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Winterportulak oder Sommerportulak? Anbau, Ernte und sicheres Erkennen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Winterportulak (Claytonia perfoliata) und Sommerportulak (Portulaca oleracea) sind zwei verschiedene Pflanzenarten.
  • Winterportulak keimt erst unter 12 °C, Sommerportulak braucht deutlich mehr Wärme.
  • Gesät wird Winterportulak meist von Ende August bis Oktober, Sommerportulak von April bis August.
  • Winterportulak erntest du von Oktober bis März, Sommerportulak von Mai bis September.
  • Winterportulak erkennst du an tellerförmig verwachsenen oberen Blättern und weißen Blüten, Sommerportulak blüht gelb.
Nahaufnahme von Winterportulak (Claytonia perfoliata) mit seinen charakteristischen runden Blättern
Foto: WikimediaImages · Pixabay Content License · Quelle ↗

Auf beiden Samentüten steht Portulak, und trotzdem säst du die eine ab April und die andere erst ab Ende August. Winterportulak keimt nämlich erst, wenn es kühler als 12 °C ist. Sommerportulak braucht zum Keimen dagegen mindestens 20 °C. Es gibt also keine Temperatur, bei der beide zugleich keimen. Ich bewahre die zwei Tüten deshalb getrennt auf und schreibe das Saatfenster groß darauf.

Beim Ernten kommt ein zweites Risiko dazu: Sommerportulak kann mit der giftigen niederliegenden Wolfsmilch verwechselt werden. Deshalb findest du hier neben Botanik, Anbau, Ernte und Küche auch die Merkmale, an denen du beide Portulake sicher erkennst.

Winterportulak und Sommerportulak im Vergleich

Die Tabelle stellt die wichtigsten Unterschiede nebeneinander. Die Anbauwerte im Detail folgen weiter unten.

Merkmal Winterportulak Sommerportulak
Botanischer Name Claytonia perfoliata Portulaca oleracea
Obere Blätter tellerförmig verwachsen keine Blattteller
Stiele und Blätter längere, dünnere Stiele, zartere Blätter kürzere, dickere Stiele, weniger zarte Blätter
Blüte weiß gelb, von Juni bis September
Keimung erst unter 12 °C mindestens 20 °C
Aussaat meist Ende August bis Oktober April bis August
Ernte Oktober bis März Mai bis September
Licht sonnig bis halbschattig sonnig
Winterhärte winterhart nicht winterhart
Geschmack frisch säuerlich bis leicht nussig säuerlich, dazu leicht salzig
Mythos-Check

Winterportulak ist nicht die kältefeste Form des Sommerportulaks. Hinter den beiden Namen stehen zwei unterschiedliche Pflanzenarten, Claytonia perfoliata und Portulaca oleracea.

Botanische Merkmale: zwei Arten, ein Name

Winterportulak heißt botanisch Claytonia perfoliata. Er ist auch unter den Namen Claytonie und Postelein bekannt. Sommerportulak ist Portulaca oleracea, eine einjährige Pflanze. Trotz des gemeinsamen Namensteils handelt es sich um zwei unterschiedliche Pflanzenarten.

Den Unterschied zeigen dir vor allem Blätter und Blüten. Winterportulak hat längere, dünnere Stiele und zartere Blätter als Sommerportulak. Seine oberen Blätter sind tellerförmig verwachsen, und er blüht weiß. Sommerportulak bildet keine solchen Blattteller und blüht von Juni bis September gelb. Er wird 20 bis 30 cm breit.

Beide Arten werden 10 bis 20 cm hoch. An der Wuchshöhe kannst du sie also nicht unterscheiden, an Blattform und Blütenfarbe schon.

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Woran erkennst du Winter- und Sommerportulak sicher?

Bei Pflanzen, die in der Salatschüssel landen, reicht ein ungefährer Eindruck nicht. Ernte nur, was du sicher erkannt hast, und prüfe dafür mehrere Merkmale zusammen.

