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Winterportulak: So winterhart ist er und so schützt du ihn im Winter

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.live Redaktion

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Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Winterportulak ist winterhart und kann Fröste bis unter −20 °C vertragen, abhängig von Pflanzenzustand, Standort und Witterung.
  • Bei Frost kann er sein Wachstum einstellen, geerntet wird dann aus dem Bestand, der schon im Beet steht.
  • Vlies schützt vor starker Kälte und Wintersonne, auch eine Schneedecke bietet Schutz.
  • Ein Folientunnel dient als Nässeschutz, seine Enden bleiben für die Luftzirkulation offen.
  • Gegossen wird nur bei Bedarf, an sonnigen Tagen am Vormittag.
  • Gefrorene Blätter erntest du erst, wenn sie an der Pflanze aufgetaut sind.
Winterportulak mit rundem, durchwachsenem Stängelblatt und kleinen weißen Blüten in der Blattmitte, Regentropfen auf der Fläche
Foto: WikimediaImages · Pixabay Content License · Quelle ↗

Nach einer Frostnacht lasse ich die Schere liegen, bis die Blätter vom Winterportulak an der Pflanze aufgetaut sind. Gefrorene Blätter brechen leicht. Die Pflanze selbst ist winterhart und kann Fröste bis unter −20 °C vertragen. Wie weit das in deinem Beet trägt, hängt von Pflanzenzustand, Standort und Witterung ab.

Zusammen mit Feldsalat versorgt dich Winterportulak durch den Winter mit frischen Blättern. Wie sich Sommer- und Winterarten zu einer langen Ernte ergänzen, zeigt der Überblick über die Saisonfenster von Salaten und Blattgemüse. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du Winterportulak mit Vlies, Schneedecke und Folientunnel durch Kälte und Nässe bringst.

Winterportulak im Steckbrief

Winterportulak, auch Postelein oder Claytonie genannt, heißt botanisch Claytonia perfoliata und stammt aus dem westlichen Nordamerika. Typisch sind die tellerförmig verwachsenen oberen Blätter und die weißen Blüten. Sommerportulak ist eine andere Pflanzenart, blüht gelb und bildet keine solchen Blattteller; woran du Winter- und Sommerportulak sicher unterscheidest, zeigt ein eigener Vergleich.

Merkmal Winterportulak
Botanischer Name Claytonia perfoliata
Herkunft westliches Nordamerika
Lebensdauer einjährig
Wuchshöhe 10 bis 20 cm
Frost winterhart, kann Fröste bis unter −20 °C vertragen, abhängig von Pflanzenzustand, Standort und Witterung
Keimtemperatur 8 bis 12 °C, Kühlkeimer
Ernte Oktober bis März
Blüte Mai bis Juni, weiß
Licht sonnig bis halbschattig
Düngung keine zusätzliche, die Restnährstoffe der Vorkultur genügen
Aussaatkalender Winterportulak
GartenkalenderVorkultur: Januar, September, Oktober, November, Dezember; Aussaat: August, September, Oktober; Ernte: Januar, Februar, März, Oktober, November, Dezember; Pflanzung: September, OktoberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: JanuarVorkultur: SeptemberVorkultur: OktoberVorkultur: NovemberVorkultur: DezemberAussaatAussaat: AugustAussaat: SeptemberAussaat: OktoberErnteErnte: JanuarErnte: FebruarErnte: MärzErnte: OktoberErnte: NovemberErnte: DezemberPflanzungPflanzung: SeptemberPflanzung: OktoberVorkulturAussaatErntePflanzung

Wie winterhart ist Winterportulak?

Winterhart heißt beim Winterportulak: Er bleibt über den Winter im Beet und kann in dieser Zeit mehrfach beerntet werden. Die Frostgrenze ist dabei kein fester Wert für jeden Garten. Pflanzenzustand, Standort und Witterung entscheiden mit, wie viel Kälte dein Bestand tatsächlich aushält.

