Winterportulak richtig ernten, lagern und einfrieren
- Schneide Winterportulak an den Blattstielen etwa 1 cm über dem Boden ab, damit er nachwachsen kann.
- Gefrorene Blätter erntest du erst, wenn sie an der Pflanze aufgetaut sind.
- In einem Gefäß mit Deckel hält er sich im Kühlschrank bis zu 2 Tage.
- Roh eingefroren wird er matschig, für Suppe und Pfanne frierst du ihn blanchiert ein.
- In Öl eingelegt gehört er in den Kühlschrank und wird spätestens am Tag nach der Herstellung verbraucht.

Winterportulak erntest du von Oktober bis März, also durch den ganzen Winter. Geerntet bleibt er aber nicht lange frisch: In einem Gefäß mit Deckel hält er sich im Kühlschrank bis zu 2 Tage. Ich schneide deshalb nur so viel, wie in dieser Zeit auf den Tisch kommt. Der Rest bleibt im Beet stehen, denn dort kannst du über den Winter mehrfach von ihm ernten.
Wann ist Winterportulak erntereif?
Die Erntezeit reicht von Oktober bis März. Von der Aussaat bis zur Ernte rechnest du mit 56 bis 126 Tagen Kulturdauer. Junge Blätter kannst du roh als Salat essen oder garen. Ich fange dort an, wo die Pflanzen am dichtesten stehen, und schneide eine Portion für die nächsten Mahlzeiten.
Gesät wird meist von Ende August bis Oktober. Winterportulak gilt als Kühlkeimer, weil seine Keimung erst unter 12 °C einsetzt. Wann und wie du säst, damit der Bestand für den ganzen Winter reicht, erklärt der Ratgeber zur Aussaat von Winterportulak.
Wie schneidest du Winterportulak, damit er nachwächst?
Schneide die Blätter an den Blattstielen etwa 1 cm über der Bodenoberfläche ab. Danach kann die Pflanze nachwachsen, und du erntest über den Winter mehrfach vom selben Bestand. Ich nehme dafür ein scharfes Messer. Mit der anderen Hand fasse ich die Stiele locker zu einem Büschel, damit ich alle auf einer Höhe schneide.
Im Kübel auf Balkon oder Terrasse schneidest du genauso. Wie du Winterportulak im Kübel anbaust und überwinterst, steht in einem eigenen Ratgeber.
So dicht über dem Boden gerät beim Schneiden schnell ein BeikrautBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt. zwischen die Stiele. Botanisch ist Winterportulak, auch Postelein oder Claytonie genannt, die Art Claytonia perfoliata. Seine oberen Blätter verwachsen tellerförmig, seine Blüten sind weiß. Woran du Winter- und Sommerportulak sicher unterscheidest, zeigt der Vergleich beider Arten.
Sortiere nach dem Schnitt alles aus, was du nicht sicher als Winterportulak erkennst. Mitgeerntetes Kreuzkraut oder Greiskraut kann Pyrrolizidinalkaloide in deinen Salat eintragen.
Worauf achtest du bei der Ernte im Frost?
Winterportulak ist winterhart und kann Fröste bis unter -20 °C vertragen. Wie viel Frost er tatsächlich aushält, hängt von Pflanzenzustand, Standort und Witterung ab. Wie andere Wintersalate kann er bei Frost sein Wachstum einstellen. Ernten kannst du dann trotzdem aus dem vorhandenen Bestand.
Steht das Wachstum still, wächst nach einem Schnitt vorerst nichts nach, und du erntest nur, was schon im Beet steht. In langen Frostphasen schneide ich deshalb Reihe für Reihe, statt das ganze Beet auf einmal abzuernten.
Zum Lagern erntest du Blattgemüse am besten morgens, wenn es kühl und prall ist. An Frostmorgen wartest du damit, bis die Blätter aufgetaut sind.
Gefrorene Blätter abschneiden. Gefroren brechen die Blätter leicht, deshalb erntest du erst, wenn sie an der Pflanze langsam aufgetaut sind.
Winterportulak stammt aus dem westlichen Nordamerika. Vlies schützt ihn wie anderes überwinterndes Gemüse vor starker Kälte und Wintersonne, auch eine Schneedecke bietet Schutz. Wie winterhart Winterportulak ist und wie du ihn durch die kalte Jahreszeit bringst, erklärt ein eigener Ratgeber.
Was tust du direkt nach der Ernte?
Wie jeder geerntete Salat reagiert Winterportulak empfindlich auf Druck und Wärme. Verarbeite ihn deshalb zügig weiter und lass den Korb nicht in der Sonne stehen. Ich lege die Stiele locker in eine flache Schale und bringe sie gleich ins Haus.
Dort gehst du die Ernte durch und nimmst verfärbte oder beschädigte Blätter heraus. Blätter mit Schimmel, fauligen oder schmierigen Stellen oder muffigem Geruch entsorgst du.