Winterportulak erkennen

Schau zuerst auf die oberen Blätter: Beim Winterportulak sind sie tellerförmig verwachsen. Dazu kommen weiße Blüten. Die Stiele sind länger und dünner als beim Sommerportulak, die Blätter zarter. Auch die Jahreszeit passt ins Bild: Gesät wird Winterportulak meist ab Ende August, geerntet von Oktober bis März.

Sommerportulak erkennen

Sommerportulak blüht gelb und trägt keine Blattteller. Er wächst in der warmen Jahreshälfte, gesät von April bis August und geerntet von Mai bis September. Siehst du Blüten, ist die beste Zeit für zarte Blätter vorbei, denn nach der Blüte kann er bitter werden.

Marias Erfahrung

Ich säe beide Portulake in markierten Reihen. Geerntet wird nur, was in der Reihe steht und die Merkmale seiner Art zeigt, alles dazwischen jäte ich vorher heraus.

Verwechslungen: Wolfsmilch, Portulakröschen und Kreuzkraut

Sommerportulak kann mit der niederliegenden Wolfsmilch verwechselt werden. Diese Wolfsmilch ist giftig, und ihr weißer Milchsaft reizt außerdem die Haut.

Achtung

Tritt an einer Schnittstelle weißer Milchsaft aus, gehört die Pflanze nicht in die Küche. Weißer Milchsaft ist ein Hinweis auf Wolfsmilch, und der Saft reizt die Haut.

Das Portulakröschen trägt Portulak im Namen, gehört aber als Zierblume ins Blumenbeet und nicht in den Salat. Beim Ernten sortierst du außerdem alles aus, was du nicht sicher als essbar erkannt hast. Gerät Kreuzkraut oder Greiskraut mit in die Ernte, kann es Pyrrolizidinalkaloide in den Salat bringen.

Mini-Checkliste

Stammt die Pflanze aus deiner eigenen Saatreihe? Zeigt sie die Merkmale ihrer Art, beim Winterportulak die Blattteller oder weißen Blüten, beim Sommerportulak gelbe Blüten ohne Blattteller? Tritt kein weißer Milchsaft aus? Liegt kein Kreuzkraut und kein fremdes Kraut im Erntekorb? Bleibt ein Zweifel, bleibt die Pflanze stehen.

Anbau im Vergleich: Saatzeit, Keimung und Standort

Die Keimtemperatur legt fest, wann du säst. Die Tabelle zeigt die Anbauwerte beider Arten nebeneinander.

Anbau Winterportulak Sommerportulak
Aussaat meist Ende August bis Oktober April bis August, Direktsaat
Keimtemperatur 8 bis 12 °C mindestens 20 °C
Keimdauer 7 bis 20 Tage 7 bis 14 Tage
Saattiefe 0,5 bis 1 cm 0 bis 0,5 cm
Abstand in der Reihe (Reihensaat) 3 bis 5 cm 8 bis 10 cm
Reihenabstand 15 cm 20 bis 30 cm
Düngung keine zusätzliche, Restnährstoffe der Vorkultur genügen keine zusätzliche bei kurzer Kultur zur Küchenernte
Kulturdauer 56 bis 126 Tage 28 bis 42 Tage
Fruchtwechselpause 3 Jahre 3 Jahre

Winterportulak gilt als Kühlkeimer, seine Keimung setzt erst unter 12 °C ein. Gesät wird er meist von Ende August bis Oktober, an einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Zusätzlich düngen musst du ihn nicht, ihm genügen die Restnährstoffe der Vorkultur.

Sommerportulak säst du von April bis August direkt ins Beet. Die Samen legst du höchstens 0,5 cm tief, drückst sie leicht an und hältst die Saat feucht. Er braucht einen sonnigen Platz mit feuchtem, leichtem, nährstoffreichem und gut durchlässigem Boden. Unter längerer Trockenheit kann die Blattqualität leiden. Auf nassen Standorten können dagegen Stängel- oder Wurzelfäulen auftreten. Sommerportulak mag es also feucht, aber nicht nass. Bei der kurzen Kultur zur Küchenernte braucht er keine zusätzliche Düngung.

