflanzt, bekommt im Herbst Vlies gegen Frost.
Wenn im Spätsommer die letzten Sommersätze abgeerntet sind, säe ich Feldsalat und Winterportulak in die frei gewordenen Reihen.
Wer im Frühjahr zusätzlich Köpfe ernten will, greift zu winterharten Kopfsalatsorten wie ‘Maiwunder’, ‘Brauner Winter’ oder ‘Winterkönig’. Sie werden von Mitte August bis spätestens Mitte September gesät, überwintern als Jungpflanzen und kommen im April und Mai in die Küche. Sinkt der Frost unter −10 °C, deckst du sie mit Vlies ab.
Salat unter Glas: Frühbeet, Folientunnel und Gewächshaus
Frühbeet, Folientunnel und Gewächshaus verschieben den Salatstart nach vorn und die Ernte weiter in den Winter. Unter diesem Schutz beginnt die Anzucht schon im Januar, frühe Sorten setzt du dort ab Mitte Februar. Draußen geht es später los: Die Anzucht fürs Freiland startet im Februar, gepflanzt wird ab Mitte März.
Für eine Winterkultur brauchen Pflücksalat und Römischer Salat Schutz im Frühbeet.
Im geschützten Anbau reichen 25 × 25 cm zwischen gepflanzten Salaten, draußen planst du etwa 30 × 30 cm ein. Die erste Zahl gilt jeweils in der Reihe, die zweite zwischen den Reihen.
Lass beim Pflanzen den ErdpresstopfEin Erdpresstopf ist ein kleiner Würfel aus gepresster, feuchter Anzuchterde, ganz ohne Topfwand. Du säst direkt in das vorgeformte Loch und ziehst die Jungpflanze darin plastikfrei vor. etwa 1 cm über die Erde ragen und gieß jede Jungpflanze gleich kräftig an. Sitzt Salat zu tief, fault er gern an den unteren Blättern.
Was im März und April ins Beet kommt, liegt unter Vlies. Für den allerersten Satz nimmst du zwei Lagen Vlies und legst Folie darüber.
Wird es unter Vlies oder Folie wärmer als 30 °C, muss die Abdeckung runter. Bei doppelter Deckung entfernst du die obere Lage meist schon nach 2 bis 3 Wochen.
Unter meiner Abdeckung liegt ein Thermometer, das ich an sonnigen Tagen ablese.
Lüfte unter Glas rechtzeitig. Falscher Salatmehltau hat es im Spätsommer und Herbst leicht, wenn es lange feucht und mäßig warm bleibt. Ich öffne Frühbeet und Tunnel an milden Tagen, damit die Blätter abtrocknen. Wie du ein Gewächshaus vorbereitest und dort Klima und Lüftung steuerst, zeigt der Beitrag zu Gewächshaus, Klima und Lüftung für Schnittsalat.
Aussaat, Pflege und Ernte: das Wichtigste in Kürze
Die Grundlagen gelten für alle Salate und stehen ausführlich im Ratgeber zu Salaten und Blattgemüse, von Standort und Boden über Gießen und Düngen bis zum Ernten. Hier bekommst du nur, was du für Schnittsalat übers Jahr brauchst.
Aussaat und Standort
Pflücksalat mag leichten sandigen Lehm, der gut durchlässig und humusreich ist. Die Samen bedeckst du nur eben mit Erde.
Gießen, Düngen, Schutz
Gieß gleichmäßig und morgens: Bei Trockenheit schosst Salat schnell, und die Morgengabe beugt Salatfäulen vor. Viele Schnittkulturen kommen ohne zusätzliche Düngung aus. Asia-Salate brauchen als Schnittkultur keine Düngung, und Winterportulak kommt mit dem aus, was die Vorkultur im Boden gelassen hat. Für Feldsalat sollte die Vorkultur dagegen nicht viel Stickstoff im Boden hinterlassen. Schnecken sind vor allem nachts unterwegs, bei feuchtem Wetter auch am Tag; Absammeln und ein Schneckenzaun können den Fraß im Salatbeet begrenzen. Wie du Schnittsalat pflegst, düngst und NährstoffmangelNährstoffmangel heißt, dass eine Pflanze von einem oder mehreren Nährstoffen zu wenig bekommt oder aufnehmen kann. Sie bleibt dann im Wachstum zurück und zeigt Verfärbungen, etwa hellgrünes oder vergilbendes Laub. erkennst, erklärt der Ratgeber zu Pflege, Ertrag und Blattqualität bei Schnittsalat.
Fruchtfolge und Mischkultur
Die Anbaupausen je Art stehen oben in der Tabelle bei den Folgesätzen. Weil Schnittsalat schnell erntereif ist, passt er in die Lücken zwischen Kulturen, die länger brauchen. Mischkultur kann mithelfen, eine Garantie ist sie nicht; passende Nachbarn prüfst du im Mischkultur-Planer für Beetnachbarn.
Wenig Platz: Topf, Balkon und Hochbeet
Pflücksalat, Spinat, Sommerportulak und Winterportulak eignen sich für Töpfe. Für Salat im Balkonkasten nimmst du normale Blumenerde, zum Säen der feinen Samen ist feinere AnzuchterdeAnzuchterde ist eine nährstoffarme, feinkrümelige Erde für die Aussaat und das Vorziehen junger Pflanzen. Die geringe Nährstoffmenge regt die zarten Wurzeln zum Wachsen an. besser. Was sich im HochbeetEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche. ändert, liest du im Beitrag darüber, was Schnittsalat im Hochbeet anders macht.
Schneiden, ernten, lagern
Beim Schneiden lasse ich das Herz unverletzt, damit die Pflanze nachtreibt. Die Schnitttechnik Schritt für Schritt zeigt der Beitrag, wie du Schnittsalat im eigenen Garten säst und schneidest. Nimm nur, was du sicher erkennst: Mit Kreuzkraut oder Greiskraut können Pyrrolizidinalkaloide in den Salat gelangen. Kühl die Ernte und halte sie sauber, denn Blattsalate können reich an Nitrat sein, und bei falscher Lagerung können Mikroben daraus Nitrit bilden. Eine abwechslungsreiche Gemüseküche bleibt trotzdem die Empfehlung. Wie du so erntest, dass die Blätter nachwachsen, und wie lange sie frisch bleiben, steht im Leitfaden, wie du Schnittsalat erntest und frisch lagerst.