Zahl im Blick

Bis unter −20 °C Frost kann Winterportulak vertragen. Nimm den Wert als Orientierung, nicht als Zusage für jede Lage.

Bei Frost kann Winterportulak sein Wachstum einstellen, so wie andere Wintersalate auch. Eine Ernte aus dem vorhandenen Bestand bleibt trotzdem möglich. Wenn er in Frostphasen nicht weiterwächst, erntest du nur, was schon steht. Die Blattmasse vor den ersten Frösten ist deshalb dein Vorrat für die kalten Wochen.

Mythos-Check

„Winterhart heißt, er braucht keinen Schutz.“ Das stimmt so pauschal nicht. Wie viel Frost er verträgt, hängt von Pflanzenzustand, Standort und Witterung ab, und ein Vlies schützt zusätzlich vor starker Kälte und Wintersonne.

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Vlies und Schnee: Schutz vor starker Kälte

Schutz Wogegen er hilft Worauf du achtest
Vlies starke Kälte und Wintersonne locker auflegen, Ränder gegen Wind beschweren
Schneedecke schützt den überwinternden Bestand liegen lassen
Folientunnel Nässe beide Enden für die Luftzirkulation offen lassen

Vlies schützt überwinterndes Gemüse vor starker Kälte und vor Wintersonne. Leg es über den Winterportulak, sobald starke Kälte angekündigt ist. Auch eine Schneedecke bietet Schutz, also lässt du sie liegen, statt die Pflanzen freizuräumen.

Marias Erfahrung

Das Vlies liegt bei mir ab Herbst zusammengerollt am Beetrand. Wird starke Kälte angekündigt, rolle ich es locker über die Reihen und beschwere die Ränder mit Steinen, damit der Wind es nicht abhebt.

Nässe im Winter: Folientunnel mit offenen Enden

Bei Wintersalaten wie Winterportulak dient ein Folientunnel vor allem als Nässeschutz. Die Enden bleiben dabei offen, damit die Luft zirkulieren kann. Ich lasse beide Enden auch in kalten Wochen offen und kontrolliere nach Sturm, ob die Folie noch fest sitzt. In Frühbeet und Gewächshaus gehört regelmäßiges, reichliches Lüften zur Vorbeugung gegen Mehltau.

Häufiger Fehler

Den Tunnel bei Frost rundum zu schließen. Die Enden bleiben für die Luftzirkulation offen, auch im Winter.

Gießen nur bei Bedarf

Gegossen wird im Winter nur bei Bedarf, dann an sonnigen Tagen am Vormittag, damit die Blätter tagsüber abtrocknen. Bevor ich gieße, grabe ich vorsichtig nach und prüfe die Bodenfeuchte, denn welke Blätter können auch auf beginnende Wurzelfäule hindeuten.

Ernten, wenn es friert

Gefrorene Winterportulakblätter erntest du erst, wenn sie an der Pflanze langsam aufgetaut sind, weil sie gefroren leicht brechen. Über den Winter kannst du denselben Bestand mehrfach beernten. Wie du dabei schonend schneidest und die Ernte frisch hältst, liest du im Ratgeber zum Ernten und Lagern von Winterportulak.

Aussaat: den Winterbestand rechtzeitig anlegen

Winterportulak ist ein Kühlkeimer und keimt schon ab 8 °C. Gesät wird meist von Ende August bis Oktober direkt ins Beet. Wann und wie du genau säst, erklärt der Ratgeber zur Aussaat von Winterportulak. Wie der Anbau vom Saattermin bis zur ersten Winterernte gelingt, zeigt ein zweiter Beitrag, und die Termine zum Ausdrucken liefert der Aussaatkalender für Salate und Blattgemüse.

Im Kübel durch den Winter

Winterportulak wächst auch im Hochbeet und im Topf. Das Gefäß braucht einen Wasserablauf, damit keine Staunässe entsteht. Wie du ihn auf Balkon und Terrasse im Kübel ziehst und überwinterst, beschreibt ein eigener Ratgeber.