Wenn sich Portulak ausbreitet

Wo Portulak dichte Bestände bildet, kann er Gemüse wie Kohlrabi verdrängen. Damit er nicht aussamt, entfernst du unerwünschte Pflanzen vor der Samenreife. Ausgerissene Pflanzen können nach dem Gießen leicht wieder anwachsen.

Häufiger Fehler

Gejäteten Portulak auf dem Beet liegen lassen. Wird danach gegossen, können die Pflanzen wieder anwachsen, deshalb trage ich sie gleich vom Beet.

Aussaat, Standort, Pflege und Winterschutz des Winterportulaks vertieft ein eigener Ratgeber: wie du Winterportulak in der kalten Jahreszeit kultivierst und schützt. Für den Sommerportulak liest du nach, wie du Sommerportulak anbaust und als Bodendecker nutzt, auch auf dem Balkon und in der Mischkultur.

Ernte im Vergleich

Winterportulak erntest du von Oktober bis März. Er ist winterhart und lässt sich über den Winter mehrfach beernten. Sommerportulak ist deutlich schneller erntereif, seine Erntezeit reicht von Mai bis September. Du erntest ihn am besten jung und vor der Blüte, weil er danach bitter werden kann. Gekühlt im Gemüsefach bleibt er nur wenige Tage frisch.

Zahl im Blick

Bis zur Ernte vergehen beim Sommerportulak 28 bis 42 Tage, beim Winterportulak 56 bis 126 Tage.

Sommerportulak liefert also schnell, doch die Zeit für zarte Blätter endet mit der Blüte. Winterportulak braucht länger bis zur ersten Ernte, lässt sich dafür aber den Winter über immer wieder beernten. Beim Sommerportulak schaue ich vor dem Ernten nach Knospen und nehme die jungen Triebe zuerst.

Wie du Winterportulak schonend erntest und möglichst lange frisch hältst, steht im Ratgeber zum schonenden Ernten und Lagern von Winterportulak. Erntezeitpunkt, Frischhalten und Haltbarmachen beim Sommerportulak findest du unter wie du Sommerportulak erntest und haltbar machst.

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Geschmack und Küche im Vergleich

Wie schmecken Winter- und Sommerportulak?

Winterportulak schmeckt frisch säuerlich bis leicht nussig. Sommerportulak ist ebenfalls säuerlich und kann zusätzlich eine leicht salzige Note haben. Lässt du ihn blühen, können seine Blätter bitter werden.

So nutzt du beide in der Küche

Beim Sommerportulak verwendest du Blätter und Stängel, roh im Salat oder gekocht als Gemüse. Winterportulak nutze ich in der kalten Jahreszeit als frisches Salatgrün, oft zusammen mit Feldsalat. Feldsalat wird wie Winterportulak von Oktober bis März geerntet.

Roh enthält Sommerportulak relativ viel Oxalsäure. Blanchierst oder erhitzt du ihn und gießt das Kochwasser weg, sinkt der Gehalt. Wie sich Nährwerte und Oxalsäure bei den einzelnen Blattgemüsen unterscheiden, zeigt der Überblick zu Nährwerten, Küche und Oxalsäure bei Salaten und Blattgemüse.

Welcher Portulak passt in deinen Garten?

Welche Art zu dir passt, hängt von Platz und Jahreszeit ab.

Deine Situation Passender Portulak
Du willst von Oktober bis März ernten Winterportulak
Der Platz liegt halbschattig Winterportulak
Ein vollsonniges Sommerbeet ist frei Sommerportulak
Zwischen langsamen Sommerkulturen ist eine Lücke Sommerportulak

Winterportulak ist winterhart, kommt ohne zusätzliche Düngung aus und steht sonnig bis halbschattig.

Sommerportulak ist nicht winterhart, wächst aber schnell. Mit 28 bis 42 Tagen Kulturdauer passt er gut zwischen Kulturen, die langsamer wachsen. Ernte ihn dort ab, bevor er der länger stehenden Hauptkultur Platz und Licht streitig macht. Weil Portulak dichte Bestände bilden und Kohlrabi verdrängen kann, achtest du bei ihm besonders darauf. Mischkultur kann dabei helfen, garantiert aber nichts. Geplante Beetnachbarn kannst du im Mischkultur-Planer prüfen.