Vom Beet in den Kühlschrank
- Beikraut und alles Unsichere aussortieren
- Schimmelige, faulige und schmierige Blätter entsorgen
- Blätter nicht drücken und nicht in der Wärme stehen lassen
- In ein Gefäß mit Deckel legen
- Nicht neben Äpfel, Birnen oder Tomaten stellen
- Erst kurz vor dem Essen waschen
Wie lange hält Winterportulak im Kühlschrank?
In einem Gefäß mit Deckel hält sich Winterportulak im Kühlschrank bis zu 2 Tage. Stell ihn nicht neben Äpfel, Birnen oder Tomaten. Deren ReifegasReifegas ist die gängige Bezeichnung für Ethylen, ein Gas, das manches Obst selbst bildet, besonders Äpfel. Es lässt Obst und Gemüse in der Nähe schneller reifen, welken oder austreiben. Ethylen lässt Blattsalat schneller welken und vergilben.
Blattsalate können viel Nitrat enthalten, das bei unsachgemäßer Lagerung mikrobiell zu Nitrit werden kann. Lagere Winterportulak deshalb gekühlt und sauber. Abwechslungsreich Gemüse zu essen, bleibt trotzdem die Empfehlung.
Hast du die Blätter schon gewaschen, bleiben sie ohne Dressing verschlossen im Kühlschrank bis zum nächsten Tag frisch. Vor dem Essen wäschst du sie dann nochmals kurz. Ich wasche Winterportulak deshalb nur einmal, kurz bevor er auf den Tisch kommt.
Haltbarkeit auf einen Blick
| Methode | Haltbarkeit oder Eignung | Darauf achtest du |
|---|---|---|
| Frisch, im Gefäß mit Deckel im Kühlschrank | bis zu 2 Tage | nicht neben Äpfel, Birnen oder Tomaten stellen |
| Gewaschen, ohne Dressing, verschlossen im Kühlschrank | bis zum nächsten Tag | vor dem Essen nochmals kurz waschen |
| Roh eingefroren | nicht für Salat geeignet | Blätter werden beim Auftauen matschig |
| Blanchiert eingefroren | für Suppe und Pfanne | Portionen mit Datum beschriften |
| In Öl eingelegt, im Kühlschrank | spätestens am Tag nach der Herstellung verbrauchen | kein Vorrat |
Welke Blätter auffrischen
Sind gelagerte Blätter welk, aber sonst einwandfrei, können sie in Wasser wieder knackiger werden. Leg sie dafür in eine Schüssel mit Wasser und nimm sie heraus, sobald sie wieder straff sind. Sichtbar verschimmelte Blätter frischst du nicht auf. Die entsorgst du, und auch Waschen macht sie nicht wieder brauchbar.
Kann man Winterportulak einfrieren?
Für den Salat nicht. Wie jeder Blattsalat eignet sich Winterportulak nicht als Gefriervorrat für knackige Rohkost, weil die wasserreichen Blätter beim Auftauen matschig werden.
Anders ist es, wenn du ihn gegart essen willst. Junge Blätter lassen sich roh und gegart verwenden. Für Suppe und Pfanne friere ich Winterportulak deshalb blanchiert ein, so wie Spinat.
So frierst du Winterportulak blanchiert ein
- Wasch die Blätter kurz und gründlich.
- Gib sie in sprudelnd kochendes Wasser und hol sie heraus, sobald sie zusammenfallen.
- Schreck sie in kaltem Wasser ab und drück sie gut aus.
- Verpack sie portionsweise und beschrifte jede Portion mit dem Datum.
Die gefrorenen Portionen gebe ich direkt in Suppe oder Pfanne.
Ich lege neue Gefrierportionen in der Truhe nach hinten und nehme immer die älteste zuerst heraus.
In Öl eingelegt: kein Vorrat
Mit Öl über den Blättern machst du Winterportulak nicht länger haltbar.
„In Öl eingelegt hält Winterportulak wochenlang.“ Das stimmt nicht. Selbst hergestelltes, in Öl eingelegtes Gemüse gehört in den Kühlschrank und wird spätestens am Tag nach der Herstellung verbraucht.
Vom Kühlschrank in die Küche
Wasch die Blätter im Ganzen kurz und gründlich und zupf sie erst kurz vor dem Essen klein. Langes Wässern laugt Nährstoffe aus. Danach trocknest du sie möglichst in der Salatschleuder.
Frisch schmeckt Winterportulak säuerlich bis leicht nussig. Junge Blätter kommen roh in den Salat oder gegart in warme Gerichte, Anregungen dafür sammeln die Rezeptideen mit Winterportulak für Salat, Suppe und Pfanne.
Winterportulak ist ein Lebensmittel, kein Heilmittel. Was Blattgemüse an Nährstoffen mitbringt, fasst der Abschnitt zu Nährwerten, Küche und Oxalsäure im Überblick über Salate und Blattgemüse zusammen.