Standort, Boden, Düngung und Schnecken in Kürze

Winterportulak wächst sonnig bis halbschattig in feuchtem, gut durchlässigem Boden. Zusätzlich düngen musst du ihn nicht, ihm genügen die Restnährstoffe der Vorkultur. Schnecken fressen überwiegend nachts und bei feuchter Witterung auch tagsüber; Absammeln und ein Schneckenzaun können den Befall begrenzen. Mehr zu Standort, Boden, Gießen und Pflanzenschutz bei allen Salaten findest du im Überblick zu Salaten und Blattgemüse.

Winterportulak in der Küche

Junge Blätter isst du roh als Salat oder gegart. Winterportulak schmeckt frisch säuerlich bis leicht nussig. Rezeptideen mit Winterportulak für Salate, warme Gerichte und Vorräte sammelt ein eigener Beitrag; Nährwerte und Küchengrundlagen der Salate und Blattgemüse stehen im Überblick.

Nach dem Winter: Blüte, Verwilderung und Anbaupause

Im Mai und Juni blüht Winterportulak weiß. Er ist einjährig, deshalb planst du für das Beet danach eine neue Kultur ein. Ältere Blätter können an einem heißen, trockenen Standort bitter werden. Winterportulak kann außerdem verwildern.

Achtung

Erntest du Winterportulak an Stellen, an denen er verwildert ist, sortierst du alles aus, was du nicht sicher erkennst. Mitgeerntetes Kreuzkraut oder Greiskraut kann Pyrrolizidinalkaloide in den Salat eintragen.

Auf dieselbe Fläche kommt Winterportulak erst nach einer Anbaupause von 3 Jahren wieder. Die Pause trägst du am besten gleich in den Beetplaner ein, damit du beim nächsten Winterbeet den Überblick behältst.

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Häufige Fragen

Was ist Winterportulak und woher stammt diese Pflanze?
Winterportulak heißt botanisch Claytonia perfoliata und ist auch als Postelein oder Claytonie bekannt. Er stammt aus dem westlichen Nordamerika. Du erkennst ihn an den tellerförmig verwachsenen oberen Blättern und an den weißen Blüten. Im Garten baust du ihn als einjähriges Blattgemüse für die Ernte von Oktober bis März an.
Wie kältetolerant ist Winterportulak wirklich?
Winterportulak ist winterhart und kann Fröste bis unter −20 °C vertragen. Wie viel Kälte dein Bestand tatsächlich aushält, hängt von Pflanzenzustand, Standort und Witterung ab. Bei Frost kann er sein Wachstum einstellen, du erntest dann aus dem vorhandenen Bestand. Bei starker Kälte schützt ein Vlies zusätzlich.
Kann Winterportulak auch unter Schneedecke weiterwachsen?
Eine Schneedecke bietet Winterportulak Schutz, deshalb lässt du sie liegen. Mit weiterem Wachstum rechnest du bei Frost aber besser nicht, denn dann kann er sein Wachstum einstellen. Geerntet wird aus dem vorhandenen Bestand, und zwar erst, wenn die Blätter an der Pflanze aufgetaut sind.
Wie entwickelt sich das Mikroklima unter Vliesabdeckungen für Winterportulak?
Unter dem Vlies ist Winterportulak vor starker Kälte und vor Wintersonne geschützt. Leg das Vlies locker über die Reihen, sobald starke Kälte angekündigt ist, und beschwere die Ränder gegen Wind. Als Schutz vor Nässe nutzt du dagegen einen Folientunnel, dessen Enden offen bleiben.
Wie baut man erfolgreich Tunnelkonstruktionen für Winterportulak auf?
Für Winterportulak dient der Folientunnel vor allem als Nässeschutz. Wichtig ist, dass beide Enden offen bleiben, damit die Luft zirkulieren kann. Unter dem Tunnel gießt du nur bei Bedarf, an sonnigen Tagen am Vormittag, damit die Blätter tagsüber abtrocknen.
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