Portulak fast das ganze Jahr ernten

Die Erntezeiten der beiden schließen fast nahtlos aneinander an. Sommerportulak erntest du bis September, Winterportulak ab Oktober.

Zeitraum Was ansteht
April bis August Sommerportulak säen
Mai bis September Sommerportulak ernten
Ende August bis Oktober Winterportulak säen
Oktober bis März Winterportulak ernten

Offen bleibt der April. Die Erntezeit des Winterportulaks endet im März, die des Sommerportulaks beginnt erst im Mai. Spinat, dessen Erntezeit im April beginnt, kann diese Lücke füllen. Den Sommerportulak säe ich zwischen April und August in mehreren Sätzen, damit junge Pflanzen nachkommen.

Jetzt dran

Räumst du im September die letzten Sommerportulak-Reihen, ist gerade Saatzeit für Winterportulak. Gesät wird er meist bis Oktober.

Alle Saattermine hast du im Aussaatkalender für Salate und Blattgemüse zum Ausdrucken auf einem Blatt. Wie viel Fläche du jeder Art gibst, legst du im Beetplaner fest.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Winterportulak und Sommerportulak?
Es sind zwei verschiedene Pflanzenarten: Winterportulak ist Claytonia perfoliata, Sommerportulak ist Portulaca oleracea. Winterportulak keimt erst unter 12 °C und wird von Oktober bis März geerntet. Sommerportulak braucht zum Keimen mindestens 20 °C und liefert von Mai bis September. Sicher erkennst du Winterportulak an tellerförmig verwachsenen oberen Blättern und weißen Blüten, Sommerportulak blüht gelb und bildet keine Blattteller.
Welche botanischen Namen haben Winter- und Sommerportulak?
Winterportulak heißt botanisch Claytonia perfoliata und ist auch als Claytonie oder Postelein bekannt. Sommerportulak heißt Portulaca oleracea. Trotz des gemeinsamen Namensteils sind es zwei unterschiedliche Pflanzenarten, die zu ganz verschiedenen Zeiten gesät werden.
Wie unterscheiden sich die Anbauzeiten von Winterportulak und Sommerportulak?
Sommerportulak säst du von April bis August direkt ins Beet und erntest ihn von Mai bis September. Winterportulak wird meist von Ende August bis Oktober gesät und von Oktober bis März geerntet. Der Unterschied folgt aus der Keimung: Winterportulak keimt erst unter 12 °C. Sommerportulak braucht dagegen mindestens 20 °C.
Wie frostresistent ist Winterportulak wirklich?
Winterportulak ist winterhart und lässt sich über den Winter mehrfach beernten, seine Erntezeit reicht von Oktober bis März. Sommerportulak ist dagegen nicht winterhart. Wie du Winterportulak in der kalten Jahreszeit kultivierst und schützt, erklärt unser Ratgeber zum Winterportulak im Winter.
Wie plane ich eine ganzjährige Portulak-Versorgung im eigenen Garten?
Du kombinierst beide Arten. Sommerportulak säst du von April bis August und erntest ihn von Mai bis September, danach übernimmt Winterportulak mit Aussaat meist ab Ende August und Ernte von Oktober bis März. Nur im April hat keine der beiden Erntezeit, dann kann zum Beispiel Spinat einspringen, dessen Erntezeit im April beginnt.
Ist Portulak ein Unkraut oder ein Gemüse?
Sommerportulak wird als Gemüse gesät, Blätter und Stängel kommen roh in den Salat oder gekocht auf den Teller. Roh enthält er relativ viel Oxalsäure, Blanchieren oder Erhitzen mit Wegschütten des Kochwassers senkt den Gehalt. Wo er dichte Bestände bildet, kann Portulak aber auch Gemüse wie Kohlrabi verdrängen. Unerwünschte Pflanzen entfernst du deshalb vor der Samenreife und trägst sie vom Beet, weil sie nach dem Gießen wieder anwachsen können.
